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  1. Registriert seit
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    AW: Was nicht passt, wird passend gemacht? Wie damit umgehen?

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Hallo Marga,

    1. Was genau müsstest du tun, damit du richtig gut in die Firma passt?
    2. Was von Punkt 1 kannst du erfüllen- was nicht? Und- a) warum kannst du es nicht erfüllen- b) was bräuchtest du, um das zu tun?
    In der neuen Struktur sind wir im alten Bereich nur noch für 50% der Aufgaben zuständig, die anderen 50% liegen bei einem Team, das die neue Chefin mitgebracht.

    Unser Part ist der, der zwar mehr Genauigkeit erfordert. Der aber der ungeliebtere ist. Viele von uns fühlen sich ins Abseits gedrängt. Man weiss nicht, ob das gewollt ist oder nicht, weil kein Feedback kommt von oben, wie es weitergeht.

    Meine direkte Chefin hat bisher mit uns immer gehofft, es würde sich alles noch drehen. Offenbar hat sie jetzt von oben ein deutliches Nein bekommen. Dem folgt sie jetzt, aber so, dass sie plötzlich so tut, als wäre sie schlimmer dafür gewesen.

    Ändern kann ich nur meine Einstellung dazu. Ich habe meinen Job immer gern gemacht. Der jetzige Part war für mich das notwendige Übel. Das macht mein Profil jetzt aus. Meine Stärke waren aber die anderen 50%.

    War für mich ok, weil ich mich trotzdem respektiert gefühlt habe. Bis ich jetzt diese Ansage bekommen habe. Ich finde meine Chefin unehrlich, habe meinen Standpunkt sachlich klar gemacht. Trotzdem fühlt sich das für mich so an, als hätte ich meine Intuition verloren, dabei war ich immer gut in strategischen Einschätzungen.

    Aber wenn das inzwischen Normalität ist, muss man halt mitschwimmen. Fällt mir aber schwer.

  2. Avatar von bifi
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    AW: Was nicht passt, wird passend gemacht? Wie damit umgehen?

    Hallo Marga,

    obwohl ich als Krankenschester/Co.thIn
    in der Psychiatrie arbeite, also in einem vollkommen anderem Bereich als Du, kann ich die aufgezeigten Problemstrukturen, immer weniger Handlungsspielraum, kaum noch mitdenken gewünscht, sondern abarbeiten von Standards, auch bei uns erkennen. Ja, schwer für jemanden wie mich, bin ganz anders beruflich sozialisiert. Ich komme inzwischen klar. Habe mir ein dickes Fell zugelegt, eine gewisse Kaltschnäuzigkeit, mir Nischen gesucht, und mich aus vielem zurückgezogen. Wenn ich die Wertschätzung nicht bekomme, wende ich mich ab und dem Privatem zu.
    Überlebungstraining halt.
    Denk mal drüber nach.

    😉bifi


  3. Registriert seit
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    AW: Was nicht passt, wird passend gemacht? Wie damit umgehen?

    @Bifi: Danke. Schön, dass du einen Weg gefunden hast. Tatsächlich hatte ich echt gedacht, ich wäre auch schon in diese Richtung unterwegs. Nicht mehr alles so ernst nehmen, Auszeiten einplanen und einfach machen. Nicht mehr so viel denken.

    Inzwischen wurde das Thema zu einem kleinen Drama. Ich war letzte Woche ja so verwirrt, als es aufkam, weil ich null begriffen habe, was da jetzt plötzlich abgeht. Inzwischen habe ich den Eindruck, meine direkte Chefin hat sich - vielleicht naiv - von der Bereichsleitung instrumentalisieren lassen, die gerade ihren Bereich aufräumen will.

    Die Chefin stand Freitag in meinem Büro, stellte mir superfreundlich ein paar fachbezogene Fragen - um mir plötzlich ein DIN4-Blatt tituliert mit "Gesprächsprotokoll Vorfall" unter die Nase zu halten. Wie gesagt, ich bin seit fast 30 Jahren im Unternehmen, in unzähligen Bereichen, Filialen, Abteilungen... NIE ist es passiert, dass ich persönlich auf so eine seltsame Art angegangen wurde. IMMER hatte die das Gefühl, auch, wenn es mal fachlich nicht passt, dass ein gewisser Respekt vorhanden war dafür, dass es halt unterschiedliche Charaktere gibt.

    In dem Schreiben stand nun, ich hätte eine Vorbildfunktion in der Abteilung (frage mich, welche, ich habe keine Führungsverantwortung) und hätte stattdessen Irritation verursacht. Zukünftig solle ich vorsichtig mit meinen Aussagen umgehen. Die Bereiche sind gehalten zusammenzuwachsen, jede Störung wird unterbunden. Aber auch: Ich hätte nicht damit gerecht, dass meine (simple) Frage so eine Welle schlagen würde und hätte das nicht beabsichtigt. Das solle aber keinesfalls heißen, dass man nicht mehr offen sprechen dürfte...

    Ich bin in solchen Situationen immer sehr kühl und sachlich. Ist meine Art, mit sowas umzugehen, auch wenn ich innerlich brodle. Meine Chefin machte den Eindruck, als wüsste sie tatsächlich nicht, warum ich das jetzt nicht amüsant finde, dass dieser Eintrag in die Personalakte käme. Sofort rannte sie wieder zur Bereichsleitung - die mir dann erklärte, das wäre doch nur das neue Bewertungssystem in der Abteilung, um Unruhe zu vermeiden und weil bisher die Personalakten von uns allen fast leer wären. Nicht der Kollege, der sich angeblich abfällig über die Struktur geäußert hatte (und dabei nur das gesagt hatte, was bis dato common sense war), nicht die Kollegin, die so emotional reagiert hatte, nein, nur ich bekomme so einen "Eintrag". Man hätte doch extra geschrieben, ich hätte das nicht beabsichtigt, damit wolle man mich doch schützen. Äh... warum eskaliert man dann so eine Kleinigkeit so und meldet es auch noch der nächsten Chefin?

    Es hat mich tief getroffen, dass offenbar jetzt solche Methoden eingeführt werden. Dass meine Chefin da mitzieht, obwohl es eigentlich ja sie hätte sein müssen, die Ruhe reinbringt. Für mich fühlt es sich so an, dass man ein Exempel statuieren wollte.

    Wie auch immer, ich habe mich deutlich positioniert (vielleicht zu deutlich, aber es mal mir am Ende egal), aber verwirrt bin ich immer noch. Wie ich in nächster Zeit damit umgehen soll, weiß ich nicht. Wertgeschätzt fühle ich mich nicht mehr. Zumal ich mir immer noch nicht erklären kann, was da so eskaliert ist - ich war ja nur noch teilweise dabei, als die Kollegen sich so echauffiert haben.

    Dass ich in dieser Abteilung nochmal einen Fuß auf den Boden bekomme, glaube ich nicht mehr. Zu subtil hat sich diese Situation aufgebaut, als das das nur unbedacht gewesen sein könnte.... Ach, keine Ahnung...

  4. Avatar von bifi
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    AW: Was nicht passt, wird passend gemacht? Wie damit umgehen?

    @Marga
    Genau "keine Ahnung", und es ist nutzlos sich Gedanken, Sorgen zu machen, über etwas, dass ich nicht beeinflussen kann.

    bifi
    "Schau lange und genau auf die Dinge, die dich erfreuen - zumindest länger als auf die Dinge, die dich ärgern."
    Sinonie - Gabriele Colette


    Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmt
    Aristoteles - Griechischer Philosoph


  5. Registriert seit
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    AW: Was nicht passt, wird passend gemacht? Wie damit umgehen?

    Ähm, wenn die jetzt schon nur bei Dir Einträge in die Personalakte machen, ist Vorsicht geboten, als nächstes kommt dann die Abmahnung (Störung des Betriebsfriedens?) , die eine Kündigung vorbereitet. Ich würde mir mal einen Termin bei einem Fachanwalt für Arbeitsrecht holen, wie Du gegen den Eintrag vorgehst. Du hast Dir vermutlich nicht den ganzen Text merken können.
    Jetzt schon hast Du das Recht, Deine Akte einzusehen, das hat jeder. Du darfst keine Kopien machen, aber alles in Ruhe abschreiben, was Du willst.
    Ich weis nicht wieviel Zeit Du rechtlich hast, gegen einen negativen Eintrag vorzugehen, aber vermutlich nicht ewig. Wenn Du das nicht tust, erkennst Du den Vorwurf an. Solltest Du irgendwann ein Arbeitszeugnis wollen, ist das schon jetzt verhunzt.
    Vielleicht wäre es auch sinnvoll, jetzt mal nach 30 Jahren ein Zwischenzeugnis anzufordern, da man ja angeblich so zufrieden mit Dir war/ist. Bzw. schreib es selber vor, mach ich auch immer, weil Personalabteilungen i.d.R. zu faul sind. Trick: Ein Endzeugnis darf nie schlechter sein als ein Zwischenzeugnis. Grund: 30 Jahre Berufstätigkeit und weil jetzt grade umstrukturiert wurde. Beim formulieren kann auch Anwalt helfen.

    p.s.: Wir haben doch angeblich Fachkräftemangel, da sollte es doch auch für Leute jenseites der 30 möglich sein, sich zu verändern (probier das selbst grade aus)
    Geändert von quotenfrau (30.10.2019 um 13:44 Uhr)

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