(übersetzt: "es ist Zahltag")
Das sagte ein US-Soldat, bevor er einen Verwundeten erschoss.
Es ist Zahltag, aber Zahltag für wen? Für die Iraker oder doch eher für die moralisch bankrotten USA, deren Niederlage im Irak auf ganzer Linie gründlicher ist als damals in Vietnam.
US-Soldaten töteten ohne Reue, SPIEGEL
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Thema: It's Payback Time
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05.09.2007, 10:09Inaktiver User
It's Payback Time
Geändert von Inaktiver User (05.09.2007 um 11:17 Uhr)
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05.09.2007, 14:12
AW: It's Payback Time
Das alte Europa (Chirac und Schröder) hatten vor 5 Jahren recht, als sie vor einem Angriff auf den Irak warnten. Der Krieg ist nicht zu gewinnen, der Schaden letztlich viel größer als der sowieso geschwächte Saddam hätte noch anrichten können.
Großbritannien räumt heimlich Basra und wird sich endgültig zurückziehen. Die amerikanische Armee muss sich bis zum letzten Regierungstag von Dabbeljuh durchschlagen. Die Verluste an Menschenleben werden sich ins Unendliche steigern.
Weder George Bush noch Donald Rumsfeld haben je Carl Philipp Gottlieb von Clausewitz "Vom Kriege" gelesen und alle in den Boden gestampft, die daraus zitierten. Eine Hauptfrage bei Clausewitz ist: Was ist mein Ziel, wie verwalte ich den Frieden.
http://tagesschau.sf.tv/supplynet/co...onald_rumsfeldDie Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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05.09.2007, 14:55
AW: It's Payback Time
Ich hab viel mehr Angst vor der Zeit "nach Bush"..
Also nicht das ich das toll finde was er da veranstaltet.. aber ich hab die Befürchtung das, sobald es einen neuen Präsidenten gibt, dieser einfach mal eben alles aus dem Irak abzieht und den Iral völlig alleine lässt.
Was DANN dort los ist, will ich mir garnicht ausmalen...
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05.09.2007, 15:09
AW: It's Payback Time
@Opelius
Genau der Teil deines letzten Satzes.... Was ist mein Ziel...wie verwalte ich den Frieden....wurde seitens der Amerikaner, bzw. Rumsfeld und Co. bekannterweise sträflichst vernachlässigt.
Der Krieg wurde - rein militärisch betrachtet, selbstverständlich erstmal recht zügig gewonnen. Leider fehlte die entsprechende Strategie diesen " Sieg " dann entsprechende umzusetzen, sprich danach geordnete Verhältnisse für die Bevölkerung zu schaffen und dies dauerhaft zu gewährleisten.
Bereits in den ersten Tagen nach dem "Sieg" war erkennbar - z.B. durch das Zulassen von Plünderungen, etc., dass früher oder später das Ganze in Chaos ausarten wird und aufgrund fehlender öffentlicher Ordnung - u.a. bedingt durch Zerschlagung der irakischen Polizeikräfte und des Militärs, das entstandene Machtvakuum sich recht schnell andersweitig füllen wird.
Das es sich recht schnell gefüllt hat, wissen wir ja... und wir wissen auch - und da komme ich zu Teilen von Blautannes obigem Posting, dass die amerikanischen Soldaten, die nun zwischen den Fronten stehen, sicherlich u.a. aufgrund der Härte die diese Auseinandersetzungen der unterschiedlichen Interessengruppen gegeneinander - und zusammen gegen die Besatzer, mit sich bringen, ihrerseits recht wenig zimperlich sind, entsprechend zu reagieren oder angesichts der zahlreichen toten GIs auch überreagieren.
Man sollte sich nichts vormachen ... Kriege sind immer schmutzig, egal wo und wie und von wem sie gerade geführt werden. Das liegt in der Natur eines Krieges. Saubere Kriege gibts nur im TV - wenn man in der Tagesschau die Leuchtspuren der Raketen sieht, nicht aber das, was die Raketen nachdem ihre Leuchtspuren erloschen sind, angerichtet haben.
LuzidusGeändert von luzidus-mc-evil (05.09.2007 um 15:12 Uhr)
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05.09.2007, 15:47Inaktiver User
AW: It's Payback Time
Von wegen! Die erste Schlacht war schnell gewonnen, aber nicht der Krieg. Dieser ist vielmehr zur US-amerikanischen Niederlage geworden: zur moralischen, militärischen, politischen und finanziellen Niederlage, und es geht längst nur noch um das Wie und Wann des geordneten Rückzugs.
Zitat von luzidus-mc-evil
It's Payback Time, wenn die US-Soldaten mit genau den Waffen beschossen werden, die sie selbst in den Irak geliefert hatten.
It's Payback Time, wenn die Welt den USA angesichts von Folterskandalen und Lügengebäuden die glamouröse Retter-Rolle nicht mehr abnimmt und sich weigert neue US-amerikanische Kriegsgelüste mitzutragen.
It's Payback Time, wenn sich Bush's eigene Parteigenossen abwenden und eine Schweizer Tageszeitung eine Zeichnung veröffentlicht, in der Scharen von Ratten das Weisse Haus verlassen.
Dieser Erklärungsversuch ist wenig überzeugend, da die Skandale von Abu Ghureib und Guantanamo recht bald nach Beginn des Krieges zutage getreten sind und nicht erst nach zermürbenden Kriegsjahren... dass die amerikanischen Soldaten, die nun zwischen den Fronten stehen, sicherlich u.a. aufgrund der Härte die diese Auseinandersetzungen der unterschiedlichen Interessengruppen gegeneinander - und zusammen gegen die Besatzer, mit sich bringen, ihrerseits recht wenig zimperlich sind, entsprechend zu reagieren oder angesichts der zahlreichen toten GIs auch überreagieren.
Das Umgekehrte trifft zu: die anfänglich wohlwollend empfangenen Befreier werden aufgrund ihres Verhaltens von vielen Irakern inzwischen als Feinde angesehen.Geändert von Inaktiver User (05.09.2007 um 16:08 Uhr)
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05.09.2007, 16:13
AW: It's Payback Time
Im Gegensatz zum Vietnam Krieg wurde dieser Krieg selbstverständlich erstmal militärisch gewonnen. Das irakische Militär wurde vernichtend geschlagen. Saddam H. hat sich in einer Jauchegrube versteckt, sein u.a. mit Hilfe der USA aufgebautes Terrorsystem, ist zusammengebrochen wie ein Kartenhaus.
Die Problematik - und dass nun eine wahrscheinlich - never ending story -daraus geworden ist, steckt ganz eindeutig in der fehlenden, bzw. falschen Planung der " Nachkriegsordnung " und damit einhergehend, der krassen Fehleinschätzung der tatsächlichen Gegebenheiten der im Irak vorhandenen, vielfältigen Macht - und Interessensstrukturen die seit Saddams Entmachtung sich schlagartig entfalten konnten.
Genau diese Fakten wurden u.a. auch kürzlich von den häufig zitierten britischen Militärs, kritisiert.
Ich versuchte übrigens bzgl. des Verhaltens der amerikanischen Soldaten nichts zu erklären, bzw. zu rechtfertigen oder zu werten, sondern ich sehe immer 2 Seiten einer Medaille und eine Seite davon sind in diesem Fall die Iraker, die andere Seite die amerikanischen Besatzungssoldaten.... und hinter diesen Seiten steht jeweils die mehr oder minder entmenschlichte Psychologie des Krieges.
Luzidus
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05.09.2007, 16:32Inaktiver User
AW: It's Payback Time
Wenn ein Krieg im Jahr 5, nachdem er angeblich gewonnen worden sein soll, einen Etatposten im Verteidigungshaushalt in Höhe von knapp 150 Milliarden Dollar pro Jahr verschlingt, dann möchte ich nicht wissen, wie eine Niederlage aussähe.
Zitat von luzidus-mc-evil
Über die Jahre ist die Truppenstärke in diesem "gewonnenen Krieg" Zug um Zug aufgestockt worden. Die Anzahl der Aktionen Aufständischer hatte sich von 100 pro Monat nach dem "Sieg" auf zeitweise 50 pro Tag (!) gesteigert.
Für mich sieht ein gewonnener Krieg anders aus.
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05.09.2007, 16:35
AW: It's Payback Time
Zitat von Inaktiver User
Ich schrieb ja auch...erstmal ....
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05.09.2007, 16:40Inaktiver User
AW: It's Payback Time
Das wäre dann: Wie gewonnen, So zerronnen ...
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05.09.2007, 16:41
AW: It's Payback Time
So könnte man es nennen ..... dummerweise mit gravierenden Folgen für alle Beteiligten ... im Nachhinein betrachtet.


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