Natürlich tut ihr Männer das -und ihr seid ja auch wichtig! (und schön, dass ihr da seid)Zitat von Inaktiver User
ABER
wie du schreibst: er fühlt eben ANDERS.
Was es bedeuted, schwanger zu sein, kann Mann sich eben nicht vorstellen. Macht ja nix. Als Mann hast du ja auch Gefühle, aber eben anders.
Holprig...
Grüssle
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10.06.2008, 14:03
AW: Abtreibung - Nur für starke Nerven
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10.06.2008, 14:07
AW: Abtreibung - Nur für starke Nerven
*schmunzel*
Zitat von Inaktiver User
dass ihr Gefühle wie Heißhunger und Geilheit nachvollziehen könnt, hätt ich euch aber zugetraut
Aber es ist etwas ganz besonderes, zu spüren, dass da plötzlich ein Kind in meinem Körper ist. *smile*
Naja, kann man nicht erklären.
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10.06.2008, 14:07Inaktiver User
AW: Abtreibung - Nur für starke Nerven
Nicht in allen Bereichen, aber wenn es um die Empathie geht, daß hier ein neuer Mensch heran wächst: SCHON!
Zitat von Sumpfhuhn75
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10.06.2008, 14:10Inaktiver User
AW: Abtreibung - Nur für starke Nerven
Mocca, ich darf aber, oder
Zitat von Mocca
Wenn wir auf das Gefühlsmäßige kommen, gilt das Argument ja aber auch umgekehrt. (ich benutze das nicht gerne, weil es als "Frauen sind in der Phase nicht zurechnungsfähig" interpretiert werden könnte - aber da ich es oft genug erlebt habe und Du das Stichwort gegeben hast, schreibe ich das trotzdem):
In den allerersten Monaten der Schwangerschaft hat es die Natur ja nicht gut mit uns Frauen gemeint, sondern uns nicht nur die Übelkeit, sondern auch die Schwermut geschickt.
Und die Entscheidung über eine Abtreibung muss in dieser belasteten Stimmung gefällt werden - was eine besondere Schwierigkeit darstellt. Wenn die Entscheidung später fallen könnte, würde sie in eine Phase fallen, in der uns die Natur mit den Hormonen die Zuversicht geschickt hat.
Dann oute ich mich als weibliche Ausnahme (die Schwangerschaften erlebt hat).Und da wiegt eben das Leben der Mutter mehr als das eines Kindes, so sie sich denn außerstande sieht, mit ihm leben zu können. Das Argument "Gibs doch einfach zur Adoption frei!" kommt in meinen Augen ohnehin fast nur von Seiten der männlichen Abtreibungsgegner, die sich keine Vorstellung davon machen können, wie eine Schwangerschaft verläuft, wie sie sich "anfühlt", welche Emotionen dabei freigesetzt werden.
und es geht nicht "Leben gegen Leben", es geht "Lebensweise gegen Leben".
stimmt - ist er nicht.Der weibliche Körper ist doch keine Gebärfabrik...
aber ich finde nicht gut, dass Du diesen emotionsbeladenen Ausdruck hier einführst - der hat mit der Rolle der Frau insgesamt und der Auffassung, dass der Zweck des Lebens einer Frau ist, möglichst viele Kinder zu bekommen, zu tun - aber eigentlich nichts mit der Diskussion darüber, welche Rechte ein Embryo hat.
Gruß, Leonie
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10.06.2008, 14:20
AW: Abtreibung - Nur für starke Nerven
radikale Abtreibungsgegner: logisch. aber menschenverachtend.
Zitat von Inaktiver User
Abtreibungsbefürworter: ich vermute mal, dass viele betroffene Frauen wohl einen Weg finden müssen, um damit umzugehen.
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10.06.2008, 14:39Inaktiver User
AW: Abtreibung - Nur für starke Nerven
Es geht nicht um diese Gefühl selbst. Wie die sich anfühlen ist klar.
Zitat von Sumpfhuhn75
Es geht darum, durch was und wie heftig sie kommen oder gehen, und wie diese Gefühle, Lüste, Begierden zu befriedigen sind.
Kurz um: wie man damit klar kommt, plötzlich und unvermittelt etwas anderes zu fühlen, zu denken, zu spüren, zu schmecken, etc. ... und fünf Minuten später alles andersrum oder wieder von vorn.
... und glaubt man, nun erkenne ich ein Muster, ist für zwei Wochen erstmal Schluss mit Chaos, um dann nach Ablauf dieser Zeit mit nem vollkommen anderen Chaos konfrontiert zu werden.
Einziger Trost: es dauert nicht ganz so lang wie die Pubertät der Kinder
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10.06.2008, 15:26Inaktiver User
AW: Abtreibung - Nur für starke Nerven
....zum Adoptionsargument fällt mir als Adoptivmutter noch ein:
eine ungewollt schwangere Frau ist auch kein potenzieller Klapperstorch für ungewollt kinderlose Paare oder "sonstige Adoptionswillige".
Ich gebe das oft Interessenten oder Bewerbern deutlich zu verstehen, wenn ich diese im Rahmen meiner Möglichkeiten unterstütze und die Meinung vertreten wird: "Wenn die ungewollt schwanger ist, kann sie ja das Kind zur Ado freigeben. Es gibt so viel kinderlose Paare, die sich nichts sehnlicher als ein Kind wünschen."
Ich empfinde das als Degardierung der Schwangeren zur Babylieferantin für "bessere Eltern". (Ich verwende hier eher saloppe Ausdrucksweise).
Auch eine Adoptionsfreigabe kann für die Herkunftsmutter ein traumatisches Erlebnis sein, ich kenne einige, die das nie überwunden haben.
Adoptionsfreigabe ist ein Schritt, der sehr viel Stärke kostet. Man verwächst mit seinem Kind, gebirt es und im Moment der Unterschrift gibt man sämtliche Rechte an die zukünftigen Adoptiveltern ab.
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10.06.2008, 15:37Inaktiver User
AW: Abtreibung - Nur für starke Nerven
Ja, das ist auch nicht zwangsläufig gekoppelt. Ich bin gläubig, in modernem Sinne, kirchlich gebunden und erst vor einigen Jahren wieder eingetreten und auch engagiert.
Zitat von Inaktiver User
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10.06.2008, 16:35Inaktiver User
AW: Abtreibung - Nur für starke Nerven
Ich möchte mich als erstes gegen den Begriff "Abtreibungsbefürworter" wehren. Ich finde, nicht umsonst wird im englischsprachigem Raum der Begriff "pro choice" verwendet. Ich bin nicht "für" Abtreibungen - ganz im Gegenteil, ich bin dafür, dass eine Frau, die sich grundsätzlich ein Kind wünscht, auch in widrigen Umständen vorbehaltlos unterstützt wird. Dafür ist mir ja in Erdbeermilchs Strang auch der Wind um die Ohren gepfiffen. Ich bin aber dafür, dass eine Frau sich grundsätzlich frei entscheiden kann. Das mag Korinthenkackerei sein, aber ich sehe mich nicht als Abtreibungsbefürworter.
So, und auch wenn ihr jetzt schon etwas weiter seid: ich habe zwei Erfahrungen mit der Schwangerschaftskonfliktberatung (was für ein herrliches deutsches Wort) gemacht. Ich war selber als Schwangere da mit 18 und hatte ein ähnliches Erlebnis: mir hat die Beraterin damals gesagt, sie müsse mir jetzt die Unterstützungen für Schwangere aufzählen, aber sie hätte den Eindruck, ich habe mich schon entschieden und sie mache es deswegen kurz. Und das hat sich für mich damals auch völlig richtig angefühlt. Kein Geld der Welt hätte mich umgestimmt. Es war nur am Rande eine finanzielle Frage und auch nur am Rande die Problematik, dass ich eigentlich noch nicht einmal einen Schulabschluss hatte. An solchen Äußerlichkeiten hätte man sicher etwas machen können. Was aber keiner ändern konnte, war, dass ich mich schlicht und ergreifend einfach zu unreif für ein Kind fühlte. Und die Schwangerschaft austragen und dann zur Adoption freigeben, hätte ich psychisch einfach überhaupt nicht gepackt.
Ich war dann noch einmal zu einer Beratung, als einmal eine Schwangerschaft im Raume stand, bei der ich mir nicht sicher sein konnte, ob mein jetziger Mann wirklich der Vater ist. Und da habe ich eine Ambivalenz gespürt, denn eigentlich wollte ich keine Abtreibung. Nicht nur, weil ich ja nun wirklich selber schuld an dieser Misere war - sondern weil sich meine grundsätzliche Einstellung geändert hat. Ich wollte Kinder, ich fühlte mich nicht mehr zu unreif. Und das hat die Beraterin gespürt, sie hat sehr lange mit mir geredet, mir sehr deutlich gemacht, welches Leid Frauen davon tragen können, wenn sie abtreiben, ohne wirklich dahinter stehen zu können, wenn sie sich nur von äußeren Umständen leiten und ihr Gefühl außer acht lassen. Wir hätten das Kind übrigens dann auch bekommen, mein jetziger Mann war eingebunden in die Situation. Uns wurde die Entscheidung dann aber abgenommen, ich hatte eine frühe Fehlgeburt.
Was ich damit sagen will: eine gute Beraterin sollte einen Spürsinn dafür haben, was jetzt angemessen ist. Mich mit 18 vollzuquatschen hätte nichts geändert - mit 28 war es gut, dass sie sich Zeit genommen hat.
Übrigens sehe ich das auch so, dass man nicht negieren sollte, dass es eben doch etwas anderes ist, als einen Blinddarm zu entfernen. Keiner würde eine solche emotionale Verstrickung im Vorfeld einer Blinddarm-OP spüren, die bei einer Abtreibung normal ist, auch wenn die Entscheidung als die richtige empfunden wird. Ich trauere nicht um meine Schwangerschaft damals, aber es tut mir leid, dass ich damals keine andere Entscheidung habe treffen können. Ich kann für mich einen Embryo nicht gleichsetzen mit bereits geborenem Leben - als einen reinen Zellhaufen, kann ich ihn, auch wenn es biologisch richtig ist, aber auch nicht ansehen. Ich habe aber auch erfahren, dass ein positiver Schwangerschaftstest eine absoluten Katastrophe bedeuten kann und ein Riesenglück. Nur emotionslos konnte ich ihn weder zu dem einen noch den anderen Zeitpunkt betrachten.
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10.06.2008, 17:55Inaktiver User
AW: Abtreibung - Nur für starke Nerven
Sehr schöner Beitrag.
Zitat von Inaktiver User


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