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  1. Inaktiver User

    AW: Obama aus deutscher Sicht

    Zitat Zitat von Messerwerferin
    Du hast ja recht. Aber wenn ich wählen müsste, hätte ich momentan wirklich den Eindruck, vor die Alternativen "Pest oder Cholera" gestellt zu werden - entweder ein wirrer alter Säbelrassler oder ein personifiziertes jugendliches Versprechen, aus dessen Äußerungen ich nicht ersehen kann, ob und welche Versprechen er einzulösen gedenkt. Oder ob er im Fall eines Wahlsieges am Ende selbst redet wie McCain und sich dann auf den "Druck der Öffentlichkeit" beruft, dem er nachgeben musste. Obama hat es bei seiner Berlin-Rede geschafft, partiell den gleichen Mist zu erzählen wie Bush. Mich hat das sehr nachdenklich zurückgelassen.
    Du darfst nicht vergessen, dass jeder US-Präsidentschaftskandidat beim amerikanischen Wähler punkten muss, und die Amis ticken nunmal anders als wir Europäer.
    So manches, was uns irritiert, ist bei ihnen unerschütterliche "Wahrheit".
    Obama muss die US-Wähler auf seine Seite ziehen. Wir und unsere Sichtweise kommen nur unter ferner liefen; das muss uns klar sein. John Kerry, der tatsächlich sehr europafreundlich war, hat nicht zuletzt genau deshalb die Wahl verloren.


    Kurz: McCain ist indiskutabel, Obama ist mir unheimlich.
    McCain indiskutabel - das leuchtet mir sofort ein.
    Aber was ist dir denn an Obama unheimlich?


    Gott sei Dank: Ich bin nicht wahlberechtigt.
    Ich würde schon gerne in USA wählen.
    Nicht, weil ich so gern US-Bürgerin wäre, sondern weil mir die Entscheidung leicht fallen würde und weil ich sie wichtig finde. Wichtig auch für uns Europäer.

    Ich denke über die beiden Kandidaten Folgendes:

    McCain war und ist immer für den Irakkrieg gewesen und ist auch jetzt gegen einen Abzug.

    Er ist außerdem ein kalter Krieger. Es gibt mehrere Äußerungen von ihm, in denen er sich in einer ausgesprochen frostigen Weise über Russland geäußert hat. Unter anderem hatte er die glorreiche Idee, man müsse Russland aus der G8 werfen.

    Des weiteren ist McCain für Folter. Er hat Bush und dessen Komplizen seinerzeit zwar sehr unangenehme Fragen zu Abu Ghureib gestellt und sich betroffen über die Vorkommnisse gezeigt - zumal er in Nordvietnam selbst die Folter erlebt hat.
    Aber leider hat er seine Meinung geändert und sich kürzlich folgendermaßen geäußert: für US-Soldaten sei das Recht auf Folter "nicht nötig" (!!!), aber dem CIA sollten aus Sicherheitsgründen keine Beschränkungen auferlegt werden.
    Jetzt frag ich dich: wie geistig minderbemittelt muss ein Mensch eigentlich sein, wenn er - obwohl selber schwerst gefoltert - so etwas sagt?

    McCain ist für ein verfassungsrechtliches Verbot der Abtreibung.
    Er ist gegen die sogenannte Homo-Ehe.
    Und er fand Bushs Steuererleichterungen für Reiche, die seinerseits sogar von Reichen wie dem Börsenmilliardär Warren Buffett als ungerecht kritisiert worden war, richtig.


    Obama hingegen ist mir mit folgenden Aussagen in Erinnerung:

    - Er war von Anfang an gegen den Irakkrieg.

    - Er ist der Ansicht, dass man mit ALLEN Akteuren des Nahen und Mittleren Ostens sprechen und verhandeln müsse, auch mit Syrien und Iran.
    (Dieser Auffassung haben Bush und McCain höhnisch und nachdrücklich widersprochen.)

    - Sein Rede bezüglich Jeremiah Wright ist für mich geradezu eine Offenbarung. *klick* Der Vergleich mit Martin Luther King, der einigen Leuten dabei in den Sinn kam, ist m.E. berechtigt.

    Außerdem ist er für die Homoehe, für eine Einschränkung des Waffenrechts, gegen ein Verbot der Abtreibung.


    Und so sage ich nicht "Gott sei Dank", sondern "bedauerlicherweise bin ich in USA nicht wahlberechtigt". Denn es fiele mir wahrhaftig nicht schwer eine Entscheidung zu treffen.
    .
    Geändert von Inaktiver User (03.08.2008 um 23:14 Uhr)

  2. User Info Menu

    AW: Obama aus deutscher Sicht

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Du darfst nicht vergessen, dass jeder US-Präsidentschaftskandidat beim amerikanischen Wähler punkten muss, und die Amis ticken nunmal anders als wir Europäer.
    So manches, was uns irritiert, ist bei ihnen unerschütterliche "Wahrheit".
    Aber ich hab doch geschrieben, dass es nicht meine Meinung ist, sondern wie Amerikaner die Lage meiner Meinung nach sehen

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    McCain ist ein kalter Krieger. Es gibt mehrere Äußerungen von ihm, in denen er sich in einer ausgesprochen frostigen Weise über Russland geäußert hat. Unter anderem hatte er die glorreiche Idee, man müsse Russland aus der G8 werfen. -
    Also wer solchen Schwachfug verzapft, gehört m.E. geteert und gefedert. Der hat sie ja nicht alle. Hat USA derzeit noch nicht genug Feinde? Muss man alte, lieb gewordene Feindschaften reaktivieren?
    Für uns Europäer wäre ein McCain der Beginn einer neuen (kleinen) Eiszeit zwischen Ost und West, und darin sehe ich für uns Europäer nur Nachteile, aber keinen einzigen Vorteil.
    Ja, für uns gibt es nur Nachteile, aber aus meiner Sicht trifft McCain damit doch genau den Punkt, den Amerikaner lieben: Die USA sagen der Welt, wo es lang geht. Es war auch McCain, der öffentlich China wegen der Menschenrechte kritisiert hat: Freiheit für alle, und die USA tragen diese Fackel in die Welt, genau dieser Gedanke gefällt dem Wähler.

    Auch Obama hat dieses Bild für den amerikanischen Wähler bei seiner Berliner Rede versucht, zu bedienen. Dieses ständige Rumgereite auf dem Kalten Krieg und den tollen Amerikanern mit ihren Rosinenbombern - ich hätte mir sehr von Obama gewünscht, dass er an dieser Stelle "Nie wieder" sagt, statt dessen kommt wenige Sekunden später der Aufruf an die NATO-Partner. Sollte damit das deutsche Volk dahingehend "beruhigt" werden, dass er zwar gerne deutsche Soldaten irgendwo ausbluten lässt, ihnen dann aber hilfreich mit einem Verband zur Seite steht, wenn es soweit ist?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Des weiteren ist McCain für Folter. Ja! McCain! Ausgerechnet derjenige Republikaner, der Bush und dessen Komplizen unangenehme Fragen zu Abu Ghureib stellte!
    Zuerst war ich ganz begeistert von McCain, da er sich über Abu Ghureib so betroffen gezeigt hatte und sich nicht scheute, aus der Reihe der Republikaner auszuscheren.
    Aber leider hat er seine Meinung geändert und sich kürzlich folgendermaßen geäußert: für US-Soldaten sei Folter "nicht nötig" (!!!), aber dem CIA sollten aus Sicherheitsgründen keine Beschränkungen auferlegt werden.

    Jetzt frag ich dich: wie geistig minderbemittelt muss ein Mensch eigentlich sein, wenn er - obwohl selber schwerst gefoltert - so etwas sagt?
    Auch damit bedient McCain m.E. sehr das amerikanische Gemüt: Blut von US-Soldaten ist für die Militärs grundsätzlich mehr wert als das Leben von Menschen, die durch die US-Regierung pauschal als "Terroristen" diffamiert und damit zu "Feinden des amerikanischen Volkes" werden.
    Und wer sich angegriffen und damit im Recht fühlt, wird Folter gerne mal als Bagatelle kleinreden.

    Auch Obama hat den Irrsinn "Kampf gegen den Terror" nie hinterfragt oder eine eindeutige Stellung dazu bezogen, wie er sich denn diesen Kampf eigentlich vorstellt. Deshalb ist er mir unheimlich, weil ich mich frage: Was will er denn eigentlich?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Obama hingegen ist mir mit folgenden Aussagen in Erinnerung:

    - Er war von Anfang an gegen den Irakkrieg.

    - Er ist der Ansicht, dass man mit ALLEN Akteuren des Nahen und Mittleren Ostens sprechen und verhandeln müsse, auch mit Syrien und Iran.
    (Dieser Auffassung haben Bush und McCain höhnisch und nachdrücklich widersprochen.)

    - Sein Rede bezüglich Jeremiah Wright ist für mich geradezu eine Offenbarung. *klick* Der Vergleich mit Martin Luther King, der einigen Leuten dabei in den Sinn kam, ist m.E. berechtigt.
    Blautanne, nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht: Ich behaupte ja nicht, dass Obama schlecht ist, sondern nur, dass mir seine Äußerungen und Taten zu wenig sind, um ihn in meinen Augen zu einem besseren Kandidaten werden lassen.

  3. Inaktiver User

    AW: Obama aus deutscher Sicht

    Zitat Zitat von Messerwerferin
    Die USA sagen der Welt, wo es lang geht. Es war auch McCain, der öffentlich China wegen der Menschenrechte kritisiert hat: Freiheit für alle, und die USA tragen diese Fackel in die Welt
    Ich bin gerührt. Ehrlich.

    Für wie stark hält dieser alte Mann sich und sein hoch verschuldetes Land eigentlich?
    - Er will aus dem Irak NICHT abziehen.
    - Er will mit dem Iran NICHT verhandeln sondern evtl. militärisch vorgehen.
    - Er lehnt auch die Verhandlung mit Syrien ab.
    - Er provoziert neue Konfrontationen mit Russland.
    - Er brüskiert demonstrativ China.
    - Er beleidigt sogar Verbündete wie die Deutschen (fawning Germans).

    Wofür hält er sich eigentlich? Ewa für außen- und sicherheitspolitisch kompetent? Dass ich nicht lache.
    Das ist m.E. nicht weit entfernt von der Dummheit eines George W. Bush.



    Blautanne, nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht: Ich behaupte ja nicht, dass Obama schlecht ist, sondern nur, dass mir seine Äußerungen und Taten zu wenig sind, um ihn in meinen Augen zu einem besseren Kandidaten werden lassen.
    Mir fällt auf, dass du Obama mit kritischem europäischem Auge und McCain mit nachsichtig-amerikanischem Auge betrachtest. - Somit ist der Vergleich, so oder so, schief.
    Aber gut, das ist deine Sache. Ohnehin sind sowohl du als auch ich in USA nicht wahlberechtigt.


    Hinweis: ich hatte mein obiges Posting übrigens um ein paar Punkte ergänzt.
    .
    Geändert von Inaktiver User (04.08.2008 um 11:17 Uhr)

  4. User Info Menu

    AW: Obama aus deutscher Sicht

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    .
    Außerdem ist er für die Homoehe, für eine Einschränkung des Waffenrechts, gegen ein Verbot der Abtreibung.
    Du immer mit Deinen nachträglichen Änderungen. Immer, wenn ich was fertig geschrieben habe, finde ich bei Dir noch etwas, worauf ich nicht eingehen konnte

    Also, was Obama gerne hätte - Homoehe, eingeschränktes Waffenrecht, gegen Abtreibungsverbot - wäre sehr begrüßenswert.

    Allerdings ist das Waffenrecht in Amerika die heilige Kuh, die nicht angetastet werden darf. Selbst solche erschütternden Massaker wie an der Columbine-Highschool lassen Amerikaner nicht etwa an eine Einschränkung denken. Nein, es gab damals Stimmen aus der entsprechenden Lobby, die besagten, das wäre nicht passiert, wenn alle Schüler bewaffnet gewesen wären, denn dann hätten sie die Täter vorzeitig erschossen! Das ist krank! Das ist amerikanische Logik!

    Was gleichgeschlechtliche Ehen betrifft und ein Nein zum Abtreibungsverbot, auch da darf man die entsprechende Lobby nicht vergessen, die sich gegen eine Umsetzung solcher Gesetze stellen wird. Und mir kommt Obama nicht so stark vor, dass er es sich mit Millionen verbabbter Amerikaner verscherzen wird, nur, um solche Fragen zu klären. Ich habe eher den Eindruck, wenn ihm die Fetzen so richtig um die Ohren fliegen, wird er eher zurückrudern, als Stimmen einzubüßen.

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    AW: Obama aus deutscher Sicht

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich bin gerührt. Ehrlich.

    Für wie stark hält dieser alte Mann sich und sein hoch verschuldetes Land eigentlich?
    - Er will aus dem Irak NICHT abziehen.
    - Er will mit dem Iran NICHT verhandeln sondern evtl. militärisch vorgehen.
    - Er provoziert neue Konfrontationen mit Ländern wie Russland und China.
    - Er beleidigt sogar Verbündete wie die Deutschen (fawning Germans).
    Wofür hält er sich eigentlich? Für allmächtig? Gar für außen- und sicherheitspolitisch kompetent? Dass ich nicht lache.
    Mir geht es um das amerikanische Selbstverständnis. Und es ist erbärmlich, dass so viele US-Bürger offensichtlich McCains Auffassung teilen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Interessant finde ich, dass du Obama mit kritischem europäischem Auge und McCain mit nachsichtig-amerikanischem Auge betrachtest. -
    Aber gut, das ist deine Sache. Ohnehin sind sowohl du als auch ich in USA nicht wahlberechtigt.
    Vielleicht hab ich mich schlecht ausgedrückt. Aber Obama hat für den amerikanischen Wähler wenig zu bieten außer ein paar nebelhaften Visionen. McCain hingegen verspricht freien Handel, großzügiges Niedermetzeln aller "Volksfeinde" und eine amerikanische Supermacht-Identität. Also Geld, Macht, Sicherheit. Und daran sind sehr viele Wähler sehr interessiert.

    Was verspricht Obama dem amerikanischen Wähler? Steuererhöhungen, dauerhafte Proteste unterschiedlicher Gruppierungen und eine Außenpolitik, die für US-Bürger nach "Kriechen" aussieht und ihre Identität sehr beschädigt.

    Natürlich würde ich mir einen Obama wünschen, der sich durchsetzen kann, aber ich denke, wenn die Durchsetzung seiner Visionen schon beim eigenen Volk während des Wahlkampfs scheitert, wie will er das um Gottes willen als Präsident schaffen? Und dann auch noch international?

  6. Inaktiver User

    AW: Obama aus deutscher Sicht

    Zitat Zitat von Messerwerferin
    Mir geht es um das amerikanische Selbstverständnis. Und es ist erbärmlich, dass so viele US-Bürger offensichtlich McCains Auffassung teilen.
    Immerhin scheinst du ihn weniger beunruhigend zu finden als Obama.


    Was verspricht Obama dem amerikanischen Wähler? Steuererhöhungen, dauerhafte Proteste unterschiedlicher Gruppierungen und eine Außenpolitik, die für US-Bürger nach "Kriechen" aussieht und ihre Identität sehr beschädigt.
    Wenn es wirklich so wäre, wie du behauptest, dann hätte er nicht die Vorwahlen gegen die Favoritin Hillary Clinton gewonnen und dann würde er in der Wählergunst wohl kaum etwa gleichauf mit McCain liegen.
    .
    Geändert von Inaktiver User (04.08.2008 um 00:23 Uhr)

  7. User Info Menu

    AW: Obama aus deutscher Sicht

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Immerhin scheinst du ihn weniger beunruhigend zu finden als Obama.
    McCain ist nur berechenbarer. Obama nicht. Beunruhigend finde ich beide.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wenn es wirklich so wäre, wie du behauptest, dann würde er wohl kaum in der Wählergunst vor McCain liegen, wenn auch nur knapp.
    .
    Wie Du schon festgestellt hast, sind die Umfragewerte zu verschieden; deshalb halte ich mich persönlich an Gallup. Dort war gestern ein Gleichstand mit 44%, heute liegt Obama um einen Prozentpunkt vorn. Ich verfolge die Ergebnisse schon seit einiger Zeit, und die Wählergunst scheint mir sehr empfindlich zu sein.

  8. Inaktiver User

    AW: Obama aus deutscher Sicht

    Was verspricht Obama dem amerikanischen Wähler? Steuererhöhungen, dauerhafte Proteste unterschiedlicher Gruppierungen und eine Außenpolitik, die für US-Bürger nach "Kriechen" aussieht und ihre Identität sehr beschädigt.
    Das kommt drauf an, welche Wähler gemeint sind; jene, die keine Steuern zahlen, weil sie nichts oder kaum etwas verdienen, oder jene, die sehr viel verdienen.
    Ich denke, Obama wird den Spagat versuchen, den einen Hoffnung zumindest auf eine marginale Gesundheitsversorgung zu geben, und die anderen nicht zu vergraulen.

    Auch das "Kriechen", wie du es nennst, kann unterschiedlich verkauft werden, als Charmetour bei europäischen Verbündeten und solchen, die es noch werden sollen, bei Leuten mit viel Kultur und langer Vergangenheit, oder als Unterwürfigkeit, die aber höchstens McCain mit seinem verkehrt gehaltenen Fernglas ausmacht.
    Wichtig ist einfach, mit welchen Leuten Obama zusammenarbeiten will, welche seine BeraterInnen sein werden und sich auch mal getrauen, "nein" zu sagen.

  9. User Info Menu

    AW: Obama aus deutscher Sicht

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Auch das "Kriechen", wie du es nennst, kann unterschiedlich verkauft werden, als Charmetour bei europäischen Verbündeten und solchen, die es noch werden sollen, bei Leuten mit viel Kultur und langer Vergangenheit, oder als Unterwürfigkeit, die aber höchstens McCain mit seinem verkehrt gehaltenen Fernglas ausmacht.
    Wichtig ist einfach, mit welchen Leuten Obama zusammenarbeiten will, welche seine BeraterInnen sein werden und sich auch mal getrauen, "nein" zu sagen.
    Warum gibt es eigentlich keinen stoßseufzenden Smiley? Könnte ich gerade gut gebrauchen

    Colonna, ich nenne das nicht “Kriechen”, sondern McCain.

    Bedauerlich ist, dass es m.E. Obama an dem notwendigen Biss fehlt, um McCains Version in der Öffentlichkeit zu widerlegen, in dem er es als “Charmeoffensive” verkauft.

    Obama braucht aber genau diesen Biss, um politisch durchzukommen.

    Es ist doch im Grunde wie bei einem Vorstellungsgespräch für eine Stelle in der Werbung: Wenn es dem Bewerber nicht mal in dieser Situation gelingt, sich selbst gut zu verkaufen, wird das schwerlich einen Personaler davon überzeugen, dass der Bewerber später in der Lage sein wird, Konsumenten zum Kauf eines Produktes zu bewegen.

    Obama wird als Präsident der Vereinigten Staaten sehr oft in eine Situation kommen, in der er “Werbung” für Dinge machen muss, die den Bürgern und/oder dem Ausland ganz und gar nicht schmecken. Im Moment schafft er es ja nicht mal richtig, sich gegen diese Dumpfbacke McCain durchzusetzen und das amerikanischen Wahlvolk für sich einzunehmen. Da frage ich mich dann schon, wie Obama als Präsident wirklich unangenehmen Machthabern (z.B. Iran) in wirklich unangenehmen Situationen begegnet und ob er in der Lage ist, anderen (US-Bevölkerung, Bündnispartnern etc.) , seine Entscheidungen so zu verkaufen, dass sie diese Entscheidungen auch mittragen. Wenn ich sehe, wie Obama jetzt schon gegen diese Lachnummer McCain strauchelt, dann ruft das in mir nicht gerade den Eindruck hervor, als hätte Obama das nötige Format, in echten Krisensituationen die Oberhand zu behalten.

  10. Inaktiver User

    AW: Obama aus deutscher Sicht

    Zitat Zitat von Messerwerferin
    Obama braucht aber genau diesen Biss, um politisch durchzukommen.
    ...
    Im Moment schafft er es ja nicht mal richtig, sich gegen diese Dumpfbacke McCain durchzusetzen und das amerikanischen Wahlvolk für sich einzunehmen.
    Was veranlasst dich zu diesem Glauben?
    Die Umfragen stützen deine Behauptung jedenfalls nicht.


    Wenn ich sehe, wie Obama jetzt schon gegen diese Lachnummer McCain strauchelt, dann ruft das in mir nicht gerade den Eindruck hervor, als hätte Obama das nötige Format, in echten Krisensituationen die Oberhand zu behalten.
    Erst ist McCain deiner Meinung nach genau der Kandidat, der die US-amerikanische Seele anspricht (was Obama - entgegen seiner bisherigen Erfolge - angeblich nicht kann), dann wieder ist McCain angeblich nur eine Lachnummer, gegen die Obama mit links konkurrieren können müsste.

    Du weißt auch nicht, was du willst.

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