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    AW: "Die Frau vom Checkpoint-charly"

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Liebe Mandy,

    Dein Statement tut mir weh. Natürlich war nicht alles schlecht, natürlich musste sich niemand um Arbeit sorgen machen, wir haben nicht gehungert, die Lebenshaltungskosten waren gering, aber, Herrgott nochmal, zu welchem Preis denn?

    Möchtest Du wirklich die Zeiten zurück haben, in denen Du fürchten musstest, Deine Kinder könnten in der Schule das Falsche erzählen. Möchtest Du, dass Deine Kinder in eine Partei eintreten, deren Interessen sie in keinster Weise teilen, nur damit sie die gewünschte Lehrstelle/Sudienplatz ect. bekommen. Möchtest Du wieder gezwungen sein, diese Partei wählen zu müssen? Möchtest Du wieder eingesperrt sein?

    Möchtest Du Dich wieder 2 Stunden anstellen, um einen Schinken oder Rouladen beim Fleischer oder eine halbwegs passable Hose in der "Jugendmode" zu ergattern? Möchtest Du mind. 3 Jahre warten, um den Führerschein machen zu dürfen und 10 Jahre aufs Auto?

    Kennst Du denn wirklich Leute, denen es schlechter geht als vorher? Ich nicht! An das Gute/Bessere gewöhnt man sich nur viel zu schnell.

    Sicher war es nicht einfach, sich auf das neue System einzustellen und vor allem Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, aber man wächst mit seinen Aufgaben. Sicher haben viele einiges mitgemacht, Jobs verloren ect.

    Aber ist das denn wirklich ein Grund, sich das alte System zurückzuwünschen. Wenn man es mal ganz ehrlich betrachtet, hat man mit ganz viel Eigeninitiative immer die Chance, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, auch wenn es sicher oft alles andere als leicht ist, meinst Du nicht?
    Dem kann ich mich nur anschliessen.
    Danke, Moustique


    Pischti
    Man sollte sich nicht ueber Dinge aergern,
    denn das ist ihnen voellig egal.
    Euripides


    Man soll nicht das Leben veraendern, man soll nicht die Welt veraendern. Man muss das Leben vielgestaltiger machen, ... Man muss die Unterschiede wuerdigen. Unterschiede staerken die Identitaet.
    Carlos Fuentes "Die Jahre mit Laura Diaz"

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    AW: "Die Frau vom Checkpoint-charly"

    mit Rebellin und den anderen, die meinen, sie hätten die Weisheit des Westens mit Löffeln gefressen, ohne es jemals das erlebt zu haben, von dem sie hier große Töne spucken, werde ich ab jetzt das tun, was ich auch im realen Leben mit arroganten Wessis (und auch ossis) mache -- ignorieren!

    Und die anderen: Sie wissen alle was wir NICHT hatten, aber sie werden nie verstehen WAS wir hatten! Diese Menschen werden immer auf uns herunterblicken, abfällige Bemerkungen machen, alles besser wissen, das letzte Wort haben wollen und sich ungerechtfertigt gönnerhaft geben! Sie werden nie verstehen, was wir meinen, sondern uns immer die Worte im Mund umdrehen und uns klein und dumm halten wollen. Für die Leute hat die Wende nur eins gebracht, eine neue schöne Zielgruppe der sie sich überlegen fühlen können! Diese Personen habe ich im wahren Leben nicht nötig und hier schon gar nicht!

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    AW: "Die Frau vom Checkpoint-charly"

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    ...darf ich an dieser Stelle bitten, dass ich mit der Strangeröffnung erfahren wollte, was für ein Gefühl der Film bei euch verursacht hat und verbaler Zank vom Thema abweicht. Deshalb bitte ich, dass wir ohne Streitigkeiten über die verschiedenen Stellungnahmen reden können, weil jeder von seiner Situation etwas dazu beitragen kann. Aber bitte sachliche Beiträge, so wie es bis jetzt auch zu einem lebhaften und vielseitigen Austausch kam. Danke!
    Der Film hat mich betroffen gemacht. Insgesamt ist er sehr gut erzaehlt und an vielen Stellen kommt er recht authentisch rueber. Veronica Ferres hat auch ganz gute Arbeit geleistet.
    Was ich persoenlich schade finde, ist dass alles sehr emotional dargestellt/erzaehlt wurde. Die Geschichte alleine ist emotional genug, da muss nicht extra die Musik auf die Traenendruese druecken.
    Persoenlich fand ich die Stasileute viel zu harmlos dargestellt. Es mag nette Ausnahmen gegeben haben, aber meines Wissens nach, waren die meisten nicht so nett und menschlich eingestellt.

    Zusammen mit "GoodBye Lenin" und "Das Leben der anderen" gibt der Film schon einen ganz guten Einblick in das Leben in DDR.
    Aber ich hoffe, es kommen noch bessere Filme


    Pischti
    Man sollte sich nicht ueber Dinge aergern,
    denn das ist ihnen voellig egal.
    Euripides


    Man soll nicht das Leben veraendern, man soll nicht die Welt veraendern. Man muss das Leben vielgestaltiger machen, ... Man muss die Unterschiede wuerdigen. Unterschiede staerken die Identitaet.
    Carlos Fuentes "Die Jahre mit Laura Diaz"

  4. Inaktiver User

    AW: "Die Frau vom Checkpoint-charly"

    Zitat Zitat von Sisma
    Und die anderen: Sie wissen alle was wir NICHT hatten, aber sie werden nie verstehen WAS wir hatten! Diese Menschen werden immer auf uns herunterblicken, abfällige Bemerkungen machen, alles besser wissen, das letzte Wort haben wollen und sich ungerechtfertigt gönnerhaft geben! Sie werden nie verstehen, was wir meinen, sondern uns immer die Worte im Mund umdrehen und uns klein und dumm halten wollen. Für die Leute hat die Wende nur eins gebracht, eine neue schöne Zielgruppe der sie sich überlegen fühlen können! Diese Personen habe ich im wahren Leben nicht nötig und hier schon gar nicht!
    Sisma,

    ich habe nicht das Gefühl, dass sich jemand über uns erheben möchte. Versteh mich bitte nicht falsch, aber wenn Du das Gefühl hast, dann ist das zum Teil auch Deine Schuld. Du musst Dir nicht alles annehmen, was über den Osten geredet wird.

    Klar wird da auch viel Mist erzählt, aber es gibt auf beiden Seiten vernünftige sympathische Menschen und auch umgekehrt. Trotzdem verstehe ich Dich. Es ist ein bisschen die Eigenart der Ossies, sich sofort angesprochen und getroffen zu fühlen. Viele der Westdeutschen wissen eben wenig von uns. Deshalb sind wir doch hier, um uns zu verständigen um zu diskutieren und ja, auch um zu streiten, was ist so falsch daran? Es gibt ja auch unter uns Ostdeutschen verschiedene Ansichten.

    Und, das muss ich auch sagen, ich finde Deine Statements hier oft auch recht verharmlosend.

  5. Inaktiver User

    AW: "Die Frau vom Checkpoint-charly"

    Zitat Zitat von Pischti_H
    Dem kann ich mich nur anschliessen.
    Danke, Moustique


    Pischti
    Freut mich, dass es noch mehr gibt, die meiner Ansicht sind.
    Ich bin sonst eigentlich meist stille Mitleserin, aber bei diesem Thema kann ich mich einfach nicht zurückhalten ...

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    AW: "Die Frau vom Checkpoint-charly"

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Möchtest Du wirklich die Zeiten zurück haben, in denen Du fürchten musstest, Deine Kinder könnten in der Schule das Falsche erzählen. Möchtest Du, dass Deine Kinder in eine Partei eintreten, deren Interessen sie in keinster Weise teilen, nur damit sie die gewünschte Lehrstelle/Sudienplatz ect. bekommen. Möchtest Du wieder gezwungen sein, diese Partei wählen zu müssen? Möchtest Du wieder eingesperrt sein?

    Möchtest Du Dich wieder 2 Stunden anstellen, um einen Schinken oder Rouladen beim Fleischer oder eine halbwegs passable Hose in der "Jugendmode" zu ergattern? Möchtest Du mind. 3 Jahre warten, um den Führerschein machen zu dürfen und 10 Jahre aufs Auto?

    Kennst Du denn wirklich Leute, denen es schlechter geht als vorher? Ich nicht! An das Gute/Bessere gewöhnt man sich nur viel zu schnell.

    Sicher war es nicht einfach, sich auf das neue System einzustellen und vor allem Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, aber man wächst mit seinen Aufgaben. Sicher haben viele einiges mitgemacht, Jobs verloren ect.

    Aber ist das denn wirklich ein Grund, sich das alte System zurückzuwünschen. Wenn man es mal ganz ehrlich betrachtet, hat man mit ganz viel Eigeninitiative immer die Chance, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, auch wenn es sicher oft alles andere als leicht ist, meinst Du nicht?
    Es hat NIE jemand behauptet, dass er die DDR zurück möchte!
    es tut mir leid, wenn du schlechte Erfahrungen gemacht hast. ich habe auch nie abgestritten, dass es menschen gab die ernsthafte probleme hatten und die kann ich 100% verstehen, das sie sich hier so äußern. und dass es sowas nie wieder geben darf, sind wir uns alles einig.

    Aber es gab auch viele Menschen die hatten eine ruhiges, sicheres, friedliche Leben. Ja, weils sie sich nicht aufgelehnt haben, und ja sie sind mitgeschwommen, aber warum hätten sie anderes tun?

    Ich kennen viele, denen hat es gereicht was sie hatten, die sind in schlimmeren Zeiten aufgewachsen, Reisen interessieren diese Menschen bis heute nicht! Sie hatten ein Dach über dem Kopf, genug zu essen, was zum anziehen, und konnten ab und zu an die Ostsee! das ist mehr als viele Menschen auf der Welt heute haben! man darf diese Menschen nicht verurteilen oder als Mitläufer betitel, nur weil sie bescheiden ihr Leben genossen haben.

    Und auch du mit schlechten Erfahrungen wirst mir sicher zustimmern, das manchen Vorstellungen und Errungenschaften wirklich nicht schlecht waren. nur darum gehts, nichts zu verherrlichen, aber auch nicht alles in Grund und Boden zu reden! Ich hatte als Pionier Spaß aber auch in der Christenlehre! war trotz aktiver kirchlichem Engagement (ich habe sogar Kindergottesdienst gehalten) Klassensprecher! meine Freundin sogar mit Ausreiseantrag!

    Ich persönlich hatte außer ein paar kleinen Differenzen mit dem Stabülehrer nichts auszustehen und nur das kann ich hier weitergeben. ich weiß, das es anderen nicht so ging, aber vielleicht lag es auch an der Region, wo ich aufgewachsen bin. Wir auf dem Berg waren denen vielleicht egal. mir wurde sogar vor versammelter Klasse zur Konfirmation gratuliert und die Konfirmanten durften 2 Stunden später kommen. unsere Leher hatten die besten West-Klamotten von allen.
    gut die "schicke" Aldi-Tüte durfte ich nicht als Sportbeutel benutzen , aber was ich heute an Firmenpolitiken erleben, steht dem auch in nichts nach!

    ich verschließe die Augen nicht, ich weiß dass es das gegeben hat, und das das nie wieder so passieren darf.
    ich war rebellisch, ich wollte die Welt sehen, so kann ich nicht sagen, was mich erwartet hätte! ich bin dankbar dafür, dass das schicksal (oder das Volk mit Kerzen vor Kirchen) den Weg geebnet hat.

    OT:Gibts eigentlich die Kinder-Christenlehre im Westen?

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    AW: "Die Frau vom Checkpoint-charly"

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Freut mich, dass es noch mehr gibt, die meiner Ansicht sind.
    Ich bin sonst eigentlich meist stille Mitleserin, aber bei diesem Thema kann ich mich einfach nicht zurückhalten ...
    Finde ich auch gut, dass Du Dich bei diesem Thema nicht zurueckhalten kannst. Es gibt einfach noch genuegend Sachen, die auf der einen Seite noch nicht verarbeitet wurden und auf der anderen Seite aber auch noch genuegend Vorurteile ... Und es tut einer Diskussion gut, wenn nicht nur provoziert wird, sondern auch Zwischentoene geschrieben werden



    Pischti
    Man sollte sich nicht ueber Dinge aergern,
    denn das ist ihnen voellig egal.
    Euripides


    Man soll nicht das Leben veraendern, man soll nicht die Welt veraendern. Man muss das Leben vielgestaltiger machen, ... Man muss die Unterschiede wuerdigen. Unterschiede staerken die Identitaet.
    Carlos Fuentes "Die Jahre mit Laura Diaz"

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    AW: "Die Frau vom Checkpoint-charly"

    Zitat Zitat von Sisma
    ...
    Aber es gab auch viele Menschen die hatten eine ruhiges, sicheres, friedliche Leben. Ja, weils sie sich nicht aufgelehnt haben, und ja sie sind mitgeschwommen, aber warum hätten sie anderes tun?
    ...
    Wenn Leute immer nur ihr ruhiges, sicheres, friedliches Leben leben wollen, wird es nie eine Entwicklung geben.

    Meiner Meinung nach kann man Leute nicht vorwerfen, dass sie in Freiheit leben wollen, es ist ihr gutes Recht.

    Mitlaeufer machen Diktaturen erst moeglich! Das sollte man nie vergessen.



    Pischti
    Man sollte sich nicht ueber Dinge aergern,
    denn das ist ihnen voellig egal.
    Euripides


    Man soll nicht das Leben veraendern, man soll nicht die Welt veraendern. Man muss das Leben vielgestaltiger machen, ... Man muss die Unterschiede wuerdigen. Unterschiede staerken die Identitaet.
    Carlos Fuentes "Die Jahre mit Laura Diaz"

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    AW: "Die Frau vom Checkpoint-charly"

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Und, das muss ich auch sagen, ich finde Deine Statements hier oft auch recht verharmlosend.
    das hast du recht, wenn ich das so lese, kommt mir das auch sehr verharmlosend vor! aber das kommt daher, das ich eben den Angriffen und der wahrnehmung das Westens etwas entgegensetzen möchte und Argument finden möchte, das eben nicht alles schlecht war. in das "die-schlechten-Zeiten-der-DDR"-Horn brauch ich nicht auch zu blasen, das machen andere!

    ich werde keinen angreifen, also Lügner bezeichten oder verharmlosen, der selbst schlimme dinge erlebt hat. das nehme ich mir an und speichere das in meiner geistigen DDR-Akte!

    worum es mir geht, ich mag nicht, wie hier Leute urteilen, die die DDR lediglich aus Erzählungen und Medien keine, wie wir die BRD aus dem Schwarzen Kanal. ich höre heute noch wie menschen ein völlig flaschen Bild haben. siehe mein Beispiel mit der Kartoffelernte.

  10. Inaktiver User

    AW: "Die Frau vom Checkpoint-charly"

    Zitat Zitat von Sisma
    OT:Gibts eigentlich die Kinder-Christenlehre im Westen?
    Ich vermute nachdem, was ich zu diesem Begriff fand, dass es mit der Sonntagsschule bzw. dem Kindergottesdienst vergleichbar ist. Diesen gibt es schon länger als es mich gibt und selbst meine Mutter ging schon zu solchen Gottesdiensten.

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