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    AW: Bildungschancen

    ach,....ich schiebs einfach auf das miserable Bildungssystem...
    .
    In meiner Badewanne pflege ich das Badewasser selbst einzulassen.
    .

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    AW: Bildungschancen

    @ revol:
    Die Mutter hat sich beschwert. Und hat besagte Antwort bekommen.

    Im Grunde genommen ist es für die Diskussion hier auch egal, wie die Eltern reagiert haben, es geht ja darum, ob alle die gleichen Bildungschancen haben, nicht darum, wer wehrhafter und durchsetzungsfähiger ist.

  3. Inaktiver User

    AW: Bildungschancen

    Zitat Zitat von beklamo
    ...es geht ja darum, ob alle die gleichen Bildungschancen haben
    die gleichen Cancen sind wohl grundsetzlich gegeben... aber ich denke, an der praktischen Umsetzung hapert es dann doch etwas...

    ich habe eben gerade mal so grob überschlagen...

    abgesehen von den Schulbüchern (wir haben hier in Niedersachsen keine Lehrmittelfreiheit mehr) und von den monatlichen Fahrtkosten zur Schule habe ich seit Anfang dieses Schuljahres bereits knapp 120€ an Kopiergeld, Zusatzmaterialien, Unterrichtslektüre, etc. ausgegeben... auf der aktuellen Liste stehen noch div. Bücher sowie ein (für den Unterricht vorgeschriebenes) Wörterbuch für etwa 30€... und das wird bestimmt nicht alles bleiben...

    Auch wenn mir das aus verschiedenen Gründen nicht immer soooo leicht fällt, kann ich das schon noch wuppen... aber ich kann mir z.B. schlecht vorstellen, wie das bei einer Familie funktionieren soll, die weniger Einkommen hat... ich vermute mal, die müssen dann vermutlich irgendwann "aufgeben"... so wirklich gerecht finde ich das tatsächlich nicht...

  4. Inaktiver User

    AW: Bildungschancen

    Und Schulen haben ja auch immer weniger Geld, schon alleine wegen der enorm gestiegenen Energiekosten. Ich frage mich wie die das wuppen.
    Allerdings muss man den Lehrer dann auch mal fragen können, ob das alles denn wirklich unbedingt so sein muss. Man kann auch guten Unterricht mit weniger Aufwand betreiben, die Kinder lernen dann auch. Man muss es einfach nur wollen.
    Geändert von Inaktiver User (14.09.2008 um 16:14 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Bildungschancen

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Die Kinder müssen es ausbügeln. Denen fehlt dann nämlich auch ganz schnell die Lust zur Schule zu gehen. Es wird langweilig.

    Ich kenne z.B. kein Kind, das sich nicht auf seine Einschulung gefreut hat. Die meisten freuen sich etwas neues zu lernen, endlich lesen und schreiben zu können. Leider geht diese Freude viel zu schnell verloren, weil immer nur das schwächste Glied in der Klasse das Tempo bestimmt. Die anderen gehen unter.
    Komisch, ich erlebe das seit Jahren umgekehrt! Die Schwachen ( meist gibt es ein Defizit wie LRS oder ähnliches) fallen durch das Förmchen Raster und landen in Schulformen, in denen sie eigenlich vom IQ her nix zu suchen hätten. In Ländern mit anderen Bildungs- und Schulsystemen würde sowas nicht passieren -weil präventiv gearbeitert wird. Solange Deutschlands Politikelite meint, Bldung sei zu teuer, wird das hier auch in 50 Jahren noch so sein, wie es im Moment ist.....

    Wenn ich Frau von der Leyen ( ich könnt mich übergeben bei der selbst mit dem goldenen Löffel im Mund geborenen Dauergrinserin) immer höre, die gut gebildeten Frauen sollen mehr Kinder bekommen und dafür werden gerade Millionen für Krippenplätze raus gehauen, dann schwillt mir der berühmte Hals nach Bagdad! Das hört sich für mich immer gerne so an, als würden nur noch die "Assos" sich vermehren wollen.

    Steckt die Kohle in die Kinder, die JETZT Bedarf haben und niicht in die, die noch geboren werden sollen, dann sieht es auch mal wieder anders aus!
    Meine Meinung.

    Grüße Manuela

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    AW: Bildungschancen

    Zitat Zitat von Kuehlesblondes
    Das ist doch Quatsch!
    Es geht mir um Ganztagsschule, um individuelle Betreuung und Förderung der Schüler auch außerhalb des Klassenverbands.
    Da gäbe es genug alternatvive Möglichkeiten.
    Ich spreche nicht vom "normalen Unterricht".
    Ich sehe ihn gerade vor mir, den Klassenlehrer, der jeden seiner 30 Schüler inviduell fördert, die einen im musischen Bereich, andere in Naturwissenschaften und wieder andere in diversen Sportarten.
    Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. (Nietzsche)

  7. Inaktiver User

    AW: Bildungschancen

    Steckt die Kohle in die Kinder, die JETZT Bedarf haben und niicht in die, die noch geboren werden sollen, dann sieht es auch mal wieder anders aus!
    Meine Meinung.
    Ist auch meine Meinung.

  8. Inaktiver User

    AW: Bildungschancen

    Meine Erinnerungen an meine Schulzeit (04/64 bis 95/76):

    Werde ich den Notenschnitt für den Wechsel von Grundschule auf das Gymnasium zum Ende des Schuljahres 1967 schaffen?

    Verkürzte Grundschulzeit mit zwei Schuljahren von je siebeneinhalb Monaten, da im Hinblick auf die Verlegung der Schuljahresendes auf Juli eine Anpassung an den Beginn des Wintersemester gewollt war. Sozusagen Turboschule. Grundschule G3.

    U-Tertia, 1. Halbjahr: versetzungsgefährdet.

    Nach meinem Gefühl heute habe ich eine breite Allgemeinbildung erhalten.

    In der Gymnasialzeit sechs Klassenfahrten, davon waren mindestens drei Zweiwochenklassenfahrten, eine Fahrt ging nach Moskau/St. Petersburg (Leningrad); das war nicht billig.

    Lernmittelfreiheit: aber unser Deutschlehrer wollte für die Lektüre der Klassiker keine Reclamhefte, sondern dtv-Ausgaben.

    Mathematik (als das wohl verbreitetste "Problemfach"); viele Klassenkameraden bedurften der Nachhilfe; ich war mit meinem Vater in einer komfortablen Situation, dass er als Hochschullehrer für Mathematik mir den Unterricht erteilte und der neue Stoff in der Schule für mich dann Übung war. Und ich erteilte anderen Schülern in Mathematik Nachhilfe und besserte so mein Taschengeld auf. Arbeitsgemeinschaften mit den schwachen Mitschülern haben mich nicht interessiert.

    Russisch: ich wählte statt Französisch Russisch (damals gabs es ja noch den Kalten Krieg); meine Mutter (Transmissionsriemen in der Erziehung) lernte mit mir Russisch, um etwa meine Vokabeln abzufragen.

    Das Gymnasium haben wir mit einer Klassenstärke von 40 Schülern begonnen; von diesen sind 26 Schüler sitzengeblieben oder haben die Schule verlassen (die das Gymnasium verlassen haben, m.E. zu Recht, weil schlicht und ergreifend ungeeignet, auch aus meiner jetzigen Sicht).

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Und andere haben sich sonst zu Tode gelangweilt. Für meinen Sohn wäre das G8 genau richtig gewesen.
    Ich habe konsequent U-/O-Tertia und U-/O-Secunda gelernt, U- und O-Prima waren dann sozusagen "Selbstläufer", in denen sich mein Lernaufwand ziemlich in Grenzen hielt.

    Meine Gedanken zum heutigen Gymnasium:

    G8: ich habe Zweifel, ob die Verkürzung der Schulzeit für einen früheren Eintritt in das Berufsleben entscheidend ist. Maßgeblich ist nicht eine Allgemeinbildung im Sinne humanistischer Bildung, entscheidend ist Faktenwissen. Die maßgeblichen Fakten ändern sich.

    Begabtenförderung/Eliten: sehr umstritten. Ich habe den Eindruck, dass viele Politiker Eliten nicht wünschen. Ich hielte es für sinnvoller, die Schulen für Hochbegabte durchlässiger zu gestalten.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Das ist kein Irrtum. Es ist mittlerweile zum Durchschnitt verkommen. Das ist richtig. Was ist sonst das Gymnasium? Was ist dann die Realschule?
    Ein guter Freund vermittelt Internatsplätze an englischen Privatschulen. Das Interesse an einer bessern Schulbildung ist enorm. Ich habe Freunde aus dem Iran, für die war der Umzug in einen anderen Stadtteil fast eine Katastrophe, weil ihre Kinder dann mit Kindern, die nur schlecht Deutsch konnten, in der Grundschüle zusammen hätten lernen müssen. Demokratisierung der Schule, Gesamtschule? Ich fürchte, dass das der Untergang des Bildungssystems sein wird.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    ... Das WWW erletzt aber keine Bildung und die angebotene Masse erzeugt am Ende nur noch weißes Rauschen, das die Menschen ohne bzw. mit falschen Informationen zurück läßt und damit das Gegenteil von Information erzeugt.

    ...
    Informationen aus dem Internet: beliebt ist ja wikipedia, in der Universität gänzlich ungeeignet.

    Zitat Zitat von Nocturna
    Gymnasium ist zum Durchschnitt verkommen? Hallo?

    ...
    Nach meinem ersten jur. Staatsexamen nach sieben Semestern war ich auch Korrekturassistent: was ich da sprachlich in Klausuren und Hausarbeiten sah, Stand die Arbeit auf der Kippe, habe ich mangelhaft bewertet.

    Zum Schulsystem:

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Genau.

    Lehrer haben mit ihrem Beamtenstatus eben seine supersichere Stelle auf Lebenszeit. Leistung müsste viel mehr kontrolliert werden.

    ...
    Eine Konsequenz müssen wir ziehen, die in Deutschland längst überfällig ist: den Beamtenstatus für Lehrer abzuschaffen. Denn dieser Status fördert die Haltung, Vorschriften zu befolgen, ohne sich an ihrem Zustandekommen beteiligen zu wollen. In ihrem eigenen Interesse sollten Lehrer für die Abschaffung der Verbeamtung kämpfen, die ihre Initiative und Handlungsfähigkeit einschränkt.
    Ein Schulleiter, der das Verhalten und die Leistung von Lehrern regelmäßig evaluiert und mit ihnen die Ergebnisse bespricht, muss auch eine Kündigung androhen können. Das setzt eine Lockerung des Kündigungsrechts voraus. Schweizer Kantone haben den Mut besessen, das Kündigungsrecht so zu ändern, dass Lehrer entlassen werden können. Das kommt allerdings selten vor. Denn durch die neue Form der Evaluation wurde Führung möglich, mit der Konsequenz, dass sich Lehrer inzwischen erheblich mehr anstrengen. Auch Schulleiter müssen ihres Amtes enthoben werden können, wenn wiederholte Evaluationen ergeben, dass sie ihrem Amt nicht gewachsen sind.
    Lehrer wären die Gewinner, wenn Schulleiter Führung praktizieren könnten. Dafür müssen Leiter nach ihrer Fähigkeit, Menschen zu führen, ausgewählt werden. Außerdem müssen die Schulen sich vom planwirtschaftlichen Denken frei machen und nach Gesichtspunkten des bedarfsorientierten Denkens handeln können.
    Quelle: F.A.Z., 05.09.2008, Nr. 208 / Seite 35

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich meine , dass wir uns hier meilenweit vom Ausgangsthema entfernen :

    ...
    Das waren meine meilenweit vom Ausgangsthema entfernten Gedanken zum Schulsystem, in Ermangelung dessen, dass ich aus eigener Erfahrung etwas zu der Frage beitragen kann, ob Kinder aus sozial schwächeren Schichten bei gleicher Leistung eher keine Empfehlung für das Gymnasium bekommen. Mein Vater (Jahrgang 1911) ist in einer wirtschaftlich viel schwierigeren Zeit groß geworden; seine Mutter war Kriegerwitwe und hatte als Bedienstete der hamburgischen Sozialbehörde ein äußerst bescheidenes Einkommen. Mein Vater war strebsam und fleissig, hat das Abitur gemacht und studiert. Ich denke, viele Eltern wollen ihren Kindern eine gute Zukunft ermöglichen. Das geht nicht ohne Fleiß (wie mußte ich von meiner Mutter als dem Transmissionsriemen meines Vater immer hören: "Ohne Fleiß kein Preis"; gefordert konnte ich es damals nicht mehr hören). Aber Benachteiligung als "Systemfehler"? In Einzelfällen sicherlich..

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    ...

    Ich fände es, wäre ich Mutter mit Migrationshintergrund ;-) übel, wenn man zuerst die Ungerechtigkeit die man begabten Migrantenkindern antut, zu diskutieren vorgibt und dann bei ignoranten Eltern und der Diskussion über die Lösung dieses PROBLEMs landet..

    Ich finde das dennoch bezeichnend..
    Meine Freunde aus dem Iran, für die der Umzug in einen anderen Stadtteil fast eine Katastrophe war, weil ihre Kinder dann mit Kindern, die nur schlecht Deutsch konnten, in der Grundschüle zusammen hätten lernen müssen. Demokratisierung der Schule, Gesamtschule? Ich fürchte, dass das der Untergang des Bildungssystems sein wird. Jedenfalls schlecht für Migrantenkinder, die dann mit solchen zusammen lernen müssen, die nur schlecht Deutsch können, weil das automatisch das Niveau nach unten zieht.
    Geändert von Inaktiver User (14.09.2008 um 22:54 Uhr) Grund: Orthographie und Richtigstellungen, Formatierungen

  9. Inaktiver User

    AW: Bildungschancen

    Ich habe konsequent U-/O-Tertia und U-/O-Secunda gelernt, U- und O-Prima waren dann sozusagen "Selbstläufer", in denen sich mein Lernaufwand ziemlich in Grenzen hielt.
    Bei meinem Sohn war es genau umgekehrt. Ab der 11. Klasse hat er richtig Gas gegeben, um sein Ziel zu erreichen. Obwohl er im Vergleich zu anderen trotzdem noch ein schönes Leben hatte.

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    AW: Bildungschancen

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Es ist aber auch so, dass in vielen "Migrantenfamilien" und der deutschen "Unterschicht" (hässliche Wörter) gar kein Interesse besteht, dass die Kinder aufs Gymnasium kommen (vor allem Mädchen nicht).
    Nicht nur da.
    Ich kenne eine deutsche Familie, in der das älteste Mädchen nach der Hauptschule gerne noch die mittlere Reife machen möchte. Die Mutter hält dies aber nicht für nötig. Das Mädchen soll eine Lehre machen und Geld verdienen.
    Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. (Nietzsche)

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