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  1. Inaktiver User

    Putin als russischer Ministerpräsident?

    Wir haben ja alle gelesen, dass Putin nach dem Auslaufen seiner Präsidentschaft für die Duma kandidieren will, mit der generellen Erwartung, dass er nach einem grandiosen Wahlsieg Ministerpräsident wird.

    All dies frei zitiert nach Adenauer: "Mir ist doch egal, wer unter mir Bundespräsident ist ..."

    Nette Schlagzeile zu Putins Interesse in Spiegel-Online: "USA wollen russische Wahlen genau beobachten"

    Spricht denn irgendetwas dagegen, dass ein Politiker nach dem Auslaufen seiner Amtszeit sich um ein anderes Amt bemüht? Oder muss man, um die Macht und seine finanziellen Interessen zu sichern, unbedingt seine Frau oder seinen Sohn ins Amt hieven?

    Ich hoffe mal, dass die Russen die kommenden Wahlen in den USA ähnlich genau beobachten, wie die USA es für die russischen Wahlen angekündigt haben ...

    Wenn man bedenkt, wie in einigen Bundesstaaten der USA Präsidentschaftswahlen manipuliert wurden, sind russische (und andere) Wahlbeobachter vor Ort sicher ganz sinnvoll. Übrigens wurde bei den letzten Präsidentschaftswahlen in den USA einigen der offiziellen Wahlbeobachter der KSZE der Zugang zu Wahllokalen verweigert ....

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    AW: Putin als russischer Ministerpräsident?

    *** doppelt ***
    Geändert von setshu (02.10.2007 um 13:43 Uhr)
    Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. (Nietzsche)

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    AW: Putin als russischer Ministerpräsident?

    Mit dem kleinen Unterschied, dass in den USA die Gegenkandidaten nicht im Gefängnis landen, wenn sie sich als Kandidaten für die Parlamentswahlen registrieren lassen wollen.

    Quelle


    weitere Quelle:

    - Putin lässt Oppositionelle niederknüppeln
    - Polizei lässt Kasparow frei

    So etwas habe ich im momentan laufenen Wahlkampf in den USA noch nicht mitbekommen.
    Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. (Nietzsche)

  4. Inaktiver User

    AW: Putin als russischer Ministerpräsident?

    Zitat Zitat von setshu
    Mit dem kleinen Unterschied, dass in den USA die Gegenkandidaten nicht im Gefängnis landen, wenn sie sich als Kandidaten für die Parlamentswahlen registrieren lassen wollen.
    Das ist wahr. Das ist wirklich ein grosser Unterschied, und das meine ich nicht einmal ironisch. Auch wenn sich in USA das Kandidatenproblem sehr elegant, wenn auch undemokratisch, von selbst erledigt, wenn man für die Materialschlachten des US-Wahlkampfes nicht genug Millionen zusammenkriegt, so würde ich eine solche Situation gegenüber einer Verhaftung doch weit vorziehen.

    Allerdings wählt man in Russland wenigstens direkt, während in USA eine direkte Wahl gar nicht möglich ist (Wahlmänner-System). Und ausserdem will keiner vor der Wahl von den Russen wissen was sie wählen und trägt das in eine öffentlich zugängliche Liste ein - was in USA gang und gäbe ist.

    Es gibt ausserdem in beiden Ländern Unregelmässigkeiten und Manipulationen bei der Wahl, wobei die Manipulationen in USA künftig sehr viel diskreter vorgenommen werden können, wenn man in den wichtigsten Bundesstaaten überall ein elektronisches Wahlsystem hat, und zwar ohne die juristische und tatsächliche Möglichkeit Papierstimmen nachzählen zu lassen. Das erspart hinterher unangenehmen Fragen und wird zweifellos für viele Länder als Vorbild dienen ...

    In beiden Ländern werden die Bürger intensiv bespitzelt. In Russland herrscht eine gnadenlose Zensur. In USA gibt es zwar Todesdrohungen gegen unbotmässige Journalisten, aber sie werden in der Regel nicht wahr gemacht. In beiden Ländern ist die Wirtschaft politisch sehr mächtig, aber mit dem Unterschied dass in USA die Politik von der Wirtschaft bestimmt wird, während in Russland die Politik bestimmt, wer wirtschaftlich erfolgreich sein darf und wer nicht. In beiden Ländern gibt es eine hohe organisierte Kriminalität, aber in Russland wird sie staatlich gedeckt, in USA nicht.

    Insgesamt würden wir, wie wir hier am PC sitzen und diese beiden Länder kritisieren, jederzeit lieber in USA als in Russland leben.
    In USA ist die Demokratie trotz allem in einem vergleichsweise wesentlich besseren Zustand. Aber das ist - angesichts der Zustände in Russland - nun wahrlich kein Grund stolz zu sein. Ursprünglich hatten die USA ein sehr viel ehrgeizigeres Konzept ihres Staates als lediglich "vergleichsweise besser" zu sein als Russland oder China.

  5. Inaktiver User

    AW: Putin als russischer Ministerpräsident?

    Zitat Zitat von Inaktiver User



    Nette Schlagzeile zu Putins Interesse in Spiegel-Online: "USA wollen russische Wahlen genau beobachten"
    Hätten sie sich mal besser um ihren eigenen Sumpf gekümmert die Superdemokraten bei ihrer Bushlotteriewahl , die ja mehr eine Art Schätzung war . Aber iss ja Schnee von gestern .

  6. Inaktiver User

    AW: Putin als russischer Ministerpräsident?

    Was erwartet ihr?
    Ein Präsident der sein Land im Griff hat ist doch nichts Schlimmes.
    Russland ist eine Wirtschaftsmacht, es verfügt über gigantische Rohstoffreserven, liegt direkt in Europa vor unserer Haustür, es ist eine Militärmacht mit der Möglichkeit Waffen neuester Generation zu entwickeln und zu produzieren.
    Russland verfügt über eine bedeutende Abschussbasis für Satelliten und einen unersetzlichen Erfahrungsschatz in Sachen Raumfahrt.
    Russland ist schuldenfrei und verfügt über nicht unerhebliche Geldreserven.
    Soviel Macht weckt Begehrlichkeiten und diese Macht möchte ich nicht in den falschen Händen sehen.

    Wenn man bedenkt, dass bis vor 15 Jahren dieses Land der Welt ein Kräftezehrendes Wettrüsten aufgezwungen hat und eine rückständige und am Boden liegenden Wirtschat hatte, die von degenerierten und alten Diktatoren beherrscht wurde, dann können die auf den heutigen Zustand ihres Landes stolz sein und wir sollten froh darüber sein, das dieser Nachbar friedfertig ist.

    Ich habe mit der Wahl sowie der Art und Weise kein Problem.
    Das die Politik in Russland die Wirtschat bestimmt ist ein Zwang, andernfalls wäre diese Land schon heute geplündert wie ein Staat der dritten Welt, Beispiele für diese Versuche gibt es zuhauf.
    Wieviel Menschen in Russland sind in den letzten 15 Jahren in von Armut zu menschenwürdigen Leben gekommen, nicht nur prozentual auch zahlenmäßig?

    Diese Leistungen sollte man nicht aus den Augen verlieren, sicher gibt es kritikwürdige Zustände.

    Die wenigsten wissen, das Russland es strikt unterbindet, dass Rohstoffe ohne staatlicher Kontrolle außer Landes gebracht werden und wenn ein Oligarch 70% der Rechte auf die Ölreserven des Landes an amerikanisch orientierte Investoren verscherbeln möchte, dann muss er sich nicht wundern wenn er im Gefängnis landet.

    Wir Deutschen hingegen haben es in den letzten 15 Jahren nicht einmal geschafft unsere bankrotten Sozialsysteme auch nur ansatzweise umzubauen obwohl seit über 25 Jahren darüber lauthals sinniert wird.

    Ich denke nicht, dass wir Deutschen in der Position sind diesen Ländern irgendwelche Vorhaltungen über ihre Politik zu machen und schon gar nicht mit dem Verweiß Amerika.
    V.G.

  7. Inaktiver User

    AW: Putin als russischer Ministerpräsident?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Was erwartet ihr?
    Ein Präsident der sein Land im Griff hat ist doch nichts Schlimmes.
    Wenn es keine Demokratie gibt und die Kandidatur für ein hohes Staatsamt lebensgefährlich ist, wenn Journalisten sterben müssen, weil sie Fakten öffentlich machen und Diskussionswürdiges diskutieren, dann ist das sicher nichts Positives.
    Wenn dann auch noch mehrere im Ausland lebende Oppositionelle bzw. ausländische Politiker mit radioaktivem Material bzw. Dioxin vergiftet werden, dann ist das Mass voll.


    Ich habe mit der Wahl sowie der Art und Weise kein Problem.
    Das die Politik in Russland die Wirtschat bestimmt ist ein Zwang, andernfalls wäre diese Land schon heute geplündert wie ein Staat der dritten Welt, Beispiele für diese Versuche gibt es zuhauf.
    Wieviel Menschen in Russland sind in den letzten 15 Jahren in von Armut zu menschenwürdigen Leben gekommen, nicht nur prozentual auch zahlenmäßig?
    Es ist richtig, dass wirtschaftliche Freiheit im falschen Moment und zugunsten ausländischer Konzerne zur Ausplünderung eines Landes führt. Und in der Tat gibt es dafür viel zu viele Beispiele.
    Aber es gibt in Russland - anders als in China - keinen Versuch des Ausgleichs. Es gibt in Moskau mehr Multimillionäre als in irgendeiner anderen Stadt der Welt, New York eingeschlossen. Viele Menschen sind bettelarm, und ich bezweifle, dass sich ihre Situation in den letzten 15 Jahren wirklich verbessert hat - eher im Gegenteil.


    Die wenigsten wissen, das Russland es strikt unterbindet, dass Rohstoffe ohne staatlicher Kontrolle außer Landes gebracht werden und wenn ein Oligarch 70% der Rechte auf die Ölreserven des Landes an amerikanisch orientierte Investoren verscherbeln möchte, dann muss er sich nicht wundern wenn er im Gefängnis landet.
    Das wusste ich nicht, finde ich aber sehr interessant. Hast du dafür Belege, Zeitungsartikel, die sich mit diesen Themen befassen?
    Geändert von Inaktiver User (04.10.2007 um 10:23 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Putin als russischer Ministerpräsident?

    Was mich immer erstaunt ist die Tatsache, dass kaum einer wirklich weiß wie es dort aussieht und das Leben funktioniert.

    Wenn ich Beiträge über Russland sehe, dann sprechen die immer über D-Mark und das liegt nun wirklich mehr als 5 Jahre zurück.

    Auch die Einwände, dass es dort nur in den großen Städten normales Leben gäbe ist irreführend.
    In Russland gibt es fast nur Metropolen, das hängt mit der Geographie, den fast unüberwindlichen Weiten und Klimaverhältnissen zusammen.
    Die Metropolen sind riesig, aber wenn du ein paar Kilometer rausfährst, dann ist Schluss, sicher hier und da mal ein Dorf, aber wer soll das erschließen und welchen Sinn soll das machen?

    Moskau gehört zu den größten Metropolen der Welt und mittlerweile zu den teuersten.
    Die Preise werden in Russland nicht diktiert, sondern bilden sich aufgrund von Nachfrage und Angebot.

    Überall in Russland ist Aufbruchstimmung.

    Früher hat es mal Andeutungen gegeben, dass dieser Oligarch sein Startkapital von amerikanischen Juden bekam und denen jetzt die Anteile verkaufen wollte.

    Wenn du die ganze Wahrheit erfahren möchtest, dann musst du hinfliegen.
    Ich habe hinter dem Ural erfahren, dass da auch mal ein amerikanischer Investor gewesen ist, der wollte mit der Herstellung von Katalysatoren Arbeitsplätze schaffen.
    In Wirklichkeit hat der seltene Edelmetalle aufgedampft und im Amiland wieder runtergekratzt. Den habe sie enteignet und aus dem Land gejagt, ohne lästigen Schriftverkehr. Warum und worüber soll der sich beschweren?
    V.G.

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    AW: Putin als russischer Ministerpräsident?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Wenn es keine Demokratie gibt und die Kandidatur für ein hohes Staatsamt lebensgefährlich ist, wenn Journalisten sterben müssen, weil sie Fakten öffentlich machen und Diskussionswürdiges diskutieren, dann ist das sicher nichts Positives.
    Und es trifft auch Anwälte.

    Russland ist eine Super-Demokratie und Präsident Putin ein lupenreiner Demokrat - klar. Komisch ist nur, dass Journalisten reihenweise umgebracht werden oder aus Angst um ihr Leben das Land verlassen. Und nach den Journalisten und anderen Kritikern trifft es jetzt auch immer häufiger kritische Anwälte. Sie werden verfolgt oder müssen um ihre Berufsausübung kämpfen. Selbst der russische Staranwalt Boris Kusnezov ist mittlerweile auf der Flucht vor dem russischen Geheimdienst. Der Mann hatte die Angehörigen der Kursk-Opfer vertreten und fiel pfeilgrad in Ungnade.
    ...

    Jurij Kostanov, Vorsitzender Anwaltskammer Moskau: Es ist ein Druck, den wir schon lange spüren. Anwälte sind der Exekutive nicht sonderlich angenehm. Wenn die Behörden Probleme lösen wollen, dann machen sie das mit Hilfe der Gerichte und der Polizei und Geheimdienste. Wir Anwälte stehen nur im Weg.



    So im Falle des ehemaligen Yukos-Chefs Chodorkowski. Dessen Anwälten wollten die Behörden einfach die Zulassung entziehen. Die Anwälte hatten öffentlich von einem politischen Prozess gesprochen, bei dem der Kreml, nicht das Gericht, entschieden habe: acht Jahre Straflager.

    Ein anderer Fall: Vor wenigen Tagen erst legte der Anwalt Taimuras Tschedschemov sein Mandat nieder. Er hatte die Angehörigen der getöteten Geiseln von Beslan vertreten. Er wollte die Verantwortlichen für den missglückten Militäreinsatz zur Rechenschaft ziehen. Doch nach massiven Drohungen fürchte er nun um sein Leben und das seiner Familie, sagte Tschedschemov – und gab sein Mandat zurück.

    Artikel
    Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. (Nietzsche)

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    AW: Putin als russischer Ministerpräsident?

    Ein weiterer Artikel zu diesem Thema:

    Zum Schweigen gebracht

    Russlands Umgang mit Regimekritikern
    Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. (Nietzsche)

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