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  1. Inaktiver User

    AW: Beamte in die Rentenversicherung ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    1. die Lehrerverbeamtung ist seit jeher ein Streitpunkt bei der Frage, ob sie hoheitliche Aufgaben ausführen und damit verbeamtet werden könnten. In guten (Kassen-) Zeiten wird es bejaht, in schlechten verneint.
    In guten Kassen-Zeiten zu verbeamten, in schlechten nicht - das widerspricht dem Argument, dass Beamte angeblich weniger kosten als Angestellte.


    2. weil die RV dann Millionen an Beiträgen zurückzahlen muss, die die angestellten Lehrer in die RV eingezahlt haben
    diese Argumentation ist ein linke-Tasche-rechte-Tasche und daher überhaupt nicht überzeugend


    In Bezug auf 1....Hessen hat bspw. aktuell ein gigantisches Lehrergewinnungsprogramm starten müssen, da die dort Lehrermangel haben. Die Highlights des Anlock-Programms...sofortige Verbeamtung (nicht aus sachlichen Gründen, sondern als Sahnehäubchen) oder als Angestellter sofort eine höhere Entgeltgruppe (was 800-1000 Euro mehr brutto ausmacht) und das ohne Wechsel der Aufgabe, was eine höhere Entgeltgruppe nach TVöD/TV-L unmöglich machen würde
    Mir ist es lieber ein Lehrer verdient mehr Geld für gute Leistung und wird einer Qualitätsprüfung unterzogen, die beinhaltet, dass low performer sich etwas anderes suchen müssen, als dass ausgerechnet jene Leute, die selber null Bock auf Leistung und berufliche Konkurrenz haben, ins Lehramt gehen.
    Klar, dass Lehrer viel leisten müssen; klar ist aber auch, dass so mancher Pädagogikstudent sich mit Blick auf Ferien und Verbeamtung für sein Studium entschieden hat und erst dann, wenn es für Staat und Schüler zu spät ist, bemerkt dass er für diesen Beruf nicht geeignet ist.


    Im übrigen wüsste ich gern, weshalb man für das Ausfüllen von Zolldokumenten oder für Tätigkeiten im Eichamt oder im Deutschen Wetterdienst Beamter sein muss.
    .

  2. Inaktiver User

    AW: Beamte in die Rentenversicherung ?

    Ich sehe ein Problem darin, dass bei der Entlohnung der Beamten ihre Privilegien (wie zB die Krankenversorgung und die Pensionen) bereits berücksichtigt sind. Wir (klar, ich bin Beamtin und nicht objektiv) verdienen deutlich weniger, als wir in der freien Wirtschaft verdienen könnten. Nach einer neueren Studie in meinem konkreten Beruf nur die Hälfte - ich bin aber auch hier bereit einzuräumen, dass das Ergebnis möglicherweise nicht objektiv ist. Trotzdem, lasst es statt der 5000,- € monatlich (die die Studie errechnet hat) nur 2000,- € monatlich sein, die wir weniger verdienen, das ist immer noch eine Menge Geld. Und diesen Nachteil habe ich bewusst in Kauf genommen wegen der mit der Beamtenstellung verbundenen Vorteile.
    Werden diese gekappt, wird es vermutlich recht schwierig, bei den derzeitigen Gehältern qualifizierte Leute für den Staatsdienst zu finden.

  3. Inaktiver User

    AW: Beamte in die Rentenversicherung ?

    das sind 2 Themen,

    1. muss es da verschiedene Sozialsicherungs-Systeme geben?
    das müsste es nicht, auch wenn es einen besonderen Status in bestimmten Berufen gibt (Unkündbarkeit oder kein Streikrecht, z.B.
    wäre mir nicht so recht, wenn die Polizisten streiken würden), könnte ganz normal in die Kranken- und die Rentenkasse bezahlt werden.

    2. Welche Gehälter sind angemessen?
    und wenn man "einfach so" - mit gleichbleibenden Brutto-Gehältern - Beamte jetzt in die Rentenversicherung einzahlen lässt und ihnen später dann auch noch die (niedrigere) Rente statt Pension bezahlt - das käme einer massiven Gehaltskürzung gleich, und die befürworten wir woanders auch nicht.


    ich denke, ein einheitliches System zu schaffen, aber selbstverständlich mit entsprechender Anpassung der Brutto-Gehälter, wäre langfristig die richtige Lösung.

    Gruß, Leonie

  4. Inaktiver User

    AW: Beamte in die Rentenversicherung ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Nach einer neueren Studie in meinem konkreten Beruf nur die Hälfte - ich bin aber auch hier bereit einzuräumen, dass das Ergebnis möglicherweise nicht objektiv ist. Trotzdem, lasst es statt der 5000,- € monatlich (die die Studie errechnet hat) nur 2000,- € monatlich sein, die wir weniger verdienen, das ist immer noch eine Menge Geld.
    5000 Euro oder 2000 Euro Unterschied beim Monatsgehalt, das ist in der Tat sehr viel und dürfte wohl kaum einem "normalen" Durchschnittsberuf entsprechen.
    Du musst eine Tätigkeit im gehobenen oder höheren Beamtendienst mit einer Managertätigkeit in der freien Wirtschaft verglichen haben, um auf solche Unterschiede in der Entlohnung zu kommen.

    In solchen Tätigkeitsbereichen ist die Luft aber recht dünn. Du kannst nicht einfach davon ausgehen eine solche hochdotierteTätigkeit in der freien Wirtschaft tatsächlich ausüben zu können. Schon gar nicht als Frau, und schon gar nicht dauerhaft, in diesen unruhigen Zeiten.

    Das bringt mich auf einen bisher nicht erwähnten Aspekt: zu all den anderen Privilegien der Beamten (Krankenversicherung, Pension) kommt die Arbeitsplatzsicherheit dazu. Sie ist durchaus ein großer, auch ein großer geldwerter Vorteil.

    Die Arbeitsplatzsicherheit hat viele Aspekte. Sie spielt eine Rolle in Bezug auf die Regelmäßigkeit der Bezüge, in Bezug auf Hypothekenkredit-Konditionen, in Bezug auf die Lebensplanung (Mutterschaft).

    Das alles musst du bei deinen Gehaltsvergleichen berücksichten.


    Ich finde, die großen materiellen Unterschiede zwischen der Tätigkeit als Arbeitnehmer und jener als Beamter sind insgesamt nicht zu rechtfertigen. (Obwohl ich natürlich Verständnis dafür habe, dass Beamte das anders sehen.)
    Warum sollten die Beamten nicht marktgerecht bezahlt werden, wie andere Leute auch, und ihre Krankenversicherung sowie ihre Altersbezüge haben wie andere Leute auch? Nicht mehr und nicht weniger.
    Und warum sollen sie unkündbar sein? Jenseits normaler Mechanismen von Leistung und Entlohnung?
    Dafür gibt es keine sachliche Rechtfertigung, außer vielleicht für sehr wenige hoheitliche Aufgaben.
    .
    Geändert von Inaktiver User (21.08.2008 um 15:12 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Beamte in die Rentenversicherung ?

    Ja, mein Beispiel gilt für Volljuristen mit zwei Prädikatsexamina und Zusatzqualifikationen, wie es im Staatsdienst für bestimmte Positionen verlangt wird. Verglichen wurde mit entsprechenden Managerpositionen bzw. ähnlichen Positionen in großen Anwaltskanzleien, wie sie mit diesen Voraussetzungen durchaus erreicht werden und dauerhaft ausgeübt werden können, wenn auch vielleicht mit Wechseln der Arbeitsstelle. Natürlich gilt die Studie nur für diesen Bereich, ich denke aber, dass die Einkommensunterschiede auch ansonsten zwischen der freien Wirtschaft und dem Staatsdienst recht hoch sind. Zudem sind zumindest in meinem Bereich auch die Arbeitszeiten der Beamten um 2 Wochenstunden höher als die der Angestellten, die ansonsten dieselbe Arbeit verrichten.

    Selbstverständlich sehe ich auch die übrigen Vorteile des Beamtenstatus wie die Unkündbarkeit, den Erziehungsurlaub usw, die hier aber nicht Thema sind. Nur die Aussicht auf eine Pension hätte mich bestimmt nicht von der freien Wirtschaft ferngehalten ^^ .

    Lange Rede, kurzer Sinn: Man kann halt nicht nur einzelne Bereiche, wie die Altersversorgung, angleichen, sondern müsste dann das ganze System konsequent reformieren, angefangen bei den Gehältern und Arbeitszeiten über Sozial- und Altersregelungen bis hin zum Streikrecht.

  6. Inaktiver User

    AW: Beamte in die Rentenversicherung ?

    Dann würde ich vorschlagen, dass der Staat auf dem freien Arbeitsmarkt mit der Wirtschaft konkurriert.

    Mir ist es lieber, wenn ich meine Leute (die ich ja bezahle) mit einem vernünftigen Gehalt motiviere, sie aber auch wieder rauswerfen kann, wenn sie für den Job nicht geeignet sind.

    Ein schlimmes Beispiel sind einige Lehrer(nicht viele aber zu viele!), die anscheinend wegen der Beamtenprivilegien und der langen Ferien den Beruf gewählt haben, und dann feststellen, dass sie dafür nicht geeignet sind, aber dann mit minimalem Aufwand die Jahrzehnte bis zur Pensionierung überbrücken.

    Grundsätzlich ist meine Erfahrung mit den Leuten im öffentlichen Dienst recht positiv, aber ich sehe keine Notwendigkeit für - und insgesamt nur Nachteile mit - dem Einsatz von Beamten.

    Eine der sehr wenigen Ausnahmen sind in meinen Augen Richter, die in der Tat in ihrer Unabhängigkeit abgesichert werden müssen. Aber auch dafür ist kein Beamtenrecht notwendig, sondern nur eine Regelung, die diese Unabhängigkeit absichert.

  7. Inaktiver User

    AW: Beamte in die Rentenversicherung ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ja, mein Beispiel gilt für Volljuristen mit zwei Prädikatsexamina und Zusatzqualifikationen, wie es im Staatsdienst für bestimmte Positionen verlangt wird. Verglichen wurde mit entsprechenden Managerpositionen bzw. ähnlichen Positionen in großen Anwaltskanzleien, wie sie mit diesen Voraussetzungen durchaus erreicht werden und dauerhaft ausgeübt werden können, wenn auch vielleicht mit Wechseln der Arbeitsstelle.
    Ach Gott.
    Ich habe mal ein paar Semester Jura studiert. Damals haben uns die Professoren gewarnt: mit Juristen könne man Straßen pflastern.


    Zudem sind zumindest in meinem Bereich auch die Arbeitszeiten der Beamten um 2 Wochenstunden höher als die der Angestellten, die ansonsten dieselbe Arbeit verrichten.
    Nichts für ungut, aber ich glaube, du hast eine völlig falsche Vorstellung von einer hohen Position, z.B. Managementtätigkeit, in der freien Wirtschaft.
    In den Bereichen, in denen man von 2000 oder 5000 Euro Gehaltsunterschied zum entsprechend qualifizierten Beamten sprechen kann, sind offizielle Wochenarbeitszeiten nicht das Papier wert, auf das sie gedruckt sind.



    Lange Rede, kurzer Sinn: Man kann halt nicht nur einzelne Bereiche, wie die Altersversorgung, angleichen, sondern müsste dann das ganze System konsequent reformieren, angefangen bei den Gehältern und Arbeitszeiten über Sozial- und Altersregelungen bis hin zum Streikrecht.
    Da sind wir uns sicher einig - bis auf das Streikrecht.
    Ich möchte jedenfalls nicht, dass z.B. ein Polizist streikt.

    Ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes darf hingegen von mir aus wochenlang daheim bleiben und dafür streiken, so viel Geld bezahlt zu bekommen wie einer der wenigen handverlesenen Kollegen auf dem freien Markt, die tatsächlich von ihrem Hobby leben können.
    Geändert von Inaktiver User (21.08.2008 um 16:40 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Beamte in die Rentenversicherung ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    ..... Verglichen wurde mit entsprechenden Managerpositionen bzw. ähnlichen Positionen in großen Anwaltskanzleien, wie sie mit diesen Voraussetzungen durchaus erreicht werden und dauerhaft ausgeübt werden können, ..... Natürlich gilt die Studie nur für diesen Bereich, ich denke aber, dass die Einkommensunterschiede auch ansonsten zwischen der freien Wirtschaft und dem Staatsdienst recht hoch sind. Zudem sind zumindest in meinem Bereich auch die Arbeitszeiten der Beamten um 2 Wochenstunden höher als die der Angestellten, die ansonsten dieselbe Arbeit verrichten.

    In Funktionen, in denen man einige 1000 Euro mehr verdient als im öffentlichen Dienst sind die Arbeitsbedingungen wirklich nicht vergleichbar!

    Wenn man tarifliche Arbeitszeiten ansieht, dann ist zum einen jeder, der mehr als € 5000 verdient (und du sprichst ja von deutlich höheren Gehältern) "außertariflich". Und das heißt, wie mir gesagt wurde, als ich anfing, dass es flexible Arbeitszeiten gibt: Man kann so früh anfangen wie man will und darf so spät aufhören wie man will. Also Arbeitszeiten, die bei etwa 50 Wochenstunden anfangen - und bei Juristen in Anwaltskanzleien fangen sie bei weit mehr als 50 Wochenstunden an!

    Und wenn man die Leistung nicht bringt, dann ist man draußen und kann sich nicht bis zur Pensionierung in einer Nische verkriechen!

  9. Inaktiver User

    AW: Beamte in die Rentenversicherung ?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Und wenn man die Leistung nicht bringt, dann ist man draußen und kann sich nicht bis zur Pensionierung in einer Nische verkriechen!
    Nicht nur das. Auch wenn man draußen ist, weil das Unternehmen umstrukturiert wird, hat man ab spätestens Lebensalter 45 praktisch keine Chance mehr jemals wieder eingestellt zu werden. Und wenn man noch so viel Leistung brachte/bringen würde.

    Das war für meinen Mann der Grund ins Ausland zu gehen: er hätte auf dem deutschen Arbeitsmarkt in seinem Alter keine Chancen mehr gehabt.
    Ich weiß sogar von Unternehmen, die Leute über 40 nicht mehr einstellen.

  10. Inaktiver User

    AW: Beamte in die Rentenversicherung ?

    Ihr habt recht, das habe ich arg missverständlich ausgedrückt. "In meinem Bereich" sollte nur heißen, der Bereich, den ich aus eigener Anschauung kenne. Die Unterschiede in der Wochenarbeitszeit beziehen sich dabei aber auf den mittleren Dienst, also die Leute mit Realschulabschluss und Ausbildung. Klar, dass im höheren Dienst genausowenig wie in der freien Wirtschaft die Arbeitsstunden gezählt werden!

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