Blautanne, die Sache mit der Gehaltskürzung bei Beamten Mitte der Fünfziger Jahre entspricht den Tatsachen und ist leider wenig bekannt.
Pensionen sind zudem seit 1991 zunehmend immer weiter gekürzt worden, das ist auch bekannt und nachzulesen.
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22.08.2008, 09:23
AW: Beamte in die Rentenversicherung ?
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22.08.2008, 09:28Inaktiver User
AW: Beamte in die Rentenversicherung ?
Du weißt aber schon, dass auch in der Wirtschaft die Dinge nicht immer nach Wunsch der Arbeitnehmer liefen, oder?
Zitat von ClaudiaK52
Es gab immer mal wieder eine Rezession, immer mal wieder Entlassungen. Das kommt einem wohl gar nicht zu Bewusstsein, wenn es einen im ÖD nicht betrifft, was?
Die Aussage, dass Beamte vor einem halben Jahrhundert mal eine Gehaltskürzung gehabt hätten, befremdet mich sehr. Zugleich (siehe posting MIB70) beschwert man sich obendrein noch darüber, dass auch Beamte Leistungsbewertungen über sich ergehen lassen müssen.
Das zeigt einmal mehr, was für merkwürdige Vorstellungen und Erwartungen Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes bezüglich ihrer eigenen, äußerst komfortablen Situation haben und was für sonderbare Auffassungen sie generell von der Arbeitswelt haben.
Anders ausgedrückt: du bestätigst damit Vorurteile, wonach Beamte erwarten den besonders komfortabel gepolsterten Sitz im Fonds des von einem Chauffeur gesteuerten Fahrzeugs in Anspruch nehmen zu können.
Ihr zwei seid ein bisschen entlarvend.
[Was ich darüber denke, zensiere ich lieber gleich selber, bevor Baselitz es tut ...]
.Geändert von Inaktiver User (22.08.2008 um 11:22 Uhr)
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22.08.2008, 09:37Inaktiver User
AW: Beamte in die Rentenversicherung ?
Sie zahlen, und das ist das Entscheidende. Es ist keineswegs ein Vorteil sondern ein Nachteil, wenn der Staat bezüglich der Beamtenpensionen einen Wechsel auf die Zukunft ausstellt und so tut, als wenn es diese Verbindlichkeiten nicht gäbe. Denn früher oder später wird er diese Verbindlichkeiten einlösen müssen; daran kommt er nicht vorbei.
Zitat von ClaudiaK52
Das Ganze ist eine Scheindiskussion. Natürlich ist das genauso gut oder genauso schlecht finanzierbar wie die derzeitige Situation. Ob man Beamtenruhegelder durch Schulden finanziert oder durch Schulden, was ist da der Unterschied?!Meiner Ansicht nach braucht es auch nicht so viele Beamte zu geben. Es ist zur Zeit nur nicht finanzierbar, sie alle abzuschaffen und über Jahrzehnte hinweg sowohl Pensionen als auch Beiträge zur RV zu machen.Geändert von Inaktiver User (22.08.2008 um 12:37 Uhr)
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22.08.2008, 12:39
AW: Beamte in die Rentenversicherung ?
Manno Blautanne, warum reagierst Du so bissig? Ich wäre auch dafür, das Berufsbeamtentum deutlich zu reduzieren.
Offensichtlich hast Du meinen Schrieb weiter oben nicht so verstanden, wie er gemeint war. Vielleicht kann ich mich auch nicht juristisch einwandfrei ausdrücken.
Also: Seit ca. 50 Jahren werden die Beamtengehälter reduziert ausgezahlt. Sie wurden damals dauerhaft um etliche Prozente gekürzt. Das sollte der vergleichbare Anteil wie der zur Rentenkasse sein. Das Geld wurde jedoch nicht angelegt, sondern munter ausgegeben. Nun müssen also vom Laufenden die Pensionen bezahlt werden.
Wenn nun zusätzlich keine Beamten mehr eingestellt werden, muss ja für die neu einzustellenden Angestellten der reguläre Beitrag in die RV gezahlt werden. Das heißt, die öffentliche Hand wird für 40 Jahre doppelt belastet. Und genau das ist das praktische Problem.
Die verlängerte Lebensarbeitszeit auf 67 Jahre wird demnächst ebenfalls auf Beamte übertragen.
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22.08.2008, 12:50Inaktiver User
AW: Beamte in die Rentenversicherung ?
Tu ich das? Wollte ich eigentlich nicht.
Zitat von ClaudiaK52
Aber wenn du wissen willst, warum mir das passiert ist, dann lies eure beiden Postings (und meine Kommentare zu den einzelnen Aussagen).
Ich halte das Jammern der Beschäftigten des ÖD im Großen und Ganzen für die Wehwehchen von Leuten, die nicht nur keine Ahnung haben, wie sehr sie privilegiert sind, sondern die ihre diversen Privilegien auch noch für so selbstverständlich halten, dass jeder minimale Abstrich davon von ihnen als Affront empfunden wird.
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22.08.2008, 12:58
AW: Beamte in die Rentenversicherung ?
Wo bitte habe ich gejammert?
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22.08.2008, 13:16Inaktiver User
AW: Beamte in die Rentenversicherung ?
Stimmt, Jammern kann man das nicht nennen. Du warst absolut sachlich. Allerdings hat dein Verweis auf eine Gehaltskürzung vor 50 Jahren bei mir einen Reflex ausgelöst - ebenso wie das Jammern (sic!) von MIB70 über Leistungsbeurteilungen.
Zitat von ClaudiaK52
Ich habe mich etwas zu sehr hineingesteigert. Entschuldige.
Dennoch möchte ich noch einmal betonen: ich halte die Privilegien der Beamtenschaft für nicht akzeptabel. Schon gar nicht, wenn der Inhalt des von LorenzM verlinkten Artikels der Wahrheit entspricht.
Wenn die Argumente bezüglich der angeblichen materiellen Nachteile für die Beamten stimmen würden, dann wäre schwer zu erklären, weshalb sie so sehr daran festhalten. Denn es ist nicht die Allgemeinheit der Bürger und Steuerzahler, die an den Prinzipien festhält, die für Beamte gelten, sondern es sind die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes, die - überproportional in den Parlamenten vertreten - alles tun, um den status quo zu erhalten.
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22.08.2008, 13:48Inaktiver User
AW: Beamte in die Rentenversicherung ?
Auf diese 15 Dienstjahre muss man aber auch erst mal kommen, was bei der Einstellungspolitik mit Einstellungssperren und Haushaltssperren gar nicht mehr so einfach ist.
Zitat von Inaktiver User
Unbefristete Stellen gibt es nicht mehr sehr viele. Meistens sind es Zeitverträge, die nach 3 bis 5 Jahren nicht mehr verlängert werden dürfen, weil sie dann automatisch in unbefristete Verträge gewandelt würden.
Also muss man die Arbeitsstelle wechseln. Die Arbeit kann ja von den anderen Kollegen problemlos zusätzlich ;) erledigt werden.
Schon ist es Essig mit den Dienstjahren.
Die Leistungszulage ist so ein schöner Sonderpunkt im TVL. TvÖD. Seit der beschlossen wurde, landet ein Teil der Gehaltserhöhung von jedem Mitarbeiter in diesem Topf. Nur wurde seither kein einziger Cent aus diesem Topf ausgezahlt, weil sich Arbeitgeber und Gewerkschaften noch nicht über die Modalitäten einigen konnten, wie z.B. "Wie mißt man Leistung?"
Beide Seiten haben Zeit sich zu einigen bis nächstes Jahr, sonst wird diese Klausel im TV gekippt und der Topf muss aufgelöst werden.
Und dann gilt das Gießkannenprinzip.
Im Moment geht es aber nicht um 12%, jedenfalls nicht in meinem Bereich, eher 1%. Die Leistungszulage wird erst in Zukunft interessant.
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22.08.2008, 14:41
AW: Beamte in die Rentenversicherung ?
@Blautanne2: im Eifer des Gefechts hast du vor lauter "Leistungsberuteilung" in MIB70s Beitrag folgendes wohl nicht gelesen:
Die persönlichen Spitzen sind also unangebracht.
Zitat von Inaktiver User
Bei Claudia weiß ich nun nicht Bescheid, aber ich sehe nicht dass ihre Argumente rein opportunistisch gesteuert wären, im Gegenteil, ich finde sie sehr sachlich.
Es ist nun einmal so dass man als Beamter weniger verdient als in der freien Wirtschaft. Wettgemacht werden kann das im Kampf um kluge Köpfe nur, indem man andere Boni anbietet, z.B. die leichtere Vereinbarkeit von Beruf und Familie (für Frauen besonders interessant) aufgrund der Unkündbarkeit.
Insbesondere im höheren Dienst hätte der Staat mitlerweile keine Chance mehr auf Kompetenz, wenn sie diese Sicherheit nicht böten.
Man muss sich auch im Klaren sein, dass die gebotene Sicherheit eben auch seine Nachteile hat, wie MIB schon ganz deutlich herausgestellt hat und Blautanne mit dem Rolltreppenbild verdeutlicht hat: Mir persönlich wäre diese Rolltreppe zu langsam, und ich möchte auch für ein Mehr an Leistung gerecht entlohnt werden.
Daraus ergibt sich, dass leistungsorientierte High Potentials sich auf auf eine Beamtenstelle nur seltenst bewerben werden - und noch viel seltener auf eine nichtverbeamtete Stelle im öffentlichen Dienst, denn Löhne wie in der freien Wirtschaft kann sich der Staat nicht leisten. Wenn dies zukünftig der Fall sein sollte wüsste ich nicht wo hier Sparpotential vorhanden sein sollte.
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22.08.2008, 14:50Inaktiver User
AW: Beamte in die Rentenversicherung ?
Es steht fast jedem frei sich im öD zu bewerben und dort mit gutem Abschluß auch eine der sicheren Stellen zu bekommen. Aber von draußen dann immer neidisch sagen, wie dolle es da ist und die Mitarbeiter da sinnbildlich als faule und satte Menschen zu bezeichnen, zeugt wie schon gesagt von Neid, weil man es entweder selber nicht geschafft hat (Einstellungstest versemmelt, schlechte Zeugnisse) oder lieber in der dollen Wirtschaft das doppelte verdient, in der Zeit den öD belächeln und wenn dann die Kündigung kommt gegen den öD schießen.


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