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    Zu Unrecht schlechte Leistungsbeurteilung erhalten

    Ich (49) bin sehr wütend. Hatte vor wenigen Tagen mein Jahresgespräch mit der Abteilungsleiterin und habe eine richtig schlechte Leistungsbeurteilung bekommen. Sie wollte mir einreden, dass meine Leistung gerade so ausreichend ist und ich nicht selbständig arbeite, was in keinster Weise der Wahrheit entspricht.

    Zu meinem Werdegang: Nach der Mittleren Reife habe ich in der freien Wirtschaft Kauffrau für Bürokommunikation gelernt und bis 2018 in meinem Ausbildungsbetrieb gearbeitet. Dann wechselte ich zur Universität. Diese Stelle habe ich letztes Jahr aufgegeben, weil mein Mann wegen Corona in eine andere Region versetzt wurde und wir umgezogen sind. Zu meinem Glück fand ich in meiner neuen Heimat schnell einen Job in einer Behörde. Dieses Glück hat sich aber schnell als Trugschluss erwiesen, weil die Behörde sehr speziell ist.

    In meinem Ausbildungsbetrieb und an der Uni bekam ich durchgehend sehr gute Leistungsbeurteilungen. Das Verhältnis zu meinen Vorgesetzten und Kollegen war prima. An meiner derzeitigen Arbeitsstelle gab es schon in den ersten Wochen Probleme. Das Zwischenmenschliche finde ich ganz schlimm. Unser Ex-Sachgebietsleiter, mein früherer Chef, ist ein schwieriger Mensch. Meine Arbeitsleistung wusste er aber sehr wohl zu schätzen und hat mir mehrmals bestätigt, dass ich mich auf eine mehr als gute Leistungsbeurteilung freuen darf. Vor ein paar Monaten wurde er aber „entsorgt“. Er wird intern auf eine andere Stelle versetzt. Weil die Behörde aber noch nichts für ihn gefunden hat, sitzt er seit Monaten zu Hause im Krankenstand.

    Deshalb hat die Abteilungsleiterin (sie ist auch nicht mehr da, hatte neulich ihren letzten Tag) das Jahresgespräch mit mir geführt. Sie kennt mich fast gar nicht, weil sie sich ebenso wie die anderen Sachgebietsleiter bei uns keine Zeit nimmt, um mich und meine Arbeit einigermaßen einzuschätzen. Sie hat einige Leute bei uns im Haus auf mich angesprochen und gefragt, was sie so von mir halten. Diese Menschen kennen mich auch kaum, ich hatte in den knapp 13 Monaten nicht viel mit ihnen zu tun. Dann kamen noch diverse Vorwürfe wegen meines Charakters.

    Kann ich etwas machen, um mich gegen die unverschämte Leistungsbeurteilung zu wehren und eine bessere Beurteilung zu bekommen? Mich ärgert das so sehr, weil ich von mehreren Seiten viele Respektlosigkeiten in Kauf genommen und trotzdem überdurchschnittliche Leistungen gebracht habe.

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    AW: Zu Unrecht schlechte Leistungsbeurteilung erhalten

    Üblicherweise wendet man sich an den nächsthöheren Vorgesetzten, wenn man sich nicht richtig bewertet fühlt.

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    AW: Zu Unrecht schlechte Leistungsbeurteilung erhalten

    Zitat Zitat von thymian2 Beitrag anzeigen
    Üblicherweise wendet man sich an den nächsthöheren Vorgesetzten, wenn man sich nicht richtig bewertet fühlt.
    Das ist bei uns schwierig. Der direkte Vorgesetzte ist die Sachgebietsleitung. Über der Sachgebietsleitung steht die Abteilungsleitung. Über der Abteilungsleitung steht die Behördenleitung.

    Ich habe vorhin geschrieben, dass unsere Behörde recht speziell ist. Bei der Behördenleitung handelt es sich um eine bekannte Persönlichkeit aus der Politik. Nicht deutschlandweit bekannt, aber hier in der Region oft in den Tageszeitungen und im Radio präsent. Unsere Leitung übt diese Funktion nur nebenberuflich aus und ist entsprechend unregelmäßig anwesend. Einen Termin zu bekommen ist echt schwierig. Außerdem glaube ich kaum, dass es die Behördenleitung interessiert, ob eine Vorzimmerdame mit ihrer Leistungsbeurteilung zufrieden ist.

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    AW: Zu Unrecht schlechte Leistungsbeurteilung erhalten

    Gut, aber mit irgendjemandem wirst Du wohl im Haus reden müssen, wenn Du unzufrieden bist und eine zweite Meinung willst. Gibt es einen Personalrat?

  5. gesperrt

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    AW: Zu Unrecht schlechte Leistungsbeurteilung erhalten

    Zitat Zitat von Traubenfrau Beitrag anzeigen
    Deshalb hat die Abteilungsleiterin (sie ist auch nicht mehr da, hatte neulich ihren letzten Tag) das Jahresgespräch mit mir geführt. Sie kennt mich fast gar nicht, weil sie sich ebenso wie die anderen Sachgebietsleiter bei uns keine Zeit nimmt, um mich und meine Arbeit einigermaßen einzuschätzen. Sie hat einige Leute bei uns im Haus auf mich angesprochen und gefragt, was sie so von mir halten. Diese Menschen kennen mich auch kaum, ich hatte in den knapp 13 Monaten nicht viel mit ihnen zu tun. Dann kamen noch diverse Vorwürfe wegen meines Charakters.

    Kann ich etwas machen, um mich gegen die unverschämte Leistungsbeurteilung zu wehren und eine bessere Beurteilung zu bekommen? Mich ärgert das so sehr, weil ich von mehreren Seiten viele Respektlosigkeiten in Kauf genommen und trotzdem überdurchschnittliche Leistungen gebracht habe.
    Na klar kannst du was machen? Diese Frau zu fragen, wie sie zu dieser Beurteilung kommt, obwohl sie dich kaum kennt und warum sie unsachlich wird und deine Persönlichkeit in Frage stellt. Das ist in meinen Augen massiv grenzüberschreitend und geht gar nicht.

    Du kannst sie nochmal zu einem Gespräch bitten, allerdings mit einer Person des Vertrauens, das Recht dazu hast du und sie bitten, als das Gesagte in dem Gespräch vom ...., auch die Beschreibungen deines Charakters, dir schriftlich zu geben.

    Ich kenne Strukturen in Behörden, ich vermute, du wirst hier in deinem Fall gegen Windmühlen arbeiten und nicht auf einen grünen Zweig kommen. Sprich diese Dame doch an und bitte Sie um Hilfe, dass du innerhalb der Behörde woanders hin versetzt wirst, damit sie die Chance hat, jemanden besseres für diese Stelle zu finden. Hat sie überhaupt gesagt, was du besser machen musst? Vielleicht ist die Stelle in keinster Weise für dich passend? Vielleicht passt es einfach nicht? Dann suche dir was anderes, ich vermute, dass wird der einzige Weg sein, aus diesem toxischen Umfeld rauszukommen. Sei nicht wütend, das bringt dir gar nix, sondern lieber schlau und schau, dass du da schnell weg kommst.

    Respektlosigkeiten solltest du nicht hinnehmen. Gibt es in deiner Stadt Möglichkeiten für Coaching oder so? In meiner Stadt werden solche Angebote, kostenlos, für Frauen mit solchen Problemen angeboten. Suche dir schnellstens prof. Hilfe, damit dieses toxische Umfeld dich nicht psychisch kaputt macht.

    Alles Gute für dich!

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    AW: Zu Unrecht schlechte Leistungsbeurteilung erhalten

    Da es sich um eine Behörde handelt, gibt es sicher einen Betriebsrat / Personalrat.
    Das wäre dann wohl ein passender Ansprechpartner zur Hilfe für weitere Schritte.
    .

    "Mein PC schreibt nur noch Großbuchstaben..." "Haben Sie die Feststelltaste gedrückt?""Nein, das hab ich ganz allein gemerkt.... !"

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    AW: Zu Unrecht schlechte Leistungsbeurteilung erhalten

    @thymian2: Reden ist ein großes Problem bei uns. Auf Gespräche haben die meisten Mitarbeiter so gar keine Lust. Für mich ist das echt kompliziert, wenn ich bei der Erledigung einer Aufgabe auf Informationen von anderen Personen angewiesen bin. Die AL, die SGL und die meisten Kollegen reagieren sehr genervt, wenn man sie kontaktiert und freundlich um Auskunft bittet. Sie fallen mir oft gleich ins Wort und würgen das Gespräch ab, noch bevor ich überhaupt meine Bitte vortragen kann. Sie vermitteln mir ständig das Gefühl, dass sie sich von mir gestört und belästigt fühlen und ich sie nur in Ruhe lassen soll. Aber wenn ich dann eine Aufgabe nicht rechtzeitig abschließen kann, weil mir niemand die notwendigen Infos verraten möchte, ist es auch wieder nicht gut und ich muss mir Vorwürfe anhören. In der Anfangszeit bin ich hartnäckig geblieben und habe mir mit einem „Darf ich sie kurz unterbrechen? Ich benötige eine Info von Ihnen, damit ich mit der Aufgabe weiterkomme“ Gehör verschafft. Das wurde mir als dominantes Verhalten ausgelegt, was auch Thema im Jahresgespräch war. Dominantes Verhalten ist für mich was anderes. Ich erteile niemandem Anweisungen, dränge keinem meine Meinung auf und erledige jede Aufgabe, die mir zugeteilt wird, mit viel Freude (die Arbeit an sich macht mir wirklich viel Spaß).

    Einen Personalrat haben wir, aber ich habe noch niemanden dort kontaktiert. Ich traue mich nicht, weil die Menschen generell bei uns (nicht nur in meiner Abteilung) extrem wortkarg und kurz angebunden sind und mir signalisieren, dass ich sie so schnell wie möglich wieder in Ruhe lassen soll. Der einzige Mensch, der mir zuhört, ist ein jüngerer Kollege, der Anfang des Jahres bei uns angefangen hat und seit kurzem in Elternzeit ist. Auch er hat schon die Erfahrung gemacht, dass man ihm ins Wort fällt und nicht zuhören möchte. Diese mangelhafte Kommunikation bringt Probleme mit sich, die nicht sein müssten. Ich habe schon mehrmals Ärger bekommen für irgendwelche Fehler, die andere Mitarbeiter begangen haben. Weil die Führungskräfte zu bequem waren, nach den Verursachern zu suchen und es einfach auf mich geschoben haben.


    @Wildeblume: Die AL ist nicht mehr bei uns. Sie hat freiwillig bei uns aufgehört, macht jetzt eine längere Pause und kehrt irgendwann in einer anderen Funktion in die Behörde zurück. Wie lange sie weg bleibt und wann und wo sie dann arbeitet, weiß ich nicht. Solche Infos werden generell verschwiegen. Mein Ex-Chef hat sich damals auch nicht von mir verabschiedet. Ich habe von der AL erfahren, dass er gegangen wurde.

    Als die AL behauptete, ich würde zu viele Fehler machen und ich dann wissen wollte, ob sie mir ein paar Beispiele nennen konnte, kam von ihr: „Sehen Sie, hier schon wieder die dominante Art. Sie wollen mich hier in ein Gespräch verwickeln, anstatt einfach nur meine Fragen zu beantworten.“ Das ist auch so ein Gefühl, was mir die Führungskräfte und auch einige Kollegen vermitteln: Als Vorzimmerdame soll ich einfach nur machen, was mir gesagt wird, freundlich antworten, wenn ich etwas gefragt werde, aber von sich aus niemanden ansprechen und keine Fragen stellen. Ich bin seit 33 Jahren berufstätig, kannte so einen Umgang vorher nicht ansatzweise und staune jeden Tag aufs Neue.

    In den nächsten Monaten wird ein neuer SGL eingestellt und irgendwann sicher auch eine neue AL. Falls sich diese Menschen als ebenso schwierig entpuppen sollten wie ihre Vorgänger, werde ich über eine Versetzung nachdenken. Mir fällt aber keine Stelle ein, die für mich in Frage käme. Mit den anderen Vorzimmerdamen habe ich kaum Kontakt. Sie wirken sehr ängstlich und eingeschüchtert, wenn ich ihnen mal begegne. Eine Stelle mit schlechterer Bezahlung wie Ablage, Büromaterialausgabe oder Poststelle kommt für mich nicht in Frage.

    Ich denke auch darüber nach, mich ganz aus der Behörde wegzubewerben. Mit fast 50 wird das aber auch nicht leicht, denke ich.


    @Mambi: Natürlich haben wir einen Personalrat. Ich traue mich aber noch nicht, weil Reden eben so ein Problem bei uns ist und ich erst seit einem Jahr in der Behörde arbeite.

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    AW: Zu Unrecht schlechte Leistungsbeurteilung erhalten

    Zitat Zitat von Traubenfrau Beitrag anzeigen
    Einen Personalrat haben wir, aber ich habe noch niemanden dort kontaktiert. Ich traue mich nicht, weil die Menschen generell bei uns (nicht nur in meiner Abteilung) extrem wortkarg und kurz angebunden sind und mir signalisieren, dass ich sie so schnell wie möglich wieder in Ruhe lassen soll. Der einzige Mensch, der mir zuhört, ist ein jüngerer Kollege, der Anfang des Jahres bei uns angefangen hat und seit kurzem in Elternzeit ist. Auch er hat schon die Erfahrung gemacht, dass man ihm ins Wort fällt und nicht zuhören möchte. Diese mangelhafte Kommunikation bringt Probleme mit sich, die nicht sein müssten. Ich habe schon mehrmals Ärger bekommen für irgendwelche Fehler, die andere Mitarbeiter begangen haben. Weil die Führungskräfte zu bequem waren, nach den Verursachern zu suchen und es einfach auf mich geschoben haben.
    Traubenfrau, Du kennst niemanden dort, aber die Menschen bei Euch sind generell extrem wortkarg. Aber da Du den Personalrat ja gar nicht kennst, machst Du einfach die Schublade auf und knallst sie zu.

    Muss man nicht verstehen.
    Reden willst Du nicht. Und nun?
    Was würdest Du einer Freundin raten? Von alleine löst sich sowas nicht.

    Nimm schriftlich Stellung zu der Beurteilung und warte ab was passiert.

    Da will jemand Rat und schmettert alles ab, weil ja nichts geht, weil die anderen, ja was sind?

    Vielleicht ist die Beurteilung ja korrekt? Oft klafft die Fremdwahrnehmung mit der Eigenwahnehmung arg auseinander.

    Und alte Zeugnisse und Beurteilungen interessieren nicht mehr.

    Tja, wenn Du Dich nicht traust Dich zu wehren, was bleibt dann? Dein Vorschlag?
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


    Schokolade stellt keine blöden Fragen - Schokolade versteht

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    AW: Zu Unrecht schlechte Leistungsbeurteilung erhalten

    Traubenfrau, du schreibst oft „du traust dich nicht“, machst aber alleine durch das, was ich lese, einen recht selbstbewussten Eindruck. Trau dich! Es geht um dein Recht und um eine, wie du sagst, ungerechte Beurteilung.
    Und, nein, man kann sich mit 50 durchaus bewerben und was finden! Ich kenne x Beispiele.
    Da du nur kurz in der Firma warst, ansonsten wie du sagst, gute Bewertungen/Refernzen (?) hast, könnte diese Arbeit der berühmte „Griff ins …“ gewesen sein, den jeder mal haben kann.
    Der Herbst ist da DerHerbst ist da

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    AW: Zu Unrecht schlechte Leistungsbeurteilung erhalten

    Es ist doch offensichtlich, dass du da nicht reinpasst, im besten Sinne. Da willst du noch 17 Jahre bleiben, ernsthaft? Warum? Ich würde mir was neues suchen. Du bist jetzt nur ein Jahr älter als letztes Jahr, das mit „wird aber schwierig mit fast 50“ ist doch ein Glaubenssatz von vor 20 Jahren.
    Bin gerade beim Kochen.
    Im Rezept steht: „Gemüse putzen und würfeln.“
    Hab jetzt Gemüse geputzt und eine 4 gewürfelt.
    Und jetzt?

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