Lukulla, Du schreibst mir aus der Seele!![]()
Mir geht das auch auf die Nerven, und ja, auch das ist typisch deutsch: Man darf sich nicht mal einen Tag freuen, gleich wird wieder gemahnt und an das Negative gedacht.
Es ist kein Wunder, dass auch die Politik in Deutschland so negativ ist.
(Und ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich keineswegs immer alles im eigenen Land schlecht mache und woanders besser finde. Es gibt vieles, was ich hier sehr gut finde.)
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06.11.2008, 19:44
AW: USA: Für wen würdet ihr eure Stimme geben?
Am 3. Juni 2011 kam unsere kleine Maus zur Welt - unser größtes Geschenk!

Die Liebe trägt unsere Seele wie die Füße unseren Leib.
Unsere Gedanken und Gebete sind bei Colina und Ticklish und ihren Familien und bei allen anderen Sternenkindern.
Papa, für immer in meinem Herzen!
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06.11.2008, 19:51Inaktiver User
AW: USA: Für wen würdet ihr eure Stimme geben?
@ Hornilla
Du sagst, dass Obama Fehler zugeben könne. Das ist eine sympathische Eigenschaft, aber mir kommt es eher darauf an, dass einer die ganz fetten, die ganz haarsträubenden Fehler gar nicht erst macht.
Mir gefällt es, dass Obama ein nachdenklicher, ruhiger Intellektueller ist. Darin ist er fast unamerikanisch, und in der Tat kam das zunächst eher schlecht an: Die Amis mögen lieber einen Mann wählen, mit dem sie ein Bier trinken gehen und Witze reißen können (was wiederum mich befremdet).
Mir gefällt, dass Obama ein gutes Urteilsvermögen hat, wenn es um die Leute geht, mit denen er sich umgibt, und dass er sie mit großem Bedacht auswählt - sehr anders als McCain, der ausgerechnet mit Karl Rove zusammengearbeitet und eine Sarah Palin als Vize nominiert hat.
Mir gefällt, dass Obama zuhört und dass er seine Gefühle unter Kontrolle hat: Die Welt braucht nicht noch einen US-Präsidenten, der alle Vernunftargumente beiseite wischt und impulsiv aus dem Bauch heraus entscheidet.
Obama steht für Pragmatismus und Diplomatie, und nicht für ideologische Haudrauf-Politik.
Klar wird er gegebenenfalls auch Kriege führen, und man sollte sich nicht täuschen: seine Vorgehensweise bei der Kandidatur als Senator in Illinois hat gezeigt, dass er hart und konsequent seine Ziele verfolgen kann. Das muss er auch: er muss Entscheidungen treffen und entschlossen durchsetzen können, sonst ist er ein schwacher Präsident.
Aber er ist keiner, der die Ideologie in den Mittelpunkt stellt. Ich glaube, dass er klare amerikanische Interessenspolitik machen wird, aber er hat sich z.B. angesichts des Georgien-Konfliktes meines Wissens nicht so martialisch geäußert wie McCain und Palin. Und auch bezüglich des Iran waren von ihm sehr viel besonnenere Töne zu hören.
.Geändert von Inaktiver User (06.11.2008 um 20:00 Uhr)
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06.11.2008, 19:55
AW: USA: Für wen würdet ihr eure Stimme geben?
Zitat:
Zitat von Hornilla
Ich habe 45 min mit den Kleinen über die Wahl geredet - sie wollten das unbedingt (!), und es war echt genial, was sie alles wussten.
Ich kann Euch nachher noch mehr davon erzählen, muss gleich weg.
Habe auch mit 11-12-Jährigen und auch mit etwa 17-Jährigen über die Wahl geredet. Von den Kleinen hat etwa ein Drittel zugegeben, dass sie die Wahl überhaupt nicht interessiert hat, aber einige waren sogar abends/nachts länger aufgeblieben bzw. haben Wecker früher gestellt. Ein kleiner palästinensischer Gymnasiast war regelrecht euphorisch und wusste auch ganz viel und hat tatsächlich von den Hoffnungen seinen Verwandten in Palästina auf Frieden und zwei Staaten erzählt. Das fand ich schon bemerkenswert.
Von den Großen war ich etwas enttäuscht. Zwar waren fast alle für Obama- unsere reizende amerikanische "assistant teacher" hat ihren Briefwahlbogen kopiert und die Oberstufenschüler durften "wählen", aber für viele ist Obama tatsächlich nur der POPSTAR unter den Politikern. Von Inhalten wussten sie wenig bis nichts und das Interesse einiger hielt sich auch in Grenzen. Sein afrikanischer Hintergrund war selbst den Mädchen, die sich auf seine biografischen Daten vorbereitet haben (sollten), nicht bekannt - ich war erschüttert. Und die nächste deutsche Wahl ist nicht mehr lange hin
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06.11.2008, 20:03Inaktiver User
AW: USA: Für wen würdet ihr eure Stimme geben?
Stimmt! Du (und Blautanne) seht nichtmal, dass ich auch ein bisken Hype um des Hypes Willen schrieb
Zitat von Lukulla
Und in den Massen, von denen ich schrieb, stellen den grössten Teil derer, die nem bisken Hype folgten, nicht die direkt betroffenen Menschen in den USA (ja, ich weiss, wenns die USA betrifft, betrifft es auch immer nicht unerheblich auch den Rest der Welt) sondern all die Obama-Parties rund um den Globus.
Und da kann mir keiner erzählen, da feierten nicht einige auch deswegen, weils eben nen Grund zu feiern gab.
Ich halte mich lieber an die 100-Tage-Regel, und schaue April 2009, was Obama bis dahin alles angefasst und vielleicht auch schon angeschoben hat.
Dann bin ich gern einer der ersten, der dann den Hut hier vor ihm zieht.
Im übrigen ziehe ich nicht kritisch die Augenbrauen hoch, ich stosse lediglich nicht anhaltendes Jubelgeschrei aus.
Das ich mich über das eindeutige Votum für ihn freute, sagte ich ja.
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06.11.2008, 20:25
AW: USA: Für wen würdet ihr eure Stimme geben?
Gott, das ist ja schlimm!
Zitat von Inaktiver User
Wenn das alle machen würden!
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If in hole
Stop digging
(Indian saying)
"Sie sind alt, wenn Sie sich bücken, um die Schuhe zuzubinden, und dabei überlegen, was Sie noch erledigen könnten, wo Sie schon mal da unten sind ..."
Eckart von Hirschhausen
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06.11.2008, 20:37
AW: USA: Für wen würdet ihr eure Stimme geben?
Blautanne, natürlich ist es das Beste, die ganz schlimmen Fehler werden gar nicht erst gemacht. Und die macht Barack auch nicht, da haut ihm Michelle schon auf die Finger!
Nein, ernsthaft, es ist ja nicht unwahrscheinlich, und das hat Obama ja selber schon gesagt, dass es aufgrund der finanziellen Lage schwierig sein wird, alles sofort umzusetzen. Oder überhaupt in einer Amtszeit umzusetzen.
Aber wichtig ist: Er sagt das von Anfang an und macht den Leuten nichts vor. Ich kenne es von Politikern sonst so, dass sie sich denken: "Wahlversprechen? Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern! Ich tu einfach so, als hätte ich das nie gesagt, das dumme Volk wird's schon nicht merken."
Ist jedenfalls mein Eindruck.
Ansonsten seh ich Obama so wie Du. Dass er Ziele verfolgen und auch hartnäckig durchsetzen kann, ist für so ein Amt ohnehin unerlässlich.
Aber die Obamas berühren auch deshalb so viel in mir (und in so vielen Menschen, weil sie authentisch sind. Sie sind eine "normale" Familie, und man hat das Gefühl, sie sind nah am Leben der Bevölkerung dran.
Zu meinen Schülern:
Ich war in der 5. Klasse heute echt fasziniert. Die Kids wollten gerne über die Wahl reden, ist ja auch Englischunterricht und somit Landeskunde, ich hatte nix dagegen.
Und dann kamen echt die unglaublichsten Sachen! Diese Zehnjährigen wussten ALLES über das amerikanische Wahlsystem, wie viele Wahlmänner jeder Kandidat gewonnen hat, sie wussten über Hillary Clintons Kandidatur Bescheid, sie hatten Zeitungen gelesen (!)... Ich war völlig begeistert und habe ihnen auch gesagt, dass ich sie mal mit in besagte 10. Klasse nehme, damit sie denen was beibringen. Ein Junge nahm das ernst und fragte dann wirklich am Ende der Stunde, wann sie denn nun in die 10. mitkommen dürften... Die anderen: "Boah, das war ein Witz!"
Besonders beeindruckt hat sie aber dann doch die Zimmerzahl im Weißen Haus (in der Zeitung war ein Grundriss abgebildet) und die damit verbundene Tatsache, dass die Obama-Mädchen da immer verstecken spielen können, ohne je gefunden zu werden...
Und dass sie einen Hund bekommen...
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06.11.2008, 20:42Inaktiver User
AW: USA: Für wen würdet ihr eure Stimme geben?
Naja Noodie, es ist doch aber inzwischen nunmal so, dass selbst Luftnummern heutzutage zu "Events" allerorten hochgepusht werden.
Zitat von Noodie
Da geht dann manchmal der Überblick verloren, was von einigen (NICHT allen!!) nun noch ernsthaft und mit echtem Herzen betrachtet und hinterfragt wird, oder eben nur als willkommener Grund genommen wird, ein (weiteres) Event selbst zu feiern.
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06.11.2008, 20:44
AW: USA: Für wen würdet ihr eure Stimme geben?
Also, zumindest bei den Menschen, die ich kenne, dürfte das in diesem Fall klar sein...
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07.11.2008, 01:16Inaktiver User
AW: USA: Für wen würdet ihr eure Stimme geben?
Ach nee. Und was für einen Grund gab es für die angeblich nicht betroffenen Menschen ausgerechnet diese Wahl zu feiern ?
Zitat von Inaktiver User
Ich kann mich jedenfalls an keine Feierstimmung anlässlich der Wahl von Reagan, Clinton oder Bush erinnern.
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07.11.2008, 10:23
AW: USA: Für wen würdet ihr eure Stimme geben?
Es liegt in der menschlichen Natur sich von der Stimmung die um einen herum verbreitet wird beeinflussen zu lassen. Ich sehe nichts Schlimmes darin wenn manche Leute feiern weil um sie herum alle fröhlich sind, obwohl sie vielleicht nicht besonders interessiert an der Wahl waren.
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