Frank, die FDP hat den Wählern ein 3-Stufiges Steuersystem versprochen mit 35 Prozent Spitzensteuersatz ab 50.000,- Euro Einkommen.
Wenn das nichts mit Steuersenkungen zu tun hat, dann frage ich mich, was die 7 Prozent Unterschied zwischen altem und neuen Spitzensteuersatz sind: pro Mio Einkommen etwa 7.000 Euro geschenkt, ist das etwa keine Steuersenkung.
Und dann der Witz mit der Vereinfachung des Steuersystems. Wir haben genau wie früher eine Progression. Eben in drei Schritten. dann haben wir genau wie früher Steuertabellen, in denen man auf den Pfennig genau erkennen kann, wieviele Steuern man zu zahlen hat. Genau wie früher.
Und diese vielgenannte "Kalte Progression" gibts ja wohl auch noch. Der Schritt von 25 Prozent Steuersatz auf 35 Prozent ist ja nicht wegzudiskutieren.
Für mich ist dieses Steuersystem keine Vereinfachung, es soll einfach nur die Steuern senken, womit auch ordentlich Werbung gemacht wurde.
Jedoch wird dieses System nicht eingeführt, das wussten Westerwelle, Solms und Brüderle schon vor der Wahl, und die FDP-Wähler dürften es mittlerweile ja auch schon ahnen. Alle anderen wussten es auch schon früher.
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Thema: Internationale Finanzkrise
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03.10.2009, 15:53
AW: Internationale Finanzkrise
Ich bin, also denke ich
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04.10.2009, 10:44
AW: Internationale Finanzkrise
Wolfgang, das Kind liegt im Brunnen, der Zug ist abgefahren.
Das Hemd ist zu kurz, egal wie wir es anstellen.
Es geht nur noch darum, wie wir den Abstieg gleichmäßig auf alle Schultern verteilen.
Es gibt zu viele Besitzstände die mit demokratischen Mitteln nicht zu beseitigen sind.
Es ist die schnell wachsende Gruppe der Rentner die es in der Vergangenheit aus Bequemlichkeit versäumt haben für ihr Alter vorzusorgen, gefolgt von der Gruppe der künftigen Pensionäre die ein Loch von Milliarden in die Kassen reißen auch die haben ihre Altersvorsorge nicht organisiert und wollen von laufenden Einnahmen, ich schreibe bewusst nicht Überschüsse, leben.
Und als letztere Gruppe ist die Unterschicht zu rechnen, die es sich auf dem niedrigen Niveau eingerichtet haben. Unsere Sozialausgaben sind weltweit Spitze.
Diese Gruppen haben eins gemeinsam, sie rufen kollektiv, „wir können nichts dafür“ und einzig diese Phrase dient als Rechtfertigung dafür die kleinste Gruppe der Gesellschaft, diejenigen die täglich auf Arbeit gehen, zu schröpfen und auszuplündern.
Die Überschüsse unseres Landes wurden zu 70% aus dem Export generiert, der Export liegt derzeit bei 45%, wie zu Beginn der Krise.
Wenn wir 70% des Exportgeschäftes in den nächsten 3 Jahren wieder auf die Beine stellen können wir von Glück sprechen.
Rechne mit das Mal vor, wie soll das gehen?
Es gibt nur den Weg der Inflation um die Verteilung ohne soziale Spannungen hinzubekommen.
Inflation entwertet die alten Zahlungsversprechen und bewertet aber die heutigen Leitungen täglich neu und gleicht sie an die gestiegenen Preise an.
Auf den Konnten der Alten und Pensionäre liegen 2 Billionen Euro in bar, diese werden sie benötigen um die steigende Preise auszugleichen, das ist der Weg, einen anderen sehe ich nicht.
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04.10.2009, 11:43
AW: Internationale Finanzkrise
Frank, wir sind uns ja einig. Wir wissen beide, dass Deutschland (Staat und Sozialsysteme etc.) so stark ver-und überschuldet sind, dass es zu Einschnitten kommen wird, die viele schockieren werden. OK, ich lasse jetzt mal den Verteilungskampf zwischen "unten" und "oben" weg.
Wir haben ja beide (und weitere Leute hier) schon seit langer Zeit vor dieser Schuldenblase gewarnt.
Was mich nur ärgert (und du weißt, dass ich meine Meinung sage, egal, ob es eine Partei ist, der ich nahestehe, oder eine Partei, die ich weniger mag), ist dieses Lügen unserer Politiker und die wirtschaftpolitische Stümperhaftigkeit, mit der an wichtige Wirtschaftsthemen herangegangen wird:
1. Merkel, von absolut nix ne Ahnung, das weiß jeder, aber sie wurde ja als Landesmutter gewählt, und nicht als Fachfrau.
2. Steinmeier: Als Außenminister war er passabel, wirtschaftspolitisch sehr wenig drauf. Als Kanzlerkandidat fehl am Platz. Er sollte auch nicht in die Führungsmannschaft der SPD gehören.
3. Steinbrück: Eine Niete, große Reden, so wenig Wissen, nur heiße Luft, glänzend verpackt.
4. Guttenberg. Zum Beginn vielleicht ganz gute Ansätze (Im Nachhinein betrachtet mehr Glück als Verstand), danach nur noch Fototermine und keinerlei Qualität. Zudem bewies er, dass er keinerlei Durchsetzungsvermögen hat, zu sehen, wie schnell er bei der Opel-Geschichte einknickte, und das sagte, was Steinbrück und Merkel wollten. Also ein Hampelmann ohne Rückgrad. Gefährlich für Deutschland, wenn er als möglicher Finanzminister innerhalb der EU für Deutschland arbeiten soll, und bei jedem Gegenwind seiner europäischen Kollegen einknickt.
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und nun zu den Neuen:
5. Koch. Der größte Schreihals, der größte Opel-Retter Hessens und des Universums. Wenn jemand es schafft, die vorher genannten Nieten an Inkompetenz zu übertreffen, dann ist es Koch.
6. Westerwelle. Grinseyuppie ohne Format, immer die gleichen Sprüche, die er morgens immer auf Merkzetteln neben seinem Nutellabrot liegen hatte, um sie auswendig zu lernen.
Solms, Brüderle und Westerwelle. Sie haben die Steuersenkung versprochen. Die Formel (eine Westerwelle-Solms-Kurzform der Laffer-Kurve) besagt, dass bei einer Senkung der Einkommenssteuersätze die Mehreinnahmen des Staates durch steigende Wirtschaftsaktivitäten höher sind als die Einnahmensrückgänge durch die Senkung der Steuersätze. Jetzt in dieser Krise ein Schwachsinn hoch drei, das wussten auch die Extremnieten Westerwelle Solms und Brüderle, nur haben sie gelogen, dass sich die Balken bogen. ich frage mich nur, warum viele FDP-Wähler nicht gesehen haben, dass das nur Märchen waren.
So, und nun? Ich weiß nicht, ob es im Moment Politiker gibt, die in der Politischen Hierarchie weit genug oben stehen und die erfolgreiche Wirtschaftspolitik betreiben können. Die von mir oben aufgeführten sind beamtete Nieten mit sehr wenig Wirtschaftskompetenz.Ich bin, also denke ich
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06.10.2009, 11:20
AW: Rückbau des Finanzgebäudes
Ich würde hier gerne mal einen Break setzen in der Tagesdiskussion um Finanzpolitik.
Und darum bitten die Perspektive zu weiten.
Wozu brauchen wir all das inzwischen hochkomplex angewachsene Finanzinstrumentarium, das offenbar den Zauberlehrlingen, die es schufen und betreiben wollten, über die Köpfe wuchs, ausser Kontrolle geriet ?
Wäre es nicht logisch vorzugehen wie ein Baumeister, der merkt, daß sein Gebäude instabil wird. Stützmassnahmen immer aufwändiger geraten, und zudem wenig verheißungsvolle Ausblicke für zukünftiges bieten?
Der Baumeister baut rück bis auf die Grundmauern oder eine 100% tragfähige Basis darüber.
Die Betonung läge beim Baumeister auf 100%. Null Risiko. Dies umsomehr je höher,komplexer und langfristiger das Bauprojekt angelegt sein soll.
Und damit haben wir es tatsächlich zu tun: mit einem gigantischen Langfristprojekt, sogar ohne Endziel.
Wie also das Finanzchaos lichten?
Rückbauen, rückschneiden. Eher zu weit.
Und dann neue FinanzInstrumente (Bauteile) hinzunehmen nur nach klarem Nachweis der Systemstabilitätsgewähr.
Die Frage, ob ein neues Instrument für irgendwas oder -wen nützlich sein könnte, hat dabei zunächst völlig hintanzustehen.
Ein erzkonservatives Vorgehen ist in Dingen solcher Tragweite angesagt. - So wie Softwareingenieure tun, die große Systeme schaffen. Systemstabilität ist alles, Wunschdenken steht ganz weit hinten.
Was tat und tut aber die Finanzwelt : DAS GEGENTEIL !
Sie gibt sich "innovativ"
Ich wäre wenig überrascht würden bis hierher nun viele nicken und zustimmen.
Die nächsten, gleichsam technischen, Fragen wären dann solche nach der Methode des Rückschnitts.
Wenn keine elegante sich melden will, dann nimmt man eine wirkungsvolle.
Hilfreich könnte dazu ein Blick in die Historie sein.
Gab es jemals ein stabil funktionierendes Finanzwesen?
Wann und wie waren die "guten alten Zeiten" ?
Ich selbst bin kein studierter Finanzökonom, will also hiermit die hier vorhandenen Potentiale aktivieren.
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06.10.2009, 11:41Inaktiver User
AW: Internationale Finanzkrise
Hombre -
sogar ich stimme dir zu, dass dies eine wünschenswerte Option wäre. Ich fürchte allerdings, dass sie in der Pracis nicht umsetzbar ist, ließe mich aber gern belehren.
Der von dir vorgeschlagene Blick zurück zeigt allerdings, dass es seit der Zeit des Römischen Reiches immer wieder Wirtschaftskatastrophen, Spekulationskollapse und Inflation gab. Sogar zu Zeiten des Goldstandards.
Die Frage wäre eher, welche - bisher theoretischen - Modelle geeignet wären, eine möglichst große Stabilität der Finanzmärkte mit einer stabilen und wachsenden Wirtschaft in einem globalen Kontext zu gewährleisten.
Wir könnten ja theoretisch sogar für Deutschland auf wirtschaftliches Wachstum verzichten und uns auf unseren vorhandenen Wohlstand beschränken, dabei andere - nicht materielle - Werte neu betonen. Weltweit allerdings ist Wachstum unverzichtbar, da die Weltbevölkerung weiter wächst, und die Menschen in den Entwicklungs- und Schwellenländern sich auch einen größeren Wohlstand wünschen.
Und ich denke nicht, dass es bei uns eine große Zahl von Menschen gibt, die von ihrem Wohlstand etwas abgeben wollen, also z.B. vom Inlandsprodukt soviel and die "armen" Länder abgeben, dass unser Pro-Kopf Einkommen von jetzt fast € 30.000 auf € 6.000 sinkt. Also brauchen auch wir weiterhin auch monetäres Wachstum.
Ich fürchte zwar, dass wir keine Lösung für deinen Vorschlag finden werden, schon weil niemand von uns die Expertise hat, um ein derart komplexes System mit allen Implikationen zu erdenken. Aber es kann ja trotzdem eine interessante Diskussion geben.
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06.10.2009, 12:55
AW: Internationale Finanzkrise
Nun denn, djgm01, das klingt ja wie konstruktiv!
Ich habe übrigens auf "Wachstumsverzicht" garnicht abgestellt.
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06.10.2009, 14:49Inaktiver User
AW: Internationale Finanzkrise
Das wäre aber eine sehr wahrscheinliche Folge, wenn man absolute Sicherheit haben will.
Aber vielleicht gibt es ja Modelle, die Wachstum mit absoluter Sicherheit verbinden? Glaub ich zwar nicht würde mich aber mit Begeisterung belehren lassen, wenn sowas funktioniert.
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07.10.2009, 14:32
AW: Rückbau des Finanzgebäudes
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07.10.2009, 19:15
AW: Rückbau des Finanzgebäudes
OK, ich bin Dipl.- Volkswirt,
und mir gehts wie Faust:
"Da steh ich nun, ich armer Thor und bin so klug als wie zuvor."
wo soll ich jetzt anfangen?....ok
1. Es gibt verschiedene volkswirtschaftliche Lehrmeinungen, die häufig ziemlich unversöhnlich gegeneinander stehen. Wer hat nun Recht.
Ein Beispiel aus der Politik: Die Bundesbank sagt: Sparen sparen sparen, sonst geht Deutschland pleite. Und ja keine Steuergeschenke!!!
Westerwelle sagt: "Macht Steuergeschenke zu Hauf, dann wird die Wirtschaft florieren und die Überschüsse können zum Schuldenrückzahlen verwendet werden."
Ich bin eher auf der Seite der Bundesbank, FDP-Wähler sind auf der Seite Westerwelles und Brüderles. Und wer hat nun Recht? Das kann nie bewiesen werden, denn man kann in einer Situation nur einen Weg gehen. Wenn der Weg falsch war, wer kann wissen, ob der andere Weg nicht auch falsch gewesen wäre. Und wenn der Weg der richtige war, vielleicht wäre der andere Weg auch richtig gewesen. Wie gesagt: Ich habe meine Meinung....aber beweisen?
Nun kommen wir zum zweiten Punkt:
2. Volkswirtschaftliche Formeln etc. Die Formeln bestehen aus vielen Unbekannten. Wenn ich das Beispiel von eben nehme, hat Westerwelle in die Formel (Steuersenkungen) einen starken Multiplikator eingefügt. Die Bundesbank belächelt diesen Multiplikator. Wer hat Recht? und so weiter und so fort.....
Es wird hier keinen Nationalökonom geben, der alle Probleme lösen könnte, oder alle hier für seine Ideen begeistert.
Vielleicht gibt es ja den einen oder anderen Finanzakrobaten, der den Weg weist. Die Finanzakrobaten kommen ja langsam wieder aus ihren Löchern, nachdem sie erst mal untergetaucht waren.
Grüßle
WolfgangGeändert von Wolfgang60 (07.10.2009 um 19:24 Uhr)
Ich bin, also denke ich
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08.10.2009, 12:38Inaktiver User
AW: Internationale Finanzkrise
FTD.de | Betrugsverdacht: HSH Nordbank entdeckt Tochter auf Kanalinseln
FTD.de | Quälgeist: Marnette und seine HSH-Mission
Mal wieder die HSH Nordbank!
Kein Wunder, dass es immer wieder Skandale gibt, wenn eine Bank von abgehalfterten Politikern geleitet wird. Und dass ein Wirtschaftsmann (Marnette) als Minister und als Kontrolleur dieser Bank abgeblockt wird, weil der den regionalen Klüngel bloßstellen will.
Es ist doch schon verwunderlich, wenn in einer Bank plötzlich unbekannte Tochtergesellschaften gefunden werden, über die dann auch noch (so wie es aussieht) Schwarzgeldgeschäfte abgewickelt werden ...



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