Quatsch; die amerikanischen Banken haben langfristige Darlehen mit kurzfristigen Einlagen finanziert - und weil aufgrund der Finanzkrise keine Bank mehr den US-Banken Geld verliehen hat, "kaufen" die überall $ auf, wo sie welche kriegen können - das treibt den Kurs;Zitat von Inaktiver User
dazu haben sich leider auch die Banken bei uns in US-Papieren verspekuliert ... und schwimmen daher ebenfalls.
Dass die USA sich "schneller erholen", wie man heute öfter liest, glaub ich allerdings nicht.
Die wirtschaftlichen Ausgangsdaten und die Wirtschaftsstruktur sind im (Euro-)Raum bzw. der EU wesentlich besser als in den USA.
Guckst Du hier und vor allem hier
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Thema: Internationale Finanzkrise
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24.10.2008, 23:55Inaktiver User
AW: Internationale Finanzkrise
Geändert von Inaktiver User (25.10.2008 um 00:01 Uhr)
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25.10.2008, 09:10
AW: Internationale Finanzkrise
Merci für die Links Wannenwichtel & Schimanski.
Frank, warum bist Du überzeugt davon, dass sich die Banken auf Jahre hinaus kein Geld ausleihen werden? Warum nutzen Bürgschaften für die Kredite nichts?Geändert von Ahab (25.10.2008 um 09:16 Uhr)
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25.10.2008, 12:43Inaktiver User
AW: Internationale Finanzkrise
um Prognosen zu erstellen muss man die Ursachen und deren Folgen anschauen;
Zitat von isabelita
also gehen wir zum Ausgangspunkt zurück - der Immobilienkrise in den USA.
Ausgelöst wurde diese Krise durch die völlig Überschuldung der Privathaushalte zu - ich sag mal - Dumpingkreditzinsen.
Als die Schulden nicht mehr finanzierbar waren brachen eine Unmenge dieser Finanzierungen zusammen. Die erste Folge ist, dass es ein unendliches Überangebot an Immobilien auf dem US-Markt gibt.
Das heißt, dass auf längere Zeit hin die Baubranche in den USA mit geringen Aufträgen klar kommen muss.
Das schadet der US-Bauwirtschaft und damit einem der wichtigsten Konjunkturbranchen einer Volkswirtschaft (denn in keiner anderen Branche wird ein Betrag so oft weiter umgesetzt in Folgeaufträge wie im Baubereich).
Wer überschuldet ist schränkt sich auch in seinem Konsumverhalten ein - also wird die Konsumgüterindustrie mit geringerer Nachfrage rechnen müssen - das trifft vor allem China, das den Löwenanteil der in den US-Märkten verkauften Konsumgüter erzeugt.
Genauso wird der Trend "weg von den Spritfressern" und "hin zu den Kleinwagen" verstärkt. Auch hier ist die Autobranche betroffen; während die großen US-Hersteller immer mehr Einsatzeinbrüche zu verzeichnen haben trotzt ein deutscher Kleinwagenhersteller aus Wolfsburg dem Trend.
Damit reduziert sich auch die Nachfrage nach Rohstoffen - wir sehen es am Ölpreismarkt.
Dementsprechend schlägt das Herz der Rohstoffimporteure - Australien, Brasilien, die Ölstaaten - nicht mehr so kräftig, was sich auch in deren Nachfrageverhalten niederschlägt - und weil Europa federführend als Exporteur hochwertiger Güter, z.B. als Lieferant auf dem Maschinenmarkt ist, der weltweit etwa 1/10 der Exporte ausmacht, wird natürlich die Nachfrage nach europäischen Industriegütern sinken. Das schadet der Exportwirtschaft - und damit unserer Konjunktur und den Arbeitsplätzen.
Soweit ist das noch ein ganz normales konjunkturelles Tief. Das kommt immer wieder mal vor und ist bei einer entsprechenden Ausrichtung ("soziale Marktwirtschaft") verkraftbar.
Problematisch ist dagegen die Auswirkung auf die Finanzmärkte.
Die US-Banken haben die "faulen Kredite" ja gebündelt und weiter verkauft bzw. beliehen, und weil die Schuldenwirtschaft in den USA so gut funktioniert hat und man sehr leicht Kredite gekriegt hat (die Bonitätsprüfung in den USA läuft diametral entgegensetzt zu Europa *) - haben die US-Banken auch entsprechend Geld gebraucht.
Damit wurden nun Gelder "aus Übersee" angelockt, US-Schuldverschreibungen, Lehmann Brothers ... um nur einige Stichworte zu nennen.
Als diese "Immobilienblase" platzte (was vorherzusehen gewesen wäre) wurde gleichzeitig auch die Banken- und Finanzkrise ausgelöst. Die Kredite waren uneinbringlich - das Geld "verbrannt". Und dass Banken wie Lehmann Brothers - eine der größten, wenn nicht die größte US-Bank davon betroffen sind, erschüttert den Markt. Schließlich haben auch die direkten und undirekten Anleger bei Lehmann Brothers - etwa Rentenkassen oder die Hypo Real Estate - Geld verloren.
Damit kommt aber der gesamte Finanzmarkt zum Erliegen.
Damit war und ist nämlich auch das Vertrauen der institutionellen Anleger und Banken untereinander zerstört - keine Bank gibt der anderen noch Geld, wenn damit zu rechnen ist, dass dieses Geld ebenfalls "verbrannt" wird.
Dieses Vertrauen muss wieder hergestellt werden. Dazu dienen die Staatsbürgschaften oder die Investitionen zur Eigenkapitalaufstockung durch den Staat.
Wenn das gelingt, wird die Finanzkrise relativ schnell wieder abebben, in Deutschland und Europa spätestens im Frühjahr 2009 - wenn nicht, werden wir tatsächlich eine Rezession haben, die uns einige Jahre lang beuteln könnte.
Denn wenn die Unternehmer kein Geld für Investitionen haben, und die Arbeitnehmer keine Arbeitsplätze - wie soll dann Nachfrage entstehen, Binnenkonjunktur, die den Markt anschiebt, die Arbeitsplätze schafft?
Ein letztes Wort:
Die Europäer stehen im Verhältnis zu den USA in einer relativ besseren Ausgangsbasis, da besteht tatsächlich mehr Potential für eine Binnennachfrage, und gemeinsam mit den Schwellenländern kann die globale Wirtschaft am laufen gehalten werden.
Dazu kommt, dass die traditionellen "Kleinbanken" - Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken - relativ unbelastet sind. Das sind keine "institutionellen Geldanleger" die Milliarden in Finanzinvestments anlegen (mit Ausnahme der Landesbanken), sondern lokale Banken für den lokalen Markt, und der ist überschaubar (was man von den globalen Finanzinvestments nur sehr bedingt sagen kann).
Bei allem Nebel - meine Glaskugel zeigt deutlich, dass die Vorherrschaft des US-$ als Weltleitwährung zu Ende ist. Die USA sind eine große Weltwirtschaft, aber sie werden allenfalls noch in der Spitzengruppe der globalen Wirtschaftsmächte sein und nicht mehr allein bestimmend.
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25.10.2008, 13:31Inaktiver User
AW: Internationale Finanzkrise
Die "soziale Marktwirtschaft" ist ja leider dank der Agenda 2010 der rot-grünen Bundesregierung gründlich verschlankt worden.
Zitat von Inaktiver User
Als Ergebnis haben sich in keinem Industriestaat der Welt die Einkommen zwischen 2000 und 2005 so sehr auseinander bewegt wie in Deutschland. (OECD-Studie „Growing Unequal?)
Der Anteil der Deutschen, die in Einkommensarmut leben, hat sich seit Mitte der 1980er von 6% auf 11% im Jahre 2005 beinahe verdoppelt und liegt nun erstmals über dem OECD-Durchschnitt von 10,6%.
Für die steigende Ungleichheit bei den deutschen Einkommen machen die OECD-Forscher verschiedene Faktoren verantwortlich. Als Hauptverantwortlichen hat man die Arbeitsmarktpolitik ausgemacht. Die Bruttolöhne klaffen immer stärker auseinander, der Anteil der Gering- und Teilzeitbeschäftigen nimmt ebenso stark zu wie der Anteil derjenigen, die im Niedriglohnsektor tätig sind. Gleichzeitig stieg der Anteil der Haushalte, in denen es kein Mitglied gibt, das einer Lohnarbeit nachgeht, um vier Prozentpunkte auf 19% an – dies ist der höchste Anteil in der gesamten OECD.
Da frage ich mich, woher eine Binnenkonjunktur kommen soll.
Während das "Finzanzmarktstabilierungsgesetz" mit einem Volumen von 500 Milliarden Steuergeldern in einer Woche durchgejagt wurde, wird ja über Konjunkturprogramme ab und zu mal in eine Fernsehkamera gesprochen - wenn überhaupt.
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25.10.2008, 15:29Inaktiver User
AW: Internationale Finanzkrise
Erst einmal sollten man sich von dem Unfug, dass Banken sich gegenseitig die Kundengelder leihen, verabschieden, warum soll die Bank A der Bank B die Kundeneinlagen leihen. Was soll Bank B mit dem Geld machen? Sie verleiht das Geld dann der nächsten Bank und die wieder der nächsten, wo ist da das Problem und am Ende der Gewinn???
Zitat von Ahab
Im Übrigen wäre es wirtschaftlicher Unsinn, die Sichteinlagen (Bareinlagen von Kunden) an andere Banken zu geben.
Zunächst muss man das Geschäftsmodel der Banken verstehen, erst dann wird die Problematik schlüssig. Ich versuche es mal vereinfacht zu erklären.
Die Bank verleiht 1 Mio zu Bedingungen (Sicherheiten). Die Bank refinanziert diese 1 Mio, also leiht es sich woanders. Das billigste (mit dem niedrigsten Zinssatz am Markt) Geld gibt es bei der Zentralbank aber….. die Zentralbank will Sicherheiten und akzeptiert nur 100%ig sichere Papiere, Bareinlagen (Kundengelder), festeverzinsliche Staatsanleihen mit Rating AAA usw. die Bedingungen für die Sicherheiten sind hart.
Also wenn der Kunde 1 Mio in bar als Sicherheit hinterlegt könnte die Bank diese 1 Mio als Sicherheit bei der Bundesbank hinterlegen und für einen geringeren Zinssatz Geld leihen.
So läuft es aber nicht. Sicherheiten werden bewertet in %.
Ihr kennt das vom Hausbau, das Haus wird mit 80% des Wertes beliehen, 20% müsst ihr selbst bringen.
Die verschiedenen Papiere und Zertifikate der Banken funktionieren genauso, also hätten die Banken die Differenz zwischen Nennwert und Beleihungswert aus dem Eigenkapital bilanziell nachweisen müssen aber das Eigenkapital reichte irgendwann nicht mehr, da dass Karussell immer schneller drehte und alle dabei sein wollten und da gab es ja die SWAP Geschäfte. Aber die sind eben auch nicht zu 100% beleihbar und da wurden diese eben gegen Ausfall (Insolvenz) versichert.
Ist auch kein Problem aber da nun die Versicherungen vor der Pleite stehen oder standen (siehe AIG) ist diese trügerische Sicherheit der Versicherung von Risiken dahin.
Und jetzt der Knackpunkt, jeder Unternehmer der bilanziert weis was jetzt kommt. Er MUSS ZWINGEND diese Risiken in die Bilanz einstellen, das heißt, die versicherten Risiken erscheinen plötzlich in der Bilanz als Risiko und der Banker bekommt plötzlich ein Problem, die Verbindlichkeiten übersteigen schlagartig seine Forderungen bzw. sein Eigenkapital, auf deutsch, er ist platt.
Der Banker muss jetzt auf Teufel komm raus Sicherheiten beschaffen, egal wie. Die besten und schnellsten Sicherheiten sind die Bareinlagen der Kunden, deshalb versuchen viele Banken mit hohen Zinsen Geld anzulocken, was widerum gefährlich ist, warum zahlt eine Bank mehr Zins wie sie refinanzieren kann, eigentlich ein Verlustgeschäft.
Die Lehmann Brüder zahlten 9%, die Isländer lagen 2% über dem marktüblichen Zins.
Und jetzt noch mal zu deiner Frage zurück, warum sollten die Banken in dieser Situation die jede Bank betrifft noch zusätzliche Risiken eingehen und einer anderen Bank, von deren Risiken sie nichts weis und auch nicht einschätzen und damit bewerten kann, auch noch Geld geben?
Der Unternehmer und Banker der das tut macht sich strafbar.
Es werden nur 100%ig Papiere beliehen und verborgt und das geht nur mit den Zentralbanken risikofrei. Schaut euch mal die vergangen Zins- und Mengentender der Zentralbanken von den letzten 2 Monaten an, daran erkennt ihr wie viel Geschäft die Banken früher untereinander getan habe und was weggefallen ist. Die Zentralbanken überschwemmen die Banken mit Geld.
Mit den Bürgschaften funktioniert das nicht. Deshalb wird in Verbindung mit den Bürgschaften IMMER davon gesprochen, es wird KEINE Bank fallen gelassen, gemeinsam von allen. Das war wichtig.
Aber…..
Ich borge einer Bank Geld und schreibe in die Bilanz, „der Schuldner geht nicht pleite, weil es Frau Merkel gesagt“ hat oder wie?
Dieses Versprechen ist bilanziell nicht handhabbar, deshalb wird es erst wieder Handel geben, wenn die Banken gesund sind und wieder Spielchen spielen wollen oder………
V.G.
Und warum ihr das alle nicht versteht, das steht in meiner Signatur.
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25.10.2008, 15:54Inaktiver User
AW: Internationale Finanzkrise
Und womit „kaufen“ die Dollar? Müsste ja irgendwas „fallen“ im Kurs.
Zitat von Inaktiver User
Es ist durchaus üblich, dass langfristige Kredite immer wieder refinanziert werden, zu unterschiedlichen Laufzeiten, es gibt viele Tagestender.
Sie haben sich nicht „verspekuliert, sie haben wertlose Papiere gekauft und müssen den Schaden bezahlen, das geht nur nach und nach wie die Gewinne kommen.
Zitat von Inaktiver User
Darum geht es aber nicht, die Amis haben soviel Dollar gedruckt, dass es nicht mehr ihr Problem ist sondern es ist das Problem der Anderen.
Zitat von Inaktiver User
Die machen es eben wie die dt. Banken, das Problem so groß werden lassen, dass die demokratische Ordnung auf dem Spiel steht. Die wäre nämlich dahin gewesen, wenn die Leute vor geschlossenen Banken gestanden hätten.
Im Übrigen, siehe meine Signatur.
V.G.
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25.10.2008, 17:36Inaktiver User
AW: Internationale Finanzkrise
Du hast leider recht - und das führt letztendlich mit zur "schwächelnden Konjunktur".
Zitat von Inaktiver User
damit fängt es schon an: wenn die Bank A mehr Kundeneinlagen hat, als sie selbst als Darlehen ausgeben kann, wird die Bank A schauen, ob sie das Geld woanders gewinnbringend anlegen kann.
Zitat von Inaktiver User
Und die "Gier" nach immer höherer Rendite kann sogar dazu führen, dass die Bank A selbst gar keine Kredite mehr ausgibt, wenn auf anderen Wegen ein höherer Gewinn zu erwarten ist.
Der Rest Deiner Argumente ist von ähnlichem Niveau.
Das geht bis zu:
Hast Du immer noch nicht mitbekommen, dass die Aera des $ als Weltleitwährung vorbei ist?
Zitat von Inaktiver User
Das mit dem Dollar, der unser Problem sei, ist vorbei. Mit dem € und anderen Währungen sind starke Ersatzlösungen gefunden.Geändert von Inaktiver User (25.10.2008 um 17:39 Uhr)
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25.10.2008, 19:26Inaktiver User
AW: Internationale Finanzkrise
Nur bedingt, Rohstoffe werden nur in Dollar gehandelt, wer z. Bsp. Öl braucht MUSS Dollar kaufen.
Zitat von Inaktiver User
Die Chinesen sitzen auf 1.800 Milliarden Dollar in Cash. Wenn die morgen verkaufen dann ist es wirklich vorbei mit der Leitwährung aber welches Interesse haben die BRIC Staaten ihr Vermögen zu vernichten.
Das Problem haben nicht die Amis.
V.G.
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25.10.2008, 21:06Inaktiver User
AW: Internationale Finanzkrise
momi - wer sich heute in $ bezahlen lässt betreibt genauso Geldvernichtung; schau Dir nur die Entwicklung der Kurse von $, €, Rubel und von mir aus noch der Rupie oder dem Rand seit Einführung des € an.
Jeder, der sich heute in $ bezahlen lässt weiß, dass in absehbarer Zeit die Kaufkraft deutlich nachgelassen hat.
Deshalb sind viele Lieferländer inzwischen dazu übergegangen, sich in anderen Währungen bezahlen zu lassen - und deshalb finden sich zunehmend andere Währungen in den Portfolios z.B. der BRIC-Länder.
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25.10.2008, 22:41Inaktiver User
AW: Internationale Finanzkrise
"Wenn man einmal von der Ertragsstabilität als restriktiver Notenbankpolitik im Sinne der Verminderung des realen Volumens der industriellen Bruttoanlageinvestitionen, die derzeit fünfdreiviertel Prozent unter dem Dow Jones Index liegen, absieht, kann ohne Wechselkursfreigabe oder stabilitive Selbstfinanzierungsmöglichkeit keine echte Kapazitätsauslastung ohne in Anspruchnahme paritativer Lombardkredite diskontiert werden."
Ministerialdirigent Oldenberg vom Bundesfinanzministerium
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