Ich möchte noch mal kurz auf den Keynesianismus kommen: Ein Gegenspieler von John Maynard Keynes war FriedrichAugust von Hayek (bekam Nobelpreis für Wirtschaft), den ich noch auf der Uni kennengelernt hatte (mein Gott, bin ich alt). Ich bringe hierzu ein Zitat aus Wikipedia:
"Kritik des Keynesianismus
Hayeks Konjunkturtheorie zufolge war die Weltwirtschaftskrise nicht, wie Keynes behauptete, Folge von geringer Nachfrage, sondern von Fehlinvestitionen der Unternehmen und Banken, die wiederum Folge verfehlter staatlicher Geld- und Wirtschaftspolitik gewesen seien. Staatliche Interventionen auf dem freien Markt, wie Keynes sie forderte, seien also nicht die Lösung, sondern die Ursache der Wirtschaftskrise. Die Inflationspolitik vor 1929 habe den Zusammenbruch erst heraufbeschworen."
Natürlich haben sich auch die Theorien von Hayek weiterentwickelt. Aber diese Ideen sind schon interessant.
Wolfgang
Antworten
Ergebnis 911 bis 920 von 2077
Thema: Internationale Finanzkrise
-
23.12.2008, 09:56
AW: Internationale Finanzkrise
Ich bin, also denke ich
-
23.12.2008, 10:46Inaktiver User
AW: Internationale Finanzkrise
Ich hoffe, ich kann’s verständlich ausdrücken.
Zentralbanken sind Eigentum des jeweiligen Landes usw.
Sie vergeben/verleihen/drucken Geld, zu bestimmten Bedingungen. Diese veränderbaren Bedingungen sind die Stellschrauben mit der der wahre Wert des Geldes bestimmt wird.
Als weiteres Instrument, eine Stufe tiefer, gibt es das Kreditwesengesetz, diese bestimmt, ab wann die Bank wem im gemeinen Volk überhaupt Kredit geben darf. Verstößt eine Bank dagegen dann läuft sie Gefahr ihre Zulassung als Bank zu verlieren.
Einfach ausgedrückt, wenn Arbeitslose Kredit bekommen dann würde bei der nächsten Prüfung die Bank ihr Zulassung verlieren und der Spuk wäre zu Ende, zumindest in Europa.
Mit diesem Gesetz kann man die Wirtschaft ankurbeln oder teilweise abwürgen.
Schraubt der Staat oder die ZB die Vergabebedingung zu hoch, sprich sie verlangen zuviele Sicherheiten jedweder Form, dann werden die Banken weniger Kredite vergeben. Dieses Geld fehlt einerseits im Kreislauf, anderseits wird die Ausübung der ursprünglichen Banktätigkeit eingeschränkt, was soll eine Bank anderes tun, wenn niemand einen Kredit bekommt.
Dann nämlich geht die Bank auf die Suche nach anderen Geschäftsmodellen. Was dabei herauskommt können wir gerade bei den Landesbanken beobachten. Auch die Privatbanken haben prächtig an der Vermittlung von Fonds und Zertifikaten verdient. Der Kunde blieb dabei auf der Strecke. Die Vermittlungsgebühren reichten den Banken nicht, sie haben noch mit so genannten „Eigenhandel“ verdient.
In Amerika ist es Banken verboten Investments zu verkaufen oder zu vermitteln. Die Ursache ist in der 30er Finanzkrise zu suchen. Auch da haben Banken Aktien vermittelt und kreditfinanziert, die Eigendynamik war Auslöser der damaligen Krise.
Die Refinanzierungsbedingungen für die Banken an die ZB sind außerordentlich hart und klar verständlich, 100% sichere Anlagen.
Andere Anlagen werden nur mit außerordentlich hohen Abschlägen akzeptiert. Die Spielregeln lasen keinen Interpretationsspielraum, auch das ist eines der Geheimnisse unseres stabilen Geldwertes.
Ursprung dieser harten Geldpolitik ist bei der ehemaligen Bundesbank zu suchen, die waren immer 100% unabhängig von der Politik und haben nur 100%ige Sicherheiten akzeptiert, das waren die Zutaten für eine harte D-Mark. Das war es was damals der Waigel bei dem Euro durchgesetzt hat. Ohne diese harten, selbst gesetzten Bedingungen, wäre der Euro weich wie der Dollar.
Das wir heute in der Finanzkrise mit dem Euro nicht dastehen wie die Deppen ist auch ein weites Stück der Unnachgiebigkeit und Hartnäckigkeit von Waigel zu verdanken.
V.G.
-
23.12.2008, 11:01Inaktiver User
AW: Internationale Finanzkrise
Wirtschaft ist ein Konflikt. Warum haben wir eine Wirtschaft?
Die Menschen haben unendliche Bedürfnisse, sie können nicht genug bekommen, die Ressourcen und Mittel sind begrenzt.
Deshalb müssen wir wirtschaften.
Jeder Teilnehmer an der Wirtschaft versucht das System zu seinen Gunsten auszunutzen und ein Mehr herauszubekommen, wie er hinein gibt.
Die Wirtschaftsordnung versucht dieses ewige Spiel geordnet ablaufen zu lassen während die Politik für gerechtes Verteilen sorgt oder sorgen sollte. Und da beginnt das Problem?
Hauptproblem aber ist, wenn die Politik Einfluss auf die Geldpolitik nimmt.
Banken und Banker haben keine Nutzen aus einer rieseigen Geldmenge, denn wenn jeder soviel Geld hat wie wollte, dann bräuchte es keine Banken mehr, wozu?
Viel Geld bedeutet billiges Geld, mit billigem Geld ist in der Regel nichts zu verdienen.
Politiker versuchen den Menschen etwas zu schenken und da sie in der Regel selbst arme Würstchen sind, im wahrsten Sinn des Wortes, denn Politiker können kaum vernünftig mit ihren eigenen paar Kröten umgehen, geschweige mit dem Geld des jeweiligen Landes, versuchen sie also die Bank dahingehend zu lenken, dass die den Leuten Geld geben, in Form von Krediten mit wenige Auflagen, wie in Amerika geschehen.
V.G.
-
23.12.2008, 11:34Inaktiver User
AW: Internationale Finanzkrise
Der GAU beginnt sich anzubahnen.
Siehe hier: FTD: Erste Unruhe vor dem Sturm, 23.12.2008 - Nachrichten / News von finanztreff.de
AIG in Konkurs hat auf die Versicherungswirtschaft ähnlich Folgen, wie der Konkurs der Lehmann Brüder auf die Bankenwelt hatte.
Nicht zu vergessen, AIG hat bereits vor 4 Monaten riesige Summen vom Staat bekommen, diese Geld ist nutzlos verbrannt, es fehlen wieder mal eben läppische 150 Milliarden.
Ich lache mich tot.
V.G.
-
23.12.2008, 12:31
AW: Internationale Finanzkrise
Bist du dir sicher daß der Artikel so zu interpretieren ist?
Ich hätte angenommen daß die 150 Mrd, von denen da die Rede ist, eben jene bekannte Stützsumme bezeichnen, und nicht ein neues Loch!?
Aber zurück zum Werden des Geldes (die Frage nach dem Gehen ist übrigens noch offen? kann man Geld vernichten ausser durch Verbrennen von Geldscheinen?):
Meine Erkenntnis lautete:
Ohne stete Zugabe von neuem Geld gäbe es Deflation. Weil die Sachwertmenge stetig wächst, muss auch die Geldmenge stetig wachsen um das zu verhindern.
Wird zuviel zugegeben gibts Inflation.
So simpel seis nicht.
Klar, ein weiterer denkbarer Problempunkt wäre, daß Geld nicht im Umlauf ist. Also klassischerweise im Sparstrumpf steckt.
Wenns aber auf die Bank gebracht wird, so wächst ja die Einlagenseite der Bank und sie kann wohl mehr Geld verleihen... ist das richtig ?
Bisher war nur von der Eigenkapitalquote der Bank als beschränkenden Faktor die Rede. Damit hat die Einlagensumme erstmal ja nix zu tun
-
23.12.2008, 12:50Inaktiver User
AW: Internationale Finanzkrise
Von den gesamten Milliarden wurden bisher kaum strukturelle Maßnahmen vorgenommen, es ist davon auszugehen, dass wir regelmäßig in den nächsten Jahren solchen Meldungen bekommen werden.
Geld wird vernichtet, wenn du Geld gibst ohne eine Gegenleistung dafür zu bekommen und derjenige der das Geld erhält bekommt Leistungen.
Geld ist nur ein Ersatz.
Normalerweise könnte man auch Tauschwirtschaft betreiben, dann würde deutlich werden, was „verbrennen“ bedeutet.
Jemand der eine Ware herstellt kann sie gegen eine andere Ware eintauschen. Basta
Wer keine Ware besitzt oder keine Leistung erbringt die jemand anderes gebraucht, verhungert oder erfriert derjenige. Basta
So einfach ist das nämlich, es sei denn, du gibst etwas von deiner Ware ab ohne etwas zu bekommen. Genau so funktioniert das Solidarprinzip nur über den Umweg Geld.
Zuviel haben mehr bekommen als sie hineingetan haben, egal wie sie es angestellt haben.
Es gibt mehr Geld als Ware und Werte.
Normalerweise müsste für das gesamte Geld dieser Welt Ware oder Werte dagegen stehen.
Nun haben gewisse Kreise für sich Gesetzeslücken entdeckt und haben Pseudowerte geschaffen für die Geld gegeben wurde.
Jetzt stellen wir fest, dass das Geld unbeabsichtigt verbrannt wurde.
Sozialleistungen ohne „Gegenwert“ für die Gemeinschaft ist gewollt und der Kalkulation einbezogen.
V.G.
-
23.12.2008, 16:34
AW: Internationale Finanzkrise
Zuerst mal. Ja, Geld kann vernichtet werden. In dem Moment, in dem Schulden nicht mehr zurückgezahlt werden können, wird Geld in der gleichen Höhe vernichtet. Wenn z.B. der Staat Island pleite ist, und x Milliarden nicht mehr zahlen kann, ist das Geld vernichtet.
zu deiner nächsten Frage: Ja, wenn die Geldmenge etwa so steigt, wie die Sachwertmenge, dann stimmt die Relation, sollte die Geldmenge künstlich aufgebläht oder verknappt werden, dann kann es zu Inflation oder Deflation führen.
Wenn eine Bank mehr Spareinlagen hat, kann sie auch mehr verleihen.
Aber so einfach lässt es sich seitens der einzelnen Notenbanken nicht lenken.
Zu dem Punkt, den Frank erwähnt hat: Wie kam es zu der aktuellen Krise? ich gebe da der amerikanischen Zentralbank mit Schuld. Über Jahre hinweg hat man fast kostenlos und auch noch ohne Bedingungen Geld verliehen, z. B. an Häuslebauer, aber auch an Börsenspekulanten. Irgendwann musste man mal bremsen, da man erkannt hat, dass dies zu massiven Inflationsproblemen führen könnte. Und dann, nachdem man zu bremsen begann, kam es zu dem uns bekannten Kollaps an den Börsen, bei den Banken etc. (fast zu 100 %identisch mit der Krise 1929)
Das Problem lag m. E. klar bei der amerikanischen Geldpolitik: Jahrelang die Wirtschaft mit annähernd zinslosen Krediten beglücken, und sich dann wundern, dass die Leute bei steigenden Zinsen nicht mehr fähig sind, zurückzuzahlen.
Also: Der us-amerikanische Staat hat die Geldmenge über billige Zentralbankkonditionen erhöht. Durch das Ansteigen der Zinsen kam es zu Problemen bei der Zurückführung der Kredite.
Zudem gab es weitere Probleme, die die Entwicklung beschleunigten, wie z.B. der Krieg im irak, der in den USA enorme Ressourcen beanspruchte.
WolfgangIch bin, also denke ich
-
23.12.2008, 23:03
AW: Internationale Finanzkrise
Langsam bitte, langsamer. So langsam dass es wehtun mag meinetwegen. Ja, meinetwegenJa, Geld kann vernichtet werden. In dem Moment, in dem Schulden nicht mehr zurückgezahlt werden können, wird Geld in der gleichen Höhe vernichtet. Wenn z.B. der Staat Island pleite ist, und x Milliarden nicht mehr zahlen kann, ist das Geld vernichtet.
Euren Antworten traue ich nicht (was nicht heisst daß ich euch als integren Personen nicht trauen würde).
Geld ist selbst etwas, ein Ding.
Stellt euch getrost für jeden Dollar (oder € oder Yen..) der irgendwo auf einer Habenseite in den Büchern steht einen physischen Schein vor. Ich denke man darf das.
Dieses Geld kann nicht verloren gehen, genauso wie der Schein nicht einfach weg kann aus der Welt. Es sei denn man verbrennt ihn.
Im 99,9999999999999999999...% prozentigen Normalfall tut das aber niemand. So auch beim Buchgeld. Es wandert nur, es kann gar nicht anders.
Island und Islands Banken haben kein Geld verbrannt. Sie haben Einlagen in Milliardenhöhe kassiert und sie haben Geld woanders angelegt, oder investiert, Gehälter bezahlt ...oder weiss der Teufel wem gegeben davon. Sie haben aber kein schwarzes Loch betrieben wohin nur eingezahlt wurde um dann so zu tun als habe man nichts erhalten. Und habe auch nichts mehr.
- Solch absurdes Spiel wird uns vielleicht demnächst ein Künstler anlässlich einer Performance vorführen, ansonst aber gabs das bisher nicht und wird es das auch nicht geben.
Es ist mir auch einigermaßen verquer anmutend Aussagen zu machen wie : Das Geld ist jetzt weniger wert! ..oder ähnliches.
Denn der Schein Geld ist und bleibt im Normalfall selbst das Maß aller Dinge wenn es um Wert geht!
Häuser, Aktien, Kleider,Autos ..selbst Brot und Milch werden weniger wert, billiger. Oder teurer. Die Mark, der Euro, bleiben der Fixpunkt, das Maß.
Ein Geldwert wird diesen sogenannten "Werten" zugemessen. Nicht statisch aber,sondern dynamisch. Schnell kann jedes dieser Güter an Geldgegenwert einbüßen, hin bis auf Null. Sogar nackter Grundbesitz, die ansonst sicherst erscheinende Anlage.
Geldscheine sind gewissermaßen edlerer , höherer Natur.
Praktisch unsterblich, nicht alternd, nicht wartungspflichtig, nicht verschleißend.Geändert von When_a_Man (24.12.2008 um 09:49 Uhr)
-
30.12.2008, 11:10
AW: Internationale Finanzkrise
Aus Max Otte's Buch aus dem Stegreif von mir zitiert:
"In den letzten 30 Jahren hat sich die weltweite Geldmenge vervierzigfacht , die Gütermenge vervierfacht."
Das bleibt da als Mißverhältnis stehen, Otte will es wohl auch so.
Zunächst fand ich es beruhigend, daß man wohl immerhin weiss wie hoch die weltweit umlaufende Geldmenge ist.
Sprich: daß die Notenbanken ihre Zahlen offenlegen. Wobei ja die wichtigsten genügen sollten.
Ich unterstelle weiter, daß er bei "Gütermenge" eine Jahresproduktion an Gütern vergleichend heranzieht (von 1975 und 2005 zb) und dann verkürzt sagt "die Gütermenge habe sich vervierfacht."
Doch nichteinmal in dieser simplifizierten Form hält die Aussage härterer Prüfung stand: Denn sicher wurde der Geldgegenwert als Maß für die Gewichtigung der Güter herangezogen. Gemäß Motto ein Kilogramm Automobil anno 1975 sei nicht gleich ein Kilogramm Automobil anno 2005, aber "für 1 Dollar Automobil" sei vergleichbar (wenn man nur inflationsbereinigt umrechnet gegebenenfalls) !?
Ganz abgesehen davon, daß die vielen Güter,die zwischen 1975 und 2004 hergestellt wurden, nicht jeden Wert verloren haben, im Gegenteil (auch relativ!) weit mehr wert sein könnten als die entsprechend zwischen 1945 und 1974 hergestellten!
Und natürlich verteilt sich das Geld auch auf diese vielen "Rest- und Gebrauchtwerte"
Und nochmal abgesehen vom Spekulationsfaktor, um den die Rechnung zu korrigieren wäre. "Marktbewertungveränderungsfaktor" könnte man auch sagen.
Am Ende ist dann schließlich die allgemeine Inflation zu betrachten, und einzurechnen. Erst dann sähe man klarer.
Was man aber bereits fragen darf:
Wie genau gingen (und gehen) die Notenbanken vor, wieviel Geld gaben sie zu welchen Zeiten zusätzlich in den Markt?
Denn das tun sie ja anscheinend ständig.
Wo sind die Zahlen dazu zu finden.Geändert von When_a_Man (31.12.2008 um 11:50 Uhr)
-
31.12.2008, 12:44
AW: Internationale Finanzkrise - das Kriegszenario
Jahresende in Sicht.
Zeit mal was Belletristisches zu versuchen
naja, mehr als Vorlagen geben ist mir sicher nicht gegeben

Angenommen
es tobt also ein Krieg
Wer gegen wen?
Arm gegen reich, klar.
Für die Armen stehen stellvertretend die Staatsapparate,Finanzämter, die unentwegt mit Umverteilung beschäftigt sind - so sieht es die Propaganda der Reichen, so sehen sie es.
Kapitalanleger gegen die öffentliche Hand also, die nimmt.
Überblick:
1,Deregulierung der Finanzmärkte
Das Kapital erzielt fantastische Renditen, weit höher als Inflation
oder gar Nettolohnzuwächse.
2, Vermischte Fronten?
Verbündete findet es in den Notenbanken,die bereitwillig Geld drucken ohne Ende. Dies Drucken geschieht nämlich auf erste Anforderung durch den Kapitalmarkt, stellvertreten durch die Banken.
Schnöder Nebeneffekt für die Staaten: Ihre Bilanzen werden aufgehübscht, da die Zentralbanken auch mit Niederzinsen Milliardengewinne machen wenn sie nur schnell genug drucken. Im einstelligen Bereich zumindest.
Dafür zu sorgen,daß die Staaten hochverschuldet sind und so nach jeder Million schielen, zählen wir mal zur Vorleistung des kapitalen Systems.
3, Am Höhepunkt des Wahns
verdient nicht nur das Kapital selbst, sondern gar nicht schlecht auch die vormaligen Habenichtse wie Kapitalverschieber,Finanzberater, nennen wir sie zu gut deutsch: Broker.
Sie schwingen sich gar kurzzeitig scheinbar zu den Herren des Ganzen auf, erst heimlich ,dann unverhohlen, unverhüllbar.
Zweistellige Milliardenbeträge fließen jährlich an die Investmentabteile EINZELNER Banken - rein als Ausschüttungen an privat wohlgemerkt. Das Paradies ist für Zehntausend erweitert worden.
4, "Aus Sparern werden Anleger!"
Strategisch wichtig: die GEFÜHLTE Verbreiterung der Basis.
Der Kapitalisten.
Frau Erna Schmitz,66 Jahre, hat 10000 € angelegt , beobachtet interessiert fortan wöchentlich die Veränderung ihres Kapitalstocks.
Sie sieht "Sparen heisst jetzt Anlegen und lohnt sich".
Genau wie Herr Meierhuber, der 125000 angelegt hat. Stets Nachbar Stockbauer nacheifernd ,von dem gemunkelt wird er liege immer um 100% vorn.
Sie alle fühlen sich als kleinere oder eher größere ---egal --- Kapitalanleger jedenfalls. Ein Millionenheer mit Gewicht, oft auch noch tatsächlich steuerzahlend nebenher. Die Klientel von UNion, FDP. Aber auch bei SPD und Grünen zwangsläufig vertreten. Und selbst die LINKE hatte nichts gegen die Rettungspakete einzuwenden - sogar gänzlich ohne Diskussionsbedarf, "Herr Lafo wird schon wissen" !?
4, der Clou
Der große Coup steigt.
Nachdem sich zeigt, daß eine größere Korrektur unvermeidbar sein wird, könnte das große Lamento der Kapitalisten beginnen. Millionen stehen ja längst bereit.
Indes ist solches gar nicht nötig. Ein Aufschrei von BILD&Co genügt "daß die Sparkonten gefährdet sein könnten" und Frau Merkel (wie alle RegChefs westworldwide) werden vorauseilend gehorsam tätig und garantieren was es zu garantieren gilt , koste es was es wolle! (man weiss ja schließlich um die Leistungsfähigkeit der staatseigenen Gelddruckmaschine)
Einzig die Republikaner in USA wehren sich ein wenig.
Erwägen sogar öffentlich Hopps gehen zu lassen was laut Systemhandbuch Hopps gehen soll !?!
Aber sie werden genau zum rechten(=ansehenstiefsten) Zeitpunkt erwischt. Sie haben nicht die Kraft, Bush hat sie in 10 Jahren ausgezehrt.
Also gelingt der Coup im Handstreich.
Die irren Wahnsinnsgewinne des letzten Jahrzehnts im Totalen werden nachträglich gesichert ,abgestützt , finanziert
aus dem Staatssäckel.
Zurückgezahlt für vormalige Übererstattungen, oder gar richtig geblutet, wird praktisch nicht.
Sicher, das Paradies wird offiziell personell etwas verkleinert.
Ein Gesicht braucht schließlich jede Katastrophe.
Was schlimmeres als das verdutzt blöde Staunen eines Brokers,der morgen auf der Straße sitzen soll, wo er letztjährig noch 100000 p.month gemacht hat
Jedoch dürfen Vertriebene zuvor zugeteilte Millionen an Äpfeln ja mit nach draussen nehmen. Sterben tut man also oben allenfalls aus Scham. Und die ist Mangelware.
Unten brauchte es der Scham garnicht so sehr.
Allerdings sind Arbeiter, speziell ausgeliehene, weitgehend gesichts- und namenlos. Es wird nur von Stückzahlen berichtet.
Gibt einfach noch zuviele davon.
Anmerkung:
Die Staatsregierungen sind eben nicht Vertreter der Armen.
Sie sind Bestandteil der herrschenden Klasse.
Als Personen hineingeboren oder hineinbefördert.Geändert von When_a_Man (02.01.2009 um 08:44 Uhr) Grund: Anmerkung


Zitieren
