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  1. Inaktiver User

    AW: Hohe Haftstrafen für Münchner U-Bahn-Schläger

    Zitat Zitat von roadtrain
    Sehr richtig. Das alles setzt aber erst nach einer solchen Tat ein. Da hat das Opfer bereits einen hohen Preis bezahlt.
    Leider tut es das nicht immer. Immer noch gibt es solche Taten, bei denen das Opfer auch einen hohen Preis zahlt und der Täter den Gerichtssaal pfeifend verlässt.
    Ein leider alltägliches Urteil. Auch hier: Ein Intensivtäter. Angeblich wurden keine schädlichen Neigungen festgestellt. Solche Urteile sind für Testosteronbomben eine Einladung zur Gewalt. Gegen solche Urteile muss es einen Volksaufstand geben.
    Zitat Zitat von roadtrain
    Wer hat den Tätern Verständnis entgegen gebracht?
    Unter anderem ein Herr Jessen. Intellektuell geadelte Gewalt.
    Zitat Zitat von roadtrain
    Und das bedeutet für den hier behandelten Fall was? Um die Koordinaten in der Gesellschaft nicht zu verschieben war es richtig, schwerste Verletzung oder gar Tod zu riskieren?
    Alles andere wäre feige?
    Die Koordinaten sind bereits verschoben. Die Zurückgewinngung des öffentlichen Raums wird vermutlich nicht immer ohne Opfer abgehen, aber ich denke, das Münchner Urteil hat Signalwirkung. Richter haben jetzt eine Referenz, wenn sie mehr als die Mindeststrafe verhängen wollen.

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    AW: Hohe Haftstrafen für Münchner U-Bahn-Schläger

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Gegen solche Urteile muss es einen Volksaufstand geben.
    Zunächst mal gehe ich davon aus, dass ein Herr Riehe irgendwelche Gründe für seine Entscheidung hatte. Er hat diesen Angeklagten direkt vor sich gehabt.
    Ansonsten hat die Staatsanwaltschaft ja Rechtsmittel.
    Volksaufstände sind im deutschen Rechtssystem gegen Urteile einer unabhängigen Justiz aus gutem Grund nicht vorgesehen.

    Die Koordinaten sind bereits verschoben. Die Zurückgewinngung des öffentlichen Raums wird vermutlich nicht immer ohne Opfer abgehen, aber ich denke, das Münchner Urteil hat Signalwirkung. Richter haben jetzt eine Referenz, wenn sie mehr als die Mindeststrafe verhängen wollen.
    Über diesen Begriff Rückgewinnung stolpere ich immer wieder. Als habe es je Zeiten gegeben, wo der öffentliche Raum allein den Gesetzestreuen gehörte und man nicht Gefahr lief Opfer zu werden. Wann waren denn die Koordinaten deiner Meinung nach im Lot?

    Im übrigen kann bezweifelt werden, ob drakonische Strafen Nachahmer wirklich abhalten.

  3. Inaktiver User

    AW: Hohe Haftstrafen für Münchner U-Bahn-Schläger

    Im übrigen kann bezweifelt werden, ob drakonische Strafen Nachahmer wirklich abhalten.
    RIchtig, nicht alle, aber ich denke viele. Wenn die potentiellen Nachahmer merken, dass sie drei Wochen Fegen oder Spülen müssen, wenn sie ne Omi verprügeln, dann ist das sicher nicht abschreckend genug. Milchbubiurteile rufen halt noch mehr Nachahmer auf den Plan als die wir so auch schon haben.

  4. Inaktiver User

    AW: Hohe Haftstrafen für Münchner U-Bahn-Schläger

    Zitat Zitat von roadtrain
    Zunächst mal gehe ich davon aus, dass ein Herr Riehe irgendwelche Gründe für seine Entscheidung hatte. Er hat diesen Angeklagten direkt vor sich gehabt.
    "Man will den jungen Menschen die Zukunft nicht verbauen."
    So oft gehört, dass ich würgen könnte. Dass das Opfer oft nicht mehr auf die Beine kommt und völlig allein gelassen wird, juckt nicht.
    Zitat Zitat von roadtrain
    Ansonsten hat die Staatsanwaltschaft ja Rechtsmittel.
    Rechtsmittel haben sie alle. Und das ist ein ewiges Hin- und Her. So landet dann schließlich sogar das Aussehen von Gartenzwergen vor dem BGH, wichtige Verfahren werden blockiert.
    Zitat Zitat von roadtrain
    Volksaufstände sind im deutschen Rechtssystem gegen Urteile einer unabhängigen Justiz aus gutem Grund nicht vorgesehen.
    Kopftritte und Komaschläge auch nicht. Kommen aber trotzdem vor, doch die Justiz tut zu wenig dagegen. Wer aber was wirklich Schlimmes macht, wie Schwarzfahren etwa, bekommt die gnadenlose Unerbittlichkeit des Gesetzes zu spüren. Da fragt man sich schon, wie weit es mit der Unabhängigkeit her ist.
    Zitat Zitat von roadtrain
    Über diesen Begriff Rückgewinnung stolpere ich immer wieder. Als habe es je Zeiten gegeben, wo der öffentliche Raum allein den Gesetzestreuen gehörte und man nicht Gefahr lief Opfer zu werden. Wann waren denn die Koordinaten deiner Meinung nach im Lot?
    "Im Lot" natürlich nie, aber so vor 10-15 Jahren konnte man sich nachts noch viel leichteren Herzens raustrauen.
    Zitat Zitat von roadtrain
    Im übrigen kann bezweifelt werden, ob drakonische Strafen Nachahmer wirklich abhalten.
    Ich halte die Strafe nicht für drakonisch, sondern für gerecht.
    Affekttäter werden natürlich nicht abgehalten, aber Planungstäter überlegen sich das schon.

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    AW: Hohe Haftstrafen für Münchner U-Bahn-Schläger

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    "Man will den jungen Menschen die Zukunft nicht verbauen."
    So oft gehört, dass ich würgen könnte. Dass das Opfer oft nicht mehr auf die Beine kommt und völlig allein gelassen wird, juckt nicht.
    Naja, aber wenn der Knilch für zehn Jahre im Gulag verschwindet, kommt das Opfer ja auch nicht schneller auf die Beine. Beides sollte man doch getrennt sehen.

    Rechtsmittel haben sie alle. Und das ist ein ewiges Hin- und Her. So landet dann schließlich sogar das Aussehen von Gartenzwergen vor dem BGH, wichtige Verfahren werden blockiert.
    Ich wollte damit ja auch nur ausdrücken, dass krasse Fehlurteile innerhalb der Justiz-Mühlen korrigiert werden können.
    Das Stinkefinger-zeigende Gartenwichtel nicht den Apparat blockieren sollten, damit hast Du natürlich recht.

    Kopftritte und Komaschläge auch nicht. Kommen aber trotzdem vor, doch die Justiz tut zu wenig dagegen. Wer aber was wirklich Schlimmes macht, wie Schwarzfahren etwa, bekommt die gnadenlose Unerbittlichkeit des Gesetzes zu spüren. Da fragt man sich schon, wie weit es mit der Unabhängigkeit her ist.
    Manchmal schwer nachvollziehbar sicher, aber System sehe ich da noch nicht.

    "Im Lot" natürlich nie, aber so vor 10-15 Jahren konnte man sich nachts noch viel leichteren Herzens raustrauen.
    Die Frage ist ob das einen realen Hintergrund hat oder nur die Berichterstattung hysterischer geworden ist.

    Ich halte die Strafe nicht für drakonisch, sondern für gerecht.
    Affekttäter werden natürlich nicht abgehalten, aber Planungstäter überlegen sich das schon.
    Und das ist eben die Frage. Das Beispiel USA ist zwar ziemlich ausgelutscht aber vielleicht taugt es. In den Bundesstaaten mit Todesstrafe gibt es wohl nicht weniger Morde als in denen ohne.
    Ich glaube, das mit der Abschreckung ist eine Illusion.

  6. Inaktiver User

    AW: Hohe Haftstrafen für Münchner U-Bahn-Schläger

    Naja, aber wenn der Knilch für zehn Jahre im Gulag verschwindet, kommt das Opfer ja auch nicht schneller auf die Beine. Beides sollte man doch getrennt sehen.

    Dafür hat der aber 10 Jahre lang keine Zeit noch andere Leben zu versauen!

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    AW: Hohe Haftstrafen für Münchner U-Bahn-Schläger

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Diese ganzen Überlegungen hier in der Diskussion sind vordergründig vernünftig, in Wirklichkeit aber gesellschaftlich äußerst schädlich. Sie sind ohne Wenn und Aber aus den Köpfen zu tilgen.
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

  8. User Info Menu

    AW: Hohe Haftstrafen für Münchner U-Bahn-Schläger

    Eine hohe Haftstrafe oder überhaupt eine gesetzlich adäquate Strafe bringt vielleicht den Täter zum Nachdenken. Es ist schon Mist, so 10 Jahre im Knast zu verbringen...
    aber Abschreckung auf andere junge Menschen hat das wohl Null.

    Die Gewalt sitzt in den Köpfen, da muss man hin in der Gesellschaft. Das funktioniert nur über Fürsorge im Kindergartenalter und über Bildung möglichst in der Ganztagsschule und vielen Angeboten in Richtung Sport, Kreativität und Zusatzförderung.

    Wenn das Beschäftigen mit den Tätern schon von Menschen dahingehened ausgelegt wird, dass man Mitleid mit denen hat, läuft etwas schief. Nur darüber, dass man sich (forensisch) mit den Tätern beschäftigt, kommt man dahinter was da abläuft und kann Prävention schaffen. Sowohl im Täterbereich, als auch im potentiellen geographischen Aggressionsbereich.

    Bestrafung einer Tat heisst immer, dass eine Tat begangen wurde. Eine Tat zuviel.
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    Kari Bremnes

  9. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Hohe Haftstrafen für Münchner U-Bahn-Schläger

    Die Diskussion dreht sich im Kreis.

  10. Inaktiver User

    AW: Hohe Haftstrafen für Münchner U-Bahn-Schläger

    Zitat Zitat von Lukulla
    Es ist schon Mist, so 10 Jahre im Knast zu verbringen...
    aber Abschreckung auf andere junge Menschen hat das wohl Null.
    Unser Rechtssystem, wie eigentlich jedes Rechtssystem, geht davon aus, dass Sühne nur ein Aspekt ist, weitere Aspekte sind die Indivdualprävention sowie die Generalprävention.

    Ich kann keinen Sinn darin erkennen, jemanden nach einem Kapitalverbrechen mit Kuschelpädagogik auf "den rechten Weg" zurückführen zu wollen, aber man kann es gern versuchen - anschließend, im Rahmen der Rehabilitation, aber nicht statt Strafe.
    Um auf mehrjährige Haft verzichten zu können ist das Verbrechen zu schwerwiegend gewesen.


    Wenn das Beschäftigen mit den Tätern schon von Menschen dahingehened ausgelegt wird, dass man Mitleid mit denen hat, läuft etwas schief. Nur darüber, dass man sich (forensisch) mit den Tätern beschäftigt, kommt man dahinter was da abläuft und kann Prävention schaffen.
    Du kannst dich mit ihnen gern forensisch oder pädagogisch oder sonstwie beschäftigen. Es wird sicher nicht schaden, solange hundertprozentig klar ist, wer der Täter und wer das Opfer war.
    Eine Vermischung dieser beiden Seiten (d.h. die Behauptung, der Täter sei auch "irgendwie" Opfer und der Täter "irgendwie" mit schuld gewesen), das halte ich hingegen für ausgesprochen kontraproduktiv.
    .
    Geändert von Inaktiver User (22.07.2008 um 11:23 Uhr)

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