Na klar. Wir sind ja so froh über die vielen schwarzen Schafe, sie lassen sich so schön argumentativ benutzen.Zitat von fifi1234
Ich habe in weiten Teilen Verständnis dafür, dass ein Entwicklungshelfer hinschmeisst, wenn er sieht, wie seine Arbeit durch westliche Konzerne, Militärs oder religiöse Strömungen instrumentalisiert wird, aber das vernörgelte Theoretisieren aus dem wohlriechenden Schaumbad heraus, während andere sich abmühen, da geht mir der Kamm hoch.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Grenze zwischen Sachkenntnis und latentem Rassismus weitverbreitet fliessend zu sein scheint.
Die übl. EH beschäftigt sich durch aus mit Ursache-Wirkungsmechanismen, betreibt aber kaum analysierende Prozessmetrik. Man stochert herum, es sei denn, es geht um explizite Forschungsarbeiten, aber die schlumpern dann auf Schreibtischen herum.
Es macht sich wohl keiner einen Kopf, wie schmal der Grat zwischen Ressourcenverschwendung und Ergebnislosigkeit beim Ausarbeiten von Dimensionierungen ist, was den Einsatz der Mittel angeht. Die zuständ. EU-Kommission und die krichlichen Einrichtungen werden zudem täglich mit Anträgen auf Entwicklungsprojekte zugeschmissen, deren Intentionen und Nutzhaltigkeit geprüft werden müssen. Das wiederum sind Prüfer, die auch diversen Irrtümern, auch ethischer Natur unterworfen sind.
Sich an dieser Stelle zu beschweren, dass ein paar Gewissensamputierte, die afrikanisch-mental oder teutonisch orientiert (also egal ob Bush oder aus dem Busch) ihre Raffzähne in alles schlagen, was nicht bei 3 auf'm Baum ist, ist sicher achtenswert, aber wenig zielführend, da es den Projekten, deren Intentionen andere sind, den notwendigen Boden entzieht. Bespw, indem wir Gegenargumente so wichten, dass wir uns nicht allzu schlecht fühlen, wenn wir nichts tun. Ich weiss, ich wiederhole mich.
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Thema: Armut
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02.09.2008, 07:00Inaktiver User
AW: Armut
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02.09.2008, 15:31Inaktiver User
AW: Armut
Nachtrag: fifi1234, mit meinen sarkastischen Bemerkungen meinte ich nicht vordergründig dich, sondern es sind allgemeingültige Beobachtungen von mir.
Wie es der Zufall will, las ich heute in der Zeitung eine Kurzmeldung, dass es bei dpa einen Bericht gäbe, der sich für die Umstrukturierung der Entwicklungshilfe ausspricht mit der Bemerkung, die EH der letzten 50 Jahre sei gescheitert. Leider hat meine regionale Tageszeitung mit erfrischender Sorglosigkeit keine Quellenangabe geleistet, da sonst der Platz für die Elite-Werbung nicht mehr reichte, und ich bin über google leider auch noch nicht fündig geworden.
Sollte hier jemand zufällig diesen gestern wo auch immer veröffentlichten Bericht kennen, bitte mal posten oder mir eine PN schicken, es wäre ja wirklich mal interessant. Dankeschön.
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02.09.2008, 19:57
AW: Armut
Vielleicht haben die so entschieden, nachdem die meinen post hier gelesen haben

Übrigens meine ich mit Entwicklungshilfe nicht die EH. Das sind oft nur irgendwelche armen **** die da ver<hintern>t und verbraten werden.Geändert von fifi1234 (02.09.2008 um 20:00 Uhr)
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02.09.2008, 20:04Inaktiver User
AW: Armut
Könnte es sein, dass diese Informationen helfen?
Zitat von Inaktiver User
Geändert von Inaktiver User (02.09.2008 um 20:10 Uhr)
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02.09.2008, 20:09Inaktiver User
AW: Armut
Das ist er
Zitat von Inaktiver User
, vielen Dank, Tom.
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02.09.2008, 20:21Inaktiver User
AW: Armut
Zitat von Inaktiver User
Handelt es sich um diese AFP-Meldung?
Hier noch ein SPIEGEL-Interview von 2005 "Streicht diese Hilfe" mit dem kenianischen Wirtschaftsexperte James Shikwati über die schädlichen Folgen der westlichen Entwicklungspolitik, korrupte Herrscher und aufgebauschte Horrormeldungen aus Afrika.Afrika-Experten verlangen Kurswechsel bei Entwicklungshilfe
Vor 2 Tagen
Leipzig (AFP) — Vor einer internationalen Konferenz über die Effizienz der Hilfsleistungen für Afrika, die am Dienstag in Ghana beginnt, haben deutsche Afrika-Experten einen Kurswechsel in der Entwicklungspolitik gefordert. "Nach einem halben Jahrhundert personeller und finanzieller Entwicklungshilfe für Afrika stellen wir fest, dass unsere Politik versagt hat", heißt es in dem Aufruf, aus dem das ARD-Magazin "Fakt" zitierte. Die deutsche Entwicklungspolitik bringe die Afrikaner in Abhängigkeit von immer neuen Hilfszahlungen.
"Ich habe diese Politik hassen gelernt", sagte Rupert Neudeck, der sich seit vielen Jahren in wechselnden Funktionen um Länder in der südlichen Hemisphäre kümmert. Die Entwicklungspolitik habe dazu beigetragen, "dass die Staaten Afrikas die miserabelsten Regierungen bekommen haben, dass sie korrupte Regierungen bekommen haben, deren Korruption zum Himmel stinkt."
Der frühere deutsche Botschafter in Afrika, Volker Seitz, sagte, er halte es für "völlig verfehlt", dass die Hilfeempfänger sich darauf verließen, "dass immer mehr Gelder fließen". Unterzeichnet wurde der Aufruf nach Angaben der "Fakt"-Redaktion unter anderem von dem früheren Staatsminister im Auswärtigen Amt, Ludger Volmer. An dem Forum on Aid Effectiveness, das von Dienstag bis Donnerstag in Accra stattfindet, will auch Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) teilnehmen.
Quellen: AFP und Fakt
Ich meine, auch das Interview beschreibt einen Teil der Situation recht gut. Verdeutlicht es doch, weshalb Entwicklungshilfe in den meisten Fällen nichts nutzt und vielen eher schädlich ist - ein typisches Gutmenschkonzept.
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02.09.2008, 20:40Inaktiver User
AW: Armut
Ich würde das, trotzköpfig wie ich bin, etwas anders formulieren:
Zitat von Inaktiver User
"..weshalb die bisherige Entwicklungshilfe in den meisten Fällen nichts nutzte und vieles eher schädlich ist - ein typisches Konzept menschlichen Irrtums."
Trotz aller Bauchschmerzen mit den vielen sinnlosen Aktionen, Irrtümern, Fehleinschätzungen und den westlich-narzistischen Arroganzen halte ich die kritische Auseinandersetzung mit der Materie, wie sie in den Artikeln deutlich wird, in erster Linie für eine überfällige Richtungsänderung und nicht für den Beginn einer Totalkapitulation.
Wenn ich aber unter allem Idealismus auch ein wenig Pessimismus habe, dann bezieht er sich darauf, dass es früher schon diverse deutliche und fundierte Abrechnungen mit dem EH (=Entwicklungshilfe)system gegeben hat, die sich bislang nicht gegen diese vielen ökonomischen, geopolitischen oder schlicht lokalpatriotischen Interessen durchsetzen konnten.


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