Roland Koch hat alles verloren, was er verlieren konnte: die absolute Mehrheit, sein Amt als Ministerpräsident, persönliches Renommee und Zukunftsperspektiven. Der harte Hund, das politische Alphatier, der Kanzler in spe? Das ist vorbei. Schlimmer noch: Ein anderer Christdemokrat, geradezu das Gegenmodell zu Koch, hat Erfolg gehabt, nämlich Christian Wulff in Niedersachsen. Wo Koch brachial war, gab sich Wulff vornehm. Wo Koch polarisierte, versöhnte Wulff.
Harte wahre Worte aus der Frankfurter Rundschau übertitelt mit "Roland Kochs Untergang".
Koch ist demontiert. Er wird nicht Ministerpräsident in Hessen, meine Einschätzung: wie sollte das funktionieren? Er hat keine Mehrheit, die SPD-Fraktion würde das nicht mittragen: das wäre der Ausverkauf sämtlicher Überzeugungen.
Dagegen wäre eine Links-SPD-Koalition eine sanfte Untertreibung aller Wahl-Argumente. Und schon das würde nicht funktionieren.
Das Koch nicht mehr für führende Ämter zur Verfügung stehen wird, ist die gute Nachricht.
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Thema: Koch ist weg.
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28.01.2008, 14:19
AW: Koch ist weg.
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28.01.2008, 14:20Inaktiver User
AW: Koch ist weg.
@ Blautanne:
In Hessen steht so einiges auf dem Spiel für die Grünen was sich -um wenigstens noch einen Hauch von Glaubwürdigkeit zu behalten - mit den politischen Forderungen der FDP in keinster Weise vereinbaren lassen würde....
u.a. der weitere Ausbau des Flughafens FFM, deren Ansicht zur weiteren Nutzung der Atomkraft, etc. etc.
WW
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28.01.2008, 14:21Inaktiver User
AW: Koch ist weg.
Zitat von Lukulla
ich denke es wird eine schwarz-rote regierung werden. Aber ohne Koch.
Er hat sich seine Niederlage selbst zuzuschreiben.
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28.01.2008, 14:37Inaktiver User
AW: Koch ist weg.
Mag sein, dass das für Hessen nicht geht. Ich habe ja auch eingeschränkt: Demokratische Parteien sollten untereinander koalitionsfähig sein, sofern ihre programmatischen Ausrichtungen es erlauben.
Zitat von Inaktiver User
Aber generell sollte die FDP endlich über diese dumme Sache von 1982 wegkommen. Es ist ein großer Unterschied, ob man - während man in der Regierung sitzt - den Koalitionspartner aus der Regierung kegelt, oder ob man sich nach einer Wahl für den ganz normalen demokratischen Koalitionspoker öffnet bzw. auch im Vorfeld Koalitionsaussagen abgibt - und zwar je nach Programmatik und Personen in verschiedene Richtungen.
Das würde m.E. einer Normalisierung entsprechen und würde dazu führen, dass neben dem konservativen wirtschaftsliberalen Flügel auch der bürgerrechtliche und der soziale Flügel wieder einen Platz in der FDP hätten.
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28.01.2008, 14:41
AW: Koch ist weg.
Ein anderes Drama hat sich am Rande abgespielt und findet in den Kommentaren kaum Beachtung, was ich sehr erstaunlich finde.
Wenn die Grünen auch nur annähernd ihr Ergebnis von 2003 (10.1%) eingefahren hätten, dann könnte Ypsilanti jetzt vollkommen entspannt die Wunschkoalition rot-grün bilden.
Der Verlust der Grünen ist dramatisch und liegt bei rechnerisch rund 25%! Was ist da schief gelaufen? War Tarek Al-Wazir zu dröge, zu unemphatisch? Hatte die grüne Partei keine Aufregerthemen? In der Presse ist davon jedenfalls nichts angekommen.
Sie konnten evtl. den harten Kern mobilisieren, nicht aber ihre Sympathisanten. Es bleibt zu befürchten, aus grüner Sicht, dass etliche davon zu der Linken abgewandert sind.
Selbst nur einen Prozenpunkt mehr als 7.4 und es gäbe keine Diskussion über Koalition. Der andere Verlierer dieser Wahl sind die Grünen und damit Verlust einer Option auf einen wirklichen Neuanfang in Hessen.Körperlich Distanz
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28.01.2008, 14:54Inaktiver User
AW: Koch ist weg.
Es lag meines Erachtens daran, dass die SPD in ihrem Wahlkampf schlicht sämtliche grüne Themen für sich beansprucht hat.
Zitat von Lukulla
Und dass möglicherweise viele Grünwähler diesmal Frau Y unterstützen wollten, um Koch wegzubekommen.
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28.01.2008, 14:55
AW: Koch ist weg.
Die Ergebnisse von Hessen und Niedersachsen zeigen aber auch, das insgesamt die CDU abgewählt worden ist. Im Norden haben ca. 470.000 Menschen nicht mehr die CDU gewählt (5,8%), und in Hessen ca. 360.000 (12%).
Die CDU hat überall verloren. Darüber wird vornehm geschwiegen, weil Wulff trotzdem weiter machen kann. Es ist aber für Merkel eine Schlappe, auch darüber wird vornehm geschwiegen. Die Schwarzen dürfen sich warm anziehen bei der nächsten Bundestagswahl.
Die Linke ist im Westen angekommen, aus dem Stand 5 und 7 Prozent ist beachtenswert und zeigt, eine gewisse Radikalisierung. (hier wurde gesagt, die Menschen wollten eine bürgerliche Mitte, das sehe ich nicht so; die Menschen möchten Vielfalt). Für die politische Landschaft und das gesellschaftliche Klima ist es gut, das es die Linke ist, die am Rand als 5. Partei steht, und nicht wie vor Jahren noch die rechte DVU; REP und andere.Körperlich Distanz
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28.01.2008, 15:00Inaktiver User
AW: Koch ist weg.
Zitat von Lukulla
Die konsequente Ablehnung völkerrechtswidriger militärischer Einsätze haben die Grünen seit 1999 mit der Zustimmung zur Bombardierung Serbiens abgelegt. Die Fortsetzung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistans findet die Zustimmung von vielen Abgeordneten der Grünen.
Nur die LINKE wendet sich konsequent gegen die zunehmenden militärischen Abenteuer der Bundeswehr - vielleicht hat das zu den Stimmenverlusten der Grünen beigetragen.
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28.01.2008, 15:02Inaktiver User
AW: Koch ist weg.
Aber die SPD kann davon nicht profitieren. Zumindest nicht in Niedersachsen.
Zitat von Lukulla
Ich denke die roten sollten sich mindestens so warm anziehen wie die schwarzen. Im Bund sehe ich Frau Merkel und die Union immer noch vor der SPD.
Insgesamt kann ich keine Freude dabei empfinden wenn die großen Volksparteien es nicht mehr schaffen die Wähler an sich zu binden. Das zeigt doch wie unfähig sie sind die richtigen Antworten auf die drängenden Fragen zu finden. Ich würde es begrüßen wenn weder die linken noch die rechten Bauernfänger mit ihren Utopien und leeren Versprechungen es schaffen können für Wähler attraktiv zu sein.
Mir sind starke Volksparteien allemal lieber.
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28.01.2008, 15:03
AW: Koch ist weg.
Zitat von Lukulla
als Rechts-anwalt wird er uns weiterhin Freude bereiten (Achtung Ironie).


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