Die Amtszeit von Bush junior nähert sich dem Ende, seine geschichtliche Beurteilung wird, davon gehe ich aus, negativ ausfallen. So wundert es nicht das er nun auf den "letzten Drücker" noch versucht sein Image für die Geschichtsbücher aufzupolieren.
Sein erklärtes Ziel, wie könnte es auch anders sein:
Die Schaffung eines Palätinenserstaates.
*Link*
Wir dürfen gespannt sein, ob die beiden Parteien ihm nun den Gefallen tun. Ich schätze sie werden es nicht tun, denn die Schwierigkeiten die es zu lösen gilt, bedürfen etwas mehr Zeit, Geduld und auch Druck, als dieser Präsident noch aufbringen kann.
Bush drängt Israel und Palästinenser zum Frieden
Jerusalem (Reuters) - US-Präsident George W. Bush hat Israel und die Palästinenser bei seinem ersten offiziellen Besuch im Nahen Osten zum Frieden gedrängt.
Er sehe eine neue Chance zur Lösung des jahrzehntealten Konfliktes, betonte Bush am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Israels Ministerpräsident Ehud Olmert. Er verlangte von seinem engen Verbündeten aber auch, den Palästinensern entgegenzukommen und Außenposten seiner Siedlungen im Westjordanland wie versprochen aufzugeben.
Bush lobte beide Seiten für ihre Bereitschaft, Frieden zu schließen. Damit eröffneten sich neue Chancen für das Heilige Land und für Freiheit in der ganzen Region, sagte der Präsident. Seine Nahost-Reise sei der Versuch, beiden Seiten einen Anstoß zu geben. "Mein Besuch war ein ziemlich wichtiger Schubs", fügte er bei der Pressekonferenz hinzu. Die härteste Arbeit müsse aber von den Konfliktparteien geleistet werden, mahnte er nach seinem Gespräch mit dem israelischen Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Schimon Peres.
Der im Januar 2009 aus dem Amt scheidende US-Präsident strebt noch in diesem Jahr ein Abkommen über die Bildung eines palästinensischen Staates an. Am Donnerstag trifft er Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas.
"Wir werden über unseren innigen Wunsch nach Sicherheit, Freiheit und Frieden im gesamten Nahen Osten reden", kündigte Bush bei seiner Ankunft in Tel Aviv an, wo er von Peres und Olmert empfangen wurde. Unmittelbar nach der Begrüßung flog er im Hubschrauber nach Jerusalem.
Ein weiteres Thema der neuntägigen Reise durch die Region ist der Konflikt mit dem Iran. Israel wolle den Atom-Streit mit der Islamischen Republik zum wichtigsten Beratungsgegenstand machen, hieß es in Regierungskreisen. "Der Iran sollte unsere Entschlossenheit zur Selbstverteidigung nicht unterschätzen", sagte Peres bei der Begrüßung Bushs. Bush will zudem auf seinen Stationen in Kuwait, Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und Ägypten für seinen Kurs gegen den Iran werben.
Die Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern waren im November beim Nahost-Gipfel in Annapolis in den USA vereinbart worden, aber schon zu Beginn ins Stocken geraten. Allerdings zeigte sich selbst Bush Sicherheitsberater Stephen Hadley bemüht, die Erwartungen an den Besuch herunterzuspielen. Bush werde seine Vorstellungen von einer Lösung der Kernfragen während der Reise nicht darlegen, sagte er. Dabei geht es um die Grenzen eines palästinensischen Staates, die Zukunft Jerusalems und das Schicksal der palästinensischen Flüchtlinge. Erschwerend kommt hinzu, dass Bush in Israel als der beste Freund des jüdischen Staates gilt. Viele Araber sind deshalb überzeugt, dass der Präsident ein Feind der Palästinenser sei.
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09.01.2008, 23:44Inaktiver User
Bush und sein Eingang in die Geschichtsbücher. Ein Rettungsversuch.
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10.01.2008, 10:33
AW: Bush und sein Eingang in die Geschichtsbücher. Ein Rettungsversuch.
Das Thema Israel und Palästina wird uns mit Sicherheit noch sehr lange begleiten. Ich sehe zur Zeit kaum eine Möglichkeit der Lösung, weil auf keiner Seite ernsthafte Bemühungen zu sehen sind und der Wille zur Problemlösung vorhanden ist.
Präsident Bush wird sich im Geschichtsbuch als der schlechtete aller Präsidenten wiederfinden, er hat kein Problem gelöst, sondern erst viele neue geschaffen, die erst in der nächsten Generation annähernd abgearbeitet sein werden.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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10.01.2008, 10:45Inaktiver User
AW: Bush und sein Eingang in die Geschichtsbücher. Ein Rettungsversuch.
"Bush und sein Eingang in die Geschichtsbücher. Ein Rettungsversuch"
Interpretierst du diese Aktion also auch in dieser Weise.
Es kann Bush nicht entgangen sein, dass er beim Wettbewerb um den Pokal "schlechtester und unbeliebtester Präsident in der Geschichte der USA" sehr gut im Rennen liegt. Vermutlich will er die Bilanz seiner 8-jährigen Amtszeit etwas aufhübschen.
Einerseits könnte diese persönliche Interessenslage dem Nahost-Prozess durchaus neue Dynamik verleihen. Andererseits wissen auch die Protagonisten im Nahen Osten, was dahinter steckt und dass sie möglicherweise die Angelegenheit nur bis zum November hinauszögern müssen, um die Notwendigkeit einer Einigung von der Backe zu haben.
.Geändert von Inaktiver User (10.01.2008 um 10:57 Uhr)
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10.01.2008, 15:36Inaktiver User
AW: Bush und sein Eingang in die Geschichtsbücher. Ein Rettungsversuch.
Ich glaube nicht, dass Bush in der Lage bzw. überhaupt willens ist zu einer Lösung. Israel hat m. E. für die USA lediglich eine strategische Bedeutung - wie weit dies noch relevant ist z. Zt.
Er müsste sich mit Iran anlegen - mit all den Hintermännern, die den Staat Israel lieber heute als morgen von der Landkarte verschwinden lassen würden. Die Rüstungslobby vorallem müsste ihn unterstützen, kaum vorstellbar, dass die sich diese zukunftssichere Einnahmequelle, gespeist aus den üblichen Feindbildern, entgehen lassen.
Eine Lösung kann nur von den Konfliktparteien selbst kommen, indem sie ihre eigenen Probleme untereinander lösen ohne Einmischung der Bushs oder Ayatollas usw. u. die Vorteile einer friedlichen Region erkennen können,
meint kalina
Geändert von Inaktiver User (10.01.2008 um 15:43 Uhr)
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10.01.2008, 17:11Inaktiver User
AW: Bush und sein Eingang in die Geschichtsbücher. Ein Rettungsversuch.
Das würde er ja gerne machen, aber selbst wenn es machbar wäre, würde es nichts helfen den Iran ist nur ein (1) "Mit"-Spieler.
Zitat von Inaktiver User
Es blieben, neben den Konfliktparteien selbst, auch noch die Saudis, und mit DENEN legt er sich nie und nimmer an.
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12.01.2008, 10:43Inaktiver User
AW: Bush und sein Eingang in die Geschichtsbücher. Ein Rettungsversuch.
Ja, da sind noch viele "Mit"-Spieler u. jene, die die Fäden ziehen. Marionette Bush würde, selbst wenn er wollte, nichts ausrichten können.
Ich habe so eine kleine Hoffnung, dass irgendwann einmal von den Menschen dort selbst eine Änderung verlangt wird. In Israel gibt es ja schon Bestrebungen - in Palästina vielleicht auch, ist natürlich dort auch "etwas schwieriger"?! (Eine Lösung erscheint mir garnicht so schwer - von "hier aus" gesehen - man muss sich aber in die Lage der Konfliktparteien versuchen hineinzuversetzen: dann wirds schon komplizierter!)
Aber Bush "privat" schien mir doch sehr bewegt, vielleicht war das sogar ehrlich (auf dem Bildschirm schwer einschätzbar
) - das könnte ja auch (ich sags mal ganz vorsichtig) Eindruck machen
Geändert von Inaktiver User (12.01.2008 um 10:48 Uhr)
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12.01.2008, 22:24Inaktiver User
AW: Bush und sein Eingang in die Geschichtsbücher. Ein Rettungsversuch.
Zitat von Inaktiver User
Das war mE so ehrlich wie Brandts Kniefall im ehemaligen Warschauer Ghetto. Ich habe schon öfter gelesen, dass niemand einen Besuch in Yad Vashem unbewegt lässt.
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17.01.2008, 10:09
AW: Bush und sein Eingang in die Geschichtsbücher. Ein Rettungsversuch.
Etwas OT:
Yad Vashem lässt wirklich niemanden kalt. Ich glaube schon, dass er da nicht mehr viel spielen musste. War vor ein paar Jahren mal dort, und so miserabel habe ich mich echt selten gefühlt.
Ansonsten ist es natürlich irgendwie lustig, dass Bush sowas versucht: Als ob nicht schon seit Jahrzehnten alle möglichen (auch deutlich kompetentere) Personen eine Lösung angestrebt hätten... ist ja doch etwas komplexer, und zahlreiche Interessen spielen rein. Der Wunsch eines scheidenden amerikanischen Präsidenten hat wohl dabei nicht das allerhöchste Gewicht, auch wenn natürlich alle nach außen hin so tun, als hätte er in der Sache was zu sagen.
Nimwen
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17.01.2008, 10:27Inaktiver User
AW: Bush und sein Eingang in die Geschichtsbücher. Ein Rettungsversuch.
Mal unabhängig von der Motivation von Herrn Bush und seinen Erfolgsaussichten:
Offensichtlich geben sich alle Beteiligten große Mühe, einen Friedensschluss zu verhindern - die Hamas im Gazastreifen, aber erst recht die Israelis, die nicht aufhören, den Palästinensern Land für Siedlungen zu stehlen. Dazu kommt, dass es in der Regierungskoalition mal wieder eine klare Opposition der Ultrarechten gibt, die den palästinensischen Untermenschen grundsätzlich keine Zugeständnisse machen wollen.
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17.01.2008, 21:52Inaktiver User
AW: Bush und sein Eingang in die Geschichtsbücher. Ein Rettungsversuch.
das ist anscheinend auch jetzt wieder so wie all die Jahrzehnte zuvor: sobald es Annäherungen gibt schütten die Scharfmacher beider Seiten Öl ins Feuer


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