Eusebia,Zitat von Inaktiver User
ich kann Dich beruhigen. Iran ist der wichtigste deutsche Exportmarkt in der gesamten Region Nordafrika, Naher und Mittlerer Osten. Deutschland ist umgekehrt für Iran ein Hauptlieferland. Deutsche Unternehmen sind in fast allen industriellen Sektoren Irans tätig. Schwerpunkte sind die Petrochemie, Elektrizitätserzeugung und -verteilung, Verkehrstechnik und Automobilindustrie, Schiffbau, Aluminium- und Stahlindustrie sowie der Wasser- und Abwasserbereich.
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01.09.2008, 06:25
AW: Der Kaukasuskrieg und der Westen
Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. (Nietzsche)
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01.09.2008, 08:08Inaktiver User
AW: Der Kaukasuskrieg und der Westen
Was allerdings fehlt - wegen der Boykott-Bemühungen der USA - sind Pipeline-Verbindungen nach Europa z.B. durch die Türkei). Das würde dem Iran zusätzliche Einnahmen (z.B. durch Erdgas) geben, und Deutschland/Europa nicht nur einen noch größeren Markt im Iran sondern eben weitere Flexibilität bei der Energieversorgung.
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01.09.2008, 09:44Inaktiver User
AW: Der Kaukasuskrieg und der Westen
Hat irgendwer gestern die Sendung von Anne Will angesehen?
Das war seit langem die interessanteste Sendung dieses Formats, da nicht die üblichen Verdächtigen polemische Spielchen spielten und Plattitüden absonderten, sondern eine sehr viel interessantere Runde zusammengestellt worden ist.
Wer es verpasst hat, hier ein paar Infos dazu:
*klick*
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01.09.2008, 10:15Inaktiver User
AW: Der Kaukasuskrieg und der Westen
Ich fand die Sendung und die Gäste, besonders Pleitgen und Voscherau wegen ihrer "eigenen" Meinung gut.
Ein Beispiel für die manipulative Art mancher ARD-Beiträge findet man hier:
http://www.spiegelfechter.com/wordpr...das-interview:
Der Beginn des Artikels:
"Wo fängt Zensur an? Wenn Informationen nach dem Willen eines Zensors manipuliert oder unterdrückt werden, so ist dies zweifelsohne ein Fall von Zensur. Wenn Informationen zusammengekürzt werden, um in ein sende- oder drucktaugliches Format gebracht zu werden, ist die Grenze zwischen journalistischer Verantwortung und gewollter Meinungsmanipulation oft fließend. Welche Passagen sollen beispielsweise aus einem einstündigen Interview gekürzt werden, für dessen Sendeplatz nur 10 Minuten zur Verfügung stehen? Vor diesem Problem stand die ARD am letzten Freitag.
Der Moskauer ARD-Studioleiter Thomas Roth hatte die Gelegenheit, den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin ausführlich zur Kaukasus-Krise und zu den politischen Verwerfungen zwischen dem Westen un Russland zu befragen. Roth schreibt im Tagesschau-Blog stolz, es hätte seitens Putins keine Themenbeschränkung gegeben. Die Themenbeschränkungen kamen indes von der Redaktion aus Deutschland, die dem Interview nur 10 Minuten Sendeplatz nach den Tagesthemen einräumte. Roth und sein Team mussten das Interview, das in voller Länge im russischen Fernsehen 27 Minuten Sendezeit einnahm, also radikal kürzen. Warum die ARD für dieses interessante und hochbrisante Stück Fernsehjournalismus keine halbe Stunde Sendezeit über hatte, bleibt fraglich. An einem starren Sendefenster kann es nicht gelegen haben. Nach dem Putin-Interview sendete man bei der ARD von 23:30 bis 5:00 morgens eine Sondersendung mit dem Namen “Der Kampf ums Weiße Haus - Die lange Nacht der US-Wahlen” - warum man nicht 20 Minuten dieser Sendung für ein zeithistorisches Dokument hätte kürzen können, ist unerklärlich. Ebenso fraglich bleibt es, warum aus dem Interview gerade die Stellen herausgefiltert wurden, die der westlichen Position widersprechen. Mit der vorgenommenen Kürzung erhält das Interview einen vollkommen anderen Informationsgehalt. Die ARD hat in diesem Falle die Grenze zwischen journalistischer Verantwortung und Meinungsmanipulation überschritten."
Der Text des gesamten Interviews ist abgedruckt.
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01.09.2008, 10:47Inaktiver User
AW: Der Kaukasuskrieg und der Westen
Thomas Roth hat auch gestern, in der ARD-Pressestunde, durchblicken lassen, wo er steht, als er sagte, dass er (der immerhin vor Ort gewesen sein soll) inzwischen glaube, dass Saarkaschwili den letzten Auslöser für den Konflikt gegeben habe, als er Südossetien mit Waffen angriff. Auch die OECD sagt das, und ich glaube das auch, sagte er.
Mir scheint, er glaubt Dinge, die für Russland sprechen, nur dann, wenn sie von offizieller und seriöser Stelle bestätigt werden. Seine eigene Anschauung vor Ort reichte nicht, und seine Grundhaltung ist offenbar so, dass er sich überwinden musste, eine solche klare Aussage überhaupt zu treffen. Man merkte ihm das deutlich an.
Aber Zensur würde ich das trotzdem nicht nenne. Jeder Mensch neigt dazu, den Belegen für die Richtigkeit seiner eigenen Auffassung mehr Gewicht beizumessen als Belegen dafür, dass man falsch liegt.
Was die ARD insgesamt betrifft (und du schreibst ja über "Manipulation" bei der ARD) - Fritz Pleitgen ist immerhin deren Intendant, und seine Äußerungen gestern hörten sich sehr anders an.
Außerdem wurde von Thomas Roth in der Pressestunde deutlich erwähnt, dass der russische Präsident einen Zusammenhang zwischen der Inszenierung des Kaukasuskonfliktes und den US-Präsidentschaftswahlen vermute. Und Anne Will hat gestern abend dankenswerterweise den Raketenschild thematisiert, der m.E. einen zentralen Aspekt des Themas ausmacht.
All das zeigt, dass von Zensur nicht die Rede sein kann.
.Geändert von Inaktiver User (01.09.2008 um 10:58 Uhr)
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01.09.2008, 11:29Inaktiver User
AW: Der Kaukasuskrieg und der Westen
Unterschreibe ich, war seit langem mal sehenswert und vor allen, was besonders auffiel, die Gäste durften ausreden und wurden nicht unterbrochen.
Zitat von Inaktiver User
V.G.
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01.09.2008, 12:56Inaktiver User
AW: Der Kaukasuskrieg und der Westen
Mittlerweile habe ich das Interview in deinem Link angesehen. Sehr interessant. Vor allem die Teile 2 und 3.
Zitat von Inaktiver User
Warum Roth das Interview nicht komplett gesendet hat, weiß ich nicht, bedauere es jedoch.
Zensur? Ich weiß nicht, bin jetzt aber doch ein bisschen irritiert.
Die angeblichen Hintergründe des Kaukasuskrieges ( US-Militärberater direkt vor Ort, mögliche Beteiligung dieser US-Militärs an Saarkaschwilis Militäroperation, bewusste Inszenierung zugunsten der Republikaner bzw. zugunsten von McCain ) - sind reine Vermutungen, ohne Beweise (bis auf das Vorhandensein der US-Militärberater).
Ich kann gut verstehen, wenn das ARD sich nicht zum Werkzeug etwaiger russischer Propaganda machen lassen möchte.
Andererseits hat Putin ein paar interessante Aussagen und Vergleiche gemacht, die m.E. durchaus gesendet hätten werden sollen. Was davon war Propaganda, was davon war Themaverfehlung, was davon waren legitime Argumente? - Heikel, so etwas überhaupt zu schneiden.
Das ARD hätte das gesamte Interview senden sollen; da stimme ich dir zu. Insbesondere wäre es wirklich möglich gewesen, die Berichterstattung zu den US-Präsidentschaftswahlen entsprechend zu kürzen. Absolut.
Zum Thema Kaukasuskrieg und Propaganda gibt es übrigens im ARD einen interessanten Bericht, der als podcast verfügbar ist. Wirklich sehenswert!
Russland - Georgien. Die Lügen des Krieges
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01.09.2008, 22:32Inaktiver User
AW: Der Kaukasuskrieg und der Westen
http://de.rian.ru/safety/20080901/116444200.html
SEWASTOPOL (Ukreine), 01. September (RIA Novosti). Die Mannschaft des US-Küstenwachschiffes Dallas, das am Montag zu Besuch im Krim-Hafen Sewastopol eingelaufen war, wollte in den ersten Stunden nicht von Bord gehen, berichtete ein RIA-Novosti-Reporter vor Ort.
Die USS Dallas liegt an der Anlegestelle für Passagierschiffe. Wie Zollbeamte, die an Bord gestiegen waren und mit dem Kommando gesprochen hatten, berichteten, trauten sich die Besatzungsmitglieder zunächst nicht in die Stadt.
Als das Schiff am Montagmorgen im Hafen eingelaufen war, versammelten sich Hunderte protestierende Stadtbewohner am Ufer. Menschen mit Plakaten „NATO STOP!“ riefen in Sprechchören: „Yankee go home!“ Sewastopol ist zurzeit die Hauptbasis der russischen Schwarzmeerflotte. Die Präsenz der russischen Marine ist durch einen zwischenstaatlichen Vertrag geregelt, der 2017 abläuft.
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02.09.2008, 08:57Inaktiver User
AW: Der Kaukasuskrieg und der Westen
Eusebia,
das, d.h. die Ablehnung eines großen Teils der Bevölkerung, ist ein Hauptgrund, weshalb die Aufnahme der Ukraine in die NATO derzeit nicht in Betracht kommt.
Im übrigen hat gestern in den ZDF-Nachrichten ein ehemaliger Bundeswehrgeneral gesagt, dass selbst ein offizieller Aufnahmeantrag von der ukrainischen Regierung derzeit nicht zu erwarten ist, da Russland nicht weiter provoziert werden soll.
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12.09.2008, 21:37Inaktiver User
AW: Der Kaukasuskrieg und der Westen
Bolivien könnte den nächste Fall von "abtrünnigen Provinzen" bergen.
Krise in Bolivien führt zu diplomatischem Konflikt mit USA
(...)
Zuvor hatte am Donnerstag (Ortszeit) Bolivien den US-Botschafter zum Verlassen des Landes aufgefordert. Botschafter Philip Goldberg müsse das Land in maximal 72 Stunden verlassen, sagte Aussenminister David Choquehuanca vor den Medien.
"Wir wollen, dass sie (die USA) einen anderen Botschafter benennen, aber in der diplomatischen Note betonen wir, dass wir die wirtschaftlichen Beziehungen auch aufrechterhalten wollen", sagte Choquehuanca. Boliviens Präsident Evo Morales wirft dem US-Botschafter vor, die Autonomiebestrebungen der reichen Regionen und damit die Spaltung des Landes zu unterstützen.
(...)



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