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  1. Avatar von Snezhi_22
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    Kollegin forciert private Freundschaft

    Hallo ihr Lieben,

    ich fühle mich jetzt schon schlecht während ich das schreibe, aber ich möchte gerne wissen, was ihr hierzu denkt. Ich fühle mich ziemlich eingeengt von einer Kollegin, die uns glaube ich als gute Freundinnen sieht bzw. sehen möchte, was von meiner Seite aus aber nicht so der Fall ist :/

    Als kleiner Überblick ein paar Details: Ich bin 29, verheiratet und im 4. Monat schwanger. Mein Mann kommt unter der Woche meistens erst gegen 22/23h von der Arbeit und wir haben eigentlich nur den Samstagabend und Sonntag „für uns“.

    Vor knapp einem Jahr wechselte ich im Büro die Abteilung und meine Nachfolge hat eine liebe, aufgeweckte 30-jährige, geschiedene Mami übernommen. Wir verstanden uns von Anfang an wirklich gut, jedoch hat mich ein bisschen gewundert, dass sie ziemlich schnell sehr private Dinge erzählt und mich häufig gefragt hat, ob wir uns privat treffen können.

    Ohne jetzt blöd klingen zu wollen bin ich wirklich sehr eingespannt als Ehe- und Hausfrau, wir haben jeweils eine große Familie und selbst meine beste Freundin und meinen Mädels-Freundeskreis sehe ich weniger häufig, als mir lieb ist. Dazu kommt natürlich noch meine Arbeit und die wenige Freizeit meines Mannes. Außerdem will man ab und zu ja auch einfach nur chillen :))

    Nun werde ich in ein paar Monaten im Mutterschutz sein und witzigerweise wird diese Kollegin auch für meine jetzige Position meine Nachfolgerin (klingt jetzt komisch, macht aber Sinn wenn man die Hintergründe kennt :) ). Seit ein paar Monaten schreibt sie mir mehrmals täglich im Geschäfts-Chat, wenn ich nicht antworte oder mich gar nicht erst einlogge kommen dann E-Mails oder sie kommt direkt bei mir vorbei um über meist völlig belangloses zu reden oder sich über ihre beiden Kolleginnen (eine davon eine gute Freundin von mir) „auszureden“. Ich versuche immer mich weitestgehend rauszuhalten und nicht viel dazu zu sagen, fühle mich aber teilweise echt wieder in die 6. Klasse zurück versetzt.
    Da sie schon eine Schwangerschaft hinter sich hat kann ich über dieses Thema natürlich super mit ihr sprechen, das hilft mir auch, leider finden die Gespräche (oft beim zufälligen begegnen im Flur) häufig kein Ende, außer ich beharre darauf dass ich jetzt wirrrrklich wieder weiterarbeiten muss. Nach gemeinsamer Pause wird auch oft gefragt und als ich einmal sagte ich könne nicht, weil ich mir ein paar Schwangerschafts-BHs kaufen möchte kam sie direkt mit (was für mich ok ist, wir sind ja alle Frauen) und wollte dann aber auch immer sehen wie sie sitzen und einmal den Vorhang einfach aufziehen (was für mich jedenfalls nicht ok ist und ich „neiiiin“ gequietscht und ihn wieder zugezogen habe).
    Zwei private Treffen haben schon stattgefunden, sie nagelt mich ehrlich gesagt immer ein bisschen fest mit „so, wir machen jetzt einen Termin aus sonst wird das nichts.“
    Sie kennt auch meinen Hintergrund, weiß ich habe wenig Zeit, trotzdem kommen immer wieder die Anfragen obwohl ich so oft sage ich kann nicht :/

    Schwangerschaftsbedingt muss ich momentan auch immer wieder zuhause bleiben, dann kommen täglich WhatsApps wie es mir geht, ob sie vorbei kommen soll und mich umarmen (was ja eigentlich total lieb ist), aber es ist einfach von allem zu viel des Guten. Auf witzige Urlaubs-Memes, die ich an ihre Abteilung schicke kommen Bilder mit „Mit dir gehe ich überall hin“, „komm las uns an den Strand fahren...“ zurück und das fühlt sich einfach so komisch an.

    Ladies (& Gentlemen), was denkt ihr, was soll ich tun? Ich schreibe schon öfters nicht zurück, versuche ihr verständlich zu machen dass mir grad alles allgemein ein bisschen zu viel ist, ich Ruhe brauche und ziehe mich zurück, möchte aber natürlich ihre Gefühle nicht verletzten und muss sie ja bald noch einlernen - also sollten wir uns schon noch ganz gut verstehen. Ich mag sie ja auch wirklich, aber das ist mir alles toooo much.

    Wie kann man das jemandem freundlich aber bestimmt ins Gesicht sagen wenn man kein Konfrontations-Typ ist?

    Oder übertreibe ich es, ist das vielleicht total gemein von mir so zu denken?

    Ganz, ganz lieben Dank für eure Einschätzungen!!!


  2. Registriert seit
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    AW: Kollegin forciert private Freundschaft

    Ich finde schon, dass man es konsequent rüberbringen kann. Ich habe auch eine liebe Bekannte, mit der ich auch ganz gern befreundet wäre, sie sagte aber zu mir, dass sie einen grossen Freundeskreis hat und sie sonst mit ihrem Mann keine Zeit mehr hätte. Das habe ich total akzeptiert und auch verstanden. Wir treffen uns auch öfter mal, alleine, dagegen spricht ja nichts. Allerdings drängt sich keiner so auf bzw.ich mich nicht auf. Da habe ich schon Feingefühl. Manchmal findet man Menschen auch toll, die das eben nicht so wollen.
    An Deiner Stelle würde ich wirklich ein Gespräch führen. Du kannst Dich ja trotzdem ab und an treffen, wenn Du sie magst.

  3. Avatar von LillyTown
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    AW: Kollegin forciert private Freundschaft

    Ich würde an der Arbeitsstelle kein Grundsatzgespräch starten, da die Reaktion der anderen schwer einschätzbar ist, sondern mich mehr distanzieren. Wenn sie Dich auf einen Termin festnageln will: „Du, ich hab viel um die Ohren und möchte keine weiteren Freizeittermine.“

    Gemeinsame Pause: „Die Zeit möchte ich für mich allein, ohne meine Aufmerksamkeit auf jemand anderen richten zu müssen.“

    Konsequenterweise würde ich auch die Schwangerschaftsgespräche einstellen. In einem Thema privat zu werden und ansonsten nicht, klappt meist nicht gut. Sie scheint sich durch diese Gespräche zu weiterem Kontakt ermutigt zu fühlen - woher soll sie auch wissen, dass Du darüber hinaus nichts Privates vertiefen möchtest? Sende ihr diesbezüglich lieber keine Signale mehr.

    Meistens ziehen sich so kontaktüberfreudige Kolleginnen zurück, wenn sie keinen Andockpunkt mehr finden.

  4. Avatar von Snezhi_22
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    AW: Kollegin forciert private Freundschaft

    Danke, Schweinebacke und LillyTown, für eure Einschätzungen und Tipps! Manchmal hilft es wirklich, sich „Unbekannten“ anzuvertrauen, weil man dann eine ganz andere Sichtweise auf die Dinge bekommt.


  5. Registriert seit
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    AW: Kollegin forciert private Freundschaft

    Ich finde auch, dass du zu viele Signale sendest. Ich würde keine Bildchen mehr schicken, WhatsApp nur beantworten, wen nes fachlich ist (und nicht am Wochenende) und gucken, dass ich es auf die Arbeitszeit reduziere. Damit das kein harter Abbruch gibt, kannst du (aber nur wenn du das willst) ja z.B. einmal die Woche (solange du noch da bist) die Mittagspause mit ihr verbringen. Keinesfalls nach Hause einladen und grundsätzlich bist du leider immer verplant, wenn sie was vorschlägt.

  6. Avatar von Snezhi_22
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    AW: Kollegin forciert private Freundschaft

    Ja Schreibspecht, ich glaube auch dass ich ihr unbewusst durch meine von Natur aus fröhliche und freundliche Art Signale gesendet habe. Gestern bekam ich von meiner Kollegin eine whatsapp Nachricht, dass sie am Freitag frei hat (ich auch) und dass sie vorbei kommt wenn ich zuhause bin. Keine Frage, einfach eine Aussage! Das würde glaub ich selbst meine eigene Mama als Frage formulieren 😄 Habe dann direkt an euch und meine Abstands-Mission gedacht und geantwortet dass es bei mir am Freitag nicht geht, vielleicht ein ander mal.

    Ist jemandem von euch sowas in der Art auch schon mal passiert?


  7. Registriert seit
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    AW: Kollegin forciert private Freundschaft

    Zitat Zitat von Snezhi_22 Beitrag anzeigen
    Ist jemandem von euch sowas in der Art auch schon mal passiert?
    Ich kenne das Problem in ähnlicher Form.
    Dass sich Menschen mit mir viel enger befreundet wähnen als ich in die Gegenrichtung, kommt vergleichsweise häufig vor und ich frage mich jedes Mal, was ich hätte anders machen können, um das zu vermeiden.

    Es läuft am Ende ziemlich regelmäßig darauf hinaus, dass mein Gegenüber es zuerst ewig wegignoriert und dann todbeleidigt ist, wenn ich meinen Abstand einfordere.

    Ich fürchte deiner Beschreibung nach, deine Kollegin ist ein ähnlicher Fall.

  8. Avatar von boardangel
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    AW: Kollegin forciert private Freundschaft

    Zitat Zitat von Snezhi_22 Beitrag anzeigen
    ... �� Habe dann direkt an euch und meine Abstands-Mission gedacht und geantwortet dass es bei mir am Freitag nicht geht, vielleicht ein ander mal.

    Ist jemandem von euch sowas in der Art auch schon mal passiert?
    Ich habe das auch schon bei zwei Kolleginnen gehabt und kann dein Unbehagen da gut nachvollziehen.
    Ich würde an deiner Stelle auch weiterhin freundlich bleiben aber auch z.B. bei so Absagen wie oben versuchen keine entschuldigenden Nachsätze dranzuhängen. Dieses „vielleicht wann anders“ hält das Ganze nur unnötig am Köcheln. Lieb und höflich kann man ja auch bleiben ohne dem anderen noch explizit Hoffnung auf mehr Kontakt zu machen.
    Und wenn du sie dann wirklich mal privat treffen möchtest, wird sie sich hoffentlich freuen, wenn du selbst die Initiative ergreifst und dich nicht nur durch ein „Breitquatschen“ geschlagen gibst.


    Geweint wird erst wenns stark blutet oder komisch wegsteht!

    Wir machen immer einen Fehler: Wir investieren Gefühle, statt sie zu verschenken.
    [Werner Schneyder]


  9. Registriert seit
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    AW: Kollegin forciert private Freundschaft

    Meiner Tochter ist das auch schon passiert bei der Arbeit,- und diese Frau war eine Zeitlang sehr vereinnahmend,- meine Tochter ist auch immer sehr freundlich und geduldig, tut sich schwer, bestimmter aufzutreten.
    Als sie mir das alles erzählt hat, bin ich schon beim Zuhören aggressiv geworden,- ich glaub, ich würde mich so bedrängt fühlen, daß ich doch bald mal unfreundlich werden würde- manche kapieren es wohl auch nicht anders.
    Meiner Tochter kam dann zur Hilfe, daß die anderen Kolleginnen auch viel Probleme hatten mit ihr, bei der Arbeit.

  10. Avatar von Horus
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    AW: Kollegin forciert private Freundschaft

    und geantwortet dass es bei mir am Freitag nicht geht, vielleicht ein ander mal.
    Das von mir Gefettete war unglücklich - damit signalisierst du, dass du grundsätzlich weiterhin daran interessiert bist, dass sie dich bei dir zu Hause besucht.
    Warum hast du statt des Kommas nicht einfach ein Punkt gesetzt und dir den folgenden Teilsatz nicht verkniffen?

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
    _____________________________________

    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.

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