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  1. User Info Menu

    AW: Abtreibung - Nur für starke Nerven

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Er fühlt es vielleicht anders, aber fühlt MIT!
    Natürlich tut ihr Männer das -und ihr seid ja auch wichtig! (und schön, dass ihr da seid)

    ABER

    wie du schreibst: er fühlt eben ANDERS.

    Was es bedeuted, schwanger zu sein, kann Mann sich eben nicht vorstellen. Macht ja nix. Als Mann hast du ja auch Gefühle, aber eben anders.

    Holprig...
    Grüssle

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    AW: Abtreibung - Nur für starke Nerven

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Also ich glaube nicht, dass man das als Mann wirklich nachvollziehen kann ... das hormonelle Chaos und all dessen Wegbegleiter, wie unvermittelte Gefühlschwankungen, der Heisshunger, die Lust auf die verquersten Dinge, plötzlich auftretende Geilheit an Orten oder Zeiten, die vorher nie in Frage kamen, und einen Wimpernschlag später kanns schon wieder Schluss sein damit ... mit all dem kann man als Mann und Partner vielleicht (gut) klarkommen ... aber wie gesagt: wirklich nachvollziehen kann man das, glaube ich, nicht.
    *schmunzel*
    dass ihr Gefühle wie Heißhunger und Geilheit nachvollziehen könnt, hätt ich euch aber zugetraut

    Aber es ist etwas ganz besonderes, zu spüren, dass da plötzlich ein Kind in meinem Körper ist. *smile*

    Naja, kann man nicht erklären.

  3. Inaktiver User

    AW: Abtreibung - Nur für starke Nerven

    Zitat Zitat von Sumpfhuhn75

    Was es bedeuted, schwanger zu sein, kann Mann sich eben nicht vorstellen.
    Nicht in allen Bereichen, aber wenn es um die Empathie geht, daß hier ein neuer Mensch heran wächst: SCHON!

  4. Inaktiver User

    AW: Abtreibung - Nur für starke Nerven

    Zitat Zitat von Mocca
    (Männer sowieso, da sie rein theoretisch urteilen, ihnen bleibt alles erspart, was Frauen gefühlsmäßig mit einer Schwangerschaft verbinden, sorry).
    Mocca, ich darf aber, oder

    Wenn wir auf das Gefühlsmäßige kommen, gilt das Argument ja aber auch umgekehrt. (ich benutze das nicht gerne, weil es als "Frauen sind in der Phase nicht zurechnungsfähig" interpretiert werden könnte - aber da ich es oft genug erlebt habe und Du das Stichwort gegeben hast, schreibe ich das trotzdem):

    In den allerersten Monaten der Schwangerschaft hat es die Natur ja nicht gut mit uns Frauen gemeint, sondern uns nicht nur die Übelkeit, sondern auch die Schwermut geschickt.
    Und die Entscheidung über eine Abtreibung muss in dieser belasteten Stimmung gefällt werden - was eine besondere Schwierigkeit darstellt. Wenn die Entscheidung später fallen könnte, würde sie in eine Phase fallen, in der uns die Natur mit den Hormonen die Zuversicht geschickt hat.


    Und da wiegt eben das Leben der Mutter mehr als das eines Kindes, so sie sich denn außerstande sieht, mit ihm leben zu können. Das Argument "Gibs doch einfach zur Adoption frei!" kommt in meinen Augen ohnehin fast nur von Seiten der männlichen Abtreibungsgegner, die sich keine Vorstellung davon machen können, wie eine Schwangerschaft verläuft, wie sie sich "anfühlt", welche Emotionen dabei freigesetzt werden.
    Dann oute ich mich als weibliche Ausnahme (die Schwangerschaften erlebt hat).

    und es geht nicht "Leben gegen Leben", es geht "Lebensweise gegen Leben".


    Der weibliche Körper ist doch keine Gebärfabrik...
    stimmt - ist er nicht.

    aber ich finde nicht gut, dass Du diesen emotionsbeladenen Ausdruck hier einführst - der hat mit der Rolle der Frau insgesamt und der Auffassung, dass der Zweck des Lebens einer Frau ist, möglichst viele Kinder zu bekommen, zu tun - aber eigentlich nichts mit der Diskussion darüber, welche Rechte ein Embryo hat.


    Gruß, Leonie

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    AW: Abtreibung - Nur für starke Nerven

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Dann verstehst Du auch die "radikalen Abtreibungsgegner" und deren Aktionen. Ich finde das weder gut (weil die Nöte der schwangeren Frauen ignorierend) noch zielführend, aber nachvollziehbar. Zuende gedacht ist das logisch - und aus dieser Ecke könnte mir Inkonsequenz, Feigheit und Inaktivität vorgeworfen werden, weil ich die Dinge nicht so schwarz-weiß sehe.

    Ich empfinde die Argumentation der "Abtreibungsbefürworter" (wenn ich das mal so schreiben darf) umgekehrt aber oft als "von hinten" (d.h. vom Ergebnis her) aufgezäumt.
    Da wird gewollt, dass im Ergebnis in einer Abtreibung überhaupt kein ethisches Problem gesehen wird - und deshalb muss von vornherein bestritten werden, dass ein Embryo kein menschliches Leben, das schützenswert ist, ist.
    Es wird nicht erst einmal gefragt, wann das Leben anfängt - und dann, was daraus folgt - und dann, wie daraus entstehende Konflikte zu lösen sind - sondern das Dilemma wird lieber wegdefiniert - das Ergebnis könnte ja sonst auf dünnem Eis stehen.
    radikale Abtreibungsgegner: logisch. aber menschenverachtend.

    Abtreibungsbefürworter: ich vermute mal, dass viele betroffene Frauen wohl einen Weg finden müssen, um damit umzugehen.

  6. Inaktiver User

    AW: Abtreibung - Nur für starke Nerven

    Zitat Zitat von Sumpfhuhn75
    *schmunzel*
    dass ihr Gefühle wie Heißhunger und Geilheit nachvollziehen könnt, hätt ich euch aber zugetraut
    Es geht nicht um diese Gefühl selbst. Wie die sich anfühlen ist klar.
    Es geht darum, durch was und wie heftig sie kommen oder gehen, und wie diese Gefühle, Lüste, Begierden zu befriedigen sind.
    Kurz um: wie man damit klar kommt, plötzlich und unvermittelt etwas anderes zu fühlen, zu denken, zu spüren, zu schmecken, etc. ... und fünf Minuten später alles andersrum oder wieder von vorn.

    ... und glaubt man, nun erkenne ich ein Muster, ist für zwei Wochen erstmal Schluss mit Chaos, um dann nach Ablauf dieser Zeit mit nem vollkommen anderen Chaos konfrontiert zu werden.

    Einziger Trost: es dauert nicht ganz so lang wie die Pubertät der Kinder

  7. Inaktiver User

    AW: Abtreibung - Nur für starke Nerven

    ....zum Adoptionsargument fällt mir als Adoptivmutter noch ein:
    eine ungewollt schwangere Frau ist auch kein potenzieller Klapperstorch für ungewollt kinderlose Paare oder "sonstige Adoptionswillige".

    Ich gebe das oft Interessenten oder Bewerbern deutlich zu verstehen, wenn ich diese im Rahmen meiner Möglichkeiten unterstütze und die Meinung vertreten wird: "Wenn die ungewollt schwanger ist, kann sie ja das Kind zur Ado freigeben. Es gibt so viel kinderlose Paare, die sich nichts sehnlicher als ein Kind wünschen."
    Ich empfinde das als Degardierung der Schwangeren zur Babylieferantin für "bessere Eltern". (Ich verwende hier eher saloppe Ausdrucksweise).

    Auch eine Adoptionsfreigabe kann für die Herkunftsmutter ein traumatisches Erlebnis sein, ich kenne einige, die das nie überwunden haben.

    Adoptionsfreigabe ist ein Schritt, der sehr viel Stärke kostet. Man verwächst mit seinem Kind, gebirt es und im Moment der Unterschrift gibt man sämtliche Rechte an die zukünftigen Adoptiveltern ab.

  8. Inaktiver User

    AW: Abtreibung - Nur für starke Nerven

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Mit dem Begriff "Leben schenken" kann ich in diesem Zusammenhang allerdings nichts anfangen - ich bin nicht gläubig und nicht kirchlich gebunden, aber hier bin ich doch versucht zu schreiben, dass das Leben der Schöpfer (wie immer man sich ihn vorstellt) schenkt. Dass ich Leben schenken oder darüber verfügen könnte - dazu habe ich zuviel Ehrfurcht und Demut vor dem Leben.
    Ja, das ist auch nicht zwangsläufig gekoppelt. Ich bin gläubig, in modernem Sinne, kirchlich gebunden und erst vor einigen Jahren wieder eingetreten und auch engagiert.

  9. Inaktiver User

    AW: Abtreibung - Nur für starke Nerven

    Ich möchte mich als erstes gegen den Begriff "Abtreibungsbefürworter" wehren. Ich finde, nicht umsonst wird im englischsprachigem Raum der Begriff "pro choice" verwendet. Ich bin nicht "für" Abtreibungen - ganz im Gegenteil, ich bin dafür, dass eine Frau, die sich grundsätzlich ein Kind wünscht, auch in widrigen Umständen vorbehaltlos unterstützt wird. Dafür ist mir ja in Erdbeermilchs Strang auch der Wind um die Ohren gepfiffen. Ich bin aber dafür, dass eine Frau sich grundsätzlich frei entscheiden kann. Das mag Korinthenkackerei sein, aber ich sehe mich nicht als Abtreibungsbefürworter.

    So, und auch wenn ihr jetzt schon etwas weiter seid: ich habe zwei Erfahrungen mit der Schwangerschaftskonfliktberatung (was für ein herrliches deutsches Wort) gemacht. Ich war selber als Schwangere da mit 18 und hatte ein ähnliches Erlebnis: mir hat die Beraterin damals gesagt, sie müsse mir jetzt die Unterstützungen für Schwangere aufzählen, aber sie hätte den Eindruck, ich habe mich schon entschieden und sie mache es deswegen kurz. Und das hat sich für mich damals auch völlig richtig angefühlt. Kein Geld der Welt hätte mich umgestimmt. Es war nur am Rande eine finanzielle Frage und auch nur am Rande die Problematik, dass ich eigentlich noch nicht einmal einen Schulabschluss hatte. An solchen Äußerlichkeiten hätte man sicher etwas machen können. Was aber keiner ändern konnte, war, dass ich mich schlicht und ergreifend einfach zu unreif für ein Kind fühlte. Und die Schwangerschaft austragen und dann zur Adoption freigeben, hätte ich psychisch einfach überhaupt nicht gepackt.

    Ich war dann noch einmal zu einer Beratung, als einmal eine Schwangerschaft im Raume stand, bei der ich mir nicht sicher sein konnte, ob mein jetziger Mann wirklich der Vater ist. Und da habe ich eine Ambivalenz gespürt, denn eigentlich wollte ich keine Abtreibung. Nicht nur, weil ich ja nun wirklich selber schuld an dieser Misere war - sondern weil sich meine grundsätzliche Einstellung geändert hat. Ich wollte Kinder, ich fühlte mich nicht mehr zu unreif. Und das hat die Beraterin gespürt, sie hat sehr lange mit mir geredet, mir sehr deutlich gemacht, welches Leid Frauen davon tragen können, wenn sie abtreiben, ohne wirklich dahinter stehen zu können, wenn sie sich nur von äußeren Umständen leiten und ihr Gefühl außer acht lassen. Wir hätten das Kind übrigens dann auch bekommen, mein jetziger Mann war eingebunden in die Situation. Uns wurde die Entscheidung dann aber abgenommen, ich hatte eine frühe Fehlgeburt.

    Was ich damit sagen will: eine gute Beraterin sollte einen Spürsinn dafür haben, was jetzt angemessen ist. Mich mit 18 vollzuquatschen hätte nichts geändert - mit 28 war es gut, dass sie sich Zeit genommen hat.

    Übrigens sehe ich das auch so, dass man nicht negieren sollte, dass es eben doch etwas anderes ist, als einen Blinddarm zu entfernen. Keiner würde eine solche emotionale Verstrickung im Vorfeld einer Blinddarm-OP spüren, die bei einer Abtreibung normal ist, auch wenn die Entscheidung als die richtige empfunden wird. Ich trauere nicht um meine Schwangerschaft damals, aber es tut mir leid, dass ich damals keine andere Entscheidung habe treffen können. Ich kann für mich einen Embryo nicht gleichsetzen mit bereits geborenem Leben - als einen reinen Zellhaufen, kann ich ihn, auch wenn es biologisch richtig ist, aber auch nicht ansehen. Ich habe aber auch erfahren, dass ein positiver Schwangerschaftstest eine absoluten Katastrophe bedeuten kann und ein Riesenglück. Nur emotionslos konnte ich ihn weder zu dem einen noch den anderen Zeitpunkt betrachten.

  10. Inaktiver User

    AW: Abtreibung - Nur für starke Nerven

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    ....zum Adoptionsargument fällt mir als Adoptivmutter noch ein:
    eine ungewollt schwangere Frau ist auch kein potenzieller Klapperstorch für ungewollt kinderlose Paare oder "sonstige Adoptionswillige".

    Ich gebe das oft Interessenten oder Bewerbern deutlich zu verstehen, wenn ich diese im Rahmen meiner Möglichkeiten unterstütze und die Meinung vertreten wird: "Wenn die ungewollt schwanger ist, kann sie ja das Kind zur Ado freigeben. Es gibt so viel kinderlose Paare, die sich nichts sehnlicher als ein Kind wünschen."
    Ich empfinde das als Degardierung der Schwangeren zur Babylieferantin für "bessere Eltern". (Ich verwende hier eher saloppe Ausdrucksweise).

    Auch eine Adoptionsfreigabe kann für die Herkunftsmutter ein traumatisches Erlebnis sein, ich kenne einige, die das nie überwunden haben.

    Adoptionsfreigabe ist ein Schritt, der sehr viel Stärke kostet. Man verwächst mit seinem Kind, gebirt es und im Moment der Unterschrift gibt man sämtliche Rechte an die zukünftigen Adoptiveltern ab.
    Sehr schöner Beitrag.

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