Hallo WhenAMan,
ich kann hier im Forum leider nicht so präsent sein, wie ich es gerne möchte. Deinen Fragen will ich nicht aus dem Weg gehen, sie sind nur mit wenigen Worten nicht erklärbar, wenn es überhaupt Erklärungen oder Lösungen zu manchen Fragen gibt.
Wie ich oben schon mal beschrieben hatte, wird m.E. die Geldmenge eher mit Schuldverhältnissen begründet, als mit der Realwirtschaft (Gütermenge).
Blähen wir mal die Geldmenge anhand eines kleinen Beispiels auf:
Vielleicht mit Monopoli-Geld (ohne Monopoli-Regeln):
3 Leute sitzen an einem Tisch, jeder hat 3 Häuser, die sie zu 1000 Taler gekauft haben, und 2000 Taler als Bargeld.
Demnach hat jeder ein Gesamtvermögen von 5.000 Taler. Also insgesamt haben alle 3 ein Gesamtvermögen von 15.000 Taler
Jetzt verkauft der eine an den anderen das Haus zu 1.500. Taler.
Plötzlich ist das Vermögen jedes Teilnehmers gestiegen, da die Häuser jetzt auf dem Papier um 500 Taler pro Haus gestiegen sind.
Also haben wir das Gesamtvermögen gesteigert von 15.000 auf 19.500.
Und dann verkaufen wir nochmal teurer, vielleicht für 2.000. Jetzt haben wir das Gesamtvermögen wieder erhöht. Toll, gell.
Und irgendwann kostet das Häuschen, das einmal für 1000 Taler über den Tisch ging, 5.000 Taler. Und wenn die Monopoli-Bank es früher zu 800 Taler beliehen hat, wird das Haus jetzt zu 4.000 Euro beliehen. Die Geldmenge könnte entsprechend steigen.
Siehst du, die Geldmenge lässt sich erhöhen, ohne dass es entsprechende Änderungen bei der Gütermenge gibt.
Die Geldmenge lässt sich so (wenn Nationalbanken und Regierungen nicht aufpassen) beliebig steigern. Nicht nur mit Häusern kann man diesen Trick anwenden, auch Aktien eignen sich hervorragend. Und wenn das nicht genügt, arbeiten wir genauso mit imaginären Gütern auf dem Terminmarkt oder mit anderen aberwitzigen Finanzkonstruktionen.
Das habe ich schon oft genug hier gesagt: Die Wirtschaftspolitik von Steinbrück, Steinmeier und Merkel ist die absolute Katastrophe. Sie sichern den Reichen die Millionen, und müssen es dafür von allen Steuerzahlern zu späteren Zeiten wieder reinholen (Vielleicht mal wieder die Mehrwertsteuer erhöhen). Wieder mal Umverteilung von Arm nach Reich. Hoffentlich merken die Bürger in diesem unseren Lande irgendwann mal diesen Betrug.
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Thema: Internationale Finanzkrise
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01.01.2009, 22:21
AW: Internationale Finanzkrise
Ich bin, also denke ich
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02.01.2009, 09:32
AW: Internationale Finanzkrise
Das Monopoly Beispiel von Wolfgang gibt noch mehr her. Die Ausgangsbasis der Inflation beim Monopoly ist ja die Zeit (bzw der zurückgelegte Weg) . Mit jeder Runde kommt neues Geld von der Bank dazu. Ganz ohne Begründung neuer Schuldverhältnisse übrigens.
Einen gewissen ständigen Zustrom neuen Geldes muß es auch real geben, sonst gäbe es unweigerlich Deflation. Da (netto)gespartes Geld dem Umlauf sonst echt entzogen wäre.
Aber nochmal konkret:
ich kann mir nicht vorstellen, daß die Notenbanken von den Banken,denen sie frisches Geld geben, im Gegenzug eine Sammlung von Sicherheiten, etwa in Form einiger tausend neuer Hypothekenschuldverhältnisse , einfordert!?
Wie soll denn das praktikabel vonstatten gehen? Bei allem Vertrauen in die Bürokratiebefähigung dieser Welt - nein, daran glaube ich nicht.
Vielmehr seh ich da eine Art blindes Vertrauensverhältnis am Werk.
Gepaart mit wirtschafts/geldpolitischem Weitblick der Notenbanker, der diese die Zügel (Leitzinsen etc) lockern oder straffen lässt.
Diese Berufung auf Schuldverhältnisse ist als Gesetz formuliert eine Mär.
Für die Praxis aber schon von großer Bedeutung, da in aller Regel bei seriöser Geschäftsführung jede Bank nur Geld ausgeben wird gegen Sicherheiten, sprich Schuldverträge, Schuldpfände. Und ergo auch nur soviel entsprechend von Notenbank anfordern wird wie sie per Saldo neu benötigt.
Jedoch handelten die Banken dieser Welt eben nicht seriös genug
und die obersten Banker =Notebanker nicht weit- und umsichtig genug.
Wenn Banken eigene Wirtschaftsunternehmen sind, die ihrem Gewinn verpflichtet sind, dann steht das naturgemäß im Konflikt mit Seriosität.
Es gäbe da schlicht die Schweizer Schwarzgeldkonten nicht, aber das nur als kleines Bsp nebenbei. Auch die Deutschbanker(nicht nur jene der DeutscheBank jetzt gemeint) tricks(t)en auf Teufel komm raus für den Geschäftserfolg ihrer Klientel, weil sie sich so auch maximal eigenen Geschäftserfolg versprachen.
Ich wage die These
Banken gehören verstaatlicht bzw so stark reglementiert, daß es aufs nämliche hinausliefe.
Genauso wie Bahn, Post,Verkehr, Telekommunikation, Energie übrigens.
Alles Humbug mit Privatisierung und Wettbewerbsgefasel wo erforderlicher Wettbewerb nie stattfinden wird
bzw zu großer Ineffizienz führen würde, weil ein Monopol die Arbeit nunmal uneinholbar erleichtern kann !Geändert von When_a_Man (04.01.2009 um 20:38 Uhr)
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02.01.2009, 14:08Inaktiver User
AW: Internationale Finanzkrise
Interessantes Interview mit dem SAP-Gründer Hasso Plattner: --- Lesen!
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04.01.2009, 16:45
AW: Internationale Finanzkrise
ich muss doch nochmal auf die ausufernde Geldmenge zu sprechen kommen, und gleichzeitig auf die Konjunktur-und Rettungspakete der Regierungen, und insbesondere auf die Politik unserer Koalition.
Ich glaube, dass die geamte Geldmenge viel zu stark ausgeweitet wurde. Diese müsste unbedingt zurückgefahren werden. Dies geht nicht ohne Schmerzen. Was machen die Regierungen? Konjunkturpakete ohne Ende, um diese idiotisch hohe Geldmenge auf dem aktuellen Niveau zu halten. Ich denke noch an die Szene, als Merkel vor der versammelten Presse stand und sagte, dass Deutschland für sämtliche Spar-und-Termingelder bürge, egal in welcher Höhe. Und ihr erster Diener, Herr Steinmeier, ohne eigene Meinung, sofort dienstbeflissen zustimmte.
Man könnte doch auch zu der Meinung kommen, dass solch eine Krise auch zu Marktbereinigungen führen kann.
Was macht man jetzt? Man hält mit aller Gewalt den Status Quo. Die die durch idiotische Finanztransaktionen irre Renditen erzielt haben, sollen geschützt werden.
Ich denke, es hätte gereicht, die normalen Sparer zu schützen.
Ich krieg die Krise, wenn ich wieder mal hören muss, wie Politiker weitere Konkunkturpakete fordern, Milliarden, Abermilliarden, was solls.
Was mich auch noch ärgert (werde wohl einige Gewerkschaftler hier ärgern): Die Gewerkschaften machen in diesem falschen Spiel mit: Hauptsache ihre Mitglieder bekommen ihre Pfründe gesichert, egal, wie es dem Rest der Arbeiter geht, ob Hartz4 Empfänger, Eineurojobber, oder Beschäftigte über Arbeitsvermittler etc.
LG WolfgangIch bin, also denke ich
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04.01.2009, 21:03
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05.01.2009, 01:04Inaktiver User
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05.01.2009, 01:33
AW: Internationale Finanzkrise
Banken verstaatlichen? Nein, finde ich nicht gut. Regeln aufstellen, wie Banken zu arbeiten haben, ja, das ist ein besserer Weg. Zudem können Zentralbanken ebenfalls auf den Geldmarkt einwirken.
Zu den anderen Unternehmen, die man verstaatlichen könnte:
Auch da glaube ich nicht, dass Staatsmonopole die bessere Lösung darstellen. Vielleicht Energie, aber nicht in den anderen Sektoren.
Ich glaube auch nicht, dass Monopole Arbeit erleichtern, sie verführen eher zu Trägheit.
LG
WolfgangIch bin, also denke ich
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05.01.2009, 14:54
AW: Internationale Finanzkrise
Da gehts weniger um "glauben" als ganz greifbare und naheliegende Überlegungen zu Effizienz.
Die ökonomischen Erfordernisse schreien nach Standards. Standards erleichtern das Leben, machen es billiger. Die müssen nicht staats/zentralwirtschaftlich installiert sein.
Windows von MS ist so ein Ding, das quasi Standard wurde.
Einen GSM- oder UMTS Netzaufbau aber kann nur der Staat organisieren. Ebenso kann nur der entscheiden über die Verkehrsinfrastruktur.
Eine Post, bei der alle Post abgegeben wird, zusammenkommt und verteilt wird, hat optimale wirtschaftliche Rahmenbedingungen - sonnenklar. Man stelle sich 50 oder 500 einzelne Bahnunternehmen vor anstelle einer Bahn ..oder besser nicht ...schlanker als monopolistisch gehts eben potentiell nicht.
Natürlich muss es Vorgaben geben, Leistungsanreize, damit die Monopolorganisation nicht zu fett und träge wird. Die Kosten für den Apparat kann man deckeln. Billiger und dennoch so gut wie die staatseigene Polizei ihren Job verrichtet gehts sicher nicht.
Zb das Gesundheitssystem:
Wer hat uns denn eigentlich den Wahnsinn mit dem irrwitzigen Kassensystem eingebrockt?
Wozu Privatkassen, wozu eine Unmenge an Nichtprivatkassen ??
Eh nur Pseudowettbewerb was da veranstaltet wird.
Die Leistung mehrerer Generationen bedarf es den unsinnigen Wust auf eine einzige Kasse einzuschmelzen.
Die dann mehrere Tarife anbietet,aus denen jeder Bürger wählen kann- eigentlich ganz einfach.Geändert von When_a_Man (05.01.2009 um 17:37 Uhr)
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05.01.2009, 17:27
AW: Internationale Finanzkrise
ich weiss ungefähr was SAP macht, danke!
Reich geworden ist zu NewEconomy Zeiten so mancher.
Wenn jmd sagt, daß er was nicht blickt, ists halb so schlimm.
Wenn er sagt, daß er deshalb niemals in Derivaten machen würde, dann ist das auch ok.
Wenn er sagt er habe einen exklusiven Finanzberater für sich, dann ist ferner klar, daß er mit dem die Dinge besprochen haben muß.
Unklar ist nur, warum Herr Plattner seinen Finanzprofi dann irgendwann "in den vergangenen Monaten mal gefragt" haben muß um zu wissen ob man nun in Derivaten investiert sei ?
Der ganze Tenor der Ansagen des H.Plattners wirkt auf mich Hanskasperlmässig. Einer,der schon viel aufgeschnappt hat, und nun plappert und plappert, auch noch auf cool macht dabei. Und natürlich stets alles besser gewusst haben will.
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05.01.2009, 17:44Inaktiver User
AW: Internationale Finanzkrise
Reich geblieben nach der NewEconomy-Blase aber nicht mehr unbedingt.

Da musste schon echte Substanz vorhanden sein.
Er hat wohl all das mit ihm besprochen, was für ihn relevant ist, aber nicht unbedingt in epischer Breite alles, was der Finanzmarkt hergibt. Damit man sich nicht mit jedem Detail abgeben muss, dafür gibt es schließlich die Einteilung in Risikopräferenzen und die Festlegung allgemeiner Anlageprinzipien und Anlageziele, oder etwa nicht?Wenn jmd sagt, daß er was nicht blickt, ists halb so schlimm.
Wenn er sagt, daß er deshalb niemals in Derivaten machen würde, dann ist das auch ok.
Wenn er sagt er habe einen exklusiven Finanzberater für sich, dann ist ferner klar, daß er mit dem die Dinge besprochen haben muß.
Außerdem hat ein Topmanager nebenbei noch anderes zu tun, als sein Geld zu zählen. Wenn er es nicht gelernt hat seine Leute klug auszuwählen, ihnen klare Aufträge zu erteilen, sie sodann selbständig arbeiten zu lassen und nur die Resultate zu überprüfen, ist ein Manager sowieso ein armes Schwein.
Was dir alles unklar ist, und was dich alles beschäftigt - ich staune.Unklar ist nur, warum Herr Plattner seinen Finanzprofi dann irgendwann "in den vergangenen Monaten mal gefragt" haben muß um zu wissen ob man nun in Derivaten investiert sei ?
Wahrscheinlich hat er das Thema deshalb angesprochen, weil davon auch in den allgemeinen Medien zeitweise sehr viel die Rede war, so dass auch ein vielbeschäftigter Topmanger, der Kapitalanlageentscheidungen seinem Berater überlässt, darauf explizit aufmerksam wird.
welcher "ganze Tenor"?Der ganze Tenor der Ansagen des H.Plattners wirkt auf mich Hanskasperlmässig. Einer,der schon viel aufgeschnappt hat, und nun plappert und plappert, auch noch auf cool macht dabei. Und natürlich stets alles besser gewusst haben will.
Hast du von dem Interview denn mehr gelesen als zwei bis drei Sätze über Derivate?
-Geändert von Inaktiver User (05.01.2009 um 18:04 Uhr)



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