@ pierrotWundert mich jetzt doch etwas, dass die Sinti auf den Begriff "Zigeuner" beharren, zumal dieser ursprünglich soviel wie "ziehende Gauner" bedeutet.Für die Roma bedeutet das Wort "Zigeuner" eine arge Beschimpfung, die Sinti dagegen beharren darauf, dass auf dem Mahnmal "Zigeuner" steht.
Ich habe kein Problem damit, Volksgruppen so zu benennen, wie diese es gerne möchten. Also Innuit anstatt Eskimo (heisst glaube ich soviel wie Fischfresser und ist auch nicht besonders nett), Roma anstatt Zigeuner, Schwarzafrikaner anstatt Neger oder Bunter, Deutscher anstatt Krautfresser, Chinese anstatt Schlitzauge, Italiener anstatt Spaghettifresser, Jude anstatt Itzig... So what?! Einfach ein bischen Respekt vor den anderen und es bedarf auch keiner gesetzlichen Regelung an dieser Stelle.
Was die Frauenparkplätze betrifft, so wurden diese wenn ich mich recht erinnere eingerichtet, weil es zu vielen Vergewaltigungen in Parkhäusern kam. Ich wüsste nicht, dass es Übergriffe dieser Art auch auf Männer gab. Belehrt mich eines besseren sollte ich mich irren.
Warum also sollten sich Männer an dieser Stelle gegen Diskriminierung zur Wehr setzen?
Erstaunt aus der Wäsche kuckend, deMillau
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Thema: POLITIK-STAMMTISCH
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16.03.2005, 08:25Inaktiver User
Re: POLITIK-STAMMTISCH
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16.03.2005, 09:29
Re: POLITIK-STAMMTISCH
Moin zusammen,
o.k., o.k., die Frauenparkplatz-Bemerkung war nicht so ganz ernst gemeint (aber das geht vielleicht ja auch aus der Kernaussage meiner Bemerkungen hervor - keine Diskriminierung für Alle) - dennoch, bleiben wir beim Frauenparkplatz. Ich kenne keine belegbaren Zahlen, behaupte jetzt aber ganz frech: wir brauchen Frauenparks, Frauenstraßen, sichere Abteile in S- u. U-Bahnen für Rechte, Linke, Rote, Grüne, Gelbe ... denn nach meinem Empfinden sind dort Übergriffe auf Frauen und Minderheiten weit häufiger als in Parkhäusern. Korrigiert mich, wenn ihr Beweise für meine Falschaussage habt.
Zigeuner - woher dieses Wort genau kommt, was es bedeutet, würde mich wirklich interessieren. Hat jemand eine Idee?
Was ich nicht! glaube, ist die Version von den "ziehenden gaunern", eher denke ich an eine Abwandlung aus dem Namen des Volksstammes der Sinti - aus der Sprache, die ihren Ursprung in Indien im Sanskrit hat.
Ob eine Bezeichnung "nett" ist oder nicht, unterliegt m.E. viel eher der eigenen Kultur oder dem Zeitgeist ... Zigeuner hat für mich z.B. etwas sehr "nettes" (Zigeunermusik ganz besonders), Fischfresser kann sicher auch mit Fisch"esser" übersetzt werden - aber davon abgesehen ist das Wort "fressen" ja wohl durch unsere ach so ausgefeilte und knigge-geprägte Tischkultur erst in verruf geraten... im ursprünglichen Sinn hat es ja wohl eher die Bedeutung von Nahrungsaufnahme, oder? ;)
Grundsätzlich teile ich aber Deine Meinung, würden alle Menschen respektvoll miteinander umgehen, nicht hinter jedem Anderssein, Fremdaussehen, Ungewohntensein eine Bedrohung empfinden oder sich selbst gar Höherwertig einschätzen, hätten wir weniger Probleme im täglichen Miteinander.
Schönen Tag
Pierrot
Diesmal hab ich übrigens etwas dazu gelernt ;-)
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16.03.2005, 09:48
Re: POLITIK-STAMMTISCH
...nun Pierrot, auch das gehört zum Stammtisch. An einem Tag mal mehr, an einem anderen mal weniger. Viele müssen ja auch arbeiten usw.N'Abend zusammen,
schade, da plätscherten ja heute nur wenige Beiträge, wo noch gestern eine wahre Flut zu lesen war.
Gruß
Pierrot

Guten Morgen,
i'm back!

Das waren ja gestern wieder schöne Ansätze hier.
Und mir bleibt die Zusammenfassung, nach Euren Ausführungen und es ist auch meine innere Überzeugung: Antidiskriminierung lässt sich wahrlich nicht alleinig auf dem Papier umsetzen und schlimm genug, dass Gesetze noch notwendig sind.
Für heute würde ich gern Köhlers Rede von gestern besprechen, allerdings eher weniger die Rede selbst, als vielmehr die diskutierte Frage, inwieweit der Bundespräsident ins aktuelle politische Geschäft eingreifen sollte, darf, muss. Was haltet Ihr davon? Ich persönlich finde es schon in Ordnung, wenn sich der Präsident, angesichts der anliegenden Probleme mit Nachdruck zu Wort meldet. Obgleich, viel Neues war für mich nicht drin, bzw. hätte ich mir gewünscht, er hätte die Parteien zu mehr Disziplin im Sinne des Landes ermahnt.
Ich bin gespannt auf Eure Meinungen.
Sonnige Grüße
Eure Ana
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16.03.2005, 09:58Inaktiver User
Re: POLITIK-STAMMTISCH
hallo pierrot,
um noch mal (sorry, ana) auf das gestrige thema zurückzukommen, guckst du hier zigeuner
seite weiter unten
in anderen sprachen ist der ausdruck ähnlich lautend und eigentlich gar nicht so abfällig.
das problem ist nämlich, daß der begriff sinti und roma viele kleinere volksgruppen ausschließt
gruß, mimi
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16.03.2005, 10:05Inaktiver User
Re: POLITIK-STAMMTISCH
@ pierrot
Bingo pierrot, wegen zahllosen gewalttätigen und sexuellen Übergriffen werden hier in Hamburg bereits alle U-Bahnen videoüberwacht und demnächst auch alle S-Bahnen. (nachdem ein Mädchen unter den Augen diverser Mitreisender in der S-Bahn angegriffen und beraubt wurde).Ich kenne keine belegbaren Zahlen, behaupte jetzt aber ganz frech: wir brauchen Frauenparks, Frauenstraßen, sichere Abteile in S- u. U-Bahnen für Rechte, Linke, Rote, Grüne, Gelbe ... denn nach meinem Empfinden sind dort Übergriffe auf Frauen und Minderheiten weit häufiger als in Parkhäusern. Korrigiert mich, wenn ihr Beweise für meine Falschaussage habt.
Parks werden beleuchtet, da auch Jogger wie allgemein bekannt sein dürfte in Gefahr sind, überfallen zu werden.
Die genauen Zahlen der vergewaltigten und/oder belästigten Frauen in den Parkhäusern der deutschen Grossstädte kenne ich auch nicht. Doch kann man davon ausgehen, dass es einen "belegbaren" Hintergrund gab, bevor diese Parkplätze eingerichtet wurden.
Das Zigeuner ursprünglich "ziehender Gauner" bedeutete, habe ich kürzlich gelesen. Wenn mich nicht alles täuscht im Berliner Tagesspiegel (Leserbrief) kann aber auch das Hamburger Abendblatt gewesen sein. (Habe grade keine Zeit zum googeln, Chef hektikt hier wichtig durch die Gegend
)
Gruss de Millau
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16.03.2005, 10:42Inaktiver User
Re: POLITIK-STAMMTISCH
@ alle
Ich würde auch gerne hin- und wieder an eurem Stammtischgeplauder teilnehmen. Ich hoffe ich bin willkommen, auch wenn ich nicht jeden Tag Zeit habe, hier meine Meinung zum Besten zu geben ?!
(Wie unhöflich von mir, das erst jetzt hinterherzuschieben. Entschuldigend in die Runde blick)
Kaffee und Tee für alle Frau Ober (*g*) Geht auf meine Rechnung
.
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16.03.2005, 10:48
Re: POLITIK-STAMMTISCH
*meld* ich nehm Kaffee.@ alle
Ich würde auch gerne hin- und wieder an eurem Stammtischgeplauder teilnehmen. Ich hoffe ich bin willkommen, auch wenn ich nicht jeden Tag Zeit habe, hier meine Meinung zum Besten zu geben ?!
(Wie unhöflich von mir, das erst jetzt hinterherzuschieben. Entschuldigend in die Runde blick)
Kaffee und Tee für alle Frau Ober (*g*) Geht auf meine Rechnung
.

Du bist herzlich willkommen.

Hier werden alle nicht jeden Tag Zeit haben, ich auch nicht.
Aber, das macht auch gar nichts.
Es soll alles ungezwungen bleiben und es wäre doch schön, wenn sich ein kleiner, fester Kreis findet.
Liebe Grüße
Ana
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16.03.2005, 11:08
Re: POLITIK-STAMMTISCH
Hallo und guten MorgenFür heute würde ich gern Köhlers Rede von gestern besprechen, allerdings eher weniger die Rede selbst, als vielmehr die diskutierte Frage, inwieweit der Bundespräsident ins aktuelle politische Geschäft eingreifen sollte, darf, muss. Was haltet Ihr davon? Ich persönlich finde es schon in Ordnung, wenn sich der Präsident, angesichts der anliegenden Probleme mit Nachdruck zu Wort meldet. Obgleich, viel Neues war für mich nicht drin, bzw. hätte ich mir gewünscht, er hätte die Parteien zu mehr Disziplin im Sinne des Landes ermahnt.
Ich bin gespannt auf Eure Meinungen.
Sonnige Grüße
Eure Ana
Schön mal was von unserem Bundespräsidenten zu hören! Ich bin schon der Meinung, dass sich der Präsident zu aktuellen Themen äußern sollte. Das schon aus zwei Gründen - er vertritt unser Land - da sollten wir doch wissen, welche Meinungen er vertritt.
Außerdem ist, besonders Köhler für´s reine repräsentieren echt zu schade.
Schlimm finde ich unsere Medien ( Reporter ), die kaum hat er ausgesprochen zu allen Parteien laufen um denen ein Forum zu bieten. Und peinlich wie dann ALLE sich bestätigt fühlen. Schade das Politik nur noch medienwirksam statt produktiv verändernd ist.
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16.03.2005, 11:54
Re: POLITIK-STAMMTISCH
Ja leider spielen die Medien eine unrühmliche Rolle. Vielen Journalisten ist berufseigene Ethik und Verantwortung nicht mehr bewusst. Wenn man allerdings sieht, welche Emporkömmlinge sich in dem Bereich tummeln, die von journalistischem Handwerk nichts verstehen, wundert einen diese Entwicklung zunehmend weniger.
Schlimm finde ich unsere Medien ( Reporter ), die kaum hat er ausgesprochen zu allen Parteien laufen um denen ein Forum zu bieten. Und peinlich wie dann ALLE sich bestätigt fühlen. Schade das Politik nur noch medienwirksam statt produktiv verändernd ist.
Eines meiner größten Ärgernisse, als fiktives Beispiel: Politiker Müller der Partei XYZ kommt auf die "grandiose" Idee, dass die Bürger fortan ihren Müll selbst zur Deponie bringen. Was steht nächsten Tag in der Zeitung?: Bürger sollen jetzt ihren Müll selbst zur Deponie bringen.
Zum einen ist die Meinungsäußerung eines einzelnen noch lange kein Beschluss, ja noch nicht mal ein Gesetztesentwurf und zum anderen lösen derartige Meldungen nur unnötige Aufregung aus.
Die von Dir beschriebenen, von den Medien gebotenen Plattformen empfinde ich genauso wie Du als wenig dienlich. Ich meine, das kann man Medien sowie Politikern gleichermaßen vorwerfen.
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16.03.2005, 14:42
Re: POLITIK-STAMMTISCH
ich werfe mal einen Satz aus der Rede ein - vielleicht kommt die Diskussion ja dann in Gang ???
Der deutsche Bundespräsident Prof. Horst Köhler hat am 15. März 2005 vor dem "Arbeitgeberforum Wirtschaft und Gesellschaft" in Berlin eine viel beachtete Rede gehalten.
Seit Jahrzehnten fallen Bundes- und Landesregierungen und nicht zuletzt Brüssel immer neue Aufla-gen und Regulierungen für die Wirtschaft ein, Wirtschafts- und Sozialverbände haben das ihre dazu getan, die Tarifpartner schlossen Verträge zu Lasten von Dritten, und die Bürger ließen sich gern immer neue Wohltaten versprechen und Geschenke machen. Deshalb ist die Arbeitslosigkeit über Jahrzehnte immer weiter gestiegen. Deshalb machen hohe Abgaben Arbeit teuer und können doch nicht verhindern, dass unseren Sozialsystemen der Kollaps droht. Deshalb ist die Massenarbeitslosig-keit auch kein konjunkturelles, sondern vorwiegend ein strukturelles Problem.


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