Leider tut es das nicht immer. Immer noch gibt es solche Taten, bei denen das Opfer auch einen hohen Preis zahlt und der Täter den Gerichtssaal pfeifend verlässt.Zitat von roadtrain
Ein leider alltägliches Urteil. Auch hier: Ein Intensivtäter. Angeblich wurden keine schädlichen Neigungen festgestellt. Solche Urteile sind für Testosteronbomben eine Einladung zur Gewalt. Gegen solche Urteile muss es einen Volksaufstand geben.
Unter anderem ein Herr Jessen. Intellektuell geadelte Gewalt.Zitat von roadtrain
Die Koordinaten sind bereits verschoben. Die Zurückgewinngung des öffentlichen Raums wird vermutlich nicht immer ohne Opfer abgehen, aber ich denke, das Münchner Urteil hat Signalwirkung. Richter haben jetzt eine Referenz, wenn sie mehr als die Mindeststrafe verhängen wollen.Zitat von roadtrain
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21.07.2008, 16:34Inaktiver User
AW: Hohe Haftstrafen für Münchner U-Bahn-Schläger
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21.07.2008, 18:11
AW: Hohe Haftstrafen für Münchner U-Bahn-Schläger
Zunächst mal gehe ich davon aus, dass ein Herr Riehe irgendwelche Gründe für seine Entscheidung hatte. Er hat diesen Angeklagten direkt vor sich gehabt.
Zitat von Inaktiver User
Ansonsten hat die Staatsanwaltschaft ja Rechtsmittel.
Volksaufstände sind im deutschen Rechtssystem gegen Urteile einer unabhängigen Justiz aus gutem Grund nicht vorgesehen.
Über diesen Begriff Rückgewinnung stolpere ich immer wieder. Als habe es je Zeiten gegeben, wo der öffentliche Raum allein den Gesetzestreuen gehörte und man nicht Gefahr lief Opfer zu werden. Wann waren denn die Koordinaten deiner Meinung nach im Lot?Die Koordinaten sind bereits verschoben. Die Zurückgewinngung des öffentlichen Raums wird vermutlich nicht immer ohne Opfer abgehen, aber ich denke, das Münchner Urteil hat Signalwirkung. Richter haben jetzt eine Referenz, wenn sie mehr als die Mindeststrafe verhängen wollen.
Im übrigen kann bezweifelt werden, ob drakonische Strafen Nachahmer wirklich abhalten.
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21.07.2008, 18:29Inaktiver User
AW: Hohe Haftstrafen für Münchner U-Bahn-Schläger
RIchtig, nicht alle, aber ich denke viele. Wenn die potentiellen Nachahmer merken, dass sie drei Wochen Fegen oder Spülen müssen, wenn sie ne Omi verprügeln, dann ist das sicher nicht abschreckend genug. Milchbubiurteile rufen halt noch mehr Nachahmer auf den Plan als die wir so auch schon haben.Im übrigen kann bezweifelt werden, ob drakonische Strafen Nachahmer wirklich abhalten.
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21.07.2008, 19:04Inaktiver User
AW: Hohe Haftstrafen für Münchner U-Bahn-Schläger
"Man will den jungen Menschen die Zukunft nicht verbauen."
Zitat von roadtrain
So oft gehört, dass ich würgen könnte. Dass das Opfer oft nicht mehr auf die Beine kommt und völlig allein gelassen wird, juckt nicht.
Rechtsmittel haben sie alle. Und das ist ein ewiges Hin- und Her. So landet dann schließlich sogar das Aussehen von Gartenzwergen vor dem BGH, wichtige Verfahren werden blockiert.
Zitat von roadtrain
Kopftritte und Komaschläge auch nicht. Kommen aber trotzdem vor, doch die Justiz tut zu wenig dagegen. Wer aber was wirklich Schlimmes macht, wie Schwarzfahren etwa, bekommt die gnadenlose Unerbittlichkeit des Gesetzes zu spüren. Da fragt man sich schon, wie weit es mit der Unabhängigkeit her ist.
Zitat von roadtrain
"Im Lot" natürlich nie, aber so vor 10-15 Jahren konnte man sich nachts noch viel leichteren Herzens raustrauen.
Zitat von roadtrain
Ich halte die Strafe nicht für drakonisch, sondern für gerecht.
Zitat von roadtrain
Affekttäter werden natürlich nicht abgehalten, aber Planungstäter überlegen sich das schon.
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21.07.2008, 19:43
AW: Hohe Haftstrafen für Münchner U-Bahn-Schläger
Naja, aber wenn der Knilch für zehn Jahre im Gulag verschwindet, kommt das Opfer ja auch nicht schneller auf die Beine. Beides sollte man doch getrennt sehen.
Zitat von Inaktiver User
Ich wollte damit ja auch nur ausdrücken, dass krasse Fehlurteile innerhalb der Justiz-Mühlen korrigiert werden können.Rechtsmittel haben sie alle. Und das ist ein ewiges Hin- und Her. So landet dann schließlich sogar das Aussehen von Gartenzwergen vor dem BGH, wichtige Verfahren werden blockiert.
Das Stinkefinger-zeigende Gartenwichtel nicht den Apparat blockieren sollten, damit hast Du natürlich recht.
Manchmal schwer nachvollziehbar sicher, aber System sehe ich da noch nicht.Kopftritte und Komaschläge auch nicht. Kommen aber trotzdem vor, doch die Justiz tut zu wenig dagegen. Wer aber was wirklich Schlimmes macht, wie Schwarzfahren etwa, bekommt die gnadenlose Unerbittlichkeit des Gesetzes zu spüren. Da fragt man sich schon, wie weit es mit der Unabhängigkeit her ist.
Die Frage ist ob das einen realen Hintergrund hat oder nur die Berichterstattung hysterischer geworden ist."Im Lot" natürlich nie, aber so vor 10-15 Jahren konnte man sich nachts noch viel leichteren Herzens raustrauen.
Und das ist eben die Frage. Das Beispiel USA ist zwar ziemlich ausgelutscht aber vielleicht taugt es. In den Bundesstaaten mit Todesstrafe gibt es wohl nicht weniger Morde als in denen ohne.Ich halte die Strafe nicht für drakonisch, sondern für gerecht.
Affekttäter werden natürlich nicht abgehalten, aber Planungstäter überlegen sich das schon.
Ich glaube, das mit der Abschreckung ist eine Illusion.
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21.07.2008, 19:57Inaktiver User
AW: Hohe Haftstrafen für Münchner U-Bahn-Schläger
Naja, aber wenn der Knilch für zehn Jahre im Gulag verschwindet, kommt das Opfer ja auch nicht schneller auf die Beine. Beides sollte man doch getrennt sehen.
Dafür hat der aber 10 Jahre lang keine Zeit noch andere Leben zu versauen!
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21.07.2008, 21:24
AW: Hohe Haftstrafen für Münchner U-Bahn-Schläger
Zitat von Inaktiver User
Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
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21.07.2008, 21:41
AW: Hohe Haftstrafen für Münchner U-Bahn-Schläger
Eine hohe Haftstrafe oder überhaupt eine gesetzlich adäquate Strafe bringt vielleicht den Täter zum Nachdenken. Es ist schon Mist, so 10 Jahre im Knast zu verbringen...
aber Abschreckung auf andere junge Menschen hat das wohl Null.
Die Gewalt sitzt in den Köpfen, da muss man hin in der Gesellschaft. Das funktioniert nur über Fürsorge im Kindergartenalter und über Bildung möglichst in der Ganztagsschule und vielen Angeboten in Richtung Sport, Kreativität und Zusatzförderung.
Wenn das Beschäftigen mit den Tätern schon von Menschen dahingehened ausgelegt wird, dass man Mitleid mit denen hat, läuft etwas schief. Nur darüber, dass man sich (forensisch) mit den Tätern beschäftigt, kommt man dahinter was da abläuft und kann Prävention schaffen. Sowohl im Täterbereich, als auch im potentiellen geographischen Aggressionsbereich.
Bestrafung einer Tat heisst immer, dass eine Tat begangen wurde. Eine Tat zuviel.Körperlich Distanz
Sozial zusammen
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Kari Bremnes
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22.07.2008, 06:59
AW: Hohe Haftstrafen für Münchner U-Bahn-Schläger
Die Diskussion dreht sich im Kreis.
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22.07.2008, 11:20Inaktiver User
AW: Hohe Haftstrafen für Münchner U-Bahn-Schläger
Unser Rechtssystem, wie eigentlich jedes Rechtssystem, geht davon aus, dass Sühne nur ein Aspekt ist, weitere Aspekte sind die Indivdualprävention sowie die Generalprävention.
Zitat von Lukulla
Ich kann keinen Sinn darin erkennen, jemanden nach einem Kapitalverbrechen mit Kuschelpädagogik auf "den rechten Weg" zurückführen zu wollen, aber man kann es gern versuchen - anschließend, im Rahmen der Rehabilitation, aber nicht statt Strafe.
Um auf mehrjährige Haft verzichten zu können ist das Verbrechen zu schwerwiegend gewesen.
Du kannst dich mit ihnen gern forensisch oder pädagogisch oder sonstwie beschäftigen. Es wird sicher nicht schaden, solange hundertprozentig klar ist, wer der Täter und wer das Opfer war.Wenn das Beschäftigen mit den Tätern schon von Menschen dahingehened ausgelegt wird, dass man Mitleid mit denen hat, läuft etwas schief. Nur darüber, dass man sich (forensisch) mit den Tätern beschäftigt, kommt man dahinter was da abläuft und kann Prävention schaffen.
Eine Vermischung dieser beiden Seiten (d.h. die Behauptung, der Täter sei auch "irgendwie" Opfer und der Täter "irgendwie" mit schuld gewesen), das halte ich hingegen für ausgesprochen kontraproduktiv.
.Geändert von Inaktiver User (22.07.2008 um 11:23 Uhr)


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