Zitat von Lukulla
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Und wir alle können uns durch Zujubeln beweisen wie tolerant wir doch sind.
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Thema: Obama aus deutscher Sicht
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03.08.2008, 11:11Inaktiver User
AW: Obama aus deutscher Sicht
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03.08.2008, 12:04Inaktiver User
AW: Obama aus deutscher Sicht
@LukullaAllmähllich macht mich das neugierig, welche Gruppierungen dahinter stecken und soviel Geld in diese Wahlkampfkampagne stecken.
Angeblich erhält er Spenden aus allen Bevölkerungsschichten.
Er ist aber auch wirklich schön
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03.08.2008, 16:32Inaktiver User
AW: Obama aus deutscher Sicht
Habe soeben eine bemerkenswerte Internetseite entdeckt:
http://www.factcheck.org/
Diese Internetseite der Annenberg-Stiftung hat die Aufgabe politische Aussagen aus Reden, Debatten, US-Wahlkämpfen etc. zu überprüfen und die Bürger unabhängig und unparteiisch über den jeweiligen Wahrheitsgehalt zu informieren: - http://www.factcheck.org/about/
So wird z.B. untersucht, was es mit dem abgesagten Besuch Obamas in Landstuhl auf sich hat:
McCain hatte behauptet, Obama würde sich für verwundete US-Soldaten nicht interessieren und sie nicht besuchen, weil dort keine Kameras erlaubt seien.
Richtig ist, dass Obama mehrfach verwundete Soldaten besucht hat, obwohl bei sowas Kameras regelmäßig verboten sind. So war er im Walter Reed Medical Center und bei verwundeten Soldaten in Bagdad.
Auch in Kuweit und Irak war das Fotografieren vielfach verboten, ohne dass ihn das von seinem Besuch und dem Besuchsprogramm abgehalten hätte.
McCain hatte außerdem behauptet, dass Obama es vorgezogen habe statt nach Landstuhl zu fahren lieber ein Fitness Center zu besuchen.
Richtig ist, dass Obama täglich Sport treibt. Der Besuch eines Fitness Centers ist für ihn nichts Besonders. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass der Besuch im Fitness Center irgend etwas mit der Absage des lange geplanten Landstuhl-Besuchs zu tun hatte.
Ergebnis: McCains Anschuldigungen waren falsch.
Näheres dazu: - *klick*
.Geändert von Inaktiver User (03.08.2008 um 17:16 Uhr)
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03.08.2008, 18:16
AW: Obama aus deutscher Sicht
Tolle Seite, danke für den Link
Leider ist es solchen Angeboten eigen, dass nur die Leute davon Gebrauch machen, die ohnehin kritische Geister sind und sich nicht durch Presse-und Wahlkampf-Tamtam beeinflussen lassen.
Obama und McCain haben laut Gallup zwischenzeitlich Gleichstand in der Wählergunst, und diese Tatsache klingt nicht danach, als würde sich ein Großteil der Bevölkerung irgendwie darum scheren, was wirklich hinter McCains Behauptungen steckt.
Deshalb bin ich immer noch davon überzeugt, dass McCain die Wahl gewinnen wird. Leider.
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03.08.2008, 19:19Inaktiver User
AW: Obama aus deutscher Sicht
@Blautanne
Interessanter link! Danke!
@MesserwerferinDeshalb bin ich immer noch davon überzeugt, dass McCain die Wahl gewinnen wird. Leider.
Ich bin dagegen überzeugt, dass Obama gewinnt. McCain ist einfach zu alt, auch von der Ausstrahlung her. Obama kommt mit seiner relativen Jugend, seiner Hautfarbe und seinem lockeren Auftreten den Wünschen und Vorstellungen der meisten AmerikanerInnen entgegen.
Es wird daraus die Hoffnung gezogen, dass endlich frischer Wind in Washington einkehren wird; dass von Wahlversprechen nicht übertrieben viel zu halten ist, wissen die Menschen ohnehin.
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03.08.2008, 19:26
AW: Obama aus deutscher Sicht
Leider? Ich finde es gut, dass die Amerikaner offensichtlich nicht so verblendet sind wie viele Deutsche.
Zitat von Messerwerferin
Ich habe gelesen, dass 25 % der Hillary-Wähler für McCain voten werden - selbst die Schwarzen merken langsam, dass hinter seinen großspuren Reden nicht viel steckt.
http://www.skynews.co.nz/politics/ar...aspx?id=254745
Einer der Wortführer, ein intelligenter junger Mann meinte sogar, dass John McCain mehr für die Sozialschwachen tue als Obama, der sich lieber vor dem Brandenburger Tor in Szene setzt."Ich würde auch gerne eine Rede in Deutschland halten. Aber ich würde das viel lieber als Präsident der Vereinigten Staaten tun als nur als Präsidentschaftskandidat.“
(John McCain )
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03.08.2008, 19:31Inaktiver User
AW: Obama aus deutscher Sicht
Das können wir noch nicht wissen.Einer der Wortführer, ein intelligenter junger Mann meinte sogar, dass John McCain mehr für die Sozialschwachen tue als Obama, der sich lieber vor dem Brandenburger Tor in Szene setzt.
Erst, wenn einer der beiden Präsident ist, wird sich zeigen, was in ihnen steckt, welchen Beratern sie folgen und was sie durchsetzen können.
Weshalb sollte McCain als Republikaner mehr für die Unterprivilegierten tun als Obama, dessen Partei gerade diese Wählerschicht vertritt?
Ich fand Obamas Auftreten nicht mehr inszeniert als das McCains bei den diversen Kundgebungen.
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03.08.2008, 20:31
AW: Obama aus deutscher Sicht
Meine Meinung - als Deutsche - über Obama: Im US-Wahlkampf, wenn er umjubelt wird, ist er zu vordergründig jugendlich-enthusiastischen Reden fähig, aber ich sehe wenig differenzierte Inhalte. Mir ist immer noch nicht klar, welche Haltung Obama zur Wirtschaft, zur Außenpolitik, zum amerikanischen Selbstverständnis hat. Für mich hören sich seine Reden widersprüchlich an - er sagt, er ist für den Frieden in der Welt, gleichzeitig ruft er die Bündnispartner zum Waffengang unter Führung der USA auf. Er sagt, er sieht sich als Weltbürger - so was eignet sich hervorragend, um gerade bei uns Sympathien zu wecken, dennoch macht er durch sein Beharren auf Kriegseinsätzen nicht den Eindruck eines Weltbürgers, sondern eines sehr typischen, waffenklirrenden Amerikaners. Das sind jetzt nur mal zwei Beispiele, aber ich finde, bei Obama treten diese Widersprüche gehäuft auf, deshalb bin ich kein Obama-Fan. Nur sein Lebensalter, seine Hautfarbe und seine Change-Parolen sind mir zu wenig. Ich bin sehr für eine Veränderung der US-Politik, aber ich wüsste schon gerne vorher, welche Veränderungen geplant sind und wie Obama diese umzusetzen gedenkt.
Meine Meinung über die amerikanische Meinung über McCain: Er ist zwar alt, macht stellenweise einen verwirrten und kriegslüsternen Eindruck, aber: Er ist nach amerikanischer Lesart ein waschechter Patriot mit den “richtigen” Ansichten. Die meisten US-Bürger halten immer noch an dem Grundsatz fest, dass Amerika der Heilsbringer der Welt ist und deshalb World Leader sein muss. Das Bedürfnis nach einem Präsidenten, der der Welt klarmacht, dass es der Welt nur dann gut geht, wenn sie sich nach amerikanischen Maßstäben richten, stillt McCain. Er erzählt rührselige Geschichten über seine Zeit in Vietnam, über die Bedeutung des Sternenbanners, und so was kommt beim US-Wahlvolk an. McCain ist nun offensichtlich zu richtig ekelhaften Mitteln übergegangen, nämlich seinen Wahlkampf auf der Grundlage eines Obama-Bashing zu führen. Natürlich ist das widerlich, aber es funktioniert. McCain schürt die Angst beim amerikanischen Wähler, was mit Amerika passieren könnte, wenn Obama an die Macht kommt: Obama möchte Umweltschutz zum Thema machen - also wird er höhere Steuern anstreben, Obama sieht sich als Weltbürger, also wird er amerikanischen Interessen nicht den Vorrang geben, Obama ist arrogant etc. Alles Dinge, die dem normalen US-Bürger unsymathisch sind. Natürlich kann man diesen Wahlkampf abscheulich finden, und das ist er auch, aber weitaus abscheulicher finde ich, dass er funktioniert.
Wenn ich wahlberechtigt in den USA wäre, würde ich keinen der beiden wählen.
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03.08.2008, 21:50Inaktiver User
AW: Obama aus deutscher Sicht
Es sieht so aus, als wären die Medien von diesem Stil McCains allmählich etwas ernüchtert. *klick* und *klick*
Zitat von Messerwerferin
Ob McCains Wahlkampfstil wenigstens beim Wähler funktioniert, lässt sich derzeit nicht sagen. Auch die Umfragen, von denen ich erfahre, sehen mal den einen, mal den anderen vorne.
Außerdem kann in den verbleibenden 3 Monaten noch viel passieren.
Einen Kandidaten, dessen Wahlkampf zu einem erheblichen Teil darin besteht wie ein altes Waschweib zu keifen und Lügen über seinen Konkurrenten zu verbreiten, den würde ich nicht wählen.Wenn ich wahlberechtigt in den USA wäre, würde ich keinen der beiden wählen.
Ein Politiker sollte zeigen, dass er der bessere Kandidat ist, mit den besseren Ideen, und nicht versuchen zu "beweisen", dass der Konkurrent angeblich noch schlechter sei als man selbst.
Den anderen schlecht zu machen oder sich über ihn lustig zu machen ersetzt kein Wahlprogramm.
im übrigen finde ich Wahlen generell viel zu wichtig, als dass ich daheim bliebe. Ich würde denjenigen wählen, der mir von den beiden Kandidaten besser erschiene und nicht warten, bis einer angeritten käme, der genau meinem Wunschbild entspricht. Vom Nichtwählen halte ich nichts. Das nützt nur denen, die eine sehr klare Präferenz haben und deren Stimme umso gewichtiger wird, je mehr Wähler daheim bleiben.
.Geändert von Inaktiver User (03.08.2008 um 22:10 Uhr)
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03.08.2008, 22:09
AW: Obama aus deutscher Sicht
Du hast ja recht. Aber wenn ich wählen müsste, hätte ich momentan wirklich den Eindruck, vor die Alternativen "Pest oder Cholera" gestellt zu werden - entweder ein wirrer alter Säbelrassler oder ein personifiziertes jugendliches Versprechen, aus dessen Äußerungen ich nicht ersehen kann, ob und welche Versprechen er einzulösen gedenkt. Oder ob er im Fall eines Wahlsieges am Ende selbst redet wie McCain und sich dann auf den "Druck der Öffentlichkeit" beruft, dem er nachgeben musste. Obama hat es bei seiner Berlin-Rede geschafft, partiell den gleichen Mist zu erzählen wie Bush. Mich hat das sehr nachdenklich zurückgelassen.
Zitat von Inaktiver User
Kurz: McCain ist indiskutabel, Obama ist mir unheimlich. Das Vorhandensein besserer Ideen kann ich bei McCain immerhin ganz ausschließen. Obama tut zwar so, als hätte er bessere Ideen, sagt aber nichts, was mich davon überzeugen würde.
Das würde mich echt überfordern, aber Gott sei Dank: Ich bin nicht wahlberechtigt.


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