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  1. Inaktiver User

    AW: Beamte in die Rentenversicherung ?

    Umgekehrt weiß ich natürlich, dass es auch unter Beamten Leute gibt, die Hunderte von Überstunden vor sich herschieben, die sie nicht mehr abbauen, aber auch nicht auszahlen lassen können.

    Polizisten sind z.B. wirklich nicht zu beneiden. Sie machen einen hundsmiserabel bezahlten und mitunter gefährlichen Beruf, haben keine normalen Wochenenden und Feierabende wie andere Leute Es gibt Richter, bei denen sich die Aktenberge türmen, usw.

    Man kann auch die Beamten nicht alle über einen Kamm scheren.

  2. Inaktiver User

    AW: Beamte in die Rentenversicherung ?

    Völlig richtig, Blautanne!

    Wie gesagt, meine Erfahrungen mit dem öffentlichen Dienst sind auch insgesamt positiv.

    Aber es ändert ja nichts daran, dass es

    1. Keinen Grund gibt, weiter Beamte zu schaffen

    2. Jeder im Öffentlichen Dienst (wie überall sonst) seinen Beitrag für die Alterssicherung "sichtbar" trägt.

    Natürlich bei entsprechender Anpassung der Einkommen.

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    AW: Beamte in die Rentenversicherung ?

    djgm01,
    dann müsste man allen Beamten ihre Gehälter deutlich erhöhen, nämlich um den Prozentsatz, um den sie 1955 (?) gekürzt wurden, damit der Arbeitgeber Beiträge in die "Rentenkasse", hier besser "Rücklagen in den Pensionsfond" zahlen müsste. Das hat der Arbeitgeber 50 Jahre lang leider versäumt.

    Das Problem bei dei Abschaffung des Beamtenwesens ist, dass für die alten Beamten Pensionen gezahlt werden müssen und für deren Nachfolger, die dann keine Beamten mehr sind, Beiträge in die Rentenkasse. Das kann sich die öffentliche Hand im Augenblick nicht leisten.

  4. Inaktiver User

    AW: Beamte in die Rentenversicherung ?

    Ändert nix dran, dass es auf Dauer billiger kommt.


    Und bei den Gehältern: Wie oben gesagt - lieber marktgerechte Bezahlung mit der Option, die jeweiligen Nieten rauszuschmeißen!

  5. Inaktiver User

    AW: Beamte in die Rentenversicherung ?

    Zitat Zitat von ClaudiaK52
    djgm01,
    dann müsste man allen Beamten ihre Gehälter deutlich erhöhen, nämlich um den Prozentsatz, um den sie 1955 (?) gekürzt wurden
    Wie bitte? Wie kommst du auf diese Behauptung?
    Aber selbst wenn es so wäre, müsste man im Gegenzug die Pensionen kürzen, die - anders als die Renten - bisher weitgehend unangetastet geblieben und deutlich überhöht sind. Des weiteren müsste die Lebensarbeitszeit für Beamte auf 67 Jahre heraufgesetzt werden, denn wenn ein Dachdecker oder Maurer angeblich mit 67 noch arbeiten kann, dann auch der Sachbearbeiter im Standesamt.

    Das Problem bei dei Abschaffung des Beamtenwesens ist, dass für die alten Beamten Pensionen gezahlt werden müssen und für deren Nachfolger, die dann keine Beamten mehr sind, Beiträge in die Rentenkasse. Das kann sich die öffentliche Hand im Augenblick nicht leisten.
    Dieses Problem ist keines. Ich kann jedenfalls nicht den leisesten Unterschied erkennen zwischen einer Einzahlung des Arbeitgebers Staat in die Rentenkasse und die Einzahlung in eine Pensionskasse. Das Geld muss so oder so gezahlt werden, ganz gleich welchen Namen ich dem Kinde gebe.

  6. Inaktiver User

    AW: Beamte in die Rentenversicherung ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ändert nix dran, dass es auf Dauer billiger kommt.
    Das kann man so pauschal nicht sagen. Das was an Pensionslasten eingespart wird, muss der AG dann eben an teurer SV abdrücken. Nicht nur Rente..auch KV und AV. KV wird nächstes Jahr die öffentlichen Kassen um Millionenbeträge belasten, wenn die Beiträge um 2-3% für einen Großteil der Versicherten steigen.

    Aber um mal das angeblich luxuriöse Leben mal etwas runterzuholen....viele Beamte verdienen lächerliche Gehälter. Es wird ja immer so getan, als ob 75% der Beamten mit 4.000 netto nach Hause gehen.

    Je größer und teurer die Städe, desto unattraktiver der Beamtenstatus vor allem im mittleren Dienst (z.B. Polizei). Gesetze für Beamte können im Handstreich geändert werden..Arbeitszeiterhöhung, Urlaubskürzung..dazu bedarf es einiger Handzeichen im Parlament und peng. Beamte müssen regelmäßig (meist 1x im Jahr) beurteilt werden, eines der größten Ärgernisse, wo es immer Streß gibt und wo miesepetrige Vorgesetzte einem die Laufbahn mal eben kaputtmachen können. Die Laufbahnen sind extrem starr, der Wechsel bspw. vom mittleren in den gehobenen Dienst ist extrem steinig. Und wenn dann immer die Unkündbarkeit, oft als beamtenrechtliche Ungeheuerlichkeit dargestellt ,angebracht wird...da wird dann immer fein verschwiegen, dass Millionen von Angestellten im Westgebiet tariflich betriebsbedingt auch unkündbar sind. Beamte können deutlich problemloser umgesetzt werden wie Angestellte. Und da reden wir nicht nur von 2 Etagen tiefer, sondern auch an andere Orte. Beamte müssen ihre Arztrechnungen vorstrecken und teilweise recht lange auf die anteilige Erstattung des AG warten. Die Pensionen sind zudem steuerpflichtig (kommt auch für die Renten)

    Das Leben als Beamter ist also beileibe nicht so glamourös wie es häufig dargestellt wird. Und nein..ich bin kein Beamter, sondern Angestellter oder neudeutsch Tarifbeschäftiger.

  7. Inaktiver User

    AW: Beamte in die Rentenversicherung ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Je größer und teurer die Städe, desto unattraktiver der Beamtenstatus vor allem im mittleren Dienst
    Das dürfte auch für "normale" Arbeitnehmer gelten, mit dem Unterschied, dass die freie Wirtschaft für gewöhnlich keine Familienzulagen, Ortszulagen, Trennungsentschädigungen etc. bezahlt.


    Beamte müssen regelmäßig (meist 1x im Jahr) beurteilt werden, eines der größten Ärgernisse, wo es immer Streß gibt und wo miesepetrige Vorgesetzte einem die Laufbahn mal eben kaputtmachen können.
    Ja, so hart ist das Leben eines Beamten. Unfassbar gemein, dass es auch für ihn gelegentlich sowas wie Bewertungen gibt, auch wenn sie nicht die gleichen Folgen haben wie in der freien Wirtschaft.


    Die Laufbahnen sind extrem starr, der Wechsel bspw. vom mittleren in den gehobenen Dienst ist extrem steinig.
    Das stimmt wohl, allerdings gilt zugleich immer noch die Regel, dass ein Beamter - anders als ein Angestellter in der Wirtschaft - beim Eintritt ins Amt zugleich eine Rolltreppe besteigt, die ihn langsam, aber beharrlich nach oben fährt, ohne dass er dazu einen Finger krumm machen müsste.

    Ich wäre ja voll des Mitgefühls über das Korsett, das du beschreibst, wenn ich nicht aus der Telekom wüsste, was für ein Theater es gegeben hat, als man nach der Privatisierung versucht hatte Leistungszulagen einzuführen, um den Hintern der Beamten in Bewegung zu bringen:
    Ergebnis war, dass irgendwelche faulen Säcke diese Leistungszulagen verhinderten, denn sie sahen ja überhaupt nicht ein, dass jemand (der stärker motiviert war als sie selber) für mehr Arbeit mehr Geld bekommen sollte.


    Und wenn dann immer die Unkündbarkeit, oft als beamtenrechtliche Ungeheuerlichkeit dargestellt ,angebracht wird...da wird dann immer fein verschwiegen, dass Millionen von Angestellten im Westgebiet tariflich betriebsbedingt auch unkündbar sind.
    Das ist mir neu. Wissen das die Millionen von Arbeitnehmern, die in den letzten Jahren die Opfer großer betrieblicher Umbaumaßnahmen, Betriebsschließungen etc. wurden?


    Beamte können deutlich problemloser umgesetzt werden wie Angestellte. Und da reden wir nicht nur von 2 Etagen tiefer, sondern auch an andere Orte.
    Das gilt längst auch für Arbeitnehmer, und zwar mehr als für Beamte:
    Sie haben immer öfter in ihren Arbeitsverträgen Formulierungen, die dem Arbeitgeber erlauben zu sagen: "zukünftig ist Ihr Arbeitsplatz in Dresden und nicht mehr in Stuttgart; wenn ihnen das nicht zusagt, müssen Sie eben kündigen - natürlich ohne Abfindung, denn dies ist ja keine betriebsbedingte Kündigung, sondern nur eine Versetzung".

    Ganz zu schweigen davon, dass jemand, der in der freien Wirtschaft seinen Job verloren hat, im eigenen Interesse über die Ortsgrenze und notfalls über die Landesgrenze hinaus nach einer neuen Arbeit suchen muss.

    Und falls er einen Arbeitgeber findet, der ihm den Umzug bezahlt, darf er sich glücklich schätzen. Wenn ich an die Modalitäten des Umzugs von Bonn nach Berlin denke, scheint das bei Beamten doch ein wenig anders zu sein ...


    Beamte müssen ihre Arztrechnungen vorstrecken und teilweise recht lange auf die anteilige Erstattung des AG warten.
    Tragisch. Anscheinend sind die Sachbearbeiter, die sich darum kümmern, ebenfalls Beamte.
    Manchmal dauert es aber deshalb so lang, weil man erst größere Beträge zusammen kommen lässt, damit sie erstattungsfähig werden.
    Ich erinnere mich an eine Schulfreundin, deren Vater im öffentlichen Dienst war. Sie wurde vom Vater aufgefordert sich eine teurere Brille zu kaufen, denn unterhalb eines bestimmten Betrags wäre das gar nicht erstattungsfähig gewesen, oberhalb dieses Grenzwerts wurde aber fast alles bezahlt.
    Ist das heute noch so?
    Wenn ja: lass dir mal von Bekannten, die nicht im ÖD arbeiten, erklären, wie ihre Welt aussieht. Die jammern nicht, dass die kompletten Kosten so spät erstattet werden, sondern dass sie für Brillen und Zahnersatz fast alles selber zahlen müssen.


    Die Pensionen sind zudem steuerpflichtig (kommt auch für die Renten)
    Das wurde im Strang bereits thematisiert. Anscheinend gibt es beträchtliche steuerfreie Vorsorgepauschalen, so dass die Steuerpflicht in der Praxis so dramatisch nicht ist.
    .
    Geändert von Inaktiver User (22.08.2008 um 12:33 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Beamte in die Rentenversicherung ?

    Die betriebsbedingte Unkündbarkeit bezieht sich auf Angestellte im öffentlichen Dienst, nicht bspw. auf Verwaltungsangestellte bei VW.

    Man erreicht sie, wenn man 15 Dienstjahre und gleichzeitig das 40. Lebensjahr vollendet hat. Dann ist man genau wie ein Beamter betriebsbedingt unkündbar. Das galt und gilt aber nur für den Bereich des Westens bzw. "übergesiedelte" West-Angestellte in den Osten, die nach Ex-BAT bezahlt wurden und auch in der Form in den TVöD bzw. TVL übergeleitet wurden. Im Osten gilt das auch mit dem neuen TVöD und TVL immer noch nicht und wird wohl auch nicht mehr kommen, weil im Osten weiter tausende Stellen im öD abgebaut werden. Würde man das heute einführen, wären viele mit kW Stellen plötzlich unkündbar.

    Apropos Leistungszulagen...das gibt es auch mit dem TVL. Und soll ich Dir mal was sagen...wir haben in unserem Bundesland noch immer keinen Tarifvertrag zu Leistungszulagen. Ergebnis...jeder Tarifbeschäftigte bekommt im Dezember pauschal 12% "Leistungszulage" aus der Gießkanne, weil das so ohne TV ausgezahlt werden muss.

  9. Inaktiver User

    AW: Beamte in die Rentenversicherung ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Die betriebsbedingte Unkündbarkeit bezieht sich auf Angestellte im öffentlichen Dienst, nicht bspw. auf Verwaltungsangestellte bei VW.
    Tja, auch Angestellte (Wirtschaft) sind eben nicht gleich Angestellte (ÖD).
    Da gibt es halt gleiche und gleichere.

  10. User Info Menu

    AW: Beamte in die Rentenversicherung ?

    Blautanne, das Problem ist das der gleichzeitigen doppelten Bezahlung. Gleichzeitig müssen sowohl für die Beamten, für die keine Einzahlung in die RV vorgenommen wurde, Pensionen bezahlt werden aus dem laufenden Topf wie auch für die neuen Nichtbeamten in die RV.
    Andere Arbeitgeber zahlen während der Berufstätigkeit und nicht während der Rentenzeit.

    Meiner Ansicht nach braucht es auch nicht so viele Beamte zu geben. Es ist zur Zeit nur nicht finanzierbar, sie alle abzuschaffen und über Jahrzehnte hinweg sowohl Pensionen als auch Beiträge zur RV zu machen.

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