Wenn die Bundeswehr überall eingreifen sollte, wo Mohn angebaut wird, oder die Kinder sterben, oder Warlords regieren, hätte sie viel zu tun. Die aufgeführten Argumente aus dem Demonstrationsaufruf zeigen ja nur, wie verlogen die abgegebenen Begründungen für den Afghanistan - Einsatz der Bundeswehr sind.Zitat von Inaktiver User
Es geht in Afghanistan um Öl und Gas oder um den strategischen Zugriff auf die entsprechenden Regionen - genauso wie beim Krieg in Irak oder dem drohenden Krieg gegen den Iran.
Der Einsatz der Bundeswehr ist verfassungswidrig und auf www.Abgeordnetenwatch.de kann man sehr gut beobachten, wie sich der Abgeordnete, den man gewählt hat oder nächstes Jahr wählen will, in den entsprechenden Abstimmungen verhalten hat.
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17.08.2008, 18:56Inaktiver User
AW: Der Kaukasuskrieg und der Westen
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17.08.2008, 18:59Inaktiver User
AW: Der Kaukasuskrieg und der Westen
Dann empfehle ich dir den Kommentar von Joffe in der Zeit (online zur Verfügung) und die Leserkommentare dazu.
Zitat von Inaktiver User
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17.08.2008, 19:11Inaktiver User
AW: Der Kaukasuskrieg und der Westen
Das mag sein, aber in Afghanistan werden nach meiner letzten Information 92% (!!!) der Weltproduktion an Mohn erzeugt.
Zitat von Inaktiver User
Außerdem war ja die Argumentation in deinem Posting, dass die Kinder sterben, Warlords regieren und die Alphabetisierungsquote sinkt, weil dort ausländische Truppen stünden (zumindest habe ich das so verstanden). Und diese Behauptung einer Kausalbeziehung ist m.E. ganz einfach falsch.
Das Problem begann im Grunde schon viel früher, nämlich mit den emsigen Bemühungen der - wie üblich - enorm hell- und weitsichtigen US-Regierung, die mit allen Mitteln versucht hatte die Russen aus Afghanistan herauszubekommen. Bei dieser Politik dürften solche geostrategischen Erwägungen den Ausschlag gegeben haben.Es geht in Afghanistan um Öl und Gas oder um den strategischen Zugriff auf die entsprechenden Regionen - genauso wie beim Krieg in Irak oder dem drohenden Krieg gegen den Iran.
Aber beim derzeitigen Afghanistan-Einsatz der NATO geht es darum, die Wut der US-Regierung nach 9/11 einigermaßen rational zu kanalisieren. (Bush soll angeblich kurzzeitig sogar an einen Atomwaffeneinsatz gedacht haben, sofern das Wort "denken" im Zusammenhang mit dieser Person nicht bereits in sich einen Widerspruch darstellt.)
Man war 2001 jedenfalls an einem Punkt angelangt, wo nicht mehr zu übersehen war, dass die jahrelange Afghanistan-Politik der USA geradezu spektakulär negative Folgen zeitigte. Wenn man so will, ist der derzeitige NATO-Auftrag der Versuch die Folgen durchgeknallter US-Politik zu mindern oder zu korrigieren.
Strategien und Taktiken der Ausführung könnten weiß Gott besser sein, aber grundsätzlich sehe ich eigentlich keine Alternative, zumal sich jenseits aller Kriegsrhetorik in Afghanistan tatsächlich die Brutstätte des islamistischen Terrorismus befindet und die Rechte von Frauen täglich mit Füßen getreten werden.
Wenn man sich darüber Gedanken machen will, ob ein Afghanistan-Einsatz zu rechtfertigen ist, dann muss man m.E. über die Erfolgsaussichten sprechen, aber nicht darüber, wieviel besser es den Menschen angeblich ginge, wenn die NATO-Truppen bzw. die Deutschen das Land verließen. Ich glaube nämlich es wäre das Gegenteil der Fall.
.Geändert von Inaktiver User (17.08.2008 um 19:44 Uhr)
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17.08.2008, 19:24Inaktiver User
AW: Der Kaukasuskrieg und der Westen
Meinst du den Artikel "Der Bär und die Maus?"
Zitat von Inaktiver User
Worin besteht da die Zensur?
Joffe kann in seiner Zeitung doch unzensiert Vergleiche mit dem Einmarsch der Sowjets in die Tschechoslowakei ziehen (ganz im Sinne der derzeitigen Bush-Regierung, der er seit mindestens 8 Jahren nach dem Maul redet).
Auch die Leser können den Artikel ohne Einschränkung frei von der Leber weg positiv oder negativ kommentieren.
Keine Zensur nirgends.
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17.08.2008, 19:25
AW: Der Kaukasuskrieg und der Westen
@ Zukunftsmusik
Zitat von Inaktiver User
Danke für diesen interessanten Link und Hinweiß, zugegeben dass ich davon noch nichts wusste! Mit Sicherheit werde ich mich da mal durchlesen, prima Idee mit den Abstimmungen und deren Veröffentlichung. Da kann hinterher keiner mehr sagen "habe es nicht gewusst".
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18.08.2008, 09:17Inaktiver User
AW: Der Kaukasuskrieg und der Westen
Guten Morgen Blautanne,
der Artikel von Joffe war nicht als Beispiel für einen Fall von Zensur gedacht, sondern zur Illustration deines Satzes:
"Im Gegenteil: mir fällt auf, wie außerordentlich bemüht die seriösen Publikationen sind auch wirklich beide Seiten des Konflikts aufzuzeigen."
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18.08.2008, 13:05Inaktiver User
AW: Der Kaukasuskrieg und der Westen
Dafür ist der Artikel in der Tat ein gutes Beispiel.
Zitat von Inaktiver User
In den Medien gibt es Interviews mit Schewardnadse, Gorbatschow und diesem georgischen Ex-Minister (siehe mein Link weiter oben) - und zum "Ausgleich" USA-nahe Texte von Joffe oder das Interview mit jenem georgischen Honorarkonsul (Opelius' Link weiter oben).
Die Ausgewogenheit muss ja nicht INNERHALB eines Artikels gegeben sein; Ausgewogenheit kann auch darin bestehen, dass nebeneinander Artikel mit sehr unterschiedlichem Tenor veröffentlicht werden.
.Geändert von Inaktiver User (18.08.2008 um 13:09 Uhr)
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18.08.2008, 14:48Inaktiver User
AW: Der Kaukasuskrieg und der Westen
Erst wollen sich einem bei allen diesen Vergleichen die Haare hochstellen, aber wenn man weiter liest, ist der Artikel gar nicht so schlecht.Schwedens Außenminister Carl Bildt verglich Wladimir Putin mit Hitler. Der ehemalige US-amerikanische Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski fühlte sich an Stalins Vorgehen gegenüber Finnland erinnert.
Doch diese Analogien sagen mehr über den Gemütszustand des Westens als über Putin. Auch wenn es zunächst verwegen klingt und die Amerikaner es nicht gern hören werden:
Der Wladimir Putin unserer Tage ähnelt noch am ehesten dem John F. Kennedy der Jahre 1961/62.
QuelleZweitens: Schon Kennedy unterschied zwischen souveränen Staaten erster und zweiter Klasse. Er ging davon aus, dass der Bewohner im Vorderhaus auch im Hinterhof ein Wort mitzureden habe, zum Beispiel in Kuba. So sieht es auch Putin, zum Beispiel im Falle Georgiens. Im Falle Amerikas nennen wir ein solches Verhalten dominant, im Falle Russlands aggressiv. Aber wir meinen dasselbe.
Drittens: Das Denken in Einflusssphären hatte bei Kennedy militärische Folgen, so wie bei Putin. Kennedy ging in Kuba sogar weiter als der russische Ministerpräsident in Georgien. Der amerikanische Geheimdienst CIA unterstützte im April 1961 die Landung von Exil-Kubanern in Playa Girón an der kubanischen Schweinebucht. Kennedy wollte einen Regimewechsel in Havanna erzwingen, was sich Putin in Georgien verkniff. Dabei war seine Lust, den georgischen Präsident aus dem Regierungssitz zu verjagen, mit Sicherheit so groß wie Kennedys Interesse am Sturz Fidel Castros.
Die tröstliche Botschaft für Russen und Amerikaner [...] lautet: Beide sind sich nicht so fremd, wie sie glauben. Sie denken ähnlich, sie handeln ähnlich, man spricht sogar die gleiche Sprache, die der Machtpolitik nämlich.
Die Aufgabe Europas besteht darin, die jetzige Situation nicht eskalieren zulassen. Eine Nato-Expansion in den russischen Vorhof hinein erhöht zum jetzigen Zeitpunkt nicht die Sicherheit, sondern die Spannung in Europa.
Nach der Kuba-Krise folgten weitere zehn Jahre Kalter Krieg, bevor die Entspannungspolitik sich durchsetzte. Vielleicht lässt sich der Weg dorthin diesmal abkürzen.
Und was wird aus Georgien? Die Interessen Russlands zu respektieren, heißt nicht die Demokratie zu verraten. Die nationale Integrität Georgiens steht nicht zur Debatte, ein Weniger an Hurra-Amerikanismus allerdings würde dem Land guttun.
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25.08.2008, 18:08Inaktiver User
AW: Der Kaukasuskrieg und der Westen
Ein weiterer Aspekt des Konfliktes wird hier erwähnt:
Amerikas Schwäche
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26.08.2008, 11:25
AW: Der Kaukasuskrieg und der Westen
Hört sich ein wenig nach Suchrätsel an.
In diesem Artikel ist ein Aspekt verborgen - wer findet ihn als erste?


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