Ich habe sehr nahe am Wasser gebaut, BlautanneZitat von Inaktiver User
und sehe mich als sehr warmherzigen Menschen an.
Ich bin aber auch nicht blind, wenn ich sehe, wie schnell Massen sich wieder euphorisieren lassen (und das eben nicht nur gestern bei der Präsidentschaftswahl)
Dass ein Mensch wie Colin Powell, den ich übrigens sehr schätze, und der in seinem politischen (und wohl auch militärischem) Leben, allein aufgrund seiner Hautfarbe erhebliche Nachteile in Kauf nehmen musste, und daher nun die Wahl des ersten schwarzen amerikanischen Präsidenten sehr emotional wahrnimmt und das auch nicht versteckt, zeigt seine Menschlichkeit.
Was aber die Euphorie der Massen betrifft, da bleibe ich bei meiner Meinung
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06.11.2008, 17:57Inaktiver User
AW: USA: Für wen würdet ihr eure Stimme geben?
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06.11.2008, 18:19Inaktiver User
AW: USA: Für wen würdet ihr eure Stimme geben?
Die Euphorie von Colin Powell und die Euphorie der Massen haben großteils die gleichen Hintergründe.
Zitat von Inaktiver User
Man kann nicht die eine akzeptieren und die andere abwerten.
George W. Bush ist nicht irgend ein Politiker. Er ist ein Politiker, der einen gigantischen Scherbenhaufen hinterlässt. Es gibt so viele Menschen, die mit ihm eine Rechnung offen haben:
die Angehörigen derjenigen, die für eine fette Lüge im Irak gestorben sind oder als körperliche und seelische Wracks zurückgekehrt sind,
diejenigen, die wegen seiner wirtschaftspolitischen Unfähigkeit und Untätigkeit ihr Haus und ihre Existenz verloren haben oder möglicherweise demnächst verlieren werden.
Diejenigen, die fassungslos mitangesehen haben, wie er Menschen in New Orleans buchstäblich hatte absaufen lassen.
Diejenigen, die an Menschenrechte glauben und die Bilder aus Abu Ghureib und Guantanamo in ihrem ganzen Leben niemals vergessen werden.
Sie alle haben eine Rechnung mit Bush offen, und McCain, der Möchtegern-Maverick, hat allzu viel von dessen Politik unterstützt, als dass er dieser Abrechnung dienen könnte. Zumal er mit Palin als "running mate" eine unverantwortliche, ja skrupellose Wahl getroffen hat.
Vor allem aber sind da die Angehörigen der farbigen Minderheit, die Obama mit einem Anteil von mindestens 95% gewählt haben:
Wir können kaum ermessen, was seine Wahl für farbige Underdogs sowie für jene bedeutet, die Zeit ihres Lebens immer sehr viel besser, brillianter, arbeitswütiger, angepasster sein mussten als andere um sie herum und die wieder und wieder gedemütigt worden sind. Wir können es nicht ermessen, weil uns solche Erfahrungen erspart geblieben sind.
Aber wir können unsere Augen aufmachen, ihre Gesichter, ihre Tränen sehen und ihre Begeisterung etwas behutsamer kommentieren.
.Geändert von Inaktiver User (06.11.2008 um 18:31 Uhr)
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06.11.2008, 18:32Inaktiver User
AW: USA: Für wen würdet ihr eure Stimme geben?
Du magst es Dir nicht ausmalen können, und nichtmal ahnen, wie wütend ich in den Tagen war, als GWB das erste mal zum Präsidenten gewählt wurde, nachdem immer deutlicher wurde, was da eigentlich ablief.
Und ich gönne den Menschen in den USA die emmotionalen Momente der letzten Stunden von ganzem Herzen. Auch mir wurden die Augen Feucht bei all der Erleichterung und Freude.
Aber derartige Vorschusslorbeeren, die Obama nun von so vielen (in ihrer Euphorie) schon zugestanden werden, kann ich nicht teilen.
Er hat Hoffnung geweckt (auch bei mir) ... mehr aber noch nicht.
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06.11.2008, 18:48
AW: USA: Für wen würdet ihr eure Stimme geben?
Genau meine Meinung!
Zitat von Lukulla
Massen dürfen nicht euphorisiert sein, bzw. es ist problematisch, wenn sie es sind... Das ist typisch deutsch. Klar, es hat auch mit unserer Vergangenheit zu tun.
Aber mir fehlt das in Deutschland - echte Begeisterung, Herzblut für eine politische Sache. Das ist alles wischi-waschi.
Ich werde bei der nächsten Wahl wählen, einfach, weil ich immer wähle und weil ich es nicht nur für ein Bürgerrecht, sondern für eine Bürgerpflicht halte. Aber im Grunde denke ich: "Meine Stimme richtet nicht viel aus!" Hätte ich jetzt in den USA wählen können, wäre das anders gewesen.
Am 3. Juni 2011 kam unsere kleine Maus zur Welt - unser größtes Geschenk!

Die Liebe trägt unsere Seele wie die Füße unseren Leib.
Unsere Gedanken und Gebete sind bei Colina und Ticklish und ihren Familien und bei allen anderen Sternenkindern.
Papa, für immer in meinem Herzen!
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06.11.2008, 19:02Inaktiver User
AW: USA: Für wen würdet ihr eure Stimme geben?
Ja, dieser brilliante Mann, diese glanzvolle Erscheinung mit großer rhetorischer Begabung und scharfem Verstand hat Hoffnung geweckt, und wir alle hoffen, dass er sie nicht enttäuschen möge.
Zitat von Inaktiver User
Aber das war keine "Hype um der Hype willen". Sie hatte sehr gute Gründe.
Und teilweise hat Obama die Hoffnung sogar bereits erfüllt: für die Farbigen ist bereits am Wahltag ein Traum in Erfüllung gegangen, den sie nie zu träumen gewagt hatten. Noch ist es nicht so weit, dass ein Farbiger genauso mittelmäßig sein darf wie ein Weißer, aber ganz gleich, wie es weiter geht, einer der Ihren hat es immerhin geschafft alle Rassenschranken zu überwinden. Deshalb haben sie geweint.
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06.11.2008, 19:07Inaktiver User
AW: USA: Für wen würdet ihr eure Stimme geben?
Das liegt vielleicht daran, dass der amerikanische Präsident sehr viel Macht hat. Aber Macht ist eine zweischneidige Sache. Je mehr Macht, desto mehr Machtmissbrauch ist möglich.
Zitat von Hornilla
Außerdem ist deine Stimme immer nur eine Stimme von vielen - hier wie dort. Das ist eben so.
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06.11.2008, 19:11
AW: USA: Für wen würdet ihr eure Stimme geben?
Das ist klar. Aber in Deutschland habe ich wirklich das Gefühl, dass sich die Parteien kaum noch voneinander unterscheiden. Und Visionen - da warte ich hier schon lange mal drauf.
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06.11.2008, 19:15
AW: USA: Für wen würdet ihr eure Stimme geben?
Im Spiegel habe ich einen Artikel gelesen, den ich hier mal sinngemäß zitieren möchte. Da stand, als erster schwarzer Kandidat hätte sich Barack Obama im Wahlkampf keinen einzigen Fehler leisten dürfen. Und das hat er auch nicht getan.
Zitat von Inaktiver User
Was ich für wichtig halte: Er ist authentisch, wie hier schon gesagt wurde. Seine Frau ist authentisch. Sie sagte mal in einem Interview, er würde zu seinen Fehlern stehen. Das tun die wenigsten Politiker.
Ich glaube, allein das würde schon einen Unterschied in der Wahrnehmung machen: einmal von einem Politiker zu hören, dass er einen Fehler gemacht hat.
Was die Leute in Deutschland (und auch in den USA bei Bush) so aufregt, ist doch auch: Da passieren die unmöglichsten Dinge. Und die Politiker rechtfertigen sich und tun so, als sei alles in Ordnung. Das löst Frust und Politikverdruss aus.
Obama hat auch nie gesagt, dass es einfach werden würde. Das ist auch ein Unterschied zu anderen Politikern - es ist einfach integer und ehrlich.Geändert von Hornilla (06.11.2008 um 19:21 Uhr)
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06.11.2008, 19:16
AW: USA: Für wen würdet ihr eure Stimme geben?
Ich meinte eigentlich auch weniger, dass meine Stimme extrem viel bewirken würde, sondern eher, dass ich wüsste, wofür bzw. für wen ich meine Stimme wirklich abgebe. Es würde in mir etwas bewirken. Das tun deutsche Wahlen nun eher selten (bis nie).
Zitat von Inaktiver User
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06.11.2008, 19:40
AW: USA: Für wen würdet ihr eure Stimme geben?
Ach, die typischen Mahner, die Deutschen, die gleich wieder kritisch die Augenbrauen hochziehen.
Zitat von Inaktiver User
Ich sehe nach Jahren der Depression in Amerika eine Aufbruchstimmung, eine positive Energie, die bei den Menschen geweckt wird, ein Appell, ihre eigenen Möglichkeiten zu nutzen, einen Appell, etwas zu tun, ein Versprechen, das auch jeder, der dort klatscht, selber etwas bewegen kann.
Ich sehe keinen Hype (was für ein schreckliches Wort; Leo übersetzt das so: der Medienrummel; die Publicity; der Rummel; der Schwindel) ich sehe Menschen, die aufwachen, vor allem junge und früh Verzweifelte, die spüren, dass Politik für die Menschen gemacht wird (Originalzitat von Obama) und ich sehe, dass diese Menschen wieder ihre Würde zurückbekommen.
Das ist keine leere Euphorie, sondern Begeisterung dafür, dass eine Veränderung möglich ist, dass Patriotismus möglich ist ohne Bomben und die Heraufbeschwörung eines Gegners.
Das Wichtigste, was ich immer wieder in allen Aussagen der Menschen zu hören war, ist, Obama eint die Menschen. Wir sind ein Volk (kennen wir das nicht?) sagt er, wir gehören zusammen, wir haben alle den gleichen Traum.
Die Welt ist elektrisiert davon, dass Obama genau diese Worte benutzt, er ist mit der mächtigste Mann auf dieser Welt. Wenn Amerika im Konsens die uneinigen Felder der Welt befrieden will, ist das ein enorm grosser Schritt auf dem Weg zum Weltfrieden. Ich habe von Obama nie ein Hasswort gehört, keine Verunglimpfung, keine martialischen Äusserungen. Das zeigt, dass er vollkommen überzeugt ist von dem was er sagt und das umsetzen will.
Es ist ein völlig neuer Politikstil und ein neuer Umgang mit den Problemen der Welt.Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes


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