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  1. Inaktiver User

    AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.

    Hallo Vita,
    das verändern der Werte ist sicherlich schwierig, weil einem im Fernsehn auch immer die Wichtigkeit der Konsumwelt vorgegaukelt wird. (Nur mit Calgonit klappt's auch mit dem Nachbarn :-)).
    Dea1

  2. Inaktiver User

    AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.

    gehört zur Gesellschaft dazu - so die Auffassung vieler gerade der bildungsfernen Schicht angehörenden Menschen.

    Wie können wir es erreichen, dass sie sich frei machen könne davon und erkennen, was wirklich wichtig im Leben ist?
    @Alinaluna
    Dein posting klingt ganz schön überheblich.
    Ich kenne einige Leute der bildungsnahen Schicht, die sehr wohl auf erkennungsorientierte Klamotten Wert legen; es sind halt die Marken nicht am Ärmel aufgenäht und alles sieht ein wenig abgetragen aus, aber glaub mir, wer verstehen will, versteht.

    Erreichen, dass die bildungsfernen Schichten sich davon freimachen, dazugehören zu wollen, kann frau/man dadurch, dass er/sie dafür sorgt, dass sie dazugehören.

  3. Inaktiver User

    AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Hallo Vita,
    das verändern der Werte ist sicherlich schwierig, weil einem im Fernsehn auch immer die Wichtigkeit der Konsumwelt vorgegaukelt wird. (Nur mit Calgonit klappt's auch mit dem Nachbarn :-)).
    Dea1
    Hallo Dea1,

    bösartiger Weise könnte man sich auch fragen, wieso eine Familie ihren Kindern Bildung vermitteln sollte, wenn sie selbst mit einer guten Ausbildung nie über den Sozialhilfesatz mit ihren vier Kindern kämen und ohne Erwerbstätigkeit keinerlei Einbußen sondern im Gegenteil auch noch Vorteile wahrnimmt?

    Wie stellt man das Leben im Arbeitsprozess, der täglich statt findet, als verlockend dar, wenn der Empfänger dieser Nachricht weder Veranlassung noch Notwendigkeit in irgendeiner Weise nachvolllziehen kann?

    Da ist Bildung keine konvertierbare Währung sondern Ballast, der als störend im sozialen Gefüge wahr genommen wird und zum Ausbruch aus der Gemeinschaft führt.

    Scheint zumindest die Erfahrung einiger Menschen, die ich kenne, die in der Familienhilfe im weitesten Sinne tätig sind.

    Gruss

    vita

  4. Inaktiver User

    AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.

    Heißt das jetzt, dass der Sozialhilfesatz zu hoch ist und dass man sich nur von der Sozialhilfe vier Kinder leisten kann?

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    AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    @Alinaluna
    Dein posting klingt ganz schön überheblich.
    Ich kenne einige Leute der bildungsnahen Schicht, die sehr wohl auf erkennungsorientierte Klamotten Wert legen; es sind halt die Marken nicht am Ärmel aufgenäht und alles sieht ein wenig abgetragen aus, aber glaub mir, wer verstehen will, versteht.

    Erreichen, dass die bildungsfernen Schichten sich davon freimachen, dazugehören zu wollen, kann frau/man dadurch, dass er/sie dafür sorgt, dass sie dazugehören.
    Ja, dann bin ich vielleicht "überheblich", weil ich diese Form von "dazugehören wollen" nicht nachvollziehen kann. Und wenn das auch "bildungsnahen" Schichten notwendig erscheint. für mich ist "Leben" etwas anderes...
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    Ein Gespräch setzt voraus, dass der andere recht haben könnte. Jürgen Habermas
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  6. Inaktiver User

    AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Kappa,
    das ist eine sehr interessante Sichtweise. So habe ich das noch nie gesehen.
    Mich wundert immer wieder war, warum diese Eltern nicht merken, wie wichtig Bildung ist. Warum sie nicht in der Lage sind selbst in der Grundschule dafür zu sorgen, dass die Kinder ihre Hausaufgaben gemacht haben.
    Anderswo laufen Kinder stundenlang zu Fuß um in die Schule gehen zu können oder haben gar keine. Hier wird einem alles geboten und man nimmt es nicht richtig in Anspruch. Da sind nämlich auch die Eltern gefragt und nicht nur die Schule.
    Ich finde halt, eine gute Bildung oder Interesse für verschiedene Dinge macht das Leben reich auch ohne viel Geld. Diese Interesse muß aber von den Eltern geweckt werden, damit die Kinder erkennen, nicht nur Konsum macht glücklich.
    Dea1

    Hallo Dea,

    ich gehe noch einen Schritt weiter: Vor einiger Zeit habe ich sehr interessante Artikel über die sog. "Moralstufen nach Lawrence Kohlberg" gelesen. Darin geht es vor allem um die Entwicklung von Rechts- und Unrechtsbewusstsein im Zusammenhang mit der Intelligenz eines Menschen.

    Eine knappe Übersicht findest Du z.B. beimStudienseminar Koblenz .

    Detaillierter wird das Studienseminar Koblenz auf dieser Seite und geht auch auf mögliche Zusammenhänge zwischen Moralentwicklung einerseits und Bildungshunger sowie Bildungsbeflissenheit in der Erziehung ein.

    Hier noch eine Seite über Moral und Hochbegabung.

    Ich stehe definitiv nicht auf dem Standpunkt, wer arm ist, hätte keine Moral!

    Andererseits halte ich es für möglich, dass Menschen, die sich gemäß der Moralstufendefinition vor allem an Lob und Strafe und an gesetzten Autoritäten orientieren, vielleicht auch nicht den Intellekt haben zu sehen, dass man sich selbst moralische Normen oder Bildungsnormen setzen kann. Einfacher ausgedrückt: Vielleicht fehlt bei Manchen die Fähigkeit zu sehen, dass Bildung nicht nur das ist, was Staat und Schule vorgeben. Es fehlt die Fähigkeit, sich selbst und den Kindern solche Ziele zu setzen, weil die Ziele gar nicht als existent wahrgenommen werden.

  7. Inaktiver User

    AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Hallo Dea1,

    bösartiger Weise könnte man sich auch fragen, wieso eine Familie ihren Kindern Bildung vermitteln sollte, wenn sie selbst mit einer guten Ausbildung nie über den Sozialhilfesatz mit ihren vier Kindern kämen und ohne Erwerbstätigkeit keinerlei Einbußen sondern im Gegenteil auch noch Vorteile wahrnimmt?

    Wie stellt man das Leben im Arbeitsprozess, der täglich statt findet, als verlockend dar, wenn der Empfänger dieser Nachricht weder Veranlassung noch Notwendigkeit in irgendeiner Weise nachvolllziehen kann?

    Da ist Bildung keine konvertierbare Währung sondern Ballast, der als störend im sozialen Gefüge wahr genommen wird und zum Ausbruch aus der Gemeinschaft führt.

    Scheint zumindest die Erfahrung einiger Menschen, die ich kenne, die in der Familienhilfe im weitesten Sinne tätig sind.

    Gruss

    vita
    Hallo vita,

    mir kommt da ebenfalls ein bösartiger Gedanke: Hat es möglicherweise mit Moralempfinden des Einzelnen zu tun? Mit mangelnder Einsicht in die Notwendigkeit, zunächst einmal selbst Initiative zu zeigen?

    Es ist frustrierend, auch mit einer guten Ausbildung nie über den Sozialhilfesatz hinauszukommen.

    Wo bleibt da aber die Einsicht, dass man soweit möglich selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen sollte, auch wenn man durch eigene Arbeit nicht mehr verdient als durch Transferleistungen?

    Ich sehe dahinter die Einstellung "die Gesellschaft schuldet mir was, aber ich ihr gar nichts". Auch das hat mit Moral und (emotionaler und sonstiger) Intelligenz zu tun.

  8. Inaktiver User

    AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Heißt das jetzt, dass der Sozialhilfesatz zu hoch ist und dass man sich nur von der Sozialhilfe vier Kinder leisten kann?
    Himmel nein, das ist kein zu hoher Betrag. Es ist nur nahezu unmöglich, diese Summen für eine Familie mit mehreren Kindern selbst zu erwirtschaften, wenn man einen mittelmäßigen oder sogar niedrigen Verdienst hat. Was also sollte die Verlockung sein, seinen Kindern Bildung zu vermitteln? Worin besteht der Reiz, keine Ämter mehr zu Zahlungen zu veranlassen?

  9. Inaktiver User

    AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Hallo vita,

    mir kommt da ebenfalls ein bösartiger Gedanke: Hat es möglicherweise mit Moralempfinden des Einzelnen zu tun? Mit mangelnder Einsicht in die Notwendigkeit, zunächst einmal selbst Initiative zu zeigen?

    Es ist frustrierend, auch mit einer guten Ausbildung nie über den Sozialhilfesatz hinauszukommen.

    Wo bleibt da aber die Einsicht, dass man soweit möglich selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen sollte, auch wenn man durch eigene Arbeit nicht mehr verdient als durch Transferleistungen?

    Ich sehe dahinter die Einstellung "die Gesellschaft schuldet mir was, aber ich ihr gar nichts". Auch das hat mit Moral und (emotionaler und sonstiger) Intelligenz zu tun.
    Tja, und wessen Moral ist das? Was sollte jemanden, der den Tag auch anders herum bekommt und nie eine Chance hätte, mehr zu verdienen als er jetzt mit allem zusammen gerechnet hat?

    Der Ehrgeiz, es selbst zu schaffen? Woher soll er den haben und wozu?

    Es sind andere Werte, die in bestimmten Teilen der Gesellschaft gelebt werden und angesehen sind. Bildung und Ehrgeiz gehören scheinbar nicht in erster Reihe dazu.

    Wir können unsere Werte nicht ohne weiteres auf andere übertragen, würde ich sagen.

    Gruss und einen schönen Abend

    vita

  10. Inaktiver User

    AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Es sind andere Werte, die in bestimmten Teilen der Gesellschaft gelebt werden und angesehen sind. Bildung und Ehrgeiz gehören scheinbar nicht in erster Reihe dazu.

    Wir können unsere Werte nicht ohne weiteres auf andere übertragen, würde ich sagen.

    Gruss und einen schönen Abend

    vita
    Eben. Ich denke, dass die moralische Einstellung und auch Ehrgeiz, Pflichtgefühl und Selbstverantwortung durchaus von emotionaler und sonstiger Intelligenz abhängen.

    Ich persönlich bin auf jeden Fall bereit, Menschen zu unterstützen, die etwas wollen, aber nicht können. Ich habe aber wenig Lust, Leute zu unterstützen, die könnten, aber nicht wollen.

    Nein, wir können unsere Werte nicht ohne Weiteres auf Andere übertragen.

    Wenn es allerdings sehr viele Menschen gibt, die keinen Ehrgeiz haben, es selbst zu schaffen (und auch keinerlei Pflichtgefühl), dann ist Schmarotzertum Tür und Tor geöffnet.

    Aus diesem Grund bin ich z.B. dafür, möglichst viele der mit Kindern und Erziehung verbundenen staatliche Leistungen nicht in Form von Geld, sondern in Form von Sachleistungen anzubieten (Ganztagsschule, Kindergarten etc.). Einfach, um die Kinder wenigstens eine Welt mit anderen Werten erleben zu lassen.

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