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  1. Registriert seit
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    Dauernachtwache im Pflegeheim, durch Dienstplan-Missplanung Minusstunden

    Hallo,

    ich bitte Euch um Tipps bzw. Schwarmintelligenz, da ein Anwaltstermin erst Ende in ein paar Tagen möglich ist.

    Folgende Situation:

    Der Arbeitnehmer (AN) fing zum 01.02.19 als Dauernachtwache mit einer Vollzeitstelle (170 h/Monat) in einem Pflegeheim an.

    In Monat 1 arbeitete er lt. Dienstplan nur 148 h, er kam auf 22 Minusstunden.
    Im Monat 2 arbeitete er lt. Dienstplan wieder nur 148 h, er kam auf insgesamt 44 Minusstunden.

    In den darauffolgenden Monaten konnten die Minusstunden nicht abgebaut werden, der AN arbeitete jeweils seine Arbeitsstunden wie sie im Arbeitsvertrag stehen (170 h/Monat). Überstunden waren „nicht erwünscht“, Aussage nur mündlich.

    Der AN bekam zum Ende der Probezeit seine Kündigung (die weiteren drei Dauernachtwachen auch, es wird auf externe Nachtkräfte umgestellt).

    Dem AN wurden mit der letzten Gehaltsabrechnung die 44 Minusstunden vom Gehalt abgezogen. Ist das rechtens?
    Der AN diese Stunden zwar nicht gearbeitet. Aber es lag nicht an ihm, sondern am Dienstplanschreiber, in dem Fall der PDL. Und ein Abbau der Stunden war nicht möglich.

    Da der AN die vollen sechs Monate gearbeitet hat und keinen Urlaub nahm, steht ihm die Urlaubsabgeltung zu, diese wurde nicht gezahlt - wird durch den Anwalt nachgefordert.
    Als Dauernachtwache stehen dem AN eigentlich ein 30%iger Nachtzuschlag zu, der Arbeitgeber hat jeweils nur 11 % Nachtzuschlag gezahlt. Wird auch durch den Anwalt nachgefordert, auch wenn hier nur noch die letzten drei Monate wohl möglich sind.
    Einer Kollegin, die nach der Probezeit die 30% gefordert hat, wurde unmittelbar gekündigt.

    Vielleicht habt Ihr Wissen bezüglich der 44 Minusstunden?

    Vielen Dank, Kieselmurmel

  2. Avatar von Loop1976
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    AW: Dauernachtwache im Pflegeheim, durch Dienstplan-Missplanung Minusstunden

    Was sagt denn der Anwalt dazu?

    Mein rechtsempfinden sagt, dass der Abzug berechtigt ist.
    Das Gegenteil dürfte ganz schwer zu beweisen sein, oder?
    Aber man darf erstmal alles behaupten, es kommt doch sowieso zur Verhandlung?
    Und da kommen dann die Fakten auf den Tisch.
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Schade, dass man im Leben Menschen begegnet, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen.

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


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  3. Avatar von Sneek
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    AW: Dauernachtwache im Pflegeheim, durch Dienstplan-Missplanung Minusstunden

    Gibt es ein Arbeitszeitkonto, auf dem die Stunden erfasst sind?

    Mich wundert, dass in einem Pflegeheim so wenig zu tun ist, dass man seine Stunden nicht voll bekommt.

  4. VIP Avatar von xanidae
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    AW: Dauernachtwache im Pflegeheim, durch Dienstplan-Missplanung Minusstunden

    Der Arbeitgeber ist verpflichtet den Arbeitnehmer mit Arbeit nach Vertrag zu versorgen. In dem Fall mit 170 Stunden. Das hat der Arbeitgeber in den ersten beiden Monaten nicht getan - warum auch immer.
    In den Folgemonaten hat er den Vertrag erfüllt, aber auch nicht dafür gesorgt, dass die Minusstunden ausgeglichen werden. Dies ist Aufgabe des Arbeitgebers.

    Der Arbeitnehmer erfüllt erst dann seine vertragliche Pflicht nicht, wenn er die Arbeit, die ihm angeboten wird nicht leistet. Also vom Dienst fern bleibt ohne Urlaub beantragt zu haben.

    Das Gehalt darf nicht gekürzt werden, solange der Arbeitgeber nicht nachweisen kann, dass der Arbeitnehmer selbstverschuldet nicht auf seine Soll-Stundenzahl gekommen ist.

    Bei einer vollen Stelle (170) ist es schwer Stunden nachzuarbeiten.
    Was ich über's Leben weiß, weiß ich aus Stand by Me
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  5. Avatar von Loop1976
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    AW: Dauernachtwache im Pflegeheim, durch Dienstplan-Missplanung Minusstunden

    Interessant, dann hält sich meine Chefin seit Jahren nicht ans Gesetz. Sie zieht gnadenlos zzgl. Prozente bei den gewerblichen Kollegen ab. Und wenn es nur eine Stunde ist.
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Schade, dass man im Leben Menschen begegnet, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen.

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  6. Avatar von Sneek
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    AW: Dauernachtwache im Pflegeheim, durch Dienstplan-Missplanung Minusstunden

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Der Arbeitgeber ist verpflichtet den Arbeitnehmer mit Arbeit nach Vertrag zu versorgen. In dem Fall mit 170 Stunden. Das hat der Arbeitgeber in den ersten beiden Monaten nicht getan - warum auch immer.
    In den Folgemonaten hat er den Vertrag erfüllt, aber auch nicht dafür gesorgt, dass die Minusstunden ausgeglichen werden. Dies ist Aufgabe des Arbeitgebers.

    Der Arbeitnehmer erfüllt erst dann seine vertragliche Pflicht nicht, wenn er die Arbeit, die ihm angeboten wird nicht leistet. Also vom Dienst fern bleibt ohne Urlaub beantragt zu haben.

    Das Gehalt darf nicht gekürzt werden, solange der Arbeitgeber nicht nachweisen kann, dass der Arbeitnehmer selbstverschuldet nicht auf seine Soll-Stundenzahl gekommen ist.

    Bei einer vollen Stelle (170) ist es schwer Stunden nachzuarbeiten.
    Das ist so pauschal nicht richtig, daher die Frage nach dem Arbeitszeitkonto.

  7. VIP Avatar von xanidae
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    AW: Dauernachtwache im Pflegeheim, durch Dienstplan-Missplanung Minusstunden

    Zitat Zitat von Loop1976 Beitrag anzeigen
    Interessant, dann hält sich meine Chefin seit Jahren nicht ans Gesetz. Sie zieht gnadenlos zzgl. Prozente bei den gewerblichen Kollegen ab. Und wenn es nur eine Stunde ist.
    Was sind gewerbliche Kollegen?
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  8. VIP Avatar von xanidae
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    AW: Dauernachtwache im Pflegeheim, durch Dienstplan-Missplanung Minusstunden

    Zitat Zitat von Sneek Beitrag anzeigen
    Das ist so pauschal nicht richtig, daher die Frage nach dem Arbeitszeitkonto.
    Wie soll jemand, der laut Schichtplan für 148 Stunden eingeteilt ist, bei Monatsarbeitszeit auf seine Stunden kommen? Ich gehe von Jahresarbeitszeitkonto aus. Das ist hier in diversen Schichtdiensten, Pflege und Industrie üblich.
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    AW: Dauernachtwache im Pflegeheim, durch Dienstplan-Missplanung Minusstunden

    Was steht im Arbeitsvertrag zu den Dienstzeiten? Wenn dort die 170 Std. aufgelistet sind und der AG sie nicht abgerufen hat, kann er das nicht zu deinem Problem machen. Du scheinst doch sowieso schon einen Anwalt zu haben. Soll er das gleich mit regeln.
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  10. Avatar von Sneek
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    AW: Dauernachtwache im Pflegeheim, durch Dienstplan-Missplanung Minusstunden

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Wie soll jemand, der laut Schichtplan für 148 Stunden eingeteilt ist, bei Monatsarbeitszeit auf seine Stunden kommen? Ich gehe von Jahresarbeitszeitkonto aus. Das ist hier in diversen Schichtdiensten, Pflege und Industrie üblich.
    Ich kann mit meinem Arbeitszeitkonto eine gewisse Anzahl an Plus- oder Minusstunden anhäufen, im Notfall kann der AG die Minusstunden sogar anordnen. Das ist aber alles genau geregelt und festgehalten.

    Macht Sinn in Jobs, in denen es auch Leerlaufzeiten gibt, irgendwann gleicht es sich dann wieder aus - wenn das Arbeitsverhältnis nicht abrupt endet.

    Ich weiß nicht, ob es sowas auch im Pflegebereich gibt, wie schon gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass es da mal weniger Bedarf gibt.

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