Zitat von Beate.
Genau, Beate! Du hast das Entscheidende gesagt. Die Rechtslage sollte so geändert werden, dass das mittels Spendersamen und/oder Spendereizellen gezeugte Kind keinerlei Ansprüche an den/die Erzeuger/innen hat. Das wäre eine Beruhigung für Spender.
Und dann sollte man das Kind (behutsam) mit der Wahrheit aufwachsen lassen. Ein Kind, das mit der Wahrheit und natürlich ansonsten auch liebevoll aufwächst, wird keine Probleme mit seiner Abstammung bekommen. Mein Vater war übrigens unehelich geboren worden, und nur einmal in meinem Leben wurde ich mit meinem leiblichen Großvater bekannt gemacht. Das hat für meinen Seelenfrieden bezüglich meiner väterlichen Abstammung vollkommen genügt. [/B]
Antworten
Ergebnis 51 bis 60 von 67
-
29.12.2007, 10:48
AW: Spenderkinder: Von Spendersamen gezeugt
-
30.12.2007, 12:50
AW: Spenderkinder: Von Spendersamen gezeugt
Ein qualifiziertes Institut garantiert die Anonymität des Spenders. Der Spender hat keinerlei Recht auf Verwendung seines Samens.
Zitat von mika10
Das ist gängige Praxis, bewährt und daran sollte nicht, garnichts geändert werden. Sonst wird es zukünftig keine Spender mehr geben.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
-
10.01.2008, 00:38
AW: Spenderkinder: Von Spendersamen gezeugt
Sowohl die UN-Kinderrechts-Charta als auch das Bundesverfassungsgericht räumen jedem Menschen das Recht ein, über seine biologische Abstammung Bescheid zu wissen.
Im Unterschied zu Adoptionen wird in den meisten Familien mit dem Thema Samenspende nicht offen umgegangen. Und wenn sich dann die Eltern im Streit was an den Kopf schmeißen wie „Wenn du nicht so ein impotenter Sack wärst, hätten wir gar nicht zur Samenspende greifen müssen!“, dann ist es kein Wunder, dass Kinder, die das mitkriegen, verunsichert und wütend sind. Warum ist das eigentlich so ein Problem, innerhalb der Familie zur Samenspende zu stehen? Die Ursachen sind doch nicht selten die gleichen wie bei einer Adoption: Einer der beiden Elternteile ist nicht ausreichend zeugungsfähig. Ich denke, wenn einem der Kinderwunsch so wichtig ist, dass man zu diesem Mittel greift, dann sollte man gegenüber den unmittelbar Betroffenen, nämlich den Kindern, auch dazu stehen. Da der Samenspender jedoch nicht als Vater in die Geburtsurkunde eingetragen wird, hat das Kind keine Möglichkeit, diese Tatsache rauszufinden, wenn die Eltern ihm nichts sagen. Ich finde, hier müsste es spätestens mit 18 eine Auskunftspflicht gegenüber dem Kind geben, damit seinem Recht, über seine biologische Abstammung Bescheid zu wissen, Genüge getan wird.
Andererseits haben auch die Samenspender Rechte, und es würde keiner mehr spenden, wenn nicht ausgeschlossen wäre, dass es irgendwelche Ansprüche seitens der Kinder an sie gibt, insbesondere nicht finanzieller Art.
Ich denke, man könnte das so regeln: Was das Recht auf Information über die Abstammung und die Kontaktaufnahme angeht, so sollte dokumentiert und aufbewahrt werden, wer welcher Frau Samen gespendet hat. Das Kind kann dann an diese Institution herantreten und um den Namen des biologischen Vater zu erfahren. Dieser entscheidet dann, ob er den Kontakt zu dem Kind will. So wird es doch auch meistens bei Kindern gehandhabt, die über Suchdienste ihre leiblichen Mütter oder Väter suchen, von denen sie nach der Geburt getrennt wurden.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
-
10.01.2008, 10:06
AW: Spenderkinder: Von Spendersamen gezeugt
Ich denke, dass es einen sehr großen Unterschied ausmacht, ob ein Kind aus einer Samenspende oder aber bei einem - möglicherweise auch nur kurzen und zufälligem - Beischlaf entstanden ist.
Zitat von Latona
Männer, die bereit sind, ihren Samen für eine mögliche Befruchtung zu spenden, tun dies aus ganz anderen Motiven als Männer, die mehr oder weniger zufällig Sex mit einer Frau haben.
Es geht auch nicht nur um die hier in der Diskussuion aufgeführten möglichen Erbansprüche. Es geht um die absolute Verschwiegenheit, die Spendern vor der Samenspende zugesichert worden ist.
Junge Männer, die irgendwann einmal eine Samenspende abgegeben haben, sind nach 18 oder mehr Jahren eventuell Väter und Ehemänner in einer normalen Beziehung. Und dann käme eine Brief von der Samenbank: "Ihr Kind möchte Sie kennenlernen!". In beiden Familien, in der des Kindes und der des Samenspenders könnten die allergrößten Katastrophen ausgelöst werden.
Ehepaare, die zu dem Mittel der Samenspende greifen (müssen), sollten sich der Konsequenzen schon bewußt sein, wenn sie diesen Schritt tun. Die alleinige Verantwortung, diesen Schritt zu gehen, liegt bei ihnen.
Die derzeitige Gesetzeslage und gängige Praxis ist in Ordnung, der Gesetzgeber muss nicht noch ein Gesetz auflegen, er regelt schon genug in das Privatleben hinein. Und gegenseitige Vorwürfe enttäuschter Eltern von künstlich gezeugten Kindern kann kein Gesetz der Welt verhindern.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
-
11.01.2008, 13:04
AW: Spenderkinder: Von Spendersamen gezeugt
@ Opelius
Ich verstehe, was Du meinst. Ein Samenspender will in der Regel nicht irgendwann mit seinen Nachwuchs konfrontiert werden. Selbst wenn man eine Suchorganisation zwischen Kind und Samenbank schalten würde, änderte das an dieser Tatsache nichts. Aber wenn man das Recht der Samenspender auf absolute Anonymität sichern möchte, dann muss sich das Recht eines Kindes auf das Wissen um seine Herkunft auf die einfache Tatsache beschränken, dass es aus einer Samenbank stammt. Das würde zumindest den minimalsten Anforderungen an dieses Recht genügen. Ob es dem Kind reicht, ist was anderes.
Ich verstehe schon, dass ein Samenspender sich in einer anderen Situation befindet als eine Mutter, die ihr Kind zur Adoption freigegeben hat. Sie wird ihren Nachwuchs eher kennenlernen wollen als der Samenspender.
Was sage ich als Eltern einem Kind, das aus einer Samenbank stammt und seine biologischen Wurzeln väterlicherseits kennenlernen möchte? „Wir wollten unbedingt ein Kind, mit uns beiden hat das nicht hingehauen, deswegen haben wir uns mit einer Samenspende beholfen und damit in Kauf genommen, dass Du nie die Möglichkeit hast, etwas über Deinen biologischen Vater zu erfahren.“ ???
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
-
15.01.2008, 09:32Inaktiver User
AW: Spenderkinder: Von Spendersamen gezeugt
Ich würde überhaupt nichts sagen. Für mich wäre das Schweigen darüber die Bedingung, unter der ich einer Samenspende überhaupt nur zustimmen würde. Dann erübrigen sich all die Folgeprobleme. Das Kind wäre mein Kind und das meines Partners. Fertig. Ende. Aus.
All die Fragen und Probleme:
- "bist du überhaupt mein Vater, wenn ich mit dir genetisch nicht verwandt bin?",
- "du hast mir überhaupt nichts zu sagen, du bist nicht einmal mein Vater"
- "wenn nicht du mein Vater bist, WER DANN?",
- "ich will meinen RICHTIGEN Vater kennenlernen!
- "wie finde ich MEINEN VATER?
- "will MEIN RICHTIGER VATER mich kennenlernen?"
- "Warum nicht?" bzw.
- "ich bin genauso SEIN Kind wie die anderen, die ER mit seiner 'anderen' Familie hat"
- etc.
ergeben sich einzig und allein aus der Unfähigkeit der Eltern die Tragweite ihrer Entscheidung selbst auszuhalten anstatt sie mit ihrem Geplapper dem Kind aufzubürden.Geändert von Inaktiver User (15.01.2008 um 13:48 Uhr)
-
10.03.2008, 23:20
AW: Spenderkinder: Von Spendersamen gezeugt
@Blautanne
ausgerechnet du sagst sowas? Du bist dafür die "Wahrheit" unter den Teppich zu kehren? Was machst du, wenn dein Kind dich fragt "bist du meine richtige Mama/mein richtiger Papa? Und solche Fragen kommen durch dumme Zufälle! Lass ein Kind adoptiert worden sein und es weiß das. Es redet mit deinem Kind darüber und das fragt sich dann, wie ist das denn bei mir? Lügst du dann deinem Kind ins Gesicht? Was ist das für ein möchte gern Vertrauensverhältnis?
Du äußerst dich empört über die Lügen der Politiker und findest es im engsten Familienkreis richtig zu lügen?
Schade, ich hatte deine Denkweise doch anders eingeschätzt!_____________________
Wenn Dich die Lästerzunge sticht,
so lass Dir dies zum Troste sagen,
die schlechtesten Früchte sind es nicht,
woran die Wespen nagen.
-
11.03.2008, 07:26Inaktiver User
AW: Spenderkinder: Von Spendersamen gezeugt
Wieso ist das schade?
Zitat von happy-mami
Es ist ne andere Meinung, die ich übrigens teile.
Einem KIND sollte man eine Wahrheit, die derartige Dimensionen beinhaltet, noch nicht aufbürden. Das bedeutet nicht, dass man es auch einem jungen Erwachsenen verschweigen sollte.
Aber auch dort gilt: man muss seine Entscheidung nach dem Menschen richten, der eine Wahrheit tragen soll. Manchmal kann zuviel Wahrheit auch Vertrauen zerstören.
Spätestens dann, wenn Du gefragt wirst: Wie konntest Du mir das erzählen? Du hättest doch wissen müssen, dass ich das nicht ertrage.
Bei einem anderen Menschen sieht das möglicherweise wieder anders aus
Es gibt für diesen Fall keine allgemeingültige Verhaltensregel.
Nur bei einem bin ich mir für jeden Fall sicher: ein KIND muss das nicht schon erfahren.
-
11.03.2008, 09:58Inaktiver User
AW: Spenderkinder: Von Spendersamen gezeugt
Und hiermit sind wir beim Ausgangspunkt dieser Diskussion angelangt:
Zitat von Inaktiver User
Kann oder soll der Staat solche Aufklärung verlangen?
Kann oder soll er sich in solche familiäre Angelegenheiten einmischen?
Ich meine: nein.
-
11.03.2008, 10:46
AW: Spenderkinder: Von Spendersamen gezeugt
[QUOTE=Inaktiver User]Wieso ist das schade?
Es ist ne andere Meinung, die ich übrigens teile.QUOTE]
@Baselitz
Grundsätzlich kann jeder seine eigene Meinung haben. Aber wenn ich von Blautanne lese, was sie so von den Lügen einiger Politiker hält, dann frage ich mich... Wie kann ich vor einer ganzen Welt ohne Lüge auskommen, wenn ich das nicht mal im engsten Familienkreis schaffe? Daher habe ich die Einstellung von Blautanne anders eingeschätzt.
@Blautanne
Dass sich der Staat nicht einmischen soll, das seh ich auch so. Auch, dass ein Kind das nicht gleich wissen muß, verstehe ich noch, aber spätestens wenn es mich fragt finde ich es wichtig ehrlich zu sein. Sonst ist irgendwann das Grundvertrauen total dahin._____________________
Wenn Dich die Lästerzunge sticht,
so lass Dir dies zum Troste sagen,
die schlechtesten Früchte sind es nicht,
woran die Wespen nagen.


Zitieren