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  1. Registriert seit
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    AW: Massive Probleme im Job

    Zitat Zitat von sunflower1976 Beitrag anzeigen
    Ein kleiner Tipp: Auch wenn es seltsam klingt, hilft es dir längerfristig vielleicht ein bisschen, wenn du eine Art Tagebuch führst. Es gibt ja diese „Dankbarkeitstagebücher“ (drei Dinge abends aufschreiben, für die man dankbar ist). Das aber abwandeln mit der Fragestellung: „Was habe ich heute durch meine eigene Handlung erreicht, auf das ich stolz sein kann?“
    So kannst du dir bewusst machen und sichtbar machen, was du alles kannst/gut machst.

    Hast du bei der Arbeit eine Kollegin, mit der du dich gut verstehst, dir dir „wohlgesonnen“ ist (anderer Ausdruck fällt mir gerade nicht ein) und die dir ein bisschen Rückhalt geben kann?
    Ja das wäre eine gute Möglichkeit.
    Eine solche Kollegin habe ich wobei die von mir und meinen zweifeln doch auch schon etwas genervt ist.


  2. Registriert seit
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    AW: Massive Probleme im Job

    Zitat Zitat von Klecksfisch Beitrag anzeigen
    Also ich sehe es anders, privat ist nichts in Ordnung. Kinder ist behindert und dein Mann krank. So etwas wirkt sich natürlich auf die Arbeit aus. Es kann auch sein, weil bei dir privat nichts perfekt ist, daß du versuchst bei der Arbeit perfekt zu sein und du dich selber so unter Druck setzt, daß alles schief läuft.
    Komisch, diesen Blickwinkel hatte ich noch nicht. Mein Empfinden ist das Gegenteil. Privat sind das aber Fakten woran ich nicht verzweifel und die wir gut im Griff haben. Da bin ich stark. Ja auf der Arbeit bin ich perfektionistisch - alles muss ohne Fehler etc. sein - nur dann fühle ich mich wohl. Das kann ich aber nicht weil ich den Background und das Fachwissen nicht wirklich habe ..... ein Kreislauf.


  3. Registriert seit
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    AW: Massive Probleme im Job

    lara, wie weit klafft denn objektiv gesehen Background/Fachwissen, das du hast, mit dem, was gefordert wäre, auseinander?
    Und könntest du diese Lücke mit einer Fortbildung schließen?

    Ist die Lücke tatsächlich so groß, oder empfindest du sie eher als so groß? Immerhin hast du den Job, also geh ich mal davon aus, dein Arbeitgeber traut dir das zu?


  4. Registriert seit
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    AW: Massive Probleme im Job

    Liebe Lara,

    ich weiß genau, was Du durchmachst!

    Meine Situation ist Deiner sehr ähnlich (- fast schon unheimlich...), bis auf den Unterschied, dass ich kein Kind habe und dass ich bei der Arbeit nicht devot auftrete, dafür aber anecke, was ähnlich ungünstig sein dürfte.

    Was mir hilft:

    Bei der Arbeit:
    Den Irrsinn anerkennen.
    Zum Beispiel hatte ich mich vor einigen Jahren richtig reingehängt, und trotzdem war das Feedback über meine Arbeit negativ. Als persönliche Konsequenz habe ich mich in den letzten Jahren deutlich weniger engagiert - weil es sich ja so offensichtlich nicht gelohnt hat - und siehe da, auf einmal war das Feedback über meine Arbeit sehr positiv, und je weniger ich machte, desto besser wurde es.
    Monetär hat sich weder das eine noch das andere in irgendeiner Weise ausgewirkt.
    Ähnlich läuft es bei den regelmäßigen Feedback-Gesprächen: Feedback von Teammitgliedern ist immer sehr gut, zählt aber nicht. Beim Feedback vom Management hingegen war noch nie irgendeine Linie drin. Das gleiche Verhalten wird von dem einen gut, vom anderen schlecht gefunden. Als wäre ich gleichzeitig Jekyll und Hyde, sieht mich der eine genau entgegengesetzt wie der andere, usw.
    Oder die Firma insgesamt: Sie steht seit Jahren wirtschaftlich sehr gut da - aber im Kollegenkreis versteht keiner, wie sich eine Firma mit so viel Misswirtschaft und schlechten Abläufen überhaupt halten kann.
    Früher wollte ich das alles immer verstehen, eine Logik dahinter erkennen.
    Heute habe ich diese Uneindeutigkeiten und den erratischen Charakter meines gesamten Arbeitsumfelds akzeptiert. Ist halt so.
    Ein inzwischen pensionierter Kollege sagte mir mal, dass er jeden Tag zur Arbeit geht in Vorfreude auf das absurde Theaterstück, dass ihm heute wieder präsentiert würde.
    Seit ich es immer öfter auch so sehen kann, komme ich besser klar.

    Und noch ein Aspekt: Seit ich die 50 überschritten habe spüre ich einen sinkenden äußeren Druck. Zwar bin ich auch auf weiteren Verdienst angewiesen, aber verglichen mit 40 ist der Druck deutlich geringer, z.B. kann einem 40jährigen eine längere Arbeitslosigkeit "den Lebenslauf kaputtmachen", einem 55jährigen aber nicht mehr.

    Privat:
    Um Lebensenergie zu tanken, was schwierig ist, wenn man immer mit Krankheit (und damit Todesenergie) konfrontiert ist, verreise ich immer mal wieder alleine.
    Weit weg von meinem Alltag, in grandioser Natur, kann ich wieder den ungeheuren Reichtum, die Schönheit und die Leichtigkeit des Lebens spüren, weil es mir irgendwie gelingt, diese Phasen im Erleben von belastenderen Kontexten abzuspalten. Zwar weiß ich im Alltag auch um all das, und fühle mich - theoretisch - auch darin reich (- von der Arbeit mal abgesehen), bin auch nicht explizit unglücklich, aber diese von Dir erwähnte Rundum-Habacht-Stellung, die halt sehr belastet, kann ich in entsprechender räumlichen Entfernung besser loslassen.
    Ansonsten habe ich, wie Du ja sicher auch, über die Jahre mit Entspannungstechniken, Work-Live-Balance-Verbesserungen, etc. pp. experimentiert, um möglichst gut klarzukommen.


    Du bist mit Deiner Situation nicht alleine!
    Ich schätze, dass es eine recht hohe Dunkelziffer weiterer Betroffener gibt.
    Im Job bluffen sicher auch viele so gut, dass man ihnen ihre Überforderung nicht anmerkt.
    Und familiäre Schicksalsschläge sind so selten auch nicht.
    Kommt beides zusammen, steht man schnell mit dem Rücken an der Wand.

    Ich bin gespannt, welche Tipps zur Bewältigung noch von den Mitschreibern kommen.
    Dir alles Liebe und Gute!
    The sky is always blue above the clouds.


  5. Registriert seit
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    AW: Massive Probleme im Job

    Zitat Zitat von Kopf-Herz-Bauch Beitrag anzeigen
    lara, wie weit klafft denn objektiv gesehen Background/Fachwissen, das du hast, mit dem, was gefordert wäre, auseinander?
    Und könntest du diese Lücke mit einer Fortbildung schließen?

    Ist die Lücke tatsächlich so groß, oder empfindest du sie eher als so groß? Immerhin hast du den Job, also geh ich mal davon aus, dein Arbeitgeber traut dir das zu?
    Ich habe den Job halt nicht gelernt und mir fehlt es an Erfahrung. Ich empfinde sie so groß. Bei allen Jobs die ich bisher gemacht habe waren die Kollegen, Vorgesetzten immer mit mir Zufrieden (ok fast immer - nie war aber was gravierendes). Ich bin meine größte Kritikerin. Ich mache das ja nicht extra, sondern empfinde das so. Ich weiss mein Verstand sagt mir was für ein quatsch aber ich hänge irgendwie ganz tief drin und es wird schlimmer.

    Ergänzung: Ich habe jetzt aber z.B. einen Chef der brüllt mich an für Dinge wo ich nichts zu kann .... danach sitze ich da und heule und bin am ende.


  6. Registriert seit
    24.12.2019
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    AW: Massive Probleme im Job

    Leute Sachen machen zu lassen, für die sie nicht ausgebildet sind und die sie nicht gut können, hat in manchen Branchen System.
    V.a., wenn schnell eine Position oder Rolle besetzt werden muss. Auch, weil immer mehr an Einarbeitung gespart wird.
    Ob jemand eingearbeitet wird, hängt oft vom Zufall ab, nämlich davon, ob der, der einarbeiten soll, sich wirklich Zeit nimmt, oder den Neuen mit einer Schein-Einarbeitung abwimmelt.
    The sky is always blue above the clouds.


  7. Registriert seit
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    AW: Massive Probleme im Job

    ups....
    Das ist natürlich krass, wo bist du denn da gelandet? auweh :-/
    Bei einem Brüllochsen als Chef ist dann aber auch schon wurscht, ob du deinen Job nur gefühlt oder tatsächlich nicht völlig intus hast. Das tut natürlich gar nicht gut, doppelt nicht.

    Das klingt so schlimm, speziell, weil dir offenbar die Härte/Kraft/... fehlt, dem Männchen entgegenzutreten.


  8. Registriert seit
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    AW: Massive Probleme im Job

    Zitat Zitat von lara18 Beitrag anzeigen
    Ergänzung: Ich habe jetzt aber z.B. einen Chef der brüllt mich an für Dinge wo ich nichts zu kann .... danach sitze ich da und heule und bin am ende.
    Lara, Du musst ihm sagen, dass er Dich nicht anbrüllen soll. Das kannst Du ihm auch im Nachhinein sagen.
    Sag es nur einmal, und wenn sich nichts ändert, sag's seinem Chef.

    Es geht dabei nicht darum, dass er Dich nicht mehr anbrüllen wird, sondern um Deine Selbstachtung.
    The sky is always blue above the clouds.


  9. Registriert seit
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    AW: Massive Probleme im Job

    Zitat Zitat von Galah4 Beitrag anzeigen
    Liebe Lara,

    ich weiß genau, was Du durchmachst!

    Meine Situation ist Deiner sehr ähnlich (- fast schon unheimlich...), bis auf den Unterschied, dass ich kein Kind habe und dass ich bei der Arbeit nicht devot auftrete, dafür aber anecke, was ähnlich ungünstig sein dürfte.

    Was mir hilft:

    Bei der Arbeit:
    Den Irrsinn anerkennen.
    Zum Beispiel hatte ich mich vor einigen Jahren richtig reingehängt, und trotzdem war das Feedback über meine Arbeit negativ. Als persönliche Konsequenz habe ich mich in den letzten Jahren deutlich weniger engagiert - weil es sich ja so offensichtlich nicht gelohnt hat - und siehe da, auf einmal war das Feedback über meine Arbeit sehr positiv, und je weniger ich machte, desto besser wurde es.
    Monetär hat sich weder das eine noch das andere in irgendeiner Weise ausgewirkt.
    Ähnlich läuft es bei den regelmäßigen Feedback-Gesprächen: Feedback von Teammitgliedern ist immer sehr gut, zählt aber nicht. Beim Feedback vom Management hingegen war noch nie irgendeine Linie drin. Das gleiche Verhalten wird von dem einen gut, vom anderen schlecht gefunden. Als wäre ich gleichzeitig Jekyll und Hyde, sieht mich der eine genau entgegengesetzt wie der andere, usw.
    Oder die Firma insgesamt: Sie steht seit Jahren wirtschaftlich sehr gut da - aber im Kollegenkreis versteht keiner, wie sich eine Firma mit so viel Misswirtschaft und schlechten Abläufen überhaupt halten kann.
    Früher wollte ich das alles immer verstehen, eine Logik dahinter erkennen.
    Heute habe ich diese Uneindeutigkeiten und den erratischen Charakter meines gesamten Arbeitsumfelds akzeptiert. Ist halt so.
    Ein inzwischen pensionierter Kollege sagte mir mal, dass er jeden Tag zur Arbeit geht in Vorfreude auf das absurde Theaterstück, dass ihm heute wieder präsentiert würde.
    Seit ich es immer öfter auch so sehen kann, komme ich besser klar.

    Und noch ein Aspekt: Seit ich die 50 überschritten habe spüre ich einen sinkenden äußeren Druck. Zwar bin ich auch auf weiteren Verdienst angewiesen, aber verglichen mit 40 ist der Druck deutlich geringer, z.B. kann einem 40jährigen eine längere Arbeitslosigkeit "den Lebenslauf kaputtmachen", einem 55jährigen aber nicht mehr.

    Privat:
    Um Lebensenergie zu tanken, was schwierig ist, wenn man immer mit Krankheit (und damit Todesenergie) konfrontiert ist, verreise ich immer mal wieder alleine.
    Weit weg von meinem Alltag, in grandioser Natur, kann ich wieder den ungeheuren Reichtum, die Schönheit und die Leichtigkeit des Lebens spüren, weil es mir irgendwie gelingt, diese Phasen im Erleben von belastenderen Kontexten abzuspalten. Zwar weiß ich im Alltag auch um all das, und fühle mich - theoretisch - auch darin reich (- von der Arbeit mal abgesehen), bin auch nicht explizit unglücklich, aber diese von Dir erwähnte Rundum-Habacht-Stellung, die halt sehr belastet, kann ich in entsprechender räumlichen Entfernung besser loslassen.
    Ansonsten habe ich, wie Du ja sicher auch, über die Jahre mit Entspannungstechniken, Work-Live-Balance-Verbesserungen, etc. pp. experimentiert, um möglichst gut klarzukommen.


    Du bist mit Deiner Situation nicht alleine!
    Ich schätze, dass es eine recht hohe Dunkelziffer weiterer Betroffener gibt.
    Im Job bluffen sicher auch viele so gut, dass man ihnen ihre Überforderung nicht anmerkt.
    Und familiäre Schicksalsschläge sind so selten auch nicht.
    Kommt beides zusammen, steht man schnell mit dem Rücken an der Wand.

    Ich bin gespannt, welche Tipps zur Bewältigung noch von den Mitschreibern kommen.
    Dir alles Liebe und Gute!
    Ich kann es kaum glauben, dass es noch andere gibt .... und bin aber auch gleichzeitig erleichtert (auch wenn es eigentlich traurig ist, dass es dir genauso geht) Man kommt sich schon vor wie eine Ausserirdische. Ich bin aber eine der wenigen die sich nicht verstellt und offen damit umgeht - im Job kommt das natürlich nicht gut an.
    Wie du richtig schreibst muss man lernen Dinge auszublenden, nicht alles verstehen wollen etc. Ich weiss das alles in der Theorie. Mein Kopf und meine Gefühlswelt passen überhaupt nicht zusammen. Ich wirke laut Psychologin ganz anders. Keiner wird wirklich ahnen was in mir tobt. Auch das desolate bei uns, schlechtes Führungsverhalten, schlechte Arbeitsauffassung aber hoher Druck auf andere ausüben macht mir in der Firma sehr zu schaffen.
    Ich freue mich für dich, dass du schon ein paar Schritte weiter bist als ich. Dir auch alles gute und halte mich auf dem laufenden wenn du die ultimative Lösung gefunden hast.


  10. Registriert seit
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    AW: Massive Probleme im Job

    Zitat Zitat von Galah4 Beitrag anzeigen
    Lara, Du musst ihm sagen, dass er Dich nicht anbrüllen soll. Das kannst Du ihm auch im Nachhinein sagen.
    Sag es nur einmal, und wenn sich nichts ändert, sag's seinem Chef.

    Es geht dabei nicht darum, dass er Dich nicht mehr anbrüllen wird, sondern um Deine Selbstachtung.
    Er redet nicht mehr mit mir. Wendet sich wenn er etwas von mir möchte an meinen Vorgesetzten. Bekloppt aber damit kann ich leben. Ich habe nicht das Standing momentan um ihm kontra zu bieten auch wenn ich es müsste.

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