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    AW: Internationale Finanzkrise

    Zitat Zitat von foo-foo Beitrag anzeigen
    Das ist keine Tatsache, sondern eine unbelegte Behauptung.

    Ich verzichte aber darauf, Belege von Dir zu fordern.
    Meine bisherigen Erfahrungen zeigen, dass du auf solche Forderungen bisher immer mit Beleidigungen reagiert hast - und der Aufforderung, mir die Belege selber zu suchen !
    foo-foo,
    ich denke, es ist im Grunde sogar egal, ob solche Behauptungen belegt werden können oder nicht. Irgendwo wird man immer einen Kommentar dazu lesen können, der irgendwie passt.
    Solche Aussagen spiegeln aber gewisse gesellschaftliche Strömungen wieder.
    "Der Hartz4-Empfänger ist selber schuld, faul ist es sowieso, die ganze Familie ist zu nix zu gebrauchen, hat nur noch Zigaretten und Alkohol im Sinn usw.. " Dann kommen die Forderungen die Unterstüzungen bis zu einem absoluten Existenzminimum zu streichen. In den Nachmittagssendungen (Sat1 oder RTL) hört man jahrein jahraus die Behauptung, es sind ja sowieso alle faul.
    Aber sogar eine "Faulheit" kann Hintergründe haben, die wir nicht kennen. Vielleicht sogar eine versteckte Depression.

    Ich mag im übrigen das Wort Prekariat nicht so. Dann gibt es Worte wie Prekariatsfernsehen, Prekariatskarrieren etc. Ein ursprünglich aus der Soziologie stammender Begriff bekommt durch die medien meiner Meinung nach zunehmend einen negativen Touch, schade.

    Im Studium schrieb ich in meiner jugendlichen Unbekümmertheit eine Arbeit zu dem Thema "Bildungschancen in unterschiedlichen Milieus". Das genaue Thema weiß ich gar nicht mehr.
    Ich schrieb einen Satz wie: intelligente Kinder aus der "Unterschicht" müssen die gleichen Chancen haben wie intelligente Kinder aus der "Oberschicht". Als mein Prof später einmal darüber redete, gab er mir zu bedenken, dass ich, genau wie diejenigen, die ich kritisierte, eine Aufteilung betriebe. Jetzt nicht mehr zwischen Arm und Reich, sondern zwischen intelligent und weniger intelligent.
    Komisch, daran denke ich immer noch, so etwa 30 Jahre später.

    Wolfgang

    ps. wenn es jemanden interessiert, der Prof hieß Heinrich Popitz, schrieb gute Sachen wie z.B. Phänomene der Macht.
    Ich bin, also denke ich

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    AW: Internationale Finanzkrise

    Zitat Zitat von Wolfgang60 Beitrag anzeigen
    foo-foo,
    ich denke, es ist im Grunde sogar egal, ob solche Behauptungen belegt werden können oder nicht. Irgendwo wird man immer einen Kommentar dazu lesen können, der irgendwie passt.
    Solche Aussagen spiegeln aber gewisse gesellschaftliche Strömungen wieder.
    "Der Hartz4-Empfänger ist selber schuld, faul ist es sowieso, die ganze Familie ist zu nix zu gebrauchen, hat nur noch Zigaretten und Alkohol im Sinn usw.. " Dann kommen die Forderungen die Unterstüzungen bis zu einem absoluten Existenzminimum zu streichen. In den Nachmittagssendungen (Sat1 oder RTL) hört man jahrein jahraus die Behauptung, es sind ja sowieso alle faul.
    Aber sogar eine "Faulheit" kann Hintergründe haben, die wir nicht kennen. Vielleicht sogar eine versteckte Depression.

    Ich mag im übrigen das Wort Prekariat nicht so. Dann gibt es Worte wie Prekariatsfernsehen, Prekariatskarrieren etc. Ein ursprünglich aus der Soziologie stammender Begriff bekommt durch die medien meiner Meinung nach zunehmend einen negativen Touch, schade.

    Im Studium schrieb ich in meiner jugendlichen Unbekümmertheit eine Arbeit zu dem Thema "Bildungschancen in unterschiedlichen Milieus". Das genaue Thema weiß ich gar nicht mehr.
    Ich schrieb einen Satz wie: intelligente Kinder aus der "Unterschicht" müssen die gleichen Chancen haben wie intelligente Kinder aus der "Oberschicht". Als mein Prof später einmal darüber redete, gab er mir zu bedenken, dass ich, genau wie diejenigen, die ich kritisierte, eine Aufteilung betriebe. Jetzt nicht mehr zwischen Arm und Reich, sondern zwischen intelligent und weniger intelligent.
    Komisch, daran denke ich immer noch, so etwa 30 Jahre später.

    Wolfgang

    ps. wenn es jemand interessiert, der Prof hieß Heinrich Popitz, schrieb gute Sachen wie z.B. Phänomene der Macht.
    DANKE FÜR DEN TIPP UND... die Signatur

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    AW: Internationale Finanzkrise

    Zitat Zitat von Messerwerferin Beitrag anzeigen
    DANKE FÜR DEN TIPP UND... die Signatur
    ...vereinigt euch
    Ich bin, also denke ich

  4. Inaktiver User

    AW: Internationale Finanzkrise

    Zitat Zitat von Wolfgang60 Beitrag anzeigen
    Sowohl purer Sozialismus als auch purer Kapitalismus können die Gesellschaft ganz schön an die Wand fahren. Marx stellte den Sozialismus dem Kapitalismus zeitlich hintenan. Also: Zuerst fährt der Kapitalismus an die Wand, dann kann nur noch der Sozialismus kommen. So dumm ist das gar nicht. Was passiert gerade? Genau wie Marx gesagt hat, eine zunehmende Ansammlung des Kapitals in immer weniger Händen. Ich glaube ganz ehrlich, dass dies nicht gut ausgeht. Wenn wir nicht diese Entwicklung stoppen, wird Marx recht behalten.
    Wolfgang, ich lese grade ein kleines Buch mit Anmerkungen zu Marx - nicht Marx selbst. Darin finden sich reihenweise Sätze (so viele, daß ich sie gar nicht wiedergeben kann), die den Charakter einer Offenbarung und Bestätigung haben. Es geht hier nur um die Seite des "Kapitals" in Form von Geld/ "Arbeitgeber" - zum Sozialismus hab ich nichts gelesen, kann da also nichts "konstatieren". Die Anmerkungen zum "Kapital" sind sehr interessant; ich stelle mal ein wenig davon zur Disposition, weil ich sie für außerordentlich treffend halte:

    Auf Grundlage des Warenaustausches war es VOraussetzung, daß sich Kapitalist und Arbeiter als freie Personen, als unabhängige Warenbesitzer -der eine von Geld und Produktionsmitteln, der andere von Arbeitskraft- gegenübertraten. Aber jetzt kauft das Kapital Unmündige oder Halbmündige.
    Hier geht Marx weit über Smith hinaus - wohl, weil er die industrielle Revolution mit erlebte, in deren Folge das Können und Arbeitskraft des Einzelnen von Machinen ersetzt werden konnte. Der Arbeiter hat Macht, Wert und Mündigkeit verloren - was sich im selben Maß "Kapital" (plus des üblichen Mehrwertes) aneignen konnte.

    Eine Maschine, die täglich 16h 7 1/2 Jahre in Betrieb ist, liefert denselben Ausstoß wie eine, die 8h über 15 Jahre in Betrieb ist. Doch dies ermöglicht dem Kapitalisten, denselben Profit doppelt so schnell zu kassieren... (den Satz führe ich später fort)
    Frage: Ist gar nicht/ nicht nur der Zwang zum "Wettbewerb" und in Folge "Effektivitätssteigerung" der Grund, Maschinen voll auszulasten (und dies dem Arbeiter auch so zu vermitteln) - sondern der Profit? Klingt erst mal dumm, diese Frage, weil an sich nimmt ja "jeder" -selbst der Arbeiter- an, es ginge um Wettbewerbsfähigkeit, Chinese ante portas und so. Doch auffallend ist: Letzte Woche kam die Meldung, daß die Dax-Konzerne bei nicht besonders toller Wirtschaftslage über 20 Milliarden Euro!! Dividende ausschütteten (09). Zur Erinnerung: Dividende ist ein Teil bis Bruchteil des Ertrages. Hm - es wird also massig Geld verdient und als Kapital an Kapital ausgeschüttet. Das ist u.a. die Kapitalakkumulation, von der wir beide schrieben.

    Nun liegt der Gedanke meiner Frage zu Marx` Theorie schon näher: Bei relativ schlechter Beschäftigung (Kurzarbeit, Zeitarbeit, Niedriglohn, Stellenabbau, Auftragsrückgang) sind Effektivität und Wettbewerb nicht sehr relevant -wegen Konsumflaute!-, weswegen es ja Minderbeschäftigung gibt. Wenn also "Wettbewerb" und "Auslastung" meßbar derzeit NICHT die Grundlagen sind, geht es offensichtlich um den weiter fließenden Profit. Dieser Profit akkumuliert sich weiter und weiter in wenigen Händen einerseits, "sorgt" aber andererseits für eine Verarmung bzw. materielle Minderung/ Arbeitsplatzverlust bei Vielen.

    Was mich zur Frage führt: Wenn (und es ist so) derart viel "Profit" an Kapital ausgeschüttet wird, zeigt das nicht sehr klar, wie nasführend das Mantra der "Wettbewerbsfähigkeit" ist? Daß es eine Veralberung der "gläubigen" Arbeiter ist? Es geht offenbar wirklich NUR um Profit - Smith irrte und die FDP lügt.

    ...Infolgedessen besteht starker Anreiz, die Maschine unter Verlängerung des Arbeitstages des Maschinisten laufen zu lassen - und die Maschinisten können sich dem nicht gut widersetzen, da die Mechanisierung eine "industrielle Reservearmee" von Beschäftigungslosen schuf und die Konkurrenz um die Arbeitsplätze verschärft hat
    Was glatt vergessen wird und verschärfend hinzu kommt, ist nicht nur die Reservearmee, sondern erneut der Hinweis auf "Wettbewerbsfähigkeit" - bzw. den eigentlichen Zweck: Profit. Es liegt auf der Hand, daß noch ein weiteres "Gift" darin lauert: Der Zwang der Politik (sofern ich von deren gutem Willen ausgehe, für das Volk zu stehen), dem "Arbeiter" -also in der Masse Volk- "Arbeit" zu verschaffen. Die Folgen und Methoden sind wohl dann gravierend, wenn man dies ungleiche Machtverhältnis sieht: Kapital kann gewähren oder verweigern - "Arbeiter" nicht. Ob es "sichtbar" geschieht oder nicht: Aus Zwang dürfte "Politik" versuchen, dem "Kapital" Anreiz zu gewähren, "Arbeitsplätze" zu schaffen. Es ist klar, auf wessen Kosten und zu wessen Vorteil dies geschieht. Sollte der "Profitgedanke" stimmen, kommen "Vergünstigungen" als Zuckerl für das "Kapital" oben drauf. Das könnte sein: Ermöglichung von Zeitarbeit, Verhinderung von Mindestlohn, Subventionen, geringe bis keine Steuern etc. Diese Phänomene kennen wir.

    Und genau das läßt sich seit langem weltweit beobachten - in allen Industrienationen.

    Diese Übervölkerung von Arbeitern wird zum Hebel der kapitalistischen Akkumulation
    Wenn das stimmt (und es klingt wie ausgeführt recht naheliegend), liegt es aus zwei Gründen vielleicht gar nicht im Interesse des "Kapitals"/ ist es nicht möglich, Vollbeschäftigung zu schaffen. 1. Ist das Vorhandensein einer Arbeiterreserve als "Drohpotential" und "Mittel zum Lohndumping" gut. 2. Weil "Kapital", "Effizienz" und "Maschinisierung" einen zunehmend großen Güterüberschuß produzieren UND der generierte, erhebliche Mehrwert (-> Profit) beim "Kapital" akkumuliert wird, fehlen auf der anderen Seite sowohl von der Menge, als auch vom Verdienst "Arbeiter" bzw. "Nicht kapital zugehöriges Volk" als Käufer. Das Ganze kann dann nur (annähernd) durch Verschuldung bedient werden. Auch das erleben wir gerade.

    Ist es nicht verblüffend? Marx schrieb dies vor über 100 Jahren - mittlerweile gab es mehrere technische Revolutionen und "Fortschritte" der von ihm beschriebenen Art und trotzdem stimmt, was er beobachtete weiterhin und verschärft. Ich glaube, die Klarheit, Weitsicht und seine Erkenntnis des Mechanismus ist brilliant. So erklärt sich mir, warum es Bewunderer und glühende Hasser einiger seiner Theorien gibt. "Kapital" wird ihn hassen, weil er in einigen, grundlegenden Punkten entlarvt - und das muß unterbunden werden.

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    AW: Internationale Finanzkrise

    Au Mann, Wer hat nun Recht? Kann man das genau sagen?
    Zuerst mal Adam Smith, der Begründer der Nationalökonomie, auf der anderen Seite Marx und später Rosa Luxemburg, dann Keynes und Hayek (den ich übrigens in Freiburg auch noch gekannt habe, wenn er auch schon ziemlich wacklig auf den Beinen war, aber trotzdem noch bis ins hohe Alter arbeitete).
    Hayek (Wirtschafts-Nobelpreisträger, großer Gegenspieler von Keynes) drückte der Freiburger VWL seinen Stempel auf. Seine Lehren fussen auf den ursprünglichen Gedanken von A.Smith, sind natürlich um einiges weiterentwickelt.
    Ich versuche es so zu schreiben, dass jeder etwas davon hat, auch wenn es nicht exakt stimmt.
    1. A.Smith begann ursprünglich mit der Idee der unsichtbaren Hand, die alles lenkt (Schumpeter schrieb da auch einiges dazu). Nimm jetzt mal als Beispiel die Autoproduktion. Eine Firma, z.B. Trabi (wie die Firma genau hieß, weiß ich nicht mal, nennen wir sie einfach VEB Trabi). Stellt über Jahre ein Auto her, das fahren kann. Das wäre der Sozialismus. Es gibt vielleicht noch ein zweites Unternehmen, das z.B. einen Wartburg herstellt, das wäre alles. Viel passiert nicht, kein großartiger technischer Fortschritt. Hier sind wir bei deinem Punkt, dem Profit. Wenn wir uns jetzt den Kapitalismus vorstellen, will der Unternehmer mehr Profit und entwickelt vielleicht ein Auto mit größerem Kofferraum. Der nächste denkt, dass mehr Luxus ihm mehr Käufer und somit mehr Gewinn bringen könnte, und so entwickelt sich ein Wettbewerb, der den tecnischen Fortschritt antreibt.
    Hier bin ich weit mehr Kapitalist als Sozialist. Ich denke, dass dieser Profitgedanke zuerst mal gar nicht so übel ist. Ähnlich wie bei Adam Smith. Das ist diese unsichtbare Hand. Jeder will Profit machen und unterm Strich profitiert die ganze Gesellschaft von den profitorientierten Handlungen der Unternehmer.

    2.Nun zu dieser Akkumulation.
    Je mehr jemand zur Verfügung hat, um so mehr kann er sparen. Wenn jemand monatlich nur 1000 Euro hat, kann er vielleicht 50 Euro sparen. Wenn jemand 1 Mio hat, dann kann er 900.000 und mehr sparen. Daher wird der Reiche immer reicher, der Arme bleibt auf seinem niedrigen Stand. Dieses Thema wurde auch in der Literatur oft angesprochen. Viele vertreten sogar die Meinung, dass der Kapitalismus extreme reinigende Krisen braucht, so dass solche Ungleichgewichte wieder abgebaut werden können,so dass der Kapitalismus wieder funktionieren kann. Ansonsten kommt es zu der von Marx genannten Idee, dass irgendwann die Kapitalakkumulation in Händen weniger zu einem Absturz des Systems führt.
    Wenn wir nun davon ausgehen, dass der Kapitalismus extreme Krisen (ob Kriege oder Wirtschaftszusammenbrüche) braucht, um das System wieder handlungsfähig zu machen, dann wäre in der aktuellen Krise die Vorgehensweise der Regierungen der Industrieländer falsch gewesen, die Banken etc. zu retten. Jetzt, wo es zu einer Beseitigung dieser Ungleichgewichte gekommen wäre, hat man es mit gigantischen Maßnahmenpaketen geschafft, die alten Ungleichgewichte noch einmal zu festigen. Es ist ein fataler Weg, wenn die jetztige Regierung durch Senkung der Spitzensteuer die Kapitalansammlung in wenigen Händen immer weiter vorantreibt.

    3. Reservearmeen:
    Jetzt mal ohne Marx: Was haben wir in den letzten Jahren für eine Situation? Immer mehr Menschen in unteren Einkommens-und Vermögensverhältnissen. Das Vermögen sammelt sich in den oberen Einkommens- und Vermögensschichten an. Ganz unten entsteht eine Schicht (besteht aus ganz unterschiedlichen Milieus), die nicht mehr benötigt wird. Das Problem tritt zunehmend zutage, dass der Konsum ausfällt. Reiche konsumieren prozentual nicht so viel wie Arme. Was soll man tun. Man entlässt Mitarbeiter, weil sonst zu viel produziert wird. Dann haben wir noch mehr Menschen in der Armut. Usw und so fort. Diese Menschen können dann auch so richtig ausgebeutet werden. Dann hat man zwei Mitarbeiter am Band stehen, der eine ist Stammbelegschaft, der andere ist der Arsch, angestellt von irgendeinem Zeitarbeitsunternehmen. Und ich habe noch nicht gehört, dass z.B. Gewerkschaften in Tarifverhandlungen darauf bestanden haben, dass diese anderen Arbeiter genauso entlohnt werden und gleiche Rechte bekommen sollen wie die Festangestellten. Und nun sind wir bei des Pudels Kern: Da die Festangestellten, schon fast unkündbar, von dieser Entwicklung profitieren, eine 1 Euro-Arbeiterschaft zu etablieren, hat das „Kapital“ gut Lachen. Da unten die zerfetzen sich gegenseitig und schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu und kommen gar nicht auf die Idee, dass die Ursache bei dieser Kapitalakkumulation liegt. Schöner Schachzug.

    Sorry, dass ich so lange geschrieben habe
    Ich bin, also denke ich

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    AW: Internationale Finanzkrise

    Zeige den Menschen die Realität und sie werden dich beschimpfen, dich schlagen, dich verachten, dich ignorieren...
    Zeige ihnen eine Lüge, an der sie kaputt gehen und du bist ihr Gott...


    Am 13.juli 2013 hab ich nach
    6 jahren meinen 5000.beitrag geschrieben.viele
    Mädels schaffen das bei der BRI an einem Tag

  7. Inaktiver User

    AW: Internationale Finanzkrise

    Zitat Zitat von Wolfgang60 Beitrag anzeigen
    Smith begann ursprünglich mit der Idee der unsichtbaren Hand, die alles lenkt (Schumpeter schrieb da auch einiges dazu). Nimm jetzt mal als Beispiel die Autoproduktion. Eine Firma, z.B. Trabi (wie die Firma genau hieß, weiß ich nicht mal, nennen wir sie einfach VEB Trabi). Stellt über Jahre ein Auto her, das fahren kann. Das wäre der Sozialismus. Es gibt vielleicht noch ein zweites Unternehmen, das z.B. einen Wartburg herstellt, das wäre alles. Viel passiert nicht, kein großartiger technischer Fortschritt.
    Da ich nie im Sozialismus gelebt habe, kann ich nicht beurteilen, ob nur zwei Autotypen das Resultat sind. Mangelhafter technischer Fortschritt kann nicht unbedingte Auswirkung sein, denn: Russische Militär- und Raumfahrttechnologie, Wissenschaft etc waren lange Zeit gleichauf mit dem der kapitalistischen Länder. Ich will ja auch dem Sozialismus überhaupt nicht das Wort reden. Mir geht es nur um die herleitbaren kritischen Anmerkungen zur Wirtschafts- und Kapitalordnung der "westlichen Nationen" und die verblüffenden Übereinstimmungen mit den negativen Auswirkungen.

    Hier bin ich weit mehr Kapitalist als Sozialist. Ich denke, dass dieser Profitgedanke zuerst mal gar nicht so übel ist. Ähnlich wie bei Adam Smith. Das ist diese unsichtbare Hand. Jeder will Profit machen und unterm Strich profitiert die ganze Gesellschaft von den profitorientierten Handlungen der Unternehmer.
    Auch ich finde Profitstreben -oder besser: Eigennutzstreben, dessen Folge Profitwunsch sein KANN- an sich nicht verwerflich. Wahrscheinlich ist eine positive Auswirkung durchaus starker Fortschritt und zu einem Grad Wohlstand.

    Jedoch ist der Nutzen für eine (gesamte) Gesellschaft dann nicht mehr gegeben, wenn (als Beispiel) folgende Auswirkungen überhand nehmen: 1. Zu starke Kapitalakkumulation und leistungslose Renditeerwartung -> Auswirkung: Die Renditeerwartung kann nicht mehr wirtschaftlich auf "normalem Wege" gedeckt werden. Folge: Reduzierung "sozialer Leistungen" (Sparmaßnahmen) und kredit- bzw. schuldenfinanzierte Renditedeckung. Diese Auswirkung ist mathematisch und technisch unausweichlich.

    2. In Wachstumsphasen funktioniert die Symbiose Profit/ Ausschüttung in Form von Wohlstand noch einigermaßen. Diese Phase kann aber nur so lange anhalten, wie a) "Käufer" gefunden werden oder b) nicht eine andere Gesellschaft "es besser drauf hat", zu produzieren und zu verkaufen.

    Stagniert bzw. reduziert sich "Wirtschaftsleistung" jedoch -aus Gründen, die "Kapital" und "Marktwirtschaft" selbst als "Motoren" definiert!!!, nämlich Wettbewerb - wird "Kapital" noch anhand geeigneter Methoden versuchen, den Profit der Gesellschaft zu entnehmen. Anderenfalls wird sich "Kapital", weil es nicht standortgebunden ist, woanders "Profit" suchen. Das erleben wir seit geraumer Zeit.

    Das bedeutet nichts anderes, als daß "das Wohl und Teilhabe der Gesellschaft am Profit" immer nur örtlich begrenzt auftreten können (geographisch und gesellschaftlich) - keinesfalls aber "weltweit". Sichtbar ist auch diese Auswirkung in Form von Hunger(tod) und extremer Armut. Dem Gesetz des profitinteressierten Wettbewerbs wohnt zwingend (wie ich vermute, genauso spiegelbildlich, wie "Kapital" und "Schuld") inne, daß es eine Wohlstandsschere gibt. Demzufolge ist "Wohlstand für alle" -egal, wie man ihn definiert- in diesem System weder gewollt, noch möglich. Per Definition nicht und per Spielregel nicht. Das Dogma "Profit anhand Marktwirtschaft" verschweigt grundlegende Dinge.

    Viele vertreten sogar die Meinung, dass der Kapitalismus extreme reinigende Krisen braucht, so dass solche Ungleichgewichte wieder abgebaut werden können,so dass der Kapitalismus wieder funktionieren kann.
    Finde ich bemerkenswert, denn: Damit wird zugegeben, daß Kapitalismus steigendes Ungleichgewicht inne wohnt und dieses System erst unter Zwang ausgleichend reagiert - also keineswegs wie versprochen "Wohlstand für viele" anstrebt, sondern dem aus Eigeninteresse entgegenwirkt. Sonst gäbe es weder übermäßige Akkumulation, noch die "Wohlstandsschere".

    Ich meine, die Ungleichgewichte werden nicht abgebaut, sondern beibehalten - eher noch verschärft. Nehmen wir das Krisenszenario Krieg: Glauben Sie denn, "kapital" führt den Krieg dort, wo der eigene Hintern betroffen sein kann? (Bzw., weil Kapital jederzeit wahlweise in Sache oder Geld transformiert werden kann, kann es "im Notfall" immateriell werden und ist so nicht zerstörbar. Selbst die pro-forma-Verlierer auf Seiten Nazideutschlands (Krupp und wie sie alle heißen) wurden reicher als je zuvor.
    Nimmt sich "Kapital" eine Flinte und kämpft mit? Wohl nicht. In`s Gras beißen die nützlichen Idioten. Was im Krieg nicht zerstört wird, sind Schuldverschreibungen, Bodenbesitz etc. Und es ist allemal im Sinne des Kapitals, Dinge zu zerstören - es ist nichts anderes, als es "Werbung" auch tut: Man will Neues verkaufen. Kollateralschäden sind willkommen, denn das garantiert erneuten Profit. Noch aus jedem Krieg ging Kapital reicher und mächtiger hervor.

    Da unten die zerfetzen sich gegenseitig und schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu und kommen gar nicht auf die Idee, dass die Ursache bei dieser Kapitalakkumulation liegt.
    Heut kam auf Phönix eine Diskussion: Was tun? Mit dabei Solms und andere. Nicht ansatzweise ging es um Akkumulation etc. Einige meinten doch tatsächlich, daß Ursachenforschung unwichtig wäre. Motto: "Weiter wie bisher". Diese Verblödungsstrategie ist unfaßbar.

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    AW: Internationale Finanzkrise

    Zitat Zitat von niederrheiner Beitrag anzeigen
    Schmickler, Pelzig, Pispers, Schramm und weitere.
    Im Mittelalter hatte man Hofnarren Es waren die einzigen, die die Wahrheit aussprachen.
    Es hat sich nichts verändert.

    unter youtube könnte man sich einen ziemlich lustigen aber auch informativen Abend machen.
    Ich bin, also denke ich

  9. gesperrt

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    AW: Internationale Finanzkrise

    Gerhard Spannbauer- Praktische Krisenvorsorge


    YouTube - Gerhard Spannbauer- Praktische Krisenvorsorge



    hier mal ganz gute Tips falls es mal zu einer Finanzkrise kommen sollte.

    gruss, Jack London

  10. gesperrt

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    Die Wirtschaft und Wiwi-Regeln kommen vom Teufel; ihre Widersprüche und letztliche Selbstzerstörung incl. die Rezession kommen von Gott


    Historik und Theorie von Kapitalismus, Kommunismus, Arbeiterbewegung, soziale Revolutionen hatten ihren würdigen Platz in der Geschichte. Mittlerweile ist die Wirtschaft aber an ihren Widersprüchen wie der Rezession angekommen, die erzwingt was jene nicht erreichten. In den Jahren zuvor hat sich die Wirtschaft sowieso nur noch mit Nischenleben über Wasser gehalten, wie : Außenhandel (gegenseitiges Zuschieben von Halden); Spekulation; neu erfundene abstrakte Sachen (zBsp Anlageformen) und Regeln.
    Geändert von fifi1234 (18.12.2009 um 17:03 Uhr)

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