Zitat von Inaktiver User
Was halte ich davon....
Nun.... Tatsache ist, dass die Bundesregierung es z.B. im Vergleich zu GB, versäumt - oder nicht gewollt hat, entsprechende Regularien und finanzpolitische Instrumentarien als Grundlage für die Vergabe von Stützungskrediten , verbindlich ins Werk aufzunehmen.
Auch an künftige Besteuerung von Gewinnen aus Transaktionsgeschäften der Banken - zwecks Abzahlung ihrer Schulden bei den Steuerzahlern, wurde nicht gedacht.
Relativ wenig Einflussmöglichkeiten des kreditgebenden Staates auf die künftige und derzeitige Geschäftspolitik - auch hier ein krasser Gegensatz z.B. zu GB.
Die sog. Bad Bank.... auch dies ein extrem guter Deal für die Finanzwirtschaft.
Alles "Schlechte" was sich so angesammelt hat, geht an den Staat- der kann dann sehen, was er damit anfängt - und das "Gute" bleibt im eigenen Töpfchen - incl. künftiger Gewinne, die aus dem "Guten" heraus resultieren werden, versteht sich.
Alles in Allem betrachtet, ist das Rettungspaket zwar notwendig, aber mit Sicherheit kein besonders guter Deal für Staat und Bürger, wie ich finde.
WW
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Thema: Internationale Finanzkrise
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17.10.2008, 19:07Inaktiver User
AW: Internationale Finanzkrise
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17.10.2008, 19:17
AW: Internationale Finanzkrise
ich habe den rest selbstverständlich gelesen und stimme auch zu.
Zitat von Inaktiver User
nur: sofern du hier eine gegenseite konstruieren willst, oder so lange sich mächtige wirtschaftsakteure als gegner des staates begreifen, ist hier ein grundsätzliches problem.
ich möchte deinem zitat nochmals den artikel 14 abs. 2 des grundgesetzes entgegensetzen: eigentum verpflichtet, oder modernisiert: wissen und macht verpflichtet.
in einem funktionierenden gemeinwesen - zu dem sich die unternehmen als zugehörig empfinden könnten und sollten - gehört nicht nur die verantwortung des staates, sondern auch die verantwortung der staatssubjekte.
das nenne ich erwachsen.
oder, um noch mal auf den kaufhausdieb zurückzugreifen: selbstverständlich ist es das gute recht des kaufhausdiebs, zu stehlen, wenn niemand hinsieht. ebenso selbstverständlich ist es aber auch, dass er verurteilt wird, wenn er erwischt wird. er wird sich nicht darauf berufen können, dass es die verantwortung des kaufhausdetektivs ist, ihn am stehlen zu hindern, sondern der richter, der ihn verurteilt, wird darauf verweisen können, dass er sich an das gesetz halten muss.Der Charakter eines Menschen läßt sich daran erkennen, wie er mit Leuten umgeht, die nichts für ihn tun können. by courtesy of ravina
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17.10.2008, 23:40
AW: Internationale Finanzkrise
Mom mal.
Zitat von Coco-Lores
Las ich nicht, daß zu den aktuellen Rettungsplanungen gehört eben jetzt die deutschen Banken schnellst auf die Ist-Wert-Bilanzierung umzustellen. Also die amerikanische Methode,wenn ich recht verstand?
Das Szenario stellt sich demnach etwa so dar:
- Amerik.Banken eilen der Entwicklung jeweils voraus.
Die Ist=Marktwert-Bilanzierung ermöglicht hohe Gewinne auszuweisen, das Kreditvolumen entsprechend weit und schnell auszudehnen.. dies während Hype!
beim Abwärtstakten gehen ebenso die Amis voran, wegen der größeren Marktaktualität ihres Zahlenwerks eben
- Dt.Unternehmen bilanzieren ohne diese Dynamik. Maßstab ist und bleibt der tatsächlich bezahlte Einkaufspreis. In Forderungsausfallfällen muß aber natürlich auch abgeschrieben werden. Und es kann und sollte wohl auch abgeschrieben werden wenn Forderungen bekanntermaßen faul sind (aber noch nicht rechtskräftig ausgefallen).
D.h. im Aufwertungsfall reagiert die amerik.Methode schnell, hängt sportiv gut am Gas quasi, provoziert geradezu Euphorie.Übersteigerungen,
im (momentanen) Abwertungs Szenario ist die amerik. Methode aber nichtstotrotz realer und ehrlicher!
Die dt. bietet hier dagegen mehr Gestaltungsspielraum. Weshalb es wohl so schwer ist Überblick zu bekommen hierzulande!
Jede Bank müsste einzeln Karten auf Tisch legen.
Was natürlich Unterschiede zu tage fördern würde, für die sich die Finanzämter widerum interessieren könnten.
Kein Wunder wenn sich einige noch etwas Bedenkzeit genehmigen um ihre Zahlenwerke auf Vordermann zu bringen
Blautanne,manchmal kommst du arg naiv rüber. Hehre Rechtsstaatlichkeit undsoweiter. Ja, klar, wenn man immer das Bild der bösen Nazis oder sonstiger Diktatoren im Kopf hat gegen die eine unabhängige Judikative ein Bollwerk bilden würde...
vergiss es!
Im übrigen ist unser Diskurs unterbrochen worden!
Ich meine ja, wie Steinbrück, wie auch Ackermann indirekt, daß die Bankoberen sich freiwillig zugunsten ihres angeschlagenen Brötchengebers als auch ihrer eigenen beruflichen Zukunft selbstbeschränken auf die halbe Million. Erst nur für die 15 Monate maximal. Aber vielleicht gewönnt man sich ja auch dran mit weniger auszukommen
Oder meinst du etwa der (befristete oder unbefristete) Lohnverzicht, der den geringeren unter den Arbeitern und Angestellten tagtäglich unter allen möglichen Argumentationslagen (Glonalisierung, Marktlage, Finanzprobleme, Rationalisierung, Verkauf des Unternehmens etc pp) seitens der Unternehmer angedient wird, sei Rechtsbruch
Geändert von When_a_Man (17.10.2008 um 23:44 Uhr)
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17.10.2008, 23:57
AW: Internationale Finanzkrise
Den Managermagazin Artikel
könnte man etwa so zusammenfassen:
1. (was nicht ausdrücklich geschrieben steht,aber jedes Kind implizieren kann)
Die neoliberalen Wirtschaftsbosse bedrängten die Politik die Dinge doch bitte so und so freizügig zu gestalten. Denn nur das maximiere das Wohl aller!
2, Die Sache haut nicht so hin, geht im Gegenteil den Bach runter.
3, Die forschen Wirtschaftsmenschen, die sich eben noch als Ratgeber und Helden bejubeln hatten lassen und auch dafür sorgten daß entsprechend sogleich in Heller und Münze mehr rüberkam) , weisen die Verantwortung von sich. Schließlich habe die Politik ja Freiräume geschaffen, die die Wirtschaft gemäß ihrer überschaubar einfachen gestrickten "Marktgesetzmäßigkeiten" natürlich nutzen MÜSSE !
Ich frag mich für wen wer in einem "Wirtschaftsblatt" so stussmäßig blöde verdreht hinschreiben kann? Erklärbar wohl nur mit viel Psychologie und ...wie oft in dem Metier .. Dreistigkeit. Hier reiner Dummdreistigkeit
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18.10.2008, 00:38Inaktiver User
AW: Internationale Finanzkrise
Wenn man:
Zitat von When_a_Man
Einen Zeitschriftenartikel zusammenfasst und dabei den intellektuellen Aufwand mit der Begründung gering hält, dass es zwar nicht ausdrücklich geschrieben steht, aber jedes Kind implizieren kann;
Den so „zusammengefassten“ Artikel für stussmäßig blöde verdreht beurteilt;
muss man
die als Erklärung bemühte Mischung aus Psychologie und Dummdreistigkeit auch auf sich selbst anwenden lassen.Geändert von Inaktiver User (18.10.2008 um 00:41 Uhr)
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18.10.2008, 00:41
AW: Internationale Finanzkrise
Coco et al.
So weit ich das verstanden habe, passen die grossen Konzerne ihre Bilanzierungsregeln an die amerikanischen an um sich an den dortigen Börsen kotieren lassen zu können, was sonst nicht geht. Die jetzige eigentliche Aufweichung ermöglicht es aber Verluste nicht andauernd melden zu müssen (Buchverlust die entstehen, weil Wertpapiere nicht verkauft werden könnten, auch wenn sie im Augenblick gar nicht verkauft werden sollen), sondern erst dann, wenn der Verlust tatsächlich entsteht.
Diese Verschleierung muss natürlich international nachgemacht werden, weil sonst die Firmen eines "Verscheierung"-Landes, beispielsweise auf der Suche nach Kapital- oder Kreditgebern, Vorteile gegenüber denjenigen hätten, die Ihre kranken Teile zur Schau stellen müssen.
Wenn ich das richtig durchschaue hat diese Aufweichung neben den Verschleierungen für das Unternehmensimage auch grosse Vorteile für die Steuereinnahmen, da die Banken nicht ständig Verluste abgeschreiben können, diese durch Fehlspekulation entstandenen Verluste also von den Unternehmen nicht mehr sofort und andauernd sozialisiert werden können.
Edit:
Ist nämlich auch ein Super-Steuersparmodel gewesen, die Dinger vom Gewinn der anderen immer noch gleich profitablen Bereiche abschreiben zu können - bringt vermutlich langfristig mehr als die Gewinne, die mit den Papieren erzielt hätten werden können, selbst wenn der Markt nicht zusammengebrochen wäre. [Achtung, wilde Spekulation meinerseits]Geändert von Ahab (18.10.2008 um 01:36 Uhr)
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18.10.2008, 02:24
AW: Internationale Finanzkrise
Das Gute und für uns wichtige ist, daß das alles destruktive, diese Art von Wirtschaft selbstzerstörende, Praktiken sind. Die Einzelheiten sind nebensächlich. Alles Schlechte hat bzw. entwickelt irgendwie seine innere Dynamik, Regeln, usw -- nur ist das für niemand auf dem rechten Weg wichtig oder von Interesse.
In Drittwelt-Ländern, wo Polizei oder Bewohner einfach Diebe erschießen, nehmen die auch viele Geheimnisse mit ins Grab, die niemand wissen will, denen allen nachzugehen Polizei und Gerichte gar keine Zeit und Personal hätten. Oft guckt man nicht einmal in ihren Taschen nach, was sie zuletzt geklaut haben, verscharrt sie einfach insgesamt.
Und wenn dir ein Hund vor die Haustür kackt, nimmst du eine Schippe oder Besen und schiebst das insgesamt weg. Selten stöcherst du da drin rum, guckst was der Hund interessantes zuletzt gegessen hat, ob er Würmer, Darmkrebs usw hatte.
Genauso ist das auch mit der gegenwärtigen Wirtschaft. Das alles taugt nichts und ist insgesamt einzustampfen, ist jedenfalls in sich widersprüchlich und nicht zu langem Überleben geeignet. Da sollte man sich gar nicht den Kopf zerbrechen, wie das mit bestimmten Einzelheiten, wie Arten von inneren Details, Schemas, ... ist - etwa diese und jene 'Investitionsform' und all deren Regeln. Alldas ist ganz willkürlich und kann sich von Tag zu Tag ändern - wie heute eine Scheinfirma X und morgen Y heißt und damit auch ihre Hausordnung, AGB, Geschäftsregeln usw. ganz ändert.
Für uns ist nur wichtig: Mit all unseren Lebensnotwendigkeiten weit weg von solchen Praktiken bleiben, ebensowenig uns nicht unter sie unterwerfen zu lassen - insbesondere nicht zu unserer aktiven Teilnahme, dann kann nichts passieren.
Wenn ich in der Schlange stehe, sehe ich immer daß die Anlagearten haben wo man 4% oder 5% Zinsen kriegt -- gleichwohl hebe ich immer meine Sozialhilfe ganz ab schon am Zahltag, denn ich traue der frz. Post-Bank nicht. Und ein einziges Mal zu Fuß gegangen statt den Bus benutzt, habe ich schon mehr gespart als denen ihre Zinsen wären, das ist gut für die Gesundheit, ebenso wie keine schlaflosen Nächte wegen Angst um sein Geld zu haben. Es ist mir auch ganz unverständlich, warum Leute, die um jede 0,1% Zinsen besorgt sind, aber gleichzeitig überall verschwenderisch leben, nicht einmal da etwas kürzen. Auch weniger essen soll gesund sein.
Deshalb kann ich oft nur mit dem Kopf schütteln, was ich hier so lese. Sicherlich, die Wirtschaft tut ja 'Investitions'form X mit Zinsversprechungen Y usw anbieten, warum sollten sich da schwache Leute nicht verleiten lassen da mal schnell mitzumachen/mitverlieren, und auch wie hier im Forum darüber diskutieren ? Nur, am Schluß nimmt der Teufel immer seine Diener mit. Interessant ist noch, daß sich anscheinend 80% der Bevölkerung um alldiese Einzelheiten der Spekulations-Wirtschaft nicht kümmern, an keinerlei solcher 'Anlage'formen teilnehmen.Geändert von fifi1234 (18.10.2008 um 02:51 Uhr)
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18.10.2008, 08:55
AW: Internationale Finanzkrise
Ich hab mich hinreissen lassen nochmals zu lesen,denn der erste Durchgang hatte in der Tat nur Sekunden in Anspruch genommen.
Zitat von Inaktiver User
Indes vermag ich jetzt so verkürzt wiederzugeben:
1, Wegen und auf Ruf der Wirtschaft werden Leitzinsen gesenkt. Damit mehr investiert und konsumiert werde. Die Börsen bejubeln als Stellvertreter der Wirtschaft/des Kapitals jede Zinssenkung.
Nebenbei:Die Leitzinssenkung wird von Notenbankern gemacht, den obersten Bankern. Es war immer Sache von Greenspan und Kollegen das zu entscheiden, nicht die von Politikern.
2, Der Geldboom kollapst sich selbst. Und zwar unter Zuhilfenahme unnachhaltiger Geschäftsmodelle!
3, Das Wirtschaftsmagazin will nun Leitzins-"Politik" der Notenbank verantwortlich machen für das Abheben der Banker.
Ich bleibe dabei: höchst unredlich, nicht das Papier, geschweige die Zeit, wert /gelesen zu werden.
*)
natürlich werde ich als Leser nicht mein Hirn und Gedächtnis ausschalten. Wer solches gerne tut, der wird nicht weit kommen mit seiner eigenen Meinungsbildung. Nämlich hin und her geworfen werden wie Halm im Wind. Zum Spielball der "Argumentation" von Verdrehern, die die Geschichten beginnen und verkürzen wie es ihren vermeintlichen "Interessen" vermeintlich nutzt.Geändert von When_a_Man (18.10.2008 um 10:15 Uhr)
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18.10.2008, 09:17
AW: Internationale Finanzkrise
Ja, 80% oder ähnlich viele der Leute kümmert das ganze herzlich wenig. Umso schlimmer, daß sie mit ausbaden sollen.
Zitat von fifi1234
"Mitprofitiert" haben sie allenfalls wenn man es so nennen will,wenn sie vermehrt leiharbeiten durften. Für Hungerhungerlohn.
Deine Grundhaltung ist mir zwar verständlich und schätze ich auch als gesünder ein als unreflektiert und vor allem auch gefühllos einfach drauflos "mitzuwirtschaften" wie es halt grade so üblich zu sein scheint...
Aber ich vertraue nicht auf Gott.
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18.10.2008, 09:28
AW: Internationale Finanzkrise
Diese Aussage müsstest du in der Tat präzisieren.
Zitat von Ahab
Aber ich hielte es -wie bereits angedeutet- auch für interessant und notwendig die Dinge unter Gesichtspunkten der Steuerkonformität zu beleuchten.
Wenn Kapital in Sekundenschnelle über Staatsgrenzen frei verschoben werden kann, zwischen vielfach verbandélten Institutionen,Banken,Versicherungen etc und in Land A andere Bilanzierungsrichtlinien herrschen wie in Land B, dann sagt mir mein Bauch, daß da schon sehr viele Steuerberater sehr genau hingeschaut haben wie das zu nutzen wäre. Zum Wohle ihrer Klienten natürlich. Und im Rahmen irgendeiner Auslegbarkeit der rechtlichen Bestimmungen, die beizuliefern die Aufgabe von Hausjuristen ist. Auch sehr wichtige Leutz übrigens, nicht wahr @Blautanne


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