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    Datenschutz/Privatheit von Mails und Feedback am Arbeitsplatz?

    Hallo zusammen,

    ich bin recht neu seit gut zwei Monaten im Job und war zuvor fast ausschliesslich selbständig, so dass mir die Gegebenheiten nicht bekannt sind, bitte verzeiht diese vielleicht komisch erscheinende Fragen, falls das selbstverständlich ist und mir das schlicht unbekannt.

    Thema 1: Letzte Woche kam der Vorgesetzte unserer Abteilung auf uns zu, er müsse nun sich bei jedem in die Emails dauerhaft einloggen, damit - falls mal jemand plötzlich krank werde - darauf zugegriffen werden könne. So wie ich ihn bisher erlebt habe, wird er das vermutlich auch öfter mal zu Kontrollzwecken tun. Wegen Thema 2 dachte ich bereits daran, dass er ja dann auch mögliche angestrebte Terminabsprachen mit mir mit dem Betriebsrat mitbekommt so dass ich das nun telefonisch machen werde.

    Thema 2: Es gab ein durch ihn spontan initiiertes Feedbackgespräch zur Probezeit, das angefertigte Protokoll enthält ausschliesslich negative Kritik an mich. Er sagte mir, das würde nur dann in die Personalakte Eingang finden, wenn wir beide das wollen, sonst verbliebe es 'unter uns'. Inzwischen weiß ich, dass wiederum seine Vorgesetzte das auch kennt, die nicht bei dem Gespräch dabei war. Soweit so unangenehm, aber noch verständlich. Kann mir mal jemand sagen, wer das nun WIRKLICH WIRKLICH zu Gesicht bekommt und wo so etwas datentechnisch abgelegt werden darf, muss, damit es eben NICHT jeder anklicken kann? Oder ob es besser ist, DASS es in die Akte kommt? (Inhaltlich möchte ich da ohnehin nocheinmal darüber sprechen.)

    Thema 3: Nach einer - mir als 'Projektbesprechung' angekündigten Termins mit ihm und der höheren Chefin, die leider meinerseits auch nicht befriedigend verlief, erhielt ich eine Email mit einem Freigabelink zu einem Ordner. Diesen klickte ich sofort an, obwohl kurz vor Feierabend. Er hatte bereits die Arbeit beendet, so dass ich nicht unmittelbar mit ihm sprechen konnte. Darin befand sich eine Datei, die überschrieben war mit dem Datum des Tages der Projektbesprechung und dem Titel 'Feedbackgespräch', die auch nur wiederum eine Liste an negativem Feedback enthielt. Diese Email inclusive Zugriff via EINEM Klick erhielten alle AbteilungskollegInnen. Ob sie es sich nun angeschaut haben oder nicht, weiß ich nicht. Die Kollegin, die noch da war konnte es auch sehen, ich habe sie gefragt. Sie bekam auch meine unmittelbare Reaktion mit, ich war fassungslos und ziemlich getroffen. Ich war NICHT darüber informiert worden, dass dies ein FEEDBACKgespräch war. UND dass das nun ALLE lesen können? Ich weiß nun nicht wie ich damit umgehen soll. Mein Vertrauen ist zutiefst erschüttert. Oder ist das normal? Ist das ein Test seinerseits wie ich damit umgehe?

    Am Rande und zur Einordnung: Er hat mich schonmal 'getestet' bei eben jener Aufgabe letzte Woche, den habe ich zu zwei Drittel quasi 'bestanden', denn mir ist es aufgefallen, dass er die 'Aufgabe' BCC an einen Kollegen gesendet hat, den ich dazu fragen musste, um sie zu lösen. UND im Gespräch stellte ich ein bestimmtes Paper vor, zu dem ich dann hörte "Ah ja, wir gingen davon aus, dass du das finden wirst." ich hielt die Aufgabe für eine echte Aufgabe und nicht für einen Test. Fand ich auch befremdlich. Aber vielleicht ist das ja AUCH ganz normal?

    In dieser Behörde ist es üblich, dass auch die Führungskräfte mit ihren Untergebenen sogenannte 'Führungsfeedbackrunden' machen, sie müssen Fragebogen über die Eigenschaften ihres Vorgesetzten ausfüllen, der das dann ohne Namen als Durchschnitt der Führungskraft zur Kenntnis gegeben wird, diese bespricht das Ergebnis dann wiederum im Team. Da durfte ich dabei sein, ich habe mich zu dem Zeitpunkt sehr bedeckt gehalten, weil ich da erst drei Wochen da war und alle anderen ihn in so gut wie allen Aspekten mit der Note 1 bewertet haben außer in einem, da war es dann durchschnittlich. Das fand ich bemerkenswert, konnte aber da noch wirklich nichts sagen, gleichwohl ich explizit auch zu Feedback gefragt wurde.

    Die Kollegin meinte, ich solle NICHT sofort zum Betriebsrat gehen, das käme in der Probezeit GAR nicht gut. Eine Freundin meinte, ich solle einfach GAR NICHT reagieren.

    Da merke ich, dass ich das nicht KANN. Nur - wie genau spreche ich MIT WEM zuerst darüber?

    Eigentlich muss und will ich diesen Job behalten, er ist inhaltlich äusserst spannend. Aber ich brauche einfach auch noch Einarbeitungszeit, die Branche ist mir völlig fremd, der Job neu geschaffen.

    Ist das normal so und ich habe mir ein fast schlafloses Wochenende verschafft wegen (fast) nichts oder was meint ihr? WIE gehe ich vor? Ich denke, ich muss morgen aktiv werden. Ich merke, wie alleine das zu beschreiben mich schon wieder ziemlich neben die Spur bringt und das ist selbstverständlich NICHT gut.

    Danke sagt

    Marcia.

  2. Inaktiver User

    AW: Datenschutz/Privatheit von Mails und Feedback am Arbeitsplatz?

    Klingt merkwürdig.

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    AW: Datenschutz/Privatheit von Mails und Feedback am Arbeitsplatz?

    Ich kann Deine Verärgerung verstehen.
    Den Umgang mit Personalthemen finde ich bedenklich.

    - ein Feedbackgespräch sollte von vornherein auch als solches bezeichnet werden und mit etwas Vorlaufzeit (bei uns sind das 2 Wochen, 3-4 Tage würden mit persönlich eigentlich reichen) angekündigt werden
    - Aufzeichnungen über einen Mitarbeiter dürfen nicht beliebigen Kollegen zugänglich gemacht werden
    - Zugang zu den E-Mails wirst Du wahrscheinlich nicht verhindern können, es ist Dir ja auch bekannt - dann nutzt Du es eben nur rein dienstlich (bei uns ist das aber nicht so, das verhindert eine Betriebsvereinbarung, wir dürfen dienstl. E-Mail auch für private Zwecke nutzen)
    - kritisch wäre, wenn über fremde Einsicht in Deine E-Mails eine Leistungs- und Verhaltenskontrolle erfolgen würde

    Irgendwie schräg da bei Dir...

    Wir reden schon von einer Behörde in der BRD, richtig?
    Geändert von Puls (13.06.2021 um 21:03 Uhr)
    Was es alles gibt, das ich nicht brauche!
    (Aristoteles)

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    AW: Datenschutz/Privatheit von Mails und Feedback am Arbeitsplatz?

    Zitat Zitat von Puls Beitrag anzeigen
    Ich kann Deine Verärgerung verstehen.
    Den Umgang mit Personalthemen finde ich bedenklich.
    (...) Wir reden schon von einer Behörde in der BRD, richtig?
    Ja. Deutschland.

    Danke.

    Und ja, mindestens 'merkwürdig' finde ich das auch.

    Leider arbeite ICH noch keineswegs fehlerlos und ich bräuchte auch noch zu lange. Und eine ganze Liste an Fehlern mehr.

    Mit wem rede ich denn nun darüber?

    Welche Möglichkeiten sehe ich?
    - mich an den Betriebsrat wenden?
    - nur den Vorgesetzten darauf hinweisen und dumm fragen: Ist das hier so üblich?
    - IN die Datei reinschreiben 'Mein Name: Zur Kenntnis genommen, Stellungnahme folgt' oder sowas? (Weil ich ja auch mal gespannt bin, ob die KollegInnen das bemerken werden ... und falls das auch ein Test war)
    - um sehr zeitnahen Gesprächstermin bitten und dann sagen, das zu unterlassen? OHNE zu ewähnen, dass das wohl ein Fehler war - denn er meldet sich bei jedem kleinsten Fehler sofort bei mir, so dass ich inzwischen leider tatsächlich alleine aus Nervösität mehr Fehler mache.
    - erst das Gespräch mit dem Datenschutzbeauftragten suchen?
    - das Gespräch mit seiner Vorgesetzten suchen?
    - die Personalabteilung bitten, mich über die Abläufe und Regelungen innerhalb der Probezeit zu informieren? (wurde ich ja nicht, in meinen erhaltenen Unterlagen finde ich auch nichts dazu, im Intranet auch nicht) Und dann den Hintergrund erklären und DA auch fragen wie das ist mit Feedbackdatei? Dann kriegt er das ja bestimmt von der Seite mitgeteilt, oder wie läuft das? Klingt dann ja auch wie verpetzen, oder?
    - noch was anderes, besseres?

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    AW: Datenschutz/Privatheit von Mails und Feedback am Arbeitsplatz?

    Ich würde mich wohl erst einmal mit jemandem vom Betriebsrat unterhalten.
    Du kannst dort auch darum bitten, dass es erst einmal nur unter Euch bleiben soll.
    Was es alles gibt, das ich nicht brauche!
    (Aristoteles)

  6. Inaktiver User

    AW: Datenschutz/Privatheit von Mails und Feedback am Arbeitsplatz?

    Ich würde mal vorsichtig die Kollegen fragen, ob das so ein Spielchen ist, das er mit jedem Neuen spielt.

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    AW: Datenschutz/Privatheit von Mails und Feedback am Arbeitsplatz?

    Zitat Zitat von Marcia_Baila Beitrag anzeigen
    [...]
    Leider arbeite ICH noch keineswegs fehlerlos und ich bräuchte auch noch zu lange. Und eine ganze Liste an Fehlern mehr.

    Mit wem rede ich denn nun darüber? [...]
    Was sind das für Fehler?
    Falls sie Dir aufgrund Deiner Ausbildung/Studium nicht passieren dürften, ist das natürlich suboptimal.

    Sind es Fehler, die dadurch entstehen, weil Du Dich mit den speziellen Gepflogenheiten dort noch nicht auskennst? Dann frage mehr vorab und erledige die Aufgaben nicht einfach so wie Du Dir denkst.

    Passieren Fehler, weil es ein Spezialgebiet ist, welches keiner über Ausbildubg/Studium erlernt? Dann über Literatur einarbeiten und ggf. nach einer Schulung fragen.
    Geändert von Puls (13.06.2021 um 21:35 Uhr) Grund: Tippfehler korrigiert
    Was es alles gibt, das ich nicht brauche!
    (Aristoteles)

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    AW: Datenschutz/Privatheit von Mails und Feedback am Arbeitsplatz?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich würde mal vorsichtig die Kollegen fragen, ob das so ein Spielchen ist, das er mit jedem Neuen spielt.
    Ich kenne eigentlich kaum eine Kollegin so gut, dass ich sowas fragen würde, denn ich kann nicht einschätzen, ob diese dann diese meine Frage nicht sofort an ihn weiterträgt. Was ich allerdings tun könnte ist zuerst mal fragen, wer überhaupt zuletzt zu diesem Team hinzugekommen ist und dann mit ihr mal ins Gespräch kommen, wie ihr Anfang war, allgemeiner.

    Soweit ich das bisher mitbekommen habe, sind die meisten schon recht lange in dieser Behörde, kennen sich fast eh alle untereinander, weil sie auch die Ausbildung da gemacht haben und übernommen worden sind, was da ja ohnehin üblich sei.

    Zitat Zitat von Puls Beitrag anzeigen
    ... Betriebsrat ...
    MACHT das der Betriebsrat dann auch wirklich? Die KENNEN sich ja alle untereinander. Ich bin mir da unsicher wie wirklich, wirklich vertrauenswürdig das da abgeht. Und wenn man die Laxheit mit der Datenablage anschaut ... ich weiß nicht ... muss ein Betriebsrat Protokoll führen über die getätigten Gespräche? Ich bin fast sicher, dass das mein Chef ja irgendwie mitkriegt. Und sei es, dass er fragt mit wem ich denn so lange telefoniert habe. (Puh, ich merke, gar nicht gut das alles, ich bin extrem enttäuscht .... und ja, auch von mir ... ich hielt mich für kompetenter und mir gefällt es nicht wie sehr meine Motivation offenbar DOCH von guten Worten abhängt. Und wie sehr mich der Druck jetzt bereits anstrengt. Ja, Arbeit ist kein Kindergeburtstag und so - auch klar ...) Phew ...

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    AW: Datenschutz/Privatheit von Mails und Feedback am Arbeitsplatz?

    Zitat Zitat von Puls Beitrag anzeigen
    Was sind das für Fehler?
    Falls sie Dir aufgrund Deiner Ausbildung/Studium nicht passieren dürften, ist das natürlich suboptimal.

    Sind es Fehler, die dadurch entstehen, weil Du Dich mit den speziellen Gepflogenheiten dort noch nicht auskennst? Dann frage mehr vorab und erledige die Aufgaben nicht einfach so wie Du Dir denkst.
    Ja, das muss ich mir wohl angewöhnen. Ich dachte selbständiges Arbeiten ist eine Qualität. (Ich war vorher die meiste Zeit selbständig.)

    Zitat Zitat von Puls Beitrag anzeigen
    Passieren Fehler, weil es ein Spezialgebiet ist, welches keiner über Ausbildung/Studium erlernt? Dann über Literatur einarbeiten und ggf. nach einer Schulung fragen.
    DAS dachte ich, dass ich das TUE, jetzt wurde mir aber auch zutiefst angekreidet, dass das gewählte Mittel SO NICHT erwünscht ist. Nach einer Schulung hatte ich bereits in einem Gebiet gefragt. Man sagte mir, ich hätte schon zuviele davon bekommen (mehrere kurze interne, das ist für alle neuen obligatorisch; zwei externe, eine davon, die ich mir NICHT so direkt ausgesucht hätte, weil es lediglich mein Studienthema (90% Seminaranteil) in spezieller Anwendung auf deren Fachbereich (10 %) thematisierte, dann aber zwecks Netzwerken doch ganz gut war. Ich lese natürlich gerade selbst sehr viel, auch außerhalb der Arbeitszeit. Mir sind die Denk- und Vorgehensweisen und auch die Begrifflichkeiten noch sehr, sehr fremd, da muss ich sehr viel nachschlagen und das dauert nun mal. Bisher bin ich in anderen Kontexten eher als 'schnell lernend' aufgefallen. Ich mag mich nicht, wenn ich so 'dumm' rüberkomme und komme da dann auch leider schnell in erhebliche Selbstzweifel. Vielleicht BIN ich ja wirklich so mies und ich habe nur hochgestapelt und kann nix? Phew ...

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    AW: Datenschutz/Privatheit von Mails und Feedback am Arbeitsplatz?

    Ich überlege noch immer, wie ich konkret vorgehe?

    IN die Datei was reinschreiben wie oben geschrieben?

    So tun, als hätte ich das gar nicht bemerkt? Und direkt mal ... ja wen - Datenschutzbeauftragten oder Betriebsrat fragen? WIE schnell geht das? Vielleicht kommt er mir ja zuvor? Ich habe erhebliche Bauchschmerzen? Bin ich nicht belastbar genug?

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