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    AW: Gehört Hitler ins Wachsfigurenkabinett?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Du meinst, es ist lebensgefährlich beim G8-Treffen zu demonstrieren.
    Soweit ich über Heiligendamm informiert war, gelangten die DemonstrantInnen gar nicht in die Nähe der Politikersitze.
    Wie's in Japan ist, weiss ich leider nur aus den Nachrichten.
    Wir verlassen leider das Strangthema, aber interessant ist es trotzdem.

  2. Inaktiver User

    AW: Gehört Hitler ins Wachsfigurenkabinett?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Bücher über Hitler und seine hochrangigen Zuarbeiter füllen ganze Bibliotheken.
    Ebenjene Bücher meinte ich nicht, sondern die, die sich mit den unpolitischen Ursachen beschäftigt haben. Egal.

    Für Gruen ist Hitler nur ein Randthema gewesen, aber er hat unsere Defizite, die es ermöglichten, auf den Punkt gebracht wie es kaum einer geschafft hat, der seine ganze Mühe auf die politische Problematik erschöpfte. Ich finde es immer wieder schade, dass es manche für obsolet halten, sich darüber Gedanken zu machen, wie leicht es ist, ein Drittes Reich zu wiederholen. Ich erinnere nur mal an "Die Welle" (das Buch jedenfalls).

    Wenn wir jetzt aber darüber diskutieren, welche Priorisierung die ökonomischen und sozialpolitischen Grundlagen des Dritten Reiches bzw. der Weimarer Republik gegenüber puren menschlichen Insuffizienzen und massenpsychologischen Phänomenen innehaben sollten oder dürfen, weichen wir noch mehr vom Strangthema ab.

    Nachtrag: ich habe eben nochmal weiter oben nachgelesen und finde, nein, wir wären eigentlich gar nicht so weg, denn wovon Blautanne spricht, deckt sich auch gut mit meinen Gedanken.
    Geändert von Inaktiver User (13.07.2008 um 00:01 Uhr)

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    AW: Gehört Hitler ins Wachsfigurenkabinett?

    Die "Welle" ist schon ein gutes Beispiel. Eigentlich waren die "Deutschen" zum Teil selber Opfer einer Diktatur. Damals war auch noch alles sehr hiearchisch und es gab schon den 1. Weltkrieg. Möglicherweise häte es ohne 1. Weltkrieg auch keinen zweiten Weltkrieg gegeben.

    Im Film "roter Baron" wird der 1. Weltkrieg ganz gut dargestellt.
    (wenn kann ein wenig einflußreicher Mensch, verhindern in den Krieg eingezogen zu werden?)

    <<Die guten Bücher sind in einer Art Fremdsprache geschrieben.>>

    Marcel Proust


  4. Inaktiver User

    AW: Gehört Hitler ins Wachsfigurenkabinett?

    Zitat Zitat von Amely
    Die "Welle" ist schon ein gutes Beispiel.
    Wofür ?? Sicher nicht für Deutschland und die deutsche Mentalität!
    Das Experiment "Die Welle" wurde nämlich in USA durchgeführt und zeigt deutlich, wie auch viele Nicht-Deutsche zum Faschismus neigen.

    *klick*


    @ Messerwerferin:
    Der Nationalstolz ist in so ziemlich jedem Land der Welt etwas Normales; unnormal ist daher eher die extrem negative Haltung der Deutschen zu sich selber, d.h. zu ihrer eigenen Nation.

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    AW: Gehört Hitler ins Wachsfigurenkabinett?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    @ Messerwerferin:
    Der Nationalstolz ist in so ziemlich jedem Land der Welt etwas Normales; unnormal ist daher eher die extrem negative Haltung der Deutschen zu sich selber, d.h. zu ihrer eigenen Nation.
    Genau diese negative Haltung hab ich gemeint. Gerade in außenpolitischen Fragen halte ich es für ungesund, sich vor lauter Betroffenheit "irgendwie" alles ans Bein binden zu lassen.

    Übrigens fand ich es eine der wenigen guten Taten von Schröder/Fischer, Bushs Koalition der Willigen nicht beizutreten. So sähe meine Vorstellung von deutschem Nationalstolz aus - eben weil wir um die bösen Folgen wissen, wenn jemandem unreflektiert die Schuld in die Schuhe geschoben wird, beteiligen wir uns nicht an Einsätzen, die genau auf dieser Prämisse beruhen.

  6. Inaktiver User

    AW: Gehört Hitler ins Wachsfigurenkabinett?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich denke, als Angehöriger der sich der Schuld verantwortlich gemachten Nation, ist es müßig nach Vergleichen zu suchen.
    Man sollte sich dem (der eigenen Schuld) schlicht stellen, und die Tatsachen aufarbeiten.
    Wie andere diese Schuld im Vergleich zu anderen Schulden bewerten, sollte dabei erstmal keine Rolle spielen.

    Das bedeutet zwar nicht, dass die schuldbeladene Nation sich auf ewiglich einer Bewertung anderer Schuld enthalten soll(te), nur sollte (oder darf) gerade diese (Nation) niemals ihre eigenen Verfehlungen in Relation zu anderen stellen.
    Aufarbeiten heißt aber sicher nicht, Hitler mehr oder weniger für alles Übel verantwortlich zu machen (und seinem Konterfei irrational zu begegnen).

    Aufarbeiten heißt m.E. für uns heutige Menschen:
    - die Grund- und Menschenrechte als unantastbar zu betrachten und
    - sich gegen Volksverhetzung zu wappnen (egal gegen welche Rasse, Religion, Nationalität sie sich richtet).


    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Das nutz aber nix (auch wenn es richtig ist) wenn Dir Schuld von anderen Nationalitäten an die Backe geklebt wird, wenn Du dich als Deutscher z.B. in Diskussionen nicht sensibel genug verhältst.

    Das bedeutet keinesfalls, dass man als Deutscher permanent mit gesenktem Haupt und schweigend daher kommen soll.

    Das heisst: wenn man als Deutscher auf die deutsche Vergangenheit angesprochen wird, sollte man 'ja aber ...' und 'auch in ...' besser stecken lassen.
    Es spart sicher manchen Ärger.
    Allerdings empfinde ich es als Zumutung, wenn mir z.B. ein Durchschnitts-Ami mit der historischen Schuld der Deutschen kommt. Ich würde ihn dann gerne fragen, was er persönlich gegen Lager wie Guantanamo oder Diego Garcia tut und was er von der Sklaverei auf Baumwollplantagen hält.
    .
    Geändert von Inaktiver User (13.07.2008 um 17:01 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Gehört Hitler ins Wachsfigurenkabinett?

    Zitat Zitat von Messerwerferin
    Übrigens fand ich es eine der wenigen guten Taten von Schröder/Fischer, Bushs Koalition der Willigen nicht beizutreten. So sähe meine Vorstellung von deutschem Nationalstolz aus - eben weil wir um die bösen Folgen wissen, wenn jemandem unreflektiert die Schuld in die Schuhe geschoben wird, beteiligen wir uns nicht an Einsätzen, die genau auf dieser Prämisse beruhen.
    Nunja. Indirekt schon. Wir sind sogar Ausgangsbasis dafür.
    Fakt ist, dass die ganzen s.g. "Beweise" für die Chemiewaffen, die die USA bei der UN zu Rechtfertigung vorlegten, via deutschem Geheimdienst und vermeintlicher Iraker Quelle in Deutschland stammten. Heute weiß man, dass die Quelle ein Fake war und der BND bei der Führung des V-Manns und der Prüfung der Daten extrem geschlampt hat.

    Aber jetzt wirds sehr off-topic!

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    AW: Gehört Hitler ins Wachsfigurenkabinett?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Nunja. Indirekt schon. Wir sind sogar Ausgangsbasis dafür.
    Fakt ist, dass die ganzen s.g. "Beweise" für die Chemiewaffen, die die USA bei der UN zu Rechtfertigung vorlegten, via deutschem Geheimdienst und vermeintlicher Iraker Quelle in Deutschland stammten. Heute weiß man, dass die Quelle ein Fake war und der BND bei der Führung des V-Manns und der Prüfung der Daten extrem geschlampt hat.

    Aber jetzt wirds sehr off-topic!
    Klar ist das OT, aber interessant

    Mir hat sich die Situation damals so dargestellt (grob vereinfacht), dass die US-Regierung nach 9/11 unbedingt Köpfe rollen sehen wollte - egal, welche. Die NATO hat damals ja sogar den Bündnisfall ausgerufen! Die Stimmung fand ich außerordentlich nervös und deshalb bedrohlich. Ich habe es unserer Regierung sehr hoch angerechnet, dass sie sich gestattet hat, sich nicht von der Aufregung anstecken und mitreißen zu lassen.
    Vor diesem Hintergrund finde ich die Entscheidung seitens unserer Regierung wirklich klug, klarsichtig und souverän.
    Frankreich und Russland haben sich ja ebenfalls herausgehalten und alle haben sich auch durch Beschimpfungen über das “Alte Europa” und die “Achse der Bösen” nicht von ihrer Meinung abbringen lassen. Das begeistert mich heute noch, gerade, weil sich später ja herausgestellt hat, dass ein großer Teil der Begründung für den Kriegseintritt glatt gelogen war.

  9. Inaktiver User

    AW: Gehört Hitler ins Wachsfigurenkabinett?

    Zitat Zitat von Messerwerferin
    Klar ist das OT, aber interessant

    Mir hat sich die Situation damals so dargestellt (grob vereinfacht), dass die US-Regierung nach 9/11 unbedingt Köpfe rollen sehen wollte - egal, welche. Die NATO hat damals ja sogar den Bündnisfall ausgerufen! Die Stimmung fand ich außerordentlich nervös und deshalb bedrohlich. Ich habe es unserer Regierung sehr hoch angerechnet, dass sie sich gestattet hat, sich nicht von der Aufregung anstecken und mitreißen zu lassen.
    Vor diesem Hintergrund finde ich die Entscheidung seitens unserer Regierung wirklich klug, klarsichtig und souverän.
    Frankreich und Russland haben sich ja ebenfalls herausgehalten und alle haben sich auch durch Beschimpfungen über das “Alte Europa” und die “Achse der Bösen” nicht von ihrer Meinung abbringen lassen. Das begeistert mich heute noch, gerade, weil sich später ja herausgestellt hat, dass ein großer Teil der Begründung für den Kriegseintritt glatt gelogen war.

    Ich glaube da bringst du etwas durcheinander.

    Nach dem 11.09.01 hat die NATO den Bündnisfall ausgerufen.
    Richtig, aber unsere damalige Regierung hat sich nicht verweigert.
    Im Gegenteil, der damalige Bundeskanzler Schröder hat den USA sogar "uneingeschränkte Solidarität" zugesagt.

    Bei der darauf folgenden Aktion gegen Afghanistan war die Bundeswehr von Anfang an dabei und ist es noch.


    Die Verweigerung kam ein paar Jahr später als es gegen den Irak ging.

  10. Inaktiver User

    AW: Gehört Hitler ins Wachsfigurenkabinett?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Nunja. Indirekt schon. Wir sind sogar Ausgangsbasis dafür.
    Fakt ist, dass die ganzen s.g. "Beweise" für die Chemiewaffen, die die USA bei der UN zu Rechtfertigung vorlegten, via deutschem Geheimdienst und vermeintlicher Iraker Quelle in Deutschland stammten. Heute weiß man, dass die Quelle ein Fake war und der BND bei der Führung des V-Manns und der Prüfung der Daten extrem geschlampt hat.

    Aber jetzt wirds sehr off-topic!
    Der Bericht kam nicht vom BND, sondern vom M-I6 und bezog sich hauptsächlich auf die Diplom-Arbeit eines englischen Studenten. Doch im Bericht war auch immer von der Möglichkeitsform die Rede, doch die USA hat nur das gelesen, was sie lesen wollten.

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