Ich glaube nicht, dass das so ist. Viele Menschen streben nach Bildung für sich und ihre Kinder. Nachhilfesinstitute wachsen wie Pilze aus dem Boden und ernähren ihre Betreiber und viele Erwachsenenbildungsinstitute beschäftigen Dozenten, um Menschen Wissen zu vermitteln, wofür oftmals privat bezahlt wird.Zitat von Inaktiver User
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25.04.2008, 10:36Inaktiver User
AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.
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25.04.2008, 10:55
AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.
@Vita,
ja die Frage mit den Nachhilfeinstituten hat mich auch schon beschäftigt.
Ich frage mich verschiedenes:
Sind die Schulen so schlecht, dass sie es nicht schaffen, die Kinder zu motivieren? Demnach müssen es dann Nachhilfeinstitute richten?
Haben die Lehrer zu wenig Handhabe gegenüber aufmüpfigen Schülern (so berichten es mir aktive Lehrer), während in den Nachhilfeinstituten dann alles eiskalt und mit mehr Druck eingebleut wird?
Sind die Inhalte der Schulen mittlerweile so komplex/schwierig/anspruchsvoll, dass die Eltern kraft Allgemeinbildung da überhaupt nicht mehr richtig helfen können?
Haben wir soviele psychologische Probleme in den Schulen, sei es durch schlechte Gruppendynamik oder persönliche Probleme der Schüler, dass das Fachleute privat richten müssen?
Irgendwas läuft doch da schief, oder?
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25.04.2008, 11:18
AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.
Wahrscheinlich ist heute der Druck einfach zu groß. Durchschnittliche Leistungen reichen nicht mehr, um gute Berufsschanchen zu haben. Deshalb will man mit aller Macht besser sein als die anderen.
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25.04.2008, 11:26Inaktiver User
AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.
Ich gebe gerade private Englischnachhilfe, Klasse 9, Hauptschule.
Der gnädige Herr hat anscheinend noch nie Vokabeln gelernt. Das ist aber Voraussetzung, um eine Fremdsprache zu erlernen.
Warum kam er bis jetzt mit diesem Verhalten bei seinen Lehrern durch?
Wenn ein Schüler für den normalen Unterricht nichts macht, dann ist es den Eltern relativ egal. Müssen die Eltern die Nachhilfe bezahlen, dann machen sie Druck und kontrollieren ihren Schüler, der plötzlich Geld kostet.
Da sind wir beim Thema "was nichts kostet, ist nichts wert!" aber pauschalieren würde ich das auch nicht.
Vielleicht boomt Nachhilfe deswegen, weil etliche Kinder in der Schule intellektuell einfach überfordert sind.
Ich hörte schon manches Vorschulkind sagen:"Wenn ich auf das Gymnasium gehe........"
flautina
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26.04.2008, 04:07
AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.
Nun, nach dem letzten Lebenslagenbericht gehören ja bereits 26 % der Familien zu den Armen, Familien = Kinder!
Wenn wir vom Sozialhilfeniveau reden, so reden wir z.B. von einem Bekleidungsbudget von knapp 23 Euro pro Monat.
Kinder und Jugendliche wachsen.
Das heißt jedes Jahr neue Winter- und Sommerkleidung, Schuhe usw. Z.B. konkret:
Sie kaufen mit dem Septembergeld 2-3 warme Pullis.
Mit dem Oktober- und dem halben Novembergeld eine Winterjacke und mit dem halben November- und dem Dezembergeld Winterstiefel.
Mit dem Januargeld ne neue Jeans.
Mit dem Februargeld neue Sportschuhe- weil zu klein.
Mit dem Märzgeld neue Slips, Socken und 1 T-Shirt.
Mit dem Aprilgeld ein paar billige Straßenschuhe.
Mit dem Maigeld eine neue Sporthose und ein Sweatshirt.
Mit dem Junigeld einen Badeanzug, auch fürs Schulschwimmen und wenns noch reicht Socken.
Mit dem Juligeld ein Paar Flip-Flops, zwei kurze Hosen und ein T-Shirt und wenns noch reicht drei-vier Slips.
Mit dem Augustgeld kaufen Sie eine Regenjacke.
September siehe oben.
Und wenn Sie Spaß dran haben, können Sie das Spiel mal fortsetzen, mit dem Verpflegungsgeld von knapp 2,50 Euro pro Tag für eine(n) 13-Jährige(n) im vollen Wachstumsschub, 2 x Nachmittagsschule, da wird selbst der Kaba zum Frühstück und das Obst für die Pause zum Luxusgut.
Ich weiß nicht, was das für gesellschaftliche Folgen hat, wenn diese Jugendlichen groß sind,
Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass Depressionen, Frust und Gewalt überproportional zunehmen, je älter sie werden und zwar in Gruppen.
Da diese Kinder und Jugendlichen sich kein Kino, keinen Sport- oder sonstigen Vereinsbeitrag leisten können, treffen sie sich auf der Straße - mangels Platz in den kleinen Wohnungen und zu hohem Strom- und Wasserverbrauch.
In den Einladungen zum Elternabend wird gebeten, nicht in der Tiefgarage zu parken, da es dort abends zu gefährlich ist.
Ich will das jetzt nicht weiter ausführen, aber es ist eine Situationsbeschreibung aktuell aus einer mittelgroßen Industriestadt im Südwesten mit eher geringer Arbeitslosigkeit.
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26.04.2008, 04:25
AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.
Guten Morgen,
ich würde gern mein Scherflein beitragen zum Thema Schüler. Wir haben hier zwei Sorten von Schulen, aber beide mit dem gleichen Problem, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.
Die eine ist eine halbprivate Schule und die Schüler in den Oberstufen fahren mit den nagelneuesten Autos vor und lächeln mitleidig auf ihre Lehrer herab.
Dann die öffentlichen Schulen, hier ist der Altersdurchschnitt der Lehrer so hoch, dass es eigentlich nur noch darum geht, einigermaßen gesund die Pension zu erreichen.
Die Gesellschaft ändert sich, noch vor fünfzig Jahren war es normal, wenn ein Lehrer den Schüler an den Ohren zog.
Und es ist ganz normal, dass auch die Lehrer eine gewisse Zeit brauchen, bis sie jetzt mit den aktuell einfach schwierigen Umgangsformen klar kommen. Jüngere Lehrer haben es da einfacher, viele Neueinsteiger unter ihnen sind ja schon damit aufgewachsen.
Und wenn man mal genau hinhört, sind die Umgangsformen der "öffentlichen" Gesellschaft, sprich Politiker, Fußballer, Schauspieler auch nicht besser.
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29.04.2008, 13:11
AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.
Ja. Und dies führt unweigerlich zu einer Ellbogenmentalität wie wir sie oft schon erleben: "Sich durchboxen und zwar überall". Es fällt mir persönlich auf, wie unfreundlich viele Leute geworden sind. Kaum mehr Höflichkeit oder gar Hilfsbereitschaft.
Zitat von Guayanesa
Fakt ist: Die Globalisierung führt dazu, dass Firmen mit der "internationalen Konkurrenz" auf Biegen und Brechen "mithalten wollen" (sprich: besser sein). Sie sparen, wo es nur geht. Vor allem am Personal. Die Folge: Einstellungsstopps, Entlassungen en masse, Druck, diejenigen, die "bleiben dürfen", müssen Arbeit für zwei oder drei erledigen. Dabei wird ihnen keineswegs gedankt: Gehaltserhöhung? nöööö, "wir müssen sparen", mal ein Lob?- "wozu?".
Offene Stellen werden daher immer rarer. Also können sich Firmen die "Creme de la Creme" aussuchen, die Besten der Besten. Wer nicht dazu gehört, hat eben Pech gehabt. Und da die meisten Menschen niemals zu den Besten der Besten gehören werden, versuchen sie verzweifelt, mit Nachhilfestunden & "Talentförderung", es zu werden. Der Leistungsdruck ist enorm.
Selbst gut ausgebildete Uniabsolventen haben nicht mehr so gute Berufschancen wie früher.
Die Folgen dieser Entwicklung: Immer mehr (auch gut ausgebildete Leute) verdienen immer weniger (FALLS sie einen Job finden). Die Lebensmittel- und Energiekosten steigen. Die Kaufkraft schwindet. Daher auch immer weniger Kinder, denn sie stellen für Viele ein Armutsrisiko dar. Familien verarmen, weil die Preise steigen, die Gehälter jedoch kaum. Was früher für Hausbau, Familie und sogar noch zum sparen reichte, damit kommt man heute knapp über die Runden. Ohne Kinder.
Und die Politik sieht weg. Redet schön. Und kämpft lieber gegen Raucher, Alkoholtrinker und Dicke als gegen wesentliche Probleme wie Armut oder immer zunehmenden psychischen Erkrankungen (verursacht verd..... Kosten, meine Damen und Herren!) infolge von Stress und Leistungsdruck.
Mir tun die jungen (Teens, Twens) Menschen von heute sehr leid. EEs wird für sie immer schwerer. Die Anforderungen werden immer höher. Und um beim Thema zu bleiben: Kinder aus armen Familien haben eine wesentlich geringere Chance auf gute Bildung.
I can dodge bullets, baby! (Phil Hellmuth)
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30.04.2008, 09:57
AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.
#lisa
SO stelle ich mir eine typisch deutsche Jammertante vor!
Ach wie schlecht wir es doch heute haben, früher war alles besser, die bösen Politiker, die Globalisierung und die Unternehmer sind an allem Schuld ...jammerjammerjammer...
Aber stimmt das? Waren die Sozialleistungen früher wirklich höher? Wie waren denn früher die Eigenleistung und das Engagement - und wie sieht es heute damit aus?
Wie viele Harz4-Familien können DAS problemlos unterschreiben: Wir nehmen JEDE Arbeit an, wir bilden und lernen im Rahmen unserer Möglichkeiten hinzu, wir sind bereit innerhalb Deutschlands dahin zu ziehen, wo es Arbeit gibt, wir nehmen (auch die Jugendlichen) Aushilfsjobs an um unseren Lebensstandart zu verbessern, wir verzichten auf Alkohol, Zigaretten, McDonalds und Playstation und investieren das Geld in Weiterbildung und Bewerbungen!
Ach du Schreck! Gemäß den heutigen Maßstäben war ich in einer kinderreichen Familie ja BETTELARM - nur war mir das nicht bewusst! Ich hatte schon mit 12 Jahren eine Job als Zeitschriftenausträgerin, habe fleißig für die Schule gelernt, mehrere Kleider selbst genäht und habe weder über ein eigenes Zimmer noch Fernseher etc. verfügt UND Ach du Schreck - ich hatte trotzdem eine glückliche Kindheit IN ARMUT!
Übrigens gibt es derzeit geringere Prüfungsanforderungen an Hauptschüler und Realschüler als vor 20 Jahren, die Zahl der vorhandenen Ausbildungsstellen ist auf einem prozentual vergleichbaren Niveau und die Grundlebensmittelpreise (Mehl, Eier, Salz, Milch etc.) sind WEIT unter den rechnerischen Inflationskosten.
Aber wen interessieren schon Fakten - WIR wollen ...jammernjammernjammern...
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30.04.2008, 12:06
AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.
zu nadine@
man kann die standards frueherer zeiten nicht als masstab fuer heute verwenden. armut definiert sich immer in relation zur allgemeinen wirtschaftlichen situation und danach, ob es einem die fianziellen mittel erlauben, einen als normal geltenden lebensstandard aufrechtzuerhalten. diese "normalitaet" wird von immer mehr menschen nicht oder nur noch gerade so und mit grosser muehe erreicht. das war frueher nicht so. wer wirklich wollte, der bekam meist auch arbeit. und sofern es sich um einen vollzeitjob handelte, konnte man sich in aller regel davon auch einen normalen lebensstandard leisten. heute ist das sehr viel schwerer geworden. einen vollzeitjob zu haben, heisst nicht, dass man davon auch leben kann. dass der lebensstandard generell angestiegen ist, aendert daran wenig. wenn man in einer geschossbauwohnung lebt, die vor 40 jahren mal als ganz modern galt, in die aber heute kaum noch jemand einziehen wuerde, so nuetzt der vergleich mit vergangenen tagen wenig.
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30.04.2008, 12:26
AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.
Das alles hier hat mit wahrer Kinderarmut nichts zu tuen! Fahrt nach Rumänien oder in den Kosovo oder nach Äthiopien und schaut euch mal die wahre Kinderarmut an!
Dies Gerede hier hat mit Wirtschaftlichkeit und einen angemessenen Standard zu halten zu schaffen, aber absolutnichts mit Kinderarmut


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