Ja Opelius,
die neueste Technik, Markenklamotten - diese Dinge dienen vielleicht auch als Ersatz für mangelndes Selbstvertrauen. Nur wer bestimmte Normen erfüllt (die wer weiß von wem aufgestellt werden), gehört zur Gesellschaft dazu - so die Auffassung vieler gerade der bildungsfernen Schicht angehörenden Menschen.
Wie können wir es erreichen, dass sie sich frei machen könne davon und erkennen, was wirklich wichtig im Leben ist?
Diese Frage treibt mich um, hierfür habe ich keine Lösung.
Antworten
Ergebnis 141 bis 150 von 341
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15.05.2008, 19:31
AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.
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Ein Gespräch setzt voraus, dass der andere recht haben könnte. Jürgen Habermas
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15.05.2008, 19:35
AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.
das ist sehr schwierig, denn kinder muessen sich hinsichtlich der werte und normen ihrer umgebung anpassen, und das ist in aller regel das elternhaus, vielleicht noch die nachbarn und die verwandten. ich denke, auch die schule kann da nur wenig ausrichten. einige schaffen vielleicht spaeter den absprung, wenn sie alt genug sind, um sich anderweitig zu orientieren. aber das heisst dann auch eine abwendung bzw. entfremdung vom bisherigen umfeld.
Zitat von Inaktiver User
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15.05.2008, 19:43
AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.
die frage ist, ob sie sich davon freimachen wollen. vielleicht sind die leute ganz zufrieden damit, sich auf diese weise ansehen zu verschaffen. vielleicht ist das fuer sie das wirklich wichtige. im leben, und vielleicht faenden sie den lebensstil der gebildeteren schichten oede und gar nicht nachahmenswert.
Zitat von Alinaluna
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15.05.2008, 19:47
AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.
Dann aber sind sie in ihrer Armut "gefangen" und leiden darunter. Sie sehen immer nur, was andere "haben" und vermitteln genau das auch ihren Kindern - die Unzufriedenheit mit ihrem Schicksal.
Zitat von Sonderzeicen
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Ein Gespräch setzt voraus, dass der andere recht haben könnte. Jürgen Habermas
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15.05.2008, 20:12
AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.
und das genau macht Armut aus.
Zitat von Alinaluna
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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15.05.2008, 20:54Inaktiver User
AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.
Dabei geht es ihnen besser als vielen Kindern auf der Welt, nur die Eltern machen nicht das Beste daraus.
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15.05.2008, 21:12Inaktiver User
AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.
Seid aber bitte so offen, es in diesem Strang nicht untergehen zu lassen, dass es zwischen der "Gameboy-Armut" und dem Hunger außerhalb Europas hier in Deutschland noch eine andere Form der Armut gibt.
Eine Margarinebrote-Armut, kein frisches Obst-Armut, Sandalen im November-Armut, keine Flötenstunde-Armut, Plastiktüte statt Turnbeutel-Armut ...
Verhungern muss niemand, aber Verzichtenmüssen, ohne, dass jemand falsch einteilt, das gibt es noch.
(Ja, das stand hier schon mal - aber Ihr seid im Moment so weit weg davon ...) Gruß, T.
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15.05.2008, 21:20Inaktiver User
AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.
Hallo Dea,
Zitat von Inaktiver User
ich bin zwar nicht Vita, möchte mich aber trotzdem mal kurz einklinken:
Ich vermute, dass hier die sog. Erfolgsintelligenz eine Rolle spielt. Daniel Goleman spricht diesen Punkt in seinem Buch "Emotionale Intelligenz" an, andere Psychologen verwenden den Begriff ebenfalls.
Kernpunkt: Emotional intelligente Menschen verzichten auf kurzfristigen Erfolg oder schnelle, magere Belohnungen, weil sie sich von langfristigen Konzepten mehr versprechen. (Stichworte: Erst härter arbeiten / lernen / abwarten, um dann zwar später Erfolg zu haben, aber dafür größeren und auch länger anhaltenden, als dies bei "spontaner Triebbefriedigung" der Fall wäre.)
Guck z.B. mal unter Erfolgsintelligenz nach Robert J.Sternberg unter Punkt 17: "Menschen mit Erfolgsintelligenz können lange auf Belohnungen warten."
Oder auch hier ein Artikel aus dem Focus zur emotionalen Intelligenz. Ca. in der Mitte des Textes findet sich ein Abschnitt über Impulskontrolle, in dem auch der sog. Marshmallow-Test beschrieben wird.
Im Buch "Emotionale Intelligenz" von Golemann wird auch ausgeführt, dass die geduldigen Marshmallow-Kinder als Erwachsene beruflich mehr Erfolg hatten, besser gebildet waren, mehr verdienten und seltener arbeitslos wurden.
Ich denke schon, dass Impulskontrolle / Geduld beim Warten auf "Belohnungen" eine Rolle spielen. Siehe z.B. schnelle "Belohnung" in Form von Markenklamotten, Handys etc. versus intellektuelle Anregung. Oder die Einstellung, möglichst schnell von der Schule abzugehen und zu jobben (Auto, Wohnung) gegen die Haltung, lieber bis ins junge Erwachsenenalter weniger zu konsumieren, in Bildung zu investieren und dafür später die besseren und haltbareren Früchte zu ernten (besser dotierter und weniger krisenanfälliger Job).
Ich weiß, dass es längst auch ein akademisches Präkariat gibt, doch meiner Ansicht nach gibt es bei einer (!) Gruppe von Armen und ihren Kindern durchaus das oben angesprochene Problem mit der Erfolgsintelligenz.
Gruß,
kappa
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15.05.2008, 21:26Inaktiver User
AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.
Tja, Dea1, ich denke, dass es keine Frage des Geldes ist, denn viele Familien haben nicht mehr zur Verfügung als der ALG II Satz darstellt und gehen trotzdem oder gerade deshalb anders mit ihren Ressourcen um.
Zitat von Inaktiver User
Sie nutzen das, was möglich ist, gehen mit ihren Kindern, die kostenlos die Bibliothek benutzen können los, Bücher oder Gesellschaftsspiele aussuchen, schauen sich die Stadt an, in der sie leben, gehen Frisbee spielen im Park oder führen Hunde aus der Umgebung aus, ohne dass es ihnen ans Budget geht.
Menschen mit ähnlichem Einkommen aber anderen Werten nutzen diese Möglichkeiten vor Ort nicht, gehen aber mit ihren Möglichkeiten anders um.
Die Lösung des Rätsels liegt wohl anderswo als bei der Einkommenshöhe, ich kenne diese Probleme auch nur von der Betrachtung und weiß nicht, wie die Kinder da raus kommen könnten, ohne die Werte der Eltern zu verändern und da sehe ich weitestgehend schwarz.
Einen schönen Abend noch
vita
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15.05.2008, 21:39Inaktiver User
AW: Eure Meinung zu (Kinder)Armut in Dtl.
Kappa,
das ist eine sehr interessante Sichtweise. So habe ich das noch nie gesehen.
Mich wundert immer wieder war, warum diese Eltern nicht merken, wie wichtig Bildung ist. Warum sie nicht in der Lage sind selbst in der Grundschule dafür zu sorgen, dass die Kinder ihre Hausaufgaben gemacht haben.
Anderswo laufen Kinder stundenlang zu Fuß um in die Schule gehen zu können oder haben gar keine. Hier wird einem alles geboten und man nimmt es nicht richtig in Anspruch. Da sind nämlich auch die Eltern gefragt und nicht nur die Schule.
Ich finde halt, eine gute Bildung oder Interesse für verschiedene Dinge macht das Leben reich auch ohne viel Geld. Diese Interesse muß aber von den Eltern geweckt werden, damit die Kinder erkennen, nicht nur Konsum macht glücklich.
Dea1


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