Ich persönlich bin mir unschlüssig, ob es wirklich einen "Mobbing-Typen" gibt. Wenn, dann gibt es höchstens Tendenzen. Ich habe erlebt, wie ein immer äußerst erfolgreicher und tougher Typ dermaßen gemobbt wurde, dass er nur noch an sich selbst gezweifelt hat und ein ganz anderer Mensch geworden ist (depressiv, ohne Selbstbewusstsein).
Es mag zwar so sein, dass "liebe" und soziale Menschen anfälliger wären, aber ich denke auch, dass das Interesse gar nicht so groß ist, genau diese Menschen zu mobben, sondern vielleicht oft eher die, die selbstbewusst wirken. Andere sind neidisch auf sie. Kann das sein?
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Ergebnis 11 bis 20 von 23
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07.11.2009, 19:41
Der "Mobbing-Typ"
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08.11.2009, 09:51Inaktiver User
AW: Mobbing und seine Auswirkungen
Schwierige Frage..
Meiner Erfahrung nach braucht es für alles immer zwei.
Einen Typ Menschen, der ev leicher gemobbt wird, aber auch das entsprechende Umfeld, das dann auch mobbt.
Nun kommt es wohl auf alles an, beispielsweise können ehrgeizige Leute im einen Umfeld bewundert werden während unter anderen Leuten die Mobberei losgehen würde.
Das gilt wohl für alle, von da her find ich es nicht so einfach, einen Typen zu benennen, es kommt immer noch darauf an, wie das Umfeld darauf reagiert.
LG
Monsoon
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08.11.2009, 10:13
AW: Mobbing und seine Auswirkungen
ich habe ziemlich gute Seite über Mobbing gefunden.
Mobbing
Da werden zwar auch potentielle Opfer von Mobbing beschrieben, aber es wird darin betont, dass die Motivation der Mobber offensichtlich ausschlaggebend ist.
Hier ein Beispiel aus der Ausarbeitung.
» Betriebliche Gründe von Vorgesetzten:
◦Die Abteilung soll geschlossen werden
◦– es sollen Geld und Personal eingespart werden,
◦es muss umstrukturiert werden und bestimmte Mitarbeiter stören oder werden weniger gebraucht.
»Persönliche Gründe von Vorgesetzten:
◦der Gemobbte ist eine stärkere Persönlichkeit
◦– der Gemobbte hat meist die besseren Ideen
◦– der Gemobbte ist besser ausgebildet
◦– der Vorgesetzte mag den betreffenden Mitarbeiter nicht,
◦der Vorgesetzte ist eifersüchtig und neidisch,
◦der Vorgesetzte empfindet den betreffenden Mitarbeiter als Besserwiesser,
◦der Vorgesetzte kann sich gegenüber dem Mitarbeiter nicht behaupten,
◦der Vorgesetzte will eine persönliche Beziehung zu einem Mitarbeiter,
◦ein Mitarbeiter untergräbt die Autorität des Vorgesetzten.
»Persönliche Gründe von Mitarbeitern:
◦Eifersucht und Neid,
◦– Kampflust gegen Schwächere,
◦– ein Mitarbeiter fühlt sich bei seinen Karriereabsichten gestört,
◦– ein Mitarbeiter möchte die Stelle des Vorgesetzten,
◦ein Mitarbeiter will eine persönliche Beziehung zu seinem VorgesetztenDie Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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20.12.2009, 12:48Inaktiver User
AW: Mobbing und seine Auswirkungen
Eine gute Liste! Sehr interessant

Ich habe finden können: "Mag den Mitarbeiter nicht" - das weiß ich jetzt. Mein Vorgesetzter hat das wirklich geschickt angestellt, mir das Gefühl zu geben, dass ich zu unsicher sei, zu emotionslos etc. Ich arbeite zu genau - aber ich sei ja fachlich super qualifiziert. Aus dem Grunde habe ich jetzt einen neuen Vorgesetzten, der fachlich weit von mir abgeschlagen ist, aber den er persönlich mag. Der nächste Punkt wird werden: Wenn es nicht funktioniert, dann habe ich versagt, weil ich den neuen VG nicht akzeptiert habe. Wenn ich jetzt krank bin, vermutet er schon, dass ich das mache, weil ich alles zu persönlich nehme. Ich bin in Überarbeitung geschmissen worden, bin nicht mehr ausreichend informiert worden und jetzt krank, mein Körper rebelliert. Mit dem Unternehmen kann ich mich nicht mehr identifizieren, worunter die ganze Arbeit leidet, auch, weil meine Energie den Bach runter ist. Toll, jetzt hat er das was er wollte und jetzt geht es ans Gehalt von mir.
Ich will da rauf, aber nicht so, dass es auf meine Kosten geht. Nur - wie die Zeit überbrücken, bis man etwas Neues findet?
Das geht alles zu Lasten vom AG und mir.
Anima
@Opelius:
Sehr gut beschrieben! Es gibt den für Mobbing anfälligen Typ tatsächlich. Ich bin dabei, mich beraten zu lassen und es liegt vermutlich wirklich daran, dass ich sehr geradelinig und direkt bin. Ich sehe auch nicht weg bei Ungerechtigkeiten und habe mich immer vor die Kollegen gestellt. Die mobben nicht mit, ich kann aber auch verstehen, dass kaum jemand den Mut haben wird, an meiner Seite zu stehen (so wie ich es getan hätte), um nicht den Job zu verlieren.Geändert von Inaktiver User (20.12.2009 um 12:52 Uhr) Grund: Was vergessen...
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23.12.2009, 10:00Inaktiver User
AW: Mobbing und seine Auswirkungen
Ich hatte beruflich mit drei Mobbingopfer zu tun, die alle aus dem öffentlichen Dienst kamen.
Es bestand in den Abteilungen jeweils keine Angst um den Arbeitsplatz und die Vorgesetzten konnten nicht mehr befördert werden.
Die Kollegen konnten nur dann befördert werden, wenn sie sich auf andere Stellen bewerben.
Ein erhöhter Arbeitsdruck lag in den Abteilungen nicht vor.
Die Mobbingopfer ähnelten sich in folgenden Punkten:
Ein gutes familiäres Umfeld, hohe Rücksichtnahme und "Verwöhnen" durch Ehepartner und hohe Akzeptanz bei erwachsenen Kindern.
Das Verhalten der Oper: Sie hatten alle nicht die Fähigkeit, fünf gerade sein zu lassen.
Jedes Problem musste bis zum allerletzten ausdiskutiert werden.
Vom eigenen Standpunkt wurde nicht abgewichen, auch wenn alle anderen eine andere Meinung hatten.
Die Arbeiten wurden akribisch genau erledigt, auch wenn der Lösungsweg von allen anderen als umständlich empfunden wurde und mit geringeren Aufwand auch zum Ziel führte.
In den zwei Fällen, wo Publikumsverkehr bestand, wurde das Arbeiten auch von Fremden als umständlich empfunden.
Eine Bereitschaft die Arbeitsweise der Kollegen zu akzeptieren, bestand nicht.
Es bestand auch keine Bereitschaft, eine LmaA-Einstellung für sich selbst zu akzeptieren, die die vorliegende Situarion entspannt hätte.
Man hatte dann die drei in Einzelzimmer untergebracht und ihnen ziemlich abgeschottete Arbeitsgebiete übertragen. Zwei haben sowieso eine Halbtagsstelle und die dritte konnte in Alltagsteilzeit gehen. Man sagt sich die Tageszeit und die Kollegen suchen keinen Kontakt. Die Opfer selbst akzeptieren immer noch nicht die Situation und wollen weiter diskutieren.
Ein Opfer hat auch erhöhten Blutdruck und einen BMI von 29.
Die Situation ist nicht einfach.
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23.12.2009, 10:41Inaktiver User
AW: Mobbing und seine Auswirkungen
Hallo,
ich weiß nicht recht, ich habe mir jetzt gerade die ganzen Beiträge zum Thema "Mobbing" durchgelesen. Aus persönlichem Interesse. Meine Frage ist die : Wo fängt "Mobbing " an. Ich denke oft, es sind auch eigene übersensible Reaktionen auf Bemerkungen oder Handlungen, das schaukelt sich dann hoch, wenn Kollegen und Vorgesetzte erkannt haben, hier ist ein wunder Punkt, wird natürlich weiter darauf herumgehackt. Es ist doch wohl so: Keiner ist frei von Neid, Eifersucht oder sonstigen Gefühlen. Treffe ich eine Schwachstelle, fühle ich mich gleich ein bißchen besser. Andere hängen sich mit dran, weil, das kennt man ja schon aus der Schule, in der Gruppe fühlt man sich stärker.
Ich glaube "Mobbing-Opfer" sind meistens sehr offene Menschen, die ihre Verletzlichkeit zu stark preis geben. Zudem
wohl auch welche, die Gründe liefern, daß andere sich bedroht fühlen. Sei es weil die anderen vielleicht schlechtere Arbeit abliefern, nicht so ehrgeizig sind oder einfach neidisch auf Erfolge sind. Leider glaube ich sind "Mobbing-Opfer"
immer ein Stück bewußt oder unbewußt mit beteiligt, und wenn es nur ein allzu hoher perfektionistischer Anspruch an die Arbeit ist. Wenn mein Beitrag etwas zu persönlich gefärbt ist, bitte ich das zu entschuldigen, liegt wohl daran, weil ich gerade so eine ähnliche Erfahrung durchmache.
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23.12.2009, 13:21Inaktiver User
AW: Mobbing und seine Auswirkungen
Die Beiträge hier finde ich auch sehr interessant. Da ich selbst schon mobbing-Opfer geworden bin, lese ich hier natürlich auch besonders interessiert. In meiner jetzigen Arbeitsstelle haben wir Supervision. Das ist ganz klasse und hilft mir persönlich enorm. Der Psychologe unserer Gruppe versteht es sehr gut auf die Probleme, die wir ihm erzählen noch einmal einen ganz anderen Blick zu werfen. Er läßt uns eine andere Blickrichtung einnehmen so dass uns manches viel klarer wird, auch an unserem eigenen Verhalten und unserer eigenen Sichtweise. Das nimmt die Schärfe raus und weitet den Blick, es öffnet gleichsam für ein anderes Verständnis der Ereignisse. Es hilft ungemein. Ich denke, wenn mehr Arbeitgeber präventiv für ihre Angestellten sorgen würden indem sie Supervision anbieten, würde es weniger mobbing geben.
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05.01.2010, 21:18
AW: Mobbing und seine Auswirkungen
Kein perfektionistisches Benehmen rechtfertigt, dass man respektlos behandelt wird.
Schuld sind immer noch diejenigen, die andere systematisch mobben, weil sie sich ihren eigenen Minderwertigkeitskomplexen nicht stellen wollen.
Es reicht doch oft schon, dass man außergewöhnlich hübsch ist, eine Fremdsprache mehr beherrscht oder im Gegensatz zu den Kollegen studiert hat und schon wächst der Neid.
Ich wurde unlustigerweise ausgerechnet von der Kollegin systematisch verunsichert, die mir als "Vertrauensperson" zugewiesen wurde *laut lach*.
Leider habe ich zuwenig Fehler bei der Arbeit gemacht, so dass sich diese Kollegin nur mit haltlosen Unterstellungen a la "Ein Kunde hat sich über Ihre Unfreundlichkeit beschwert" zu helfen wusste.
Nach 4 Monaten wurde ich dann mit der Begründung "Wir haben das Gefühl, du fühlst dich nicht wohl" gekündigt...
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07.01.2010, 08:37Inaktiver User
AW: Mobbing und seine Auswirkungen
Hallo!
Natürlich ist es so, daß ein Arbeitsklima, welches einem nicht gut tut auf einen insgesamt wirkt!
Psychisch und physich!
Was man als Lösung immer versuchen kann, ist eine Familienaufstellung zu machen!
Was psychologisch schon lange angewandt wird, wird ja mittlerweile auch in Firmen angewandt um eben Strukturen aufzuklären und Verhältnisse zu verbessern!
Tatsache ist, daß es niemals ZUFÄLLIG passiert, daß man in diese Situation kommt!
Und ein recht "einfaches "Konstrukt ist, daß man sich zB ein ganz altes Muster wieder "einrichtet"-- ein Vater, dem man nie gereicht hat.....man sich immer nur unterlegen und minderwertig gefühlt.....und plötzlich findet man sich auf der ARbeit in derselben Konstellation!
Das ist einem ja überhaupt nicht klar....- ist ja jetzt auch nur ein Beispiel, wie es zustande kommen kann-- und man steht letztlich genauso hilflos da, wie als Kind....nur eben als Erwachsener von dem erwartet wird, daß er damit doch klarkommen muss!
Solche Aufstellungen sollte man aber eher für sich machen statt in einem Betrieb (wenn angeboten), da eben sehr persönliche Strukturen aufgedeckt werden können, die keinen AUssenstehenden etwas angehen!
Wenn man sich fragt, warum man dann nicht von Anfang an in solchen STrukturen war- sondern erst hineinkommt-- dann muss man sich nur ansehen.......alles hat seine Zeit- manchmal ist die Zeit "reif", daß man sich inneren Problemen stellt....- und daher kam es dann wie "zufällig" genau so....
DAs alles bedeutet nicht, daß man mit einer Aufstellung alle Probleme beseitigt!
Es gibt sicher STrukturen, die dann nur noch mit Neuanfang woanders zu regeln sind!
Dennoch kann so etwas sehr helfen.....und es wird wohl so sein, daß man nicht mehr in dieselbe Schiene hineinkommt!
Bestenfalls- kann alles so geändert werden, daß sich alles wieder gut anfühlt!
Wir können die anderen nicht ändern- nur uns selber.......und daher sollte man auch immer bei sich anfangen- hinsehen.....-- denn alles ist ein Wechselspiel von mehreren!
kenzia
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10.01.2010, 17:20Inaktiver User
AW: Mobbing und seine Auswirkungen
Liebe Muschelkaus,
ich kann dich sehr gut verstehen. Mir ging es vor etwa 12 Jahren ähnlich. Ich wurde massiv gemobbt von meiner Chefin. Nun arbeitete ich alleine mit dieser Person, es gab keine weiteren Mitarbeiter. Ich war jedoch auf diese Arbeitsstelle angewiesen und konnte zum damaligen Zeitpunkt nur kündigen mit einer neuen Stelle in der Tasche. Etwas verzwickt, egal. Irgendwann kam der Tag an dem ich dachte "In der nächsten Kurve fahre ich geradeaus". Ich habe an diesem Tag die Kurve ordnungsgemäß genommen, gekündigt und glücklicherweise sofort eine neue Arbeit gefunden.
Verkraftet habe ich dieses Mobbing jedoch erst nach Ewigkeiten. Nach meinem Examen habe ich über 10 Jahre in anderen Bereichen
gearbeitet wegen der Erinnerungen. Ich hatte damals den Fehler gemacht mir erstmal keine professionelle Hilfe zu holen.
Geredet habe ich mit kaum jemanden über damals. Es hat mich zu sehr zermürbt und tatsächlich hätte es auch kaum einer verstanden (Erfahrungswerte). Heute bin ich darüber hinweg und kein Häufchen Elend mehr.
Mach dir nichts daraus, dass es kaum einer verstehen kann. Arbeite es für dich auf. Du alleine musst es verkraften. Die Hilfe die du brauchst wird dir dein direktes Umfeld kaum geben können.
Das ist zwar der falsche Rat, aber tatsächlich musst du etwas tun. Nicht mehr dort arbeiten, aber woanders. Mach eine Therapie und arbeite es auf. Und halte dich gegenüber deinem Bekannten- und deinem Freundeskreis zurück mit diesem Thema.
Ich kann es verstehen, aber ich kann dir aus Erfahrung sagen, dass eine neue Arbeitsstelle dir das zurückgeben könnte, was dir in der alten Filiale abhanden gekommen ist.Das es aber nichts damit zu tun hat, das ich nicht arbeiten will, sondern das ich einfach noch nicht in der Lage bin, wieder zu arbeiten, versteht niemand.
Mein dringender Rat an dich: nicht mehr die Arbeit am alten Arbeitsplatz aufnehmen! Ich habe diesen Fehler viel zu lange begangen. Zieh einen Schlußstrich darunter und such dir eine neue Arbeit.
Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und eine neue superkalifragilistischexpialigetische Arbeitsstelle!
LG Jean
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Ich würde die Frage beinahe andersrum stellen. Gibt es Menschen die besonders gerne mobben?
Ich hatte eben meine Geschichte beschrieben. Meine Vorgesetzte hatte bereits eine Mobbingklage am Laufen. Eine Studienkollegin von mir hatte geklagt gegen sie und ist nach dem kurzen Praktikum für fünf Monate in Kur gegangen. Großes Unverständnis bei allen anderen, auch *Asche auf mein Haupt* bei mir.
Als ich damals das Stellenangebot bei genau dieser Dame bekam (und sonst keins, weil mich mein jugendlicher Leichtsinn dazu getrieben hatte viel zu wenig Bewerbungen zu schreiben und mich auf meine guten Noten zu verlassen) wußte ich von der Mobbinggeschichte. Ich habe sie als übertrieben und überbewertet empfunden. Ein Jahr später dann war ich also in der gleichen Situation.
Ich weiß heute, dass es noch zu mehreren Mobbingklagen bei Praktikantinnen kam, niemals aber bei Praktikanten. Diese Frau hatte ein Problem mit jungen Frauen, dass äußerte sich nicht nur bei mir und bei Iris, sondern auch bei Ausflügen mit Anderen. Sobald eine junge Frau (womöglich noch eine mit einer höheren Qualifikation) in ihrer Nähe kam wurde sie bissig.
Nach dieser Zeit wurde ich übrigens ein dankbares Mobbingopfer in anderen Bereichen, aufgrund einer deutlich höheren Qualifikation aber eben auch besonders geringem Selbstbewusstsein und- vertrauen.
Das alles ist lange her. Ca. 4 Jahre nach der heftigen Mobbinggeschichte mit der o.g. Dame hatte ich nie wieder Probleme mit Kollegen oder Vorgesetzten (außer Selbstverschuldete , die nichts mit Mobbing zu tun hatten).
LG JeanGeändert von Inaktiver User (10.01.2010 um 17:39 Uhr) Grund: Ergänzung


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