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  1. Inaktiver User

    Problematik am Arbeitsplatz

    Tja jetzt hats mich auch erwischt. Ich brauche Rat von Außenstehenden.

    Vorwort, Inhalt für das Verständnis der Zusammenhänge wichtig:
    Ich habe seit ca. 10 Jahren eine Rheumaerkrankung die mich zunehmend belastet. Ich habe viele Jahre in der ambulanten Pflege gearbeitet, ein Beruf, der mit der Diagnose sehr inkompatibel ist. Herbst 2009 Diagnose des Rheumas, Therapiefindungsphase, Medikamente wirken nur bedingt, schlecht einstellbar, seit Jahren viele Schmerzen, massive Konzentrationsstörungen, Burnout Diagnose und Krankenstand.

    Nach ca. 1 Jahr Angebot meiner Chefin als Erstkraft in ihrer Praxis zu arbeiten. Kontakt entstand, weil ich Patientin bei ihr war wegen der Burnout Geschichte. Ich bin also nach ca. 1 jährigem Krankenstand adhoc wieder ins Berufsleben eingestiegen. Vom Angebot bis zum Beginn nicht ganz 2 Wochen. Einarbeitungszeit 3 Wochen, dann war Vorgängerin weg. Ursprünglich 20h die Woche, wurde auf 28 Std. aufgestockt, weil wir uns entschlossen hatten, ohne Hilfskraft zu arbeiten, da es schwierig ist, jemand wirklich verläßliches zu finden. Da ich keine Vollzeitstelle habe, versorge ich im Nebenjob noch einen Pflegefall, dessen Versorgung ich außerhalb meiner Arbeitszeiten durchziehe. Irgendwo muß unter dem Strich das Geld ja stimmen, um klar zu kommen.

    Mit dem Entschluß des Arbeitens ohne Hilfskraft kam die beste Freundin meiner Chefin in die Praxis. Hier gibts eine ganz spezielle Problematik. Psychisch krank, sehr krank, sie tut mir unendlich leid. Sie kann auch nicht vollwertig in der Praxis arbeiten, weil Kontakt mit Menschen extrem schwierig ist. Aufgrund der Veränderungen durch die langjährige Erkrankung kommt es immer wieder zu Reaktionen/Aktionen, die ein gesunder Mensch nicht machen dürfte. Ich muß von der Basis weg also schon einiges kompensieren, was nichts mehr mit normalen Arbeitsproblemen zu tun hat. Es gibt auch noch eine Schuldgefühlproblematik, zu der ich nicht weiter Stellung nehmen kann. Nicht von meienr Seite aus.

    Ganz offen gesprochen: Wenn ich zu Beginn meiner Anstellung von den Bedingungen mit unserer jetzigen Zweitkraft gewußt hätte, ich hätte nie diese Stelle angenommen.

    Es gab heute Probleme, ich konnte nicht mehr kompensieren und es ist derart eskaliert, dass ich schon mit einem körperlichen Angriff gegen mich gerechnet hatte.

    Ich habe kein Gehör gefunden, meine Chefin gebeten mit ihr alleine zu sprechen, eben weil ich mit ausfälligen Reaktionen von der anderen Seite gerechnet habe. Es stehen plötzlich Anschuldigungen im Raum die mich fassungslos machen. Fakten wurden zu Anschuldigungen umgesetzt, obwohl es dafür ganz andere Erklärungen gibt.

    So - ich kann nicht weiter schreiben, muß jetzt wieder zur Arbeit. keine Ahnung wie ich die 4 Stunden heute überleben soll. ich kann gerne Antworten auf Fragen geben, da die Situation wirklich für Aussenstehende schwer zu begreifen ist. Freue mich auf antworten, habe auch kein Problem mit konstruktiver Kritik. Ich hoffe ich habe halbwegs logisch zusammenhängend geschrieben, bin einfach total neben der Kappe.

  2. Inaktiver User

    AW: Problematik am Arbeitsplatz

    bittersweet,
    das klingt ja schlimm.

    wenn mich recht entsinne, arbeitest du in einer psychiatrischen praxis, nicht wahr? also ist deine chefin "eigentlich" fachfrau für die erkrankung der zweitkraft und müsste ihre reaktionen entsprechend einschätzen können. doch wie ich deinem vorletzten abschnitt entnehme, ist dem nicht so.

    vielleicht kannst du den tag heute erst einmal irgendwie überstehen und deine chefin erneut um einen termin bitten. letzlich, so kann ich mir vorstellen, wird es wohl ein dreiergespräch geben müssen, in dem deine chefin sich - hoffentlich - mediatorisch neutral verhält und die zweitkraft und du miteinander die schwierigkeiten klären können.

  3. Inaktiver User

    AW: Problematik am Arbeitsplatz

    Sicher werde ich nochmals einen Gesprächsversuch starten. Ich möchte aber mit ihr alleine reden, da ich nicht offen reden kann, wenn die andere Person dabei ist. Aufgrund des Krankheitsbilds sind Manipulationen von der Seite der anderen Person aus als fast schon normal anzusehen. Diese Manipulationsversuche muß ich aber erwähnen. Ist in ihrer Gegenwart völlig unmöglich. Folge: Massive Aggression gegen mich. Etliche Manipulationsversuche kann ich nicht benennen, weil mir wird nicht geglaubt.

    Auch Menschen vom Fach können bei ihrer persönlichen Problematik nicht immer neutral bleiben. ich sitze da zwischen 2 Riesenstühlen.
    Ich bin echt ratlos, hilflos und unendlich traurig über diese Situation, die man mir zumutet.

  4. gesperrt

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    AW: Problematik am Arbeitsplatz

    Das tut mir leid für dich.

    Wäre eine andere Teilzeitstelle in einer Praxis eine Alternative?
    Grundsätzlich. Dass die Stellen schnell vergeben sind, weiß ich. Aber du hast Qualifikationen wie keine andere. Da müsste es theoretisch mindestens eine gute für dich geben.

  5. Inaktiver User

    AW: Problematik am Arbeitsplatz

    Anderer Arbeitsplatz. Tja das klingt erst einmal nach der einfachsten Lösung.
    Aber solche Arbeitsstellen sind leider sehr häufig problembelastet. Die Aussicht auf eine neue Stelle ist in meinem Alter sehr gering. Zudem ist es eine große Glückssache, wenn das Betriebsklima gut ist. Aufgrund meiner gesundheitlichen Konstellation muß ich alle meine Kraft dafür aufbringen, konzentriert und möglichst fehlerfrei meine Arbeit zu machen. Für enorm kräfteraubende Aktionen wie heute, habe ich keine Kapazität mehr. Zudem habe ich häuftig Gehprobleme. Ich muß nur ca. 300 m von zuhause aus gehen, bis ich am Arbeitsplatz bin, einfach nur genial. Ist ja dann alles hinfällig. Längere Anfahrten mit Bus oder Bahn wären schwierig für mich. Autofahren mit meinen Medikamenten manchmal nicht ratsam. Ist von der Tagesform abhängig.

    Ich habe vorhin meinem Mann davon erzählt, dieser hat fassungslos mit dem Kopf geschüttelt. Solche Situation schaden mir total. Im ersten Impuls heute mittag habe ich meiner Chefin gesagt, dass ich mich jetzt für heute nachmittag krank melden würde. Ich wäre nicht mehr in der Lage, meine Arbeit verläßlich zu verrichten.

    Von meiner Kollegin kamen üble Beschimpfungen und als Antwort meiner Chefin kam: Ich nehme das jetzt zur Kenntnis. Als meine Kollegin sagt, dass sie heute nachmittag nicht kommt, habe ich mich dann umentschieden und bin doch gegangen. Meiner Chefin habe ich gesagt, wenn sie der Meinung ist, dass ich nicht tragbar bin soll sie mir kündigen. Ich könnte nicht kündigen wegen Sperrfrist durch das Arbeitsamt.

    Ich könnte zwar diese Sperrfrist verhindern durch ein Attest eines Arztes, aber wie solch ich meinen Ärzten die Situation erklären? Ich kann doch nicht offen über die Situation sprechen. Gibt ja auch eine Schweigepflicht dem AG gegenüber.

    Ich habe von meiner Chefin eigentlich erwartet, Das sie jetzt ein Gespräch aufkommen läßt. Einziger Kommentar von ihr war: Das sie da jetzt 1 Nacht drüber schlafen müßte. Hat mir aber keine Gelegenheit gegeben, den Sachverhalt von meiner Seite aus zu schildern.

    Mal schauen was der morgige Tag gibt. Wie ich meine Chefin kenne, wird sie vermutlich einfach Gras über die Sache wachsen lassen wollen. Aber den Schaden, der bei mir erzeugt wurde, ist jetzt da. Ich werde nicht mehr unbefangen zur Arbeit gehen können.

    Zudem habe ich ehrlich gesagt ein wenig Angst, demnächst von meiner Kollegin tätlich angegriffen zu werden, wenn ihr was nicht passt. Konflikte sind einfach vorprogrammiert. Ich denke in meiner Situation ist es gerechtfertigt, zu sagen, dass ich meiner schwer psychisch kranken Kollegin ausgeliefert bin und keinen Schutz habe, zu dem eigentlich mein Arbeitgeber verpflichtet wäre. Mein Arbeitgeber vernachlässigt die Fürsorgepflicht, die er mir gegenüber hat, total.

    Sollte es morgen eskalieren, werde ich meinen Arbeitsplatz verlassen und nach Hause gehen.

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    AW: Problematik am Arbeitsplatz

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich könnte zwar diese Sperrfrist verhindern durch ein Attest eines Arztes, aber wie solch ich meinen Ärzten die Situation erklären? Ich kann doch nicht offen über die Situation sprechen. Gibt ja auch eine Schweigepflicht dem AG gegenüber.
    Das sehe ich komplett anders. Es geht um deine Gesundheit, sowohl die geistige wie auch die körperliche. Nur wenn ein Arzt alle nötigen Informationen hat, kann er in deinem Sinn für dich tätig werden in Hinsicht auf Krankschreibung oder Attest. Auch der Arzt hat eine Schweigepflicht und wenn dich die beruflichen Umstände krank werdem lassen, dann hat sich das mit der Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber erledigt.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sollte es morgen eskalieren, werde ich meinen Arbeitsplatz verlassen und nach Hause gehen.
    Nein, du solltest dann schnurstracks zu deinem Arzt geben, damit dich der für eine Weile aus dem Gefecht nimmt.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

  7. Inaktiver User

    AW: Problematik am Arbeitsplatz

    Hallo bittersweet,

    erstmal tut es mir sehr Leid für Dich, dass Du in eine solch schwierige Situation geraten bist .

    Ich kann nocturna nur beipflichten. Du musst offen mit deinen Ärzten über die Situation am Arbeitsplatz sprechen. Sonst können Sie es doch gar nicht richtig einschätzen. Deinen Ärzten gegenüber gilt keinerlei Schweigepflicht was Deinen Arbeitgeben angeht.

    Ich würde Dir raten, das offene Gespräch mit deinen Ärzten zu suchen und dich erstmal eine Weile rauszunehmen aus dem Ganzen, um runter zu fahren und für Dich eine Strategie zu entwickeln, wie Du weiter machen möchtest. Dein Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht Dir gegenüber, dass Du Angst haben musst, tätlich angegriffen zu werden, geht gar nicht.

    Alles Gute Dir!

    Evelyn

  8. Inaktiver User

    AW: Problematik am Arbeitsplatz

    Danke für eure Antworten. Ich habe mich jetzt wieder gefangen.

    Ich wäre gerne zum Arzt gegangen. Aber leider ist meine Hausärztin in Urlaub. Sie ist erst Montag wieder zu erreichen. Ich denke, mir ihr kann ich darüber reden. Sie kennt mich schon seit Jahren.

    Ich habe nicht wirklich Angst vor einer aggressiven Reaktion meiner Kollegin. Sie braucht eine Initialzündung. Das kann ein total banaler Satz sein, worüber sich niemand aufregen würde. Nur sie mit ihrer verzerrten Auffassungsgabe macht daraus dann etwas, was man als "Normalo" nicht nachvollziehen kann. Solange ich sie weitestgehend ignoriere und ich ihr nicht widersprechen muß, läuft nichts schief.

    Sollte das nicht so funktionieren, wie ich mir das jetzt vorstelle, habe ich immer noch die Möglichkeit, meinen Arbeitsplatz zu verlassen. Ich kann auch ohne Krankmeldung 1 Tag krank sein.

    Ich fühle mich jetzt nicht so instabil, dass ich jeglicher Konfliktsituation aus dem Weg gehen müsste. Das schaut für mich so nach weglaufen aus und mit weglaufen löst man keine Probleme.

    Mir ist klar, dass ich keine Chance habe. Ich sitze zwischen den 2 Stühlen. Ich muß mir nur einen eigenen Stuhl holen und mich erst einmal einfach dazu setzen. Vor allem klar stellen, welche Position ich habe.

    Und wenn das nicht funktioniert, der Zustand weiter nur schwer erträglich bleibt, dann beantrage ich Erwerbsminderungsrente und mache mir dann ein schönes Leben als Rentnerin. Ein Anrecht darauf habe ich ganz sicher. Viele Menschen mit viel geringerer gesundheitlicher Problematik und wesentlich jünger sind Rentner. Also muß ich mich vor dem Schritt nicht scheuen. Ich muß das nur noch in meinem Kopf klar machen. Dann kann ich wenigstens sagen, ich habe es nach dem burnout versucht, wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

  9. User Info Menu

    AW: Problematik am Arbeitsplatz

    Ich finde es äußerst unprofessionel, (ehemalige) Patienten und Freunde - noch dazu psychisch kranke - einzustellen. Wenn ich als Patient um die Umstände wüsste, würde mein Vertrauen in die Praxis schwinden.

    Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, wie man so arbeiten kann.
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


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    AW: Problematik am Arbeitsplatz

    Zitat Zitat von marylin Beitrag anzeigen
    Ich finde es äußerst unprofessionel, (ehemalige) Patienten und Freunde - noch dazu psychisch kranke - einzustellen.
    Das dachte ich auch, ehrlich gesagt.
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