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  1. Registriert seit
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    AW: Kollegin forciert private Freundschaft

    Zitat Zitat von Blila1 Beitrag anzeigen
    ... und manche können sich nicht eindeutig verhalten. (...) Wenn die Nettigkeit aber völlig an der Oberfläche bleibt UND wir das Feedback brauchen, weil wir mit Konflikten schlecht umgehen können: dann sendet man weiterhin Signale, die das ahnungslose Gegenüber als positiv interpretieren kann. Bis man platzt.

    Auch die Leidenden müssen lernen: Klartext kann man auch freundlich, sogar empathisch formulieren. Wobei der Ton wichtiger ist als der Text
    Ich kann da nur für mich sprechen - ich glaube von mir, dass ich fähig bin, mich klar auszudrücken.

    Der weiter vorn beschriebenen Freundin habe ich dann geschrieben, dass ich nur die Wahl habe, entweder alles zu tun, was und wie sie es für richtig hält oder irgendwann zu brüllen "Welchen Teil von Nein hast du nicht verstanden?"
    Beides ist keine schöne Lösung, aber keine Form von Nein auf höflich und freundlich ist sie bereit ernstzunehmen.

    Und natürlich bin ich trotzdem und auch weiterhin freundlich, höre Menschen zu und versuche mich in andere einzufühlen. Ich finde, dass sind generell gute Eigenschaften, die will ich gar nicht abstellen.

    Klar definiert bin ich dann trotzdem (glaube ich), aber es führt regelmäßig dazu, dass sie sehr bedürftige Person sich generell abgelehnt fühlt und beleidigt ist.

    Hier im Falle der TE fühlt sich die Protagonistin von den anderen Kolleginnen ja auch ausgegrenzt. Obwohl die beiden (soweit hier überliefert) ja nichts weiter tun, als die Bedürftige nicht an all ihrem Miteinander zu beteiligen,was ein vollkommen legitimes Benehmen ist.

  2. Avatar von Blila1
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    AW: Kollegin forciert private Freundschaft

    Zitat Zitat von -wanted- Beitrag anzeigen
    Ich kenne das Problem in ähnlicher Form.
    Dass sich Menschen mit mir viel enger befreundet wähnen als ich in die Gegenrichtung, kommt vergleichsweise häufig vor und ich frage mich jedes Mal, was ich hätte anders machen können, um das zu vermeiden.

    Es läuft am Ende ziemlich regelmäßig darauf hinaus, dass mein Gegenüber es zuerst ewig wegignoriert und dann todbeleidigt ist, wenn ich meinen Abstand einfordere.

    Ich fürchte deiner Beschreibung nach, deine Kollegin ist ein ähnlicher Fall.
    Ja, mitunter ist es schwierig, das kenne ich schon auch. Wie Letho mag ich mich nicht festlegen, auch bei allerbesten Freunden nur sehr ausnahmsweise - vielleicht zum Geburtstag. Diese Aversion gegen verplante Freizeit mit Terminzwängen geht bei mir halt so weit, dass ich von vorneherein mit "ich weiß noch nicht, kann ich jetzt noch nicht sagen, mal sehen" reagiere; bei wiederholten Versuchen klar sage, dass ich da vielleicht komisch bin, aber nun mal gerne nur kurzfristig und eher spontan verabrede und auch das nur sehr selten. Bei weieren Versuchen reicht dann ein einfaches: "Nein, aber nett, dass du gefragt hast". Da wird kaum noch insistiert.


  3. Registriert seit
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    AW: Kollegin forciert private Freundschaft

    Ich denke, das Problem ist, daß man nicht verletzen und enttäuschen will,- aber es eben manchmal muss.
    Ganz egal, wie nett es verpackt wird, das Gegenüber ist mindestens enttäuscht.
    Hab ich selbst auch schon erlebt,- aber so ist das Leben eben. Einsamkeit und vergebliche Kontaktversuche gehören auch manchmal dazu, so hart es ist.

  4. Avatar von Mediterraneee
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    AW: Kollegin forciert private Freundschaft

    Zitat Zitat von Letho Beitrag anzeigen

    Da der andere sich offenbar das genaue Gegenteil wünscht, wird er so oder so enttäuscht sein und je nach Charakter entsprechend darauf reagieren. Manch einer zieht sich dann ganz zurück, so nach dem Motto: Entweder ganz oder gar nicht.
    Aber das ist ja dann seine Baustelle. Man kann sich ja nicht aus lauter Rücksichtnahme mit jemandem treffen, nur um eine Verletzung zu vermeiden (ich weiß, das hast Du auch nicht gemeint).
    Die Verantwortung, die ich hier sehe ist eine klare aber freundliche Absage, nicht mehr und nicht weniger. Wie derjenige dann damit umgeht, dafür ist man nicht mehr verantwortlich.
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.



  5. Registriert seit
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    AW: Kollegin forciert private Freundschaft

    Zitat Zitat von Mediterraneee Beitrag anzeigen
    Man kann sich ja nicht aus lauter Rücksichtnahme mit jemandem treffen, nur um eine Verletzung zu vermeiden (ich weiß, das hast Du auch nicht gemeint).
    Nein, eben.
    Aber das ist bei der nervigen Nachbarin oder ihrer zufällig vorbeikommenden Cousine vermutlich einfacher, zu signalisieren "wir sind keine Freunde".

    Unter (solchen wie hier beschrieben, nicht generell) Kollegen muss man den schmalen Grat hinkriegen, dasselbe Signal zu senden, aber trotzdem noch eine positiv gefärbte kollegiale Beziehung hinzukriegen. Das ist komplizierter als bei Hinz und Kunz, die einem gleichgültig sein können.

    Deswegen auch der Vergleich zu besagter Freundin von mir. Ich wollte ja gern mit ihr befreundet sein. Unsere Beziehung hatte jahrelang sehr positive Züge. Ich wollte nur gern die Deutungshoheit über mein Leben behalten. Und diese Gratwanderung war mit ihr irgendwann nicht mehr hinzukriegen, sie hatte irgendwann über meinen Kopf hinweg beschlossen, wenn man sich sieben Jahre lang kennt, ist man Familie - und ich hatte das nicht mitbeschlossen.

    Unter Kollegen ist so eine Situation aber nochmal 'ne Ecke blöder, wenn man auf den Job angewiesen ist und an ihm hängt.
    Eine Freundin dranzugeben ist mit einer Reihe unschöner Gefühle verbunden, aber das wars dann auch.

  6. Avatar von Snezhi_22
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    AW: Kollegin forciert private Freundschaft

    Zitat Zitat von Blila1 Beitrag anzeigen
    So was Ähnliches eben tatsächlich und im Forum seitenlang äußerst kontrover diskutiert, wie man sich bei unangemeldetem Besuch verhält: Bereite dich schon mal mental auch auf diese Variante vor, ganz besonders, wenn das Baby da ist.
    Genau das habe ich neulich auch gedacht, wäre in diesem Fall aber doppelt dreist, weil meine Kollegin genau weiß wie ich dazu steh. Mein Mann ist Italiener und bei vielen Italienern ist es Gang und Gebe und auch lieb gemeint, einfach unangemeldet vorbeizukommen, was uns wirklich stört (kommunizieren wir auch jedes Mal freundlich). Ist ja echt nichts dabei, einfach kurz anzurufen damit man sich wenigstens drauf einstellen kann, nochmal kurz durch die Bude fegen kann oder aber sagen hey tut mir Leid, passt grade gar nicht. Und genau das hab ich meiner Kollegin erzählt.


  7. Registriert seit
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    AW: Kollegin forciert private Freundschaft

    Du solltest nicht darauf hoffen, die Kollegin habe sich bei deiner Erzählung inbegriffen empfunden.

    Wer schmerzbefreit zum Bh-Kauf mitkommt, fühlt sich auch davon nicht angesprochen. Immerhin gehört sie ja nicht zur italienischen Familie.
    Cave: Beiträge können ggf. marginale Rückstände von Ironie und Sarkasmus aufweisen.
    Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie das Posting oder fressen Sie die Verfasserin.

  8. Avatar von Snezhi_22
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    AW: Kollegin forciert private Freundschaft

    Ich möchte mich an dieser Stelle mal kurz für euren Input bedanken, sind wirklich viele tolle Beiträge bisher und ich kann daraus echt einiges mitnehmen - war mein allererster Thread und ich hätte gar nicht gedacht, dass überhaupt großartig jemand darauf eingeht :)

    Finde es auch super eure Erlebnisse zu so kontakt-über-freudigen Leuten zu hören, das ist total interessant!

    Mein Plan A ist jetzt Rückzug, sowohl bei der Arbeit (freundliche, fachliche Einarbeitung ohne viel Tam Tam krieg ich hin) als auch wenn sie sich privat bei mir meldet. Sollte Plan A scheitern ist mein Plan B die freundliche aber direkte Ansage, dass es mir so zu viel ist. Jemand ganz Tolles hat mir mal gesagt, man kann alles sagen, es kommt darauf an, WIE man es sagt ;)

    Durch eure Beiträge ist mir auch aufgefallen, dass ich es für mich selbst wahrscheinlich ein bisschen beschönigt hatte, das ganze aber wirklich unnormale Züge angenommen hatte und mir schon öfter ein komisches Gefühl gegeben hat.
    Mir ist nämlich folgendes eingefallen: mein Büro ist eher im hinteren Teil der Firma, meine Kollegin sitzt an der Rezeption direkt am Haupteingang. Früher ging ich öfter durch den Haupteingang, unter Anderem um Guten Morgen zu sagen - habe ja selbst jahrelang dort gearbeitet und mich mit den anderen beiden Mädels toll verstanden. Als ich ein paar Tage hintereinander zum Hintereingang reingekommen bin (was ich ab sofort immer machen werde), kam direkt eine lange (!), bunte, total „lustig“ geschriebene Mail von meiner Kollegin, dass sie jetzt eine Petition einreicht und ich nur noch zum Haupteingang reinkommen dürfe, sonst wäre sie traurig - von wegen das geht ja gar nicht und so (und dass die ganze Rezeption deshalb auf mich böse sei „haha“).

    Ich dachte mir in dem Moment nur okaaay, irgendwie freaky, aber ist halt ihr Humor. Mittlerweile habe ich aber eine andere Sicht auf die Dinge bekommen :D


  9. Registriert seit
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    AW: Kollegin forciert private Freundschaft

    Zitat Zitat von Carcasonne Beitrag anzeigen
    Du solltest nicht darauf hoffen, die Kollegin habe sich bei deiner Erzählung inbegriffen empfunden.

    Wer schmerzbefreit zum Bh-Kauf mitkommt, fühlt sich auch davon nicht angesprochen. Immerhin gehört sie ja nicht zur italienischen Familie.
    Das glaube ich auch. Sie geht ja nicht nur zum Kaufen mit, sondern stürmt auch ungefragt die Umkleide...sie wird denken, die italienische Familie ist ja maximal aufdringlich, aber sie - die beste Kollegenfreundin ever - darf das selbstredend.


  10. Registriert seit
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    AW: Kollegin forciert private Freundschaft

    Zitat Zitat von Snezhi_22 Beitrag anzeigen

    Mein Plan A ist jetzt Rückzug, sowohl bei der Arbeit (freundliche, fachliche Einarbeitung ohne viel Tam Tam krieg ich hin) als auch wenn sie sich privat bei mir meldet. Sollte Plan A scheitern ist mein Plan B die freundliche aber direkte Ansage, dass es mir so zu viel ist. Jemand ganz Tolles hat mir mal gesagt, man kann alles sagen, es kommt darauf an, WIE man es sagt ;)
    Hat die tolle Person dir auch gesagt, wie man es schafft dafür mutig genug zu sein, immer nochmal und nochmal ein Stück deutlicher zu werden, wenn der Angesprochene das einfach nicht wahrhaben will?

    Mich versetzen sehr bedürftige, klammerige Menschen mittlerweile von vornherein ganz schnell in Panik. Es läuft immer irgendwie auf "Konflikt" hinaus. Am besten verstehe ich mich auch über Jahrzehnte hinweg mit Leuten, die möglichst viel Eigenleben haben...

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