noch ne andere Kleinigkeit hätte ich:
1, Ist es richtig, daß ausschließlich die Notenbanken neues Geld in die Welt setzen können?
2, Können sie neues Geld erschaffen ohne eine Art Deckung dafür nachweisen zu müssen, also ein Pfand, oder einen zuvor unbelasteten Sachwert,der dahintersteht?
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Thema: Internationale Finanzkrise
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22.12.2008, 21:08
AW: Internationale Finanzkrise
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22.12.2008, 21:38
AW: Internationale Finanzkrise
Hallo Whenaman,
da sind wir eigentlich beim Wesen des Geldes.
Geld hat hat eigentlich 2 Seiten (d. Medaille):
1. Dem einen gehört es
2. Der andere hat Schulden in der gleichen Höhe.
Wenn wir also (in einem geschlossenen Wirtschaftssystem) sagen: Wir sind reich, denn wir haben soundsoviel an Sparvolumen, dann muss man logischerweise auch eingestehen, dass man arm ist, weil man ja in der gleichen Höhe verschuldet ist.
Schuldner sind sowohl Privatleute, Unternehmen und der Staat.
Nun zu deinen Fragen: Ja, sowohl der Staat, als auch die Wirtschaft können Geld schaffen. Die Notenbank stellt nur die Instrumente bereit.
Ganz kurz, und sehr unwissenschaftlich: Angenommen, ein großes Unternehmen benötigt eine hohe Geldsumme, dann geht es zu der XY-Bank und nimmt einen Kredit. Die Bank hat Möglichkeiten, sich wieder zu refinanzieren, auch über die Notenbank. Also: Ohne Kredite gibts auch kein Geld. Wenn alle sparen, und keiner braucht das Geld, dann gibts auch kein Geld.
Zur zweiten Frage: Es wird im Moment Geld in unermesslichen Mengen geschaffen. Es gibt hierfür keine Deckung. Früher gab es mal die Golddeckung, die wurde aber abgeschafft. Das Geld besteht also nur aus dem Versprechen des Staates, es irgendwann einmal zurückzuzahlen.
Auf was du möglicherweise zu sprechen kommst: Jetzt haben wir (z.B. (ich kenne die Zahlen nicht)) 20 Prozent mehr Geld als vorher bei gleichbleibenden Realwerten.
Lösung: eine höhere Inflation, so dass die Preise genauso stark steigen, oder ein sehr konsequetes Zurückzahlen dieser Gelder, was z. B. über extreme Steueranhebungen zu erzielen wäre.
Das war mehr schlecht als recht.
LG
WolfgangIch bin, also denke ich
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22.12.2008, 21:51
AW: Internationale Finanzkrise
Mom bitte.
Unter welchen Bedingungen gibt die Notenbank neues Geld heraus?
1, Sie gibt nur an Banken.
2, Was müssen die Banken dafür speziell liefern an Kreditbedarfsnachweisen, an Verwendungszwecknachweisen?
Ich schätze mal garnichts ?
Falls dem so wäre, würde deine Aussage aber nicht mehr korrekt sein, da Banken,die im entsprechenden Range stehen, beliebig durch Anforderung bei der Notenbank sich mit druckfrischem Geld eindecken könnten.
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22.12.2008, 22:02
AW: Internationale Finanzkrise
Banken haben einen automatischen Refinanzierungsrahmen. Dieser ist gekoppelt an die Höhe des Eigenkapitals der jeweiligen Bank. D.h. Kleine Banken haben weniger Eigenkapital, die dürfen sich weniger stark bei der Notenbank refinanzieren. Die großen Banken dürfen natürlich umso mehr. Jeder Staat hat hier eigene Regelungen, wie es genau in der EU aussieht, kann ich gar nicht mal sagen, mein Studium ist schon ein Vierteljahrhundert her.
Zur zweiten Frage: Ich glaube, dass es bei uns so was nicht gibt wie Verwendungsnachweise. Kreditbedarfsnachweise braucht es eigentlich nicht, denn Banken leihen sich kein Geld (Ist ja teuer, da Zinsen zu zahlen sind), wenn sie es nicht weiterverleihen können.Ich bin, also denke ich
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22.12.2008, 22:09
AW: Internationale Finanzkrise
Ja, aber wie ?
du meinst jede kleine Bank, ob privat oder Genossenschaftsbank oder oder, kann hingehen und sich prinzipiell bei der Notenbank mit neuem Geld eindecken? (solange die Eigenkapitalquote halt stimmt. Die aber ja wohl nicht tagaktuell nachgewiesen werden muss und kann!? )
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22.12.2008, 22:20
AW: Internationale Finanzkrise
Jetzt hast du mich aber erwischt. ich bin nur Volkswirt, mit den Banken und den Kleinigkeiten der Geldvergabe hab ichs nicht so.
Die Probleme sind etwa so entstanden, dass die Banken starke Verluste gemacht haben (z.B. durch insolvente Schuldner). Auch dadurch, dass Gelder, die man hatte, bei irgendwelchen dubiosen Gesellschaften und Fonds angelegt wurden, die nur mit riesigen Verlusten zurückgezahlt wurden.
Dadurch ist das vorhandene Eigenkapital stark gesunken. Eigentlich müssten noch viel mehr Banken pleite sein. Daher haben die USA vor etwa 6 Wochen beschlossen, jetzt die Eigenkapitalquote so stark zu verändern, dass sogar fast bankrotte Banken noch Geld von der Notenbank bekommen können.Ich bin, also denke ich
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22.12.2008, 22:33
AW: Internationale Finanzkrise
Hallo Wolfgang,
ich will dich nicht erwischen oder nachweisen wo dein Sachwissen endet. Die Krise lassen wir jetzt auch erstmal weit weg, bitte.
Ich wundere mich am meisten über mich selbst
daß ich Fragen stelle, die meine Kinder in der Schule stellen müssten!
Frank müsste wissen wie das läuft. Stimmts
Es ist nur so,
daß, wenn es ist wie ich jetzt annehme ,daß es ist,
dann das ständige Problem darin besteht dem natürlicherweise stetig steigenden Geldbedarf (mehr Sachwerte, mehr Menschen jeden Tag,jede Stunde,Sekunde..)
in quantitativ korrektem Maße (angemessenem Maße!) gerecht zu werden
zwecks Vorbeugung einer ja ebenso natürlich ansonst ständig drohenden Deflation=Geldkaufkrafterhöhung/Aufwertung.
Die Notenbanken können das steuern wenn sie wissen wieviel Geld neu dazukommt weltweit. D.h. wenn sich die Notenbanken aller Währungen gegenseitig entsprechend informieren. Und abstimmen im Idealfall.
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22.12.2008, 22:49
AW: Internationale Finanzkrise
Ja, wenn alles so einfach wäre. Es gibt mehrere sehr unterschiedliche wissenschaftliche Theorien, die total gegensätzlich sind.
Ich versuche das so einfach wie möglich darzustellen.
Eigentlich müssten die Regierungen, bzw. Notenbanken Geldmengen, Umlaufgeschwindigkeiten etc. nicht lenken, das macht die Wirtschaft schon. Es steigt ja nicht alleine die Realwirtschaft, es steigt ja in ähnlichem Umfang das Eigenkapital der Banken etc.
Ich habe momentan Bauchgrimmen, wenn ich daran denke, wie extrem in die Wirtschaft eingegriffen wird.
Was ist passiert mit der großzügigen Geste unserer Kanzlerin, alle Spar-und Termingelder zu garantiern. Es kommt wieder mal zu einer gigantischen Umverteilung von unten nach oben.
Denjenigen, die Geld haben, werden durch staatliche Gelder an die Banken unterstützt. Und später müssen alle zurückzahlen, auch diejenigen, die kein Geld haben.
Ich spreche nicht von denen, die 20.000 oder ähnliches gespart haben. Nur mit der Ankündigung, auch Gelder in Millionenhöhe zu garantieren, hat man diese Umverteilung von Arm zu reich so richtig in Bewegung gebracht. Eigentlich müsste man dafür die Reichen stärker besteuern, um dieses Ungleichgewicht wieder zu beseitigen. Aber da wird nix passieren. leiderIch bin, also denke ich
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22.12.2008, 23:10
AW: Internationale Finanzkrise
Wer,wie, ...lenken ?
"Lenken" ist ein bewusster Akt.
Umlaufgeschwindigkeiten...hm, ich könnte mir vorstellen die Lenker interessierte vor allem die Preisstabilität einiger Waren,Sachen, die sie für wichtig erachteten. Das war offenbar zu wenig. Inflationäre Tendenzen am Häuser-und Aktienmarkt (Hypes) wurden nicht für ernst genommen, da sie sich ja kraft Markt selbst einpegeln sollten.
Falls jetzt zuviel Geld in die Welt gebracht worden sein sollte,
wie könnte man es wieder entnehmen ?
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22.12.2008, 23:33
AW: Internationale Finanzkrise
Das mit dem "Lenken" meinte ich nur, weil du folgendes sagtest: "...dann das ständige Problem darin besteht dem natürlicherweise stetig steigenden Geldbedarf (mehr Sachwerte, mehr Menschen jeden Tag,jede Stunde,Sekunde..)
in quantitativ korrektem Maße (angemessenem Maße!) gerecht zu werden
zwecks Vorbeugung einer ja ebenso natürlich ansonst ständig drohenden Deflation=Geldkaufkrafterhöhung/Aufwertung."
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Das ist jetzt die Frage. hat man jetzt zuviel Geld? Der Staat bringt ja viel Geld ein. Was bedeutet das? Erstens: Der Staat übernimmt die Position vieler Schuldner, die nicht mehr zurückzahlen können. Hier wird kein neues Geld geschaffen, sondern man lässt Schuldverhältnisse nicht kaputtgehen, indem man die Schulden übernimmt von Unternehmen, die nicht mehr zurückzahlen können.
Zweitens: Nach Keynes sollte der Staat bei einer Rezession für eine Stärkung der Nachfrage sorgen (notfalls mit sinnlosen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen). Hierzu wird die Geldmenge angehoben.
Was passiert nun mit diesen Geldmengen. Lt Keynes kommt die Wirtschaft wieder in Schwung und später kann der Staat wieder die Geldmenge zurückfahren.
Und da gibts so viele unterschiedliche Ansichten. Ich persönlich glaube nicht an diese so simplen Theorien.
Was wird passieren? Möglicherweise starke inflationäre Entwicklung, möglicherweise Verarmung der unteren Schichten, möglicherweis durch enormeSparanstrengungen des Staates wieder Wirtschaftsrückgang..... Wenn ichs wüsste, wär ich reich.
Bis Morgen
LG
WolfgangIch bin, also denke ich


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