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    AW: Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes auf 420 Euro

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich sehe es mit gemischten Gefühlen, dieses Geld zu erhöhen, lieber den Leuten auf Antrag Külhschrank, neue Möbel oder ähnliches bezahlen oder für die Hartz-4-Empfänger-Kinder Ferienfreizeiten finanzieren oder Weiterbildungen für die Hartz-4-Empfänger selbst.

    Geld für Wiedereingliederung zur Verfügung stellen.
    Die Leute sollen ja schließlich nicht für immer in der Hartz-4-Hängematte hängen sondern wieder zurück in die Erwebstätigkeit und ihren Kindern Vorbild sein für ein selbstbestimmtes Leben.

    Bargeld wird doch nur verplempert.

    Ich weiß, das ist alles sehr verallgemeinernd, ist aber sicher zum (großen) Teil nicht nur Klischee.
    Bin ganz Deiner Meinung. Vor Hartz IV war das auch so: Waschmaschine kaputt - bekommt man nen Bezugsschein für ne neue (gebrauchte).
    Je nach Bedarf helfen, statt mit der Gießkanne drüber.
    ... von wegen Chancengleichheit in der Bildung.
    Was kann das Kind dafür, dass die Eltern keinen Job haben...

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    AW: Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes auf 420 Euro

    Ich seh das auch so.

    ... von wegen Chancengleichheit in der Bildung.
    Was kann das Kind dafür, dass die Eltern keinen Job haben...
    Ich konnte als Kind aus Geldmangel z.B. nicht mal eben einen Schüleraustausch mitmachen. Dabei lernt man doch eine Sprache schon gezwungenermaßen besser, wenn man im entsprechenden Land ist. Man bekommt auch ein ganz anderes Bild, neue Einsichten usw. Alles gut für die Schulnote. Geld für Nachhilfe gabs nicht...

    Ganz zu schweigen davon, dass ich wegen rumlaufens in Lumpen in der Schule gemobbt worden bin. Oder eine Brille getragen habe (billigstes Gestell, was es gab) die aussah, wie vom Sparmarkt (die Farben). Die Gläser waren sehr dick wegen meiner schlechten Augen (so hübsche Glasbausteine). Mit etwas mehr Geld hätte man dünnere Gläser nehmen können. Das war ein weiterer Mobbinggrund.
    Dann war meine Mutter der Arbeitslosigkeit wegen permanent gereizt und nicht ansprechbar. Ich war mit meinen Problemen allein. Sie hat mich immer angepöbelt.
    Mein Selbstbewusstsein war im Minusbereich.
    Bin deswegen schulisch gestrandet, beruflich nur wegen absoluten Glücks (Vitamin B) jetzt aktiv.

    Schlussfolgerung: Vielleicht wäre ich jetzt genauso arbeitslos, wie meine Mutter es war, weil mir durch ihre Arbeitslosigkeit ein enormer sozialer Nachteil entstanden ist...??!!

    Schon mal darüber nachgedacht?

  3. Inaktiver User

    AW: Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes auf 420 Euro

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Das schlechteste an H4 ist, das man nie sagen kann, wer wirklich arbeiten möchte und trotz intensivster Bemühung keinen Job bekommt und wer gar nicht arbeiten will, weil er jedes Hintertürchen kennt.
    Wer ohne Bemühung, jahrelang Geld von der Solidargemeinschaft empfängt, weil er denkt für unwesentlich mehr Geld, als H4, stehe ich morgens doch nicht auf, oder wer nicht bereit ist den Wohnort zu wechseln, weil er dann in seinem Fußballclub nicht mitkicken kann, o.ä., ist in meinen Augen ein Schmarotzer und wirft ein schlechtes Licht auf den wirklich Arbeitssuchenden.
    Was ändert es an der Arbeitslosenstatistik, wenn ein kleiner Teil der Harz IV Empfänger sich mit dem Schicksal abgefunden hat?
    Sie würden nur denen die Arbeit wegnehmen, die darunter leiden arbeitslos zu sein.
    Wäre Arbeit für alle da, hätte ich auch etwas dagegen Arbeitsunwillige zu alimentieren. Aber solange es 3,5 Mill. offizielle und 1,5 Mill. versteckte Arbeitslose gibt, spielt es überhaupt keine Rolle.

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    AW: Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes auf 420 Euro

    Wo, bitte sehr, Sterndiebin, steht es geschrieben, dass soziale Ausgrenzung die schulische Leistungsfähigkeit behindern muss. Nach meinem Verständnis müsste dies doch erst recht ein Ansporn sein, dieses Milieu wenngleich mit einigem Mehraufwand zu verlassen.
    Schwer vorstellbar, dass du tatsächlich in Lumpen zur Schule gehen musstest.
    Geändert von Anathea (14.08.2008 um 13:42 Uhr)
    jeder für sich und Gott gegen alle?

  5. gesperrt

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    AW: Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes auf 420 Euro

    #ulina

    Bist du ein eigenständige Person oder EINE statistische Zahl? Was willst du damit Aussagen? Der Wille zur Bildung, die Annahme auch von zweitrangigen Jobs, der Umzug zur Arbeit, die Bildung/Nutzung von Kontakten etc. - alles SINNLOS, weil es ja statistisch nicht genug Arbeit gibt?

    Na schön bleiben wir bei deiner Statistik. Dann unterteilen wir diese mal in Nuancen: In welcher Region/Bundesland gibt es bessere und schlechtere Arbeitslosenquoten? Wie hoch ist die Arbeitslosenquote für Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung? Wie hoch ist die Arbeitslosenquote für Menschen die gutes Deutsch sprechen und schreiben, nicht alkohol- oder drogenabhängig und räumlich und geistig flexibel sowie arbeitswillig sind?

    Seine persönliche Quote, also die Chance auf dem Arbeitsmarkt kann jeder selbst beeinflussen. Wenn ich also in Meck-Pomm an der polnischen Grenze lebe, keine Ausbildung habe, unter keinen Umständen wegziehen will und nur eine Arbeit mit sehr guter Bezahlung und geringen Anforderungen suche DANN ist die Wahrscheinlichkeit einer Dauerarbeitslosigkeit eben X-Mal höher als wenn ich in Ba-Wü im Ortenaukreis (Arbeitslosenquote 2,4%) lebe und entsprechend gut und gefragt gebildet, willig und flexibel bin. HIER GIBT ES KEINE DAUERARBEITSLOSEN MIT DIESEN EIGENSCHAFTEN! Man sollte sich auch fragen, ob man zu den 97,6% Chancenreichsten oder zu den 2,4% Schlechtesten (es gehen davon natürlich noch Überbrücker, Saisonarbeitslose etc. ab) gehört. Bei letzderem sollte man an SICH arbeiten und nicht DEN Staat für alles und jedes Ungemach verantwortlich machen - das ist pubertär und zeugt nicht von Reife.

    Aber ich kann dich verstehen - es ist natürlich leichter zu sagen: DER STAAT UND DIE STATISTIK IST SCHULD als "ich war zu faul für die Weiterbildung XY, SO eine Arbeit mache ich nicht, ich bleibe eben trotzdem hier wohnen etc."

  6. Inaktiver User

    AW: Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes auf 420 Euro

    Zitat Zitat von Nadine2
    und nicht DEN Staat für alles und jedes Ungemach verantwortlich machen - das ist pubertär und zeugt nicht von Reife.

    Aber ich kann dich verstehen - es ist natürlich leichter zu sagen: DER STAAT UND DIE STATISTIK IST SCHULD als "ich war zu faul für die Weiterbildung XY, SO eine Arbeit mache ich nicht, ich bleibe eben trotzdem hier wohnen etc."
    und das ist das Problem vieler. Der Staat soll alles richten, nur wie, sagt keiner.
    Es gibt Gegenden da ist der Arbeitsmarkt erschlossen, aber es gibt keine Leute die sich bereit erklären, weil ihnen z. B. der Job nicht gefällt, oder der Weg zu weit ist. Man muss heute bereit sein der Arbeit nachzureisen. Ich kann nicht warten bis ich meinen Traumberuf bekomme.
    Einfacher ist es die Solidargemeinschaft zu belasten, sich bis zur Rente durchzumogeln und dann auf die Einheitsrente zu hoffen.

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    AW: Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes auf 420 Euro

    Wo, bitte sehr, Sterndiebin, steht es geschrieben, dass soziale Ausgrenzung die schulische Leistungsfähigkeit behindern muss.
    Da gibts Studien drüber

    Nach meinem Verständnis müsste dies doch erst recht ein Ansporn sein, dieses Milieu wenngleich mit einigem Mehraufwand zu verlassen.
    Klar, aber Ansporn allein reicht nicht, wenn alles andere fehlt...

    Schwer vorstellbar, dass du tatsächlich in Lumpen zur Schule gehen musstest.
    Es geht hier ja auch nicht darum, wer sich etwas vorstellen kann. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es so viele Arbeitslose gibt. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass es so ist.

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    AW: Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes auf 420 Euro

    Wir können uns diese abstrusen Haarspaltereien schenken. Zweifellos gibt es ein Heer von Arbeitslosen, jedoch die Behauptung, Du seist in Lumpen zur Schule gegangen, erscheint mir maßlos übertrieben und eine Studie, derenzufolge soziale Ausgrenzung die schulische Leistungsfähigkeit unabdingbar ausschließen muss, bezweifele ich ebenfalls.
    jeder für sich und Gott gegen alle?

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    AW: Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes auf 420 Euro

    [
    QUOTE=Anathea]Wir können uns diese abstrusen Haarspaltereien schenken. Zweifellos gibt es ein Heer von Arbeitslosen, jedoch die Behauptung, Du seist in Lumpen zur Schule gegangen, erscheint mir maßlos übertrieben und eine Studie, derenzufolge soziale Ausgrenzung die schulische Leistungsfähigkeit unabdingbar ausschließen muss, bezweifele ich ebenfalls.
    [/QUOTE]

    Dann lass dich überzeugen von einer Betroffenen.

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    AW: Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes auf 420 Euro

    ZITAT:
    „... DANN ist die Wahrscheinlichkeit einer Dauerarbeitslosigkeit eben X-Mal höher als wenn ich in Ba-Wü im Ortenaukreis (Arbeitslosenquote 2,4%) lebe und entsprechend gut und gefragt gebildet, willig und flexibel bin. HIER GIBT ES KEINE DAUERARBEITSLOSEN MIT DIESEN EIGENSCHAFTEN!“


    Mit solchen Tipps wäre ich vorsichtig: die Alo-Quote im Ländle wird sich schnell ändern, wenn die 3,5 Millionen Arbeitslosen, die du hier ansprichst, deiner Empfehlung folgen und zum 01.09. geschlossen in den Ortenau-Kreis ziehen!
    Insofern spielt die Statistik schon eine Rolle, weil ihre Zahlen zeigen, dass deine Logik nicht stimmt. Wenn alle Erwerbslosen sich morgen weiterbilden und umziehen, fehlen immer noch über 2,8 Millionen Stellen.

    ZITAT:
    „Bei letzderem sollte man an SICH arbeiten und nicht DEN Staat für alles und jedes Ungemach verantwortlich machen - das ist pubertär und zeugt nicht von Reife. Aber ich kann dich verstehen - es ist natürlich leichter zu sagen: DER STAAT UND DIE STATISTIK IST SCHULD als "ich war zu faul für die Weiterbildung XY...“


    Konfuzius sagt: „Denke nicht in schwarz und weiß. Die Wahrheit liegt in der Mitte.“ :-)

    Deine Reduzierung auf „Ist der Arbeitslose schuld oder ist der Staat schuld?“ ist schwaches, weil polares Denken.

    Zum einen, weil die Realität immer eine Mischung aus beidem ist (in Zeiten von Vollbeschäftigung fand z.B. auch der letzte Heuler noch eine Stelle), zum anderen, weil die Schuldfrage unproduktiv und wenig hilfreich ist.
    Es geht nicht um Schuld, sondern um Lösungen.
    Und wenn bei der wirtschaftlichen „Reise nach Jerusalem“ für 3,5 Millionen Erwerbsfähige nur 592.000 Stühle (= renditefähige Stellen) existieren, werden 2,8 Millionen keine individuelle Lösung für dieses Defizit herbeizaubern KÖNNEN.

    Es zeugt sicher nicht von Reife, den Staat für alles verantwortlich zu machen, aber es zeugt auch nicht von Reife, die Fakten zu ignorieren.

    So sieht das
    Eukalyptus
    Wenn ich bedenke, wie gefährlich alles ist,
    ist nichts wirklich beängstigend.
    (Gertrude Stein)

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