Zu Faruk Sens Vergleich der Türken mit den Juden im Dritten Reich
http://blog.zeit.de/joerglau/2008/06...ten-reich_1244
Was hält ihr von der Aussage von Faruk Sen ?
Unkenntnis der europäischen jüdischen Geschichte ?
Populismus ?
Opferrolle ?
Fühlen sich die Türken in Deutschland denn wirklich wie "die neuen Juden" ?
Ist es nicht interessant das ein BWL'ler so eine "wissenschaftliche Aussage" macht mit einem von Steuergeldern finanzierten Instituts ?
?
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10.07.2008, 05:33
Zu Faruk Sens Vergleich der Türken mit den Juden im Dritten Reich
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10.07.2008, 07:42
AW: Zu Faruk Sens Vergleich der Türken mit den Juden im Dritten Reich
Sehr interessanter Strang.
Ich bin gespannt.
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10.07.2008, 09:52Inaktiver User
AW: Zu Faruk Sens Vergleich der Türken mit den Juden im Dritten Reich
Hat er sich für diesen Vergleich nicht längst entschuldigt?
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10.07.2008, 09:59
AW: Zu Faruk Sens Vergleich der Türken mit den Juden im Dritten Reich
Das Ganze hat ein großes Nachspiel.
Dienstag ist die Verhandlung beim Arbeitsgericht. Er wehrt sich gegen seinen Rausschmiss.
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10.07.2008, 12:33
AW: Zu Faruk Sens Vergleich der Türken mit den Juden im Dritten Reich
Würde man Sens aktuelle Verharmlosung des jüdischen Holocausts glauben schenken , so müsste man doch auch davon ausgehen , das er mit seiner Aussage die heutige deutsche Bevölkerung mit damaligen Nazis auf die gleiche Stufe stellt .
Geändert von DeLaLa (10.07.2008 um 12:58 Uhr)
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10.07.2008, 21:19Inaktiver User
AW: Zu Faruk Sens Vergleich der Türken mit den Juden im Dritten Reich
Ganz offensichtlich.
Zitat von DeLaLa
Ich hab die deutsche Übersetzung, der Antwort, auf den Artikel eines Juden in der Türkei gelesen. Und ich muß sagen:
Der Zweck heiligt die Mittel. Diesmal eben zu Lasten der Deutschen, NA UND, wenn sich die Situation der jüdischen Minderheit in der Türkei damit verbessert, why not?
Hier wird doch auch gerne jeder zweitrangige Vergleich rausgezerrt, wenn es um unsere deutschen Befindlichkeiten geht.
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15.07.2008, 19:42
AW: Zu Faruk Sens Vergleich der Türken mit den Juden im Dritten Reich
Eusebia , schön das du die übersetzte Version gelesen hast .
Interview mit dem türkisch-jüdischen Historiker Rifat Bali :
http://www.taz.de/1/politik/deutschl...-populistisch/
Faruk Sen hat in seinem Beitrag auch daran erinnert, dass die Türkei zwischen 1933 und 1945 verfolgte Juden aus Deutschland aufgenommen habe, und sie dafür gelobt. Sie haben diese Ära hingegen kürzlich als "die schweren zwölf Jahre" für die türkischen Juden bezeichnet. Warum?
Wenn man Faruk Sen und andere reden hört, könnte man glatt glauben, die Türkei hätte tausenden von verfolgten Menschen die Tore geöffnet. In Wirklichkeit nahm man nur eine sehr begrenzte Zahl deutsch-jüdischer Wissenschaftler auf, weil man sich erhoffte, sie könnten beim Aufbau eines modernen Universitätswesens nutzen. Ansonsten war die Türkei sehr um Neutralität bemüht. Eine größere Zahl jüdischer Flüchtlinge aufzunehmen, hätte dies gefährdet.
Und weshalb war das für die türkischen Juden dann eine schwierige Zeit?
Die junge Republik forderte von Juden wie von allen anderen Minderheiten, sich zu assimilieren. Das hätte kein großes Problem sein müssen, hätte die Republik im Gegenzug ihr Versprechen erfüllt, diese Assimilierung mit Gleichberechtigung zu vergüten. Stattdessen wuchsen die Ressentiments, die 1934 in den antijüdischen Pogromen in Ostthrakien und 1942 in der Einführung einer "Kopfsteuer" für Nichtmuslime gipfelten.All You Need Is Love
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15.07.2008, 21:41Inaktiver User
AW: Zu Faruk Sens Vergleich der Türken mit den Juden im Dritten Reich
Also bei Wiki hab ich das gefunden:
Zitat von Inaktiver User
Nach der Volkszählung von 2001 beträgt die Zahl der heute noch in der Türkei lebenden Juden 30.000, vor der Gründung Israels 1948 waren es noch 120.000.
(...)
So hat zum Beispiel die zentrale Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel den damaligen türkischen Konsul in Rhodos, Selahattin Ülkümen, mit dem Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet, weil er den Juden der griechischen Insel Rhodos unter Einsatz seines Lebens zur Flucht verholfen hatte. Der Generalkonsul der Türkei in Marseille, Behiç Erkin, stellte für 18.000 Juden zumeist osmanischer Abkunft türkische Papiere aus und rettete sie so vor dem Holocaust.
- Ab Ende 1942 war Istanbul der Sitz der Organisation „Vaad Ha-Hatzalah“ der Jewish Agency, die die Aufgabe hatte, auf legalen und halb-legalen Wegen möglichst vielen Juden aus Europa zur Flucht nach Palästina zu verhelfen.
(...)
Im Jahre 1942 kam es zur Einführung einer Vermögenssteuer (Varlık Vergisi), die gegenüber Nicht-Muslimen äußerst rigoros angewendet wurde, und manche der Betroffenen in die Armut trieb. Als Folge dieser Repressalie, vor allem aber nach der der Gründung des Staates Israel 1948, wanderten bis zu 30.000 Juden ins Ausland aus.
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15.07.2008, 23:00
AW: Zu Faruk Sens Vergleich der Türken mit den Juden im Dritten Reich
Im obrigen Wiki Zitat steht aber nicht das diese Juden aus Deutschland in die Türkei geflohen sind . Man muss auch die Geschichte der Juden im Osmanischen Reich kennen .Nach der Volkszählung von 2001 beträgt die Zahl der heute noch in der Türkei lebenden Juden 30.000, vor der Gründung Israels 1948 waren es noch 120.000
Ich glaube mit Sicherheit einem türkisch-jüdischen Historiker mehr als wie einem Wiki Bericht .
Fakt bleibt das Faruk Sen die Türken mit den Juden im Dritten Reich verglichen hat ... und weiter noch :
Guter Artikel .http://www.juedische.at/TCgi/_v2/TCg...aram_Red=10133
"Nach dem großen Massaker, bei dem Europa sich von seinen Juden zu säubern versuchte, gibt es 5200000 Türken, die jetzt die neuen Juden sind".Geändert von DeLaLa (15.07.2008 um 23:11 Uhr)
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15.07.2008, 23:33Inaktiver User
AW: Zu Faruk Sens Vergleich der Türken mit den Juden im Dritten Reich
So für alle an denen die Übersetzung vorbeigerauscht ist hier der Text von Faruk Sen
Mir scheint da haben einige wohl eine andere Übersetzung?Kolumne in "Referans", 19. Mai 2008: "Die neuen Juden Europas"
Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war es nicht gerade leicht, Jude zu sein. Es genügt nicht, die bitteren Geschichten der in vielen Ländern - allen voran Nazideutschland - Völkermorden ausgesetzten und vom Rest der Bevölkerung ausgeschlossenen Juden und die zu dieser Zeitspanne gehörende Geschichte der Menschheit zu erzählen.
In der vom Exil geprägten Geschichte der Juden sehen wir, dass die spanischen Juden, die 'Sefarden', die 1492 aus Spanien vertrieben wurden, vom Osmanischen Reich aufgenommen wurden. Ungefähr viereinhalb Jahrhunderte später war es die junge Türkische Republik, die in den Jahren 1933-1945 den Intellektuellen, denen es gelungen war, den Massakern in Deutschland zu entkommen, ihre Türen öffnete. Die Geschichte dieses Exils findet sich in dem dieser Tage vom Günizi Verlag herausgegebenen Buch mit dem Titel 'Exil unter dem roten Halbmond'.
Nach dem großen Massaker, bei dem Europa sich von seinen Juden zu säubern versuchte, gibt es 5 200 000 Türken, die jetzt die neuen Juden sind. Obwohl sich unter diesen unseren Menschen, die sich seit 47 Jahren in der Mitte und im Westen des alternden Kontinents niederlassen, 125 000 Unternehmer befinden, die einen Umsatz von 45 Milliarden Euro machen, sehen sie sich einer Diskriminierung und Ausgrenzung ausgesetzt, der schon die Juden, wenn auch auf einer anderen Skala und in unterschiedlicher Erscheinung, ausgesetzt waren. Als Mitglied der europäischen Türken, die nicht enden wollenden Angriffen ausgesetzt sind, begehre ich auch auf gegen den Druck und gegen die Ungerechtigkeiten, denen die armenischstämmigen und griechischstämmigen Brüder in der Türkei ausgesetzt sind. Leider sind die, die trotz dem Verdienst an ihrem Land ausgeschlossen werden, auch die, die 'draußen gelassen' werden.
In dem Interview des bekannten Zeitungs- und Fernsehjournalisten Nagehan Alci mit Ishak Alaton, dem angesehenen Geschäftsmann und Gründer der Alarko-Holding, der in der Türkei einen guten Ruf für seine Ehrenhaftigkeit hat, hatte ich die Gelegenheit, über den staatlich gelenkten Antisemitismus zu lesen. Wie sind wir in der heutigen Türkei, die den 1933 geflohenen, unterdrückten Juden die Tore geöffnet hat und sie trotz starkem Druck und unmoralischen Angeboten geschützt hat, in solch eine Lage geraten? Es hat mich traurig gemacht zu sehen, dass ein Mensch wie Ishak Alaton, der, würde man eine Liste aufstellen für 'echte Menschen', wohl an der Spitze stehen würde, derartige Gefühle zum Ausdruck gebracht hat. Der Angriffssturm, dem er nach Erscheinen dieses Interviews ausgesetzt war, machte mich noch trauriger, da ich mich daran erinnerte, was wir als in Deutschland lebende Türken zu verschiedenen Zeiten miterleben mussten. Herr Alaton, wir, die europäischen Türken, wissen, wie bedeutend sie für dieses Land sind. Als neue Juden Europas sind wir es, die 5 200 000 Schicksalsgenossen, die in Europa leben, die Sie am besten verstehen. Die antisemitische Einstellung bestimmter Kreise in der Türkei sollte Sie nicht betrüben, das türkische Volk und wir, als die neuen Juden Europas, stehen hinter Ihnen."
@ DeLaLa
Um was geht es dir eigentlich?Geändert von Inaktiver User (15.07.2008 um 23:38 Uhr)


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