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    AW: Spenderkinder: Von Spendersamen gezeugt

    Selten gehe ich auf threads in diesem Bereich des Forums ein, aber diese Angelegenheit finde ich so absurd und eine Fehlentwicklung der Gesellschaft - sowohl von der Seite der pseudo-anonymen Zeugung, als auch von dem spaeteren Ermitteln des Opfers seines Vaters - dass ich doch mal hierzu meine Meinung abgebe.

    Man sollte das schlicht und einfach verbieten. Wenn der Mann keine Kinder bekommen kann, soll er der Frau halt gestatten, eins mit einem anderen Mann zu haben, aber dieses dann rechtlich genauso gestellt sein wie ein eigenes Kind. Alles Andere - etwa ein absoluter Schutz des (echten) Vaters vor Unterhaltsanspruechen ebenso wie er bei Anonymitaet waere, oder keine Pflicht zu Kontakt/Besuchen des Kindes - kann dann das Gesetz regeln.

    Dann ist von Anfang an alles offen, ggf. laesst sich auch arrangieren dass der wirkliche Vater das Kind auch ab und zu besucht. Das kann der Mann kaum verwehren, desto mehr ja auch die Ursache des Problemes bei ihm liegt. Und ein evtl. Schaden oder Unbequemlichkeiten sind sicherlich geringer als gegenwaertig.

    Die gegenwaertige Interessenlage - und zwar alles eingerechnet, auch spaetere Probleme und Vorwuerfe - ist fast ausschliesslich Eigensinn des Ehemannes, das ist unausgewogen, umsomehr noch die Ursache bei ihm liegt.
    Das Kind ist sozusagen nur das Versuchskanickel zur Ego-Befriedigung des impotenten Mannes, aller Natur zuwider trotz seiner Situation eine Familie mit einem 'Kind' haben zu wollen; Interessen und Rechte des Kindes bleiben dabei ganz unberuecksichtigt.

    Erschwert wird alles noch durch die heutzutagige geringe Halbwertszeit von Familien; wenn die Ehe zerbricht wenn das Kind noch jung ist, bleibt der Schaden fast ausschliesslich bei Mutter und Kind, das Kind (und vielleicht auch die Mutter ?) hat dann nicht einmal die Moeglichkeit sich dem Vater anzunaehern. Schon der Ungewissheit wegen, dass die Familie nicht zerbricht, der Ehemann vom Kind nichts mehr wissen will, Streitigkeiten mit der Frau usw., die allgemein wenn sie aelter wird die Buerde der Luege nicht dauernd tragen will, und letztendlich dem Kind doch die Wahrheit sagen wird, lassen die Loesung/Moeglichkeit solche Kinder einfach zu beluegen hoechst unsicher erscheinen.

    Das Erlauben von Spendenkindern ergibt doch in jedem Fall ein unloesbares Dilemma, wie auch an vorgegangenen Posts klar wird. Entweder muss man das Recht des Spenders brechen anonym zu bleiben, oder aber das des Kindes dass er nicht anonym bleibt, beides mit jeweiligen Folgen. Der Ehemann als eigentlicher Verursacher des Problemes und (zumindest solange keine Probleme auftauchen) die Frau die sich (idR aus wirtschaftlichen Interessen) solch einem Mann unbedingt anhaengen will, ist fast ausschliesslich Nutzniesser . Alles also ganz ungerecht. Bei einvernehmlichem ausserehelichem Geschlechtsverkehr und sicherem rechtlichen Schutz dagegen ist die Verteilung der Rechte und Pflichten in Ordnung. Und in Anbetracht der Ehebrech-Quote ist stark zu bezweifeln, dass sich nicht auch derartige Kandidaten fuer die Frau finden ...
    Geändert von fifi1234 (04.04.2008 um 20:31 Uhr)

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    AW: Spenderkinder: Von Spendersamen gezeugt

    Ach Fifi,
    wie toll Du doch den Schuldigen ausgemacht hast, wenn einem Ehepaar der Kindersegen ausbleibt.
    ich denke, Du hast noch nie in Deiner Umgebung die Verzweiflung von Menschen erlebt, wenn nach jahrlange ergebnislosen Versuchen der Kinderwunsch ausbleibt und die nicht gerade beglückenden Untersuchungen ergeben: der Ehemann ist zeugungsunfähig.
    Dieser soll dem Fremgehen seiner Frau zustimmen und das Kuckuckskind als eigenes akzeptieren. Haben Kuckuchskinder keinen Anspruch auf ihre wahre Herkunft?

    Deine Vorstellungen finde ich abstrus! In meinen Augen wäre ein Scheidungsbegehren der Frau wegen Zeugungsunfähigkeit noch eine sauberere Lösung. Soll sie sich doche einen zeugungsfähigen Partner suchen und mit dem eine Familie gründen.

    Auch die Brigitte hat schon lange Erfarungsberichte den Frauen veröffentlicht, die die Tortur einer Insemination erlebt haben. Das ist häufig genug mit viel Leid und Enttäuschung verbunden, weil höchstselten ein Eingriff zum Erfolg führt.

    Und Nutznießer des Kinderwunsches ist nicht einer, sondern immer beide Ehepartner.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  3. Inaktiver User

    AW: Spenderkinder: Von Spendersamen gezeugt

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wieso ist das schade?
    Es ist ne andere Meinung, die ich übrigens teile.

    Einem KIND sollte man eine Wahrheit, die derartige Dimensionen beinhaltet, noch nicht aufbürden.
    Na, dann viel Spaß bei der totalen Selbstkontrolle. Wenn du dein Kindchen auf dem Arm hältst und die Oma sagt: "Das Lachen hat es von mir" bitte nicht rot werden, nicht schneller atmen und nicht den Blutdruck steigern, so was merken nämlich auch ganz kleine Kinder. Wenn das Kind fröhlich kräht: "Die Ohren hab ich vom Papa geerbt", musst du liebevoll und milde ohne mit der Stimme zu zittern sagen: "Ja, mein Kind". Und auch da reichen Sekundenbruchteile eines Zögerns, damit ein Kind weiß, dass etwas mit ihm nicht stimmt.
    Und wenn das Kind sich diffus äußert, weil es merkt, dass etwas nicht stimmt, immer tapfer lügen! Das Kind lernt dann, dass es sich auf seine eigenen Wahrnehmungen nicht verlassen kann, aber sonst ist alles paletti.
    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Das bedeutet nicht, dass man es auch einem jungen Erwachsenen verschweigen sollte.
    Oh ja! Da kommt Freude auf, wenn man mit 18 erfährt, dass man angelogen worden ist. Über die eigene Herkunft und über die eigenen Wahrnehmungen. Aber immerhin, besser dann als nie.

  4. gesperrt

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    AW: Spenderkinder: Von Spendersamen gezeugt

    Ich habe nirgendwo gesagt, dass diese Kinder kein Recht auf Kenntnis ihrer Herkunft haben, ebensowenig wuerde ich sie als Kuckukskinder bezeichnen.

    Ich habe auch nicht gesagt, dass impotente Maenner keine Familie incl. derartigen Kindern haben sollten. Nur koennen sie erstens nicht den von mir gemachten Vorschlag der Frau abschlagen das Kind mit einem Dritten zu zeugen (alias, schon jetzt nicht - die Frau kann ja mit der Scheidung drohen), noch kann die Interessenverteilung weitgehend zugunsten des Verursachers des Problemes und zuungunsten des Kindes gehen - wie es bei der kuenstlichen Befruchtung der Fall ist.

    Ach, der arme, arme Ehemann, der seine ploetzlich und ganz unerwartet (??) bekanntgewordene Impotenz nun durch ein Klima von Falschheit und Luege in der Familie zu 'heilen' versucht und sich so ein glueckliches Familienleben erhofft ... Demnaechst duerfen die auf einem Auge Blinden dann anderen auch ein Auge ausstechen, damit sie es leichter ertragen und sich nicht ganz so benachteiligt vorkommen - auch dann baden unbeteiligte Dritte das Problem von Jemandem aus, so wie die Spenderkinder das Problem vom Ehemann.

    Ich sag dir mal was. Das wahre Motiv ist reiner Eigensinn des Ehemannes, nach aussen hin seine Impotenz zu verbergen. Denn selbst fuer die naechstgeringere Stufe von Eigensinn - naemlich eine Familie mit Kind zu haben - wuerde eine Adoption ausreichen.



    Ganz im Gegenteil habe ich gesagt, dass die korrekteste Loesung volle Offenheit fuer alle Beteiligten sein soll - also Einvernehmen zwischen den Ehegatten, Kenntnis des Dritten fuer diese sowie fuer das Kind. Die Offenheit fuer das Kind sollte mE so frueh wie moeglich beginnen - selbst wenn es noch nicht alles verstehen mag. Und wie gesagt, kann und sollte das der Ehegatte kaum abschlagen koennen - aus allen Aspekten.
    Geändert von fifi1234 (06.04.2008 um 03:53 Uhr)

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    AW: Spenderkinder: Von Spendersamen gezeugt

    @ fifi
    Zeugungsunfähigkeit hat nichts mit Impotenz zu tun. Damit wir wissen worüber wir reden.

    Und wenn ich Deine Einlassungen richtig verstehe, soll es ein generelles Fremdgehen-Einverständnis geben, wenn Zeugungsunfähigkeit des Mannes nachgewiesen ist?

    Wie bitte schön möchtest Du dann die Geburtsurkunde des Kindes aussehen lassen? Eintrag: natürlicher Vater Herr XY, rechtlicher Vater Ehemann?

    Und wie möchtest Du mit dem Problem umgehen, dass eine Frau keine Kinder bekommen kann? Darf dann der Ehemann fremdgehen und das außerhelich gezeugte Kind soll dann von seiner Ehefrau großgezogen werden?
    Geändert von Opelius (06.04.2008 um 10:12 Uhr)
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  6. Moderation

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    AW: Spenderkinder: Von Spendersamen gezeugt

    Ich lebe in Australien, hier laeuft es wohl aehnlich wie in den USA. Ich direkt bin nicht betroffen, habe nur in letzter Zeit mehrere Dokumentationen und Artikel zu dem Thema gesehen und gelesen.

    Hier haben die Kinder das Recht, mit 18 ihre leiblichen Eltern (oder im Fall der Samenspenden Vaeter) kennenzulernen. Es bestehen aber keine Ansprueche.
    Maenner, die sich zur Samenspende bereit erklaeren, wissen, dass in 18 Jahren ein Kind vor der Tuer stehen kann.
    Die Familien bekommen Unterstuetzung mit z.B. Bilderbuechern, mit deren Hilfe sie ihrem Kind erklaeren koennen, wie es gezeugt wurde und warum. Der Spender wurde in dem Buch lediglich "donor" genannt.

    In den Dokus ging es einmal um eine Gruppe Singlemuetter, die sich mit Hilfe der Samenbanken und der Spendernummer 'gefunden' hatten und sich regelmaessig treffen, weil sie ihren Kindern die "Halbgeschwister" nicht vorenthalten wollten .. ich denke aber, dass es eher den Muettern dienen sollte .. ich persoenlich fand das Ganze etwas, naja, grenzwertig.

    Sie haben dann ueber die Samenbank Kontakt mit dem Spender aufgenommen, er erklaerte sich bereit, sie alle zu treffen, stand dem Ganzen aber (zumindest vor der Kamera) sehr nuechtern gegenueber, meinte, fuer ihn waeren die Kinder nicht 'seine', emotional waere er da nicht involviert. Seine Frau, die von Anfang an Bescheid wusste, war gerade schwanger und relativ neutral dem Ganzen gegenueber. Aber wie gesagt - es war vor der Kamera.

    In der zweiten Doku ging es um einen Amerikaner, dessen Samen (mangels genuegend Spendern in AUS) auch hier erhaeltlich ist. Sein Samen hat inzwischen 18 Kinder 'produziert' und auch er sagt, dass er die Moeglichkeit einbezieht, dass mal ein 18jaehriger vor der Tuer stehen kann, aber dass er nicht drauf wartet.
    Da hier die Maenner anhand eines langen Fragebogens ausgesucht werden (Aussehen, Gesundheit, Familiengeschichte, Beruf, IQ), schien er wohl gut ins Raster zu passen.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele Kinder irgendwann entweder merken, dass 'da was ist' oder wenn sie es wissen, irgendwann mal auf die Suche gehen wollen. Das richtig zu begleiten, ist bestimmt nicht leicht.
    Da fehlen ja auch noch Erfahrungswerte, die ersten Samenspender-Kinder sind ja jetzt erst junge Erwachsene.

    Mit solchen Aktionen (wie z.B. das Treffen aller Spenderkinder von einem Spender) wird doch was in Gang gesetzt, dessen Auswirkungen man heute noch gar nicht ueberblicken kann. Also liegts an der Kernfamilie, das offen und gut zu begleiten. So wie es in dem Bri Artikel, de ich eben erst gelesen habe, beschrieben wurde.

    Verschweigen wuerde ich so etwas nie, ich hab selbst eine Adoptiv(halb)schwester, in einer Kleinstadt in D. Die Adoption waere nie unter dem Teppich geblieben. Sie hat es damals mit 5 erfahren, bevor sie in die Schule kam.

    lg
    frangipani
    Geändert von frangipani (09.04.2008 um 04:49 Uhr)
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

  7. gesperrt

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    AW: Spenderkinder: Von Spendersamen gezeugt

    Zitat Zitat von Opelius
    Wie bitte schön möchtest Du dann die Geburtsurkunde des Kindes aussehen lassen? Eintrag: natürlicher Vater Herr XY, rechtlicher Vater Ehemann?

    Und wie möchtest Du mit dem Problem umgehen, dass eine Frau keine Kinder bekommen kann? Darf dann der Ehemann fremdgehen und das außerhelich gezeugte Kind soll dann von seiner Ehefrau großgezogen werden?
    Sobald der natuerliche Vater feststeht, braucht der rechtliche Vater nicht in der Geburtsurkunde zu stehen.

    Schon in der Bibel (Abraham) kam das Problem vor und wurde einvernehmlich geloest

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