Das ist blauäugiges Multikulti, was Du hier vertrittst. Die Zeiten sind aber offensichtlich längst vorbei, dafür haben sich zu viele Dinge ereignet, die Menschen aufregen. Kannst ja gerne noch einmal die Stränge "Pariser Vorstädte brennen", "Koptuch für Lehrerinnen", "Ehrenmorde" nachlesen.Zitat von Inaktiver User
Ghettos lassen sich nicht verhindern, gezielte Jugendarbeit in dem Bereich hilft den jungen Menschen eine Lebenschance zu erhalten, aber den Kommunen geht das Geld aus. Und es werden alle Bereiche eingestampft, die nicht sortige nachweisbare Wirkung zeigen. Schlimm wird aber erst, wenn sich Polizisten in bestimmte Wohnviertel nicht mehr trauen, weil sie umgehend attackiert werden. Dann hat man einem kriminellen Mob die Macht überlassen.
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Thema: Integration ?
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24.07.2007, 14:04
AW: Integration ?
Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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24.07.2007, 15:17Inaktiver User
AW: Integration ?
Multikulti, ja. Aber blauäugig, nein. Eher im Gegenteil (hoffe ich).
So blauäugig wie die naive Multikulti-Haltung mit Verzicht auf jegliche Integration auch war - die Vorstellung mit einer feindseligen Grundhaltung die Bereitschaft der Einwanderer nach Integration fördern zu können ist m.E. genauso blauäugig.
Wer mag sich schon jemandem annähern, der einen weitgehend ablehnt.
Das ist übrigens auch das Problem der Pariser Vorstädte: das Gefühl eben gerade NICHT integriert sondern ausgegrenzt zu werden.
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24.07.2007, 15:42
AW: Integration ?
Aber niemand hat die arabischen Familien gezwungen, in die Banlieues zu ziehen. Sie gingen dorthin, weil die Mieten erschwinglich waren oder weil sie eine städtische Wohnung wegen Bedürftigkeit zugewiesen bekamen. Diese Vorstädte sind nie als Ghettos errichet worden. Ihre Bewohner haben sie dazu gemacht.
Ein guter Bekannter von mir ist seit Jahren Hausmeister in dem Bielefelder Vorort Sennestadt. Er hat vor Jahren noch versucht, mit den Mietern der drei Wohnblocks die Häuser und ihr Umfeld in Ordnung zu halten. Nachdem inzwischen der Hof zwischen den Häusern ein Motorad- , Auto- und Küchengerätefriedhof ist, die Mülleimer eine Stunde nach Leerung wieder überquellen, er zweimal von Mietern zusammengeschlagen wurde, hat er resigniert und macht nur noch, was er vom Besitzer angeordnet bekommt. Ihm ist es inzwischen völlig egal, wenn Ratten durch die Keller rennen, es in den Hausfluren nach Pisse stinkt, wenn säumigen Mietern der Strom abgestellt wird.
Bestimmtes Verhalten führt zur Ausgrenzung, das weiss jedes Kind in den Ghettos. Und irgendwann muss man sich entscheiden: ich fühle mich in dem Dreck wohl oder ich sehe zu, dass ich dort raus komme.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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24.07.2007, 18:17Inaktiver User
AW: Integration ?
Das kommt mir ziemlich ignorant vor:
"Niemand hat die Araber gezwungen in die Banlieues zu ziehen".
In Paris herrscht eine verheerende Wohnungsnot. Das betrifft alle, auch die gebürtigen Franzosen, wenn auch in unterschiedlichem Mass. Als Ausländer hat man dementsprechend keine grosse Wahl. Es gibt auch viel zu wenige Ausbildungs- und Arbeitsplätze, und die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch. Ausländische Jugendliche sind dementsprechend auch in diesem Punkt benachteiligt.
Den Letzten beissen die Hunde. Klar, dass sich das irgendwo Luft macht. Aber das hat mit der Nationalität der Betreffenden nichts zu tun, sondern mit der Situation, in der sie leben.
Bestimmtes Verhalten führt zur Ausgrenzung, das weiss jedes Kind in den Ghettos. Und irgendwann muss man sich entscheiden: ich fühle mich in dem Dreck wohl oder ich sehe zu, dass ich dort raus komme.
Glaubst du im Ernst, die Leute fühlten sich dort wohl? Warum ist das dann ein Pulverfass, das bei jeder Gelegenheit explodieren kann? Weil die Leute dort so überglücklich sind?
"Bestimmtes Verhalten führt zur Ausgrenzung" - meine Güte! Demnach sind ausgegrenzte Minderheiten an der Ausgrenzung selber schuld. Darüber kann ich echt nur den Kopf schütteln.
Und du nennst mich "blauäugig".
Geändert von Inaktiver User (24.07.2007 um 18:30 Uhr)
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24.07.2007, 19:41
AW: Integration ?
Ich kenne die Verhältnisse in den Banlieues und in einigen unserer Großstädte. Im letzten Winter gab es ja in Paris die große Zeltstadt an der Seine, um das Problem der Wohnungslosigkeit zu demonstrieren. In der Stadt findet man keine angemessene und bezahlbare Wohnung, deshalb ziehen alle ins Umland - auch die weißen Franzosen und nehmen irrwitzige Fahrzeiten in Kauf.
Wir haben auch eine große Jugendarbeitslosigkeit vor allem dort, wo sich problembeladene Familien ballen. Viele Jugendliche machen sich auf den Weg und suchen sich Arbeitsstellen, da wo es sie gibt und nehmen entweder weite Wege auf sich oder gehen in eine fremde Stadt.
Keinem von uns ist die Arbeitsstelle vor die Haustür getragen worden. Keiner von uns hat einen Arbeistplatz, den er mit Puschen erreichen kann (ausgenommen die Heimarbeiter).
Und wer so wenig Interesse an seinem eigenen Umwelt hat, wie Bewohner in einigen Banlieues oder unseren Ghettos, sogar mutwillig die wenigen Jugendeinrichtungen demoliert, darf sich nicht wundern, wenn es anschließend garnichts mehr gibt. Wer bitte schön soll denn so etwas in Ordnung halten, wenn nicht die Anwohner.
Natürlich werden sich die Bewohner solch verkommener Stadtteile dort nicht wohlfühlen, aber für ihre eigene Gleichgültigkeit dürfen sie andere nicht verantwortlich machen.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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24.07.2007, 21:23Inaktiver User
AW: Integration ?
Ich weiß nicht, ob Du nicht am falschen Punkt ansetzt. Nach wie vor bestimmen doch die Politiker, wer hier her kommt.
Zitat von Opelius
Wenn die Politiker weiterhin genau die bildungsfernen Nicht-Integranten und Nicht-Kulturbereicherer durch Asyl und Familiennachzug holen, bei denen es mit der Schulbildung leider nix wird, und die dann nach Marxloh oder Neuköln ziehen, und dort von Stütze und allerlei Kleinkriminaliät leben (müssen) und vielleicht, um ihrem Leben einen Sinn zu geben, ihr Seelenheil als Islamisten und bei Allah suchen, statt in ihrer neuen Umgebung was auf die Beine zu stellen, dann sind doch wohl die blauäugigen Politiker, die das zulassen, sowie ihre Gehilfen bei den Medien, die das sekundieren, schuld an der Misere, oder??
Zumal wenn man bedenkt, daß Produktive und Integrationswillige (wie indische IT-Spezialisten) aufgrund der demografischen Situation dringenst gebraucht würden.Geändert von Inaktiver User (24.07.2007 um 21:29 Uhr)
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24.07.2007, 22:06
AW: Integration ?
Die Inder gehen übrigens lieber nach UK, USA und Canada weil da die Aufstiegschancen besser sind, sie in der Regel die Sprache schon beherrschen und sie schon genug andere Inder vorfinden die ihnen beim Einleben helfen. Ausserdem ist in diesen Ländern der Erwerb von Grundbesitz günstiger - die Menschen können bald etwas für ihre Arbeit vorweisen.
Es soll übrigens Asylanten mit Hochschulabschluss geben, habe ich schon mal von gehört.
Aber auch die Flüchtlinge mit Bildung und Hochschulabschlüssen zieht es in der Regel in Länder in denen sie nur eine Zusatzausbildung machen müssen und nicht gleich das ganze Studium wiederholen. Und die gutausgebildeten sprechen oft fliessend Englisch oder Französisch und versuchen in die Länder zukommen in denen sie ihre Sprachkentnisse anwenden wollen.
Wenn wir gebildete Immigranten wollen muss Deutschland für diese Gruppe attraktiver werden. Und dazu gehhört auch Bildungstransfer und die Anerkennung von Hochschulabschlüssen.Eigentlich bin ich ganz anders, ich komme nur so selten dazu.
Karl Valentin
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24.07.2007, 23:19
AW: Integration ?
Also über diese Selbsteinschätzung der Politiker (?) entfuhr mir gerade ein lautes "Pffff". Ich kenne diverse Lehrer, die in den Brennpunkten Duisburgs arbeiten und da wird nur das Elend verwaltet. Für Förderung ist kein Geld da, Duisburg ist eine sehr arme Stadt.
Zitat von Inaktiver User
Mir tun die Kinder leid, denn sie bekommen häufig nicht die Bildung, die sie verdienen und die es ihnen ermöglicht, ihr Ghetto zu verlassen. Das wissen sie auch, daher identifizieren sie sich mit ihrer Community und leben dort nach ihren Gesetzen.
Man sollte nicht vergessen, dass diese Ghettos den aus dem Ausland stammenden Menschen, zumeist Türken, auch eine sogenannte "comfort zone" bieten, das lässt sich besonders bei den Alten feststellen, denn die Senioren z.B. genießen uneingeschränkten Respekt und die Zuwendung bzw. die Unterstützung der Familie, ihnen geht es zumeist besser als ihren gleichaltrigen und ebenfalls ärmeren deutschen Senioren. Das ist vor allem ein Problem für die Türken, die dafür gesorgt haben, dass ihre Kinder eine gute Ausbildung erhalten, denn die sind weggezogen, haben häufig auch eine Frau, die berufstätig ist und halt nicht dazu bereit oder in der Lage ist, sich um die Altvorderen zu kümmern. Die Senioren sind stolz darauf, ihren Kindern zu einem besseren Leben verholfen zu haben, der Preis, nämlich keinen um sich zu haben, der sich nun tagtäglich um sie kümmert, sie unterhält und umsorgt, war jedoch hoch. Da sagen dann die Nachbarn, was hast du jetzt davon, dass dein Sohn Ingenieur ist? Der ist weit weg und du bist hier allein!
Dies ist nicht meine Sichtweise, sondern die von türkischstämmigen Freunden von mir.
Das, was wir als den Rand der Gesellschaft empfinden, muss für die Bewohner dort nicht auch zwangsläufig so gesehen werden und das fördert natürlich nicht den Willen zur Integration. Wie gelungene Integration zu definieren ist, weiß ich auch nicht genau. Aus meiner Erfahrung durch ausländische Freunde würde ich es als die Fähigkeit bezeichnen, sich an dem Ort, an dem man lebt, nicht nur zurechtfinden, sondern auch am Leben dort teilhaben zu können, dort auch (in diesem Land deutsche) Freunde hat und sich dort (auch) wohl fühlt.
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24.07.2007, 23:41Inaktiver User
AW: Integration ?
Weitgehend ist das leider so.
Zitat von Cassis
Es liegt offenbar ein totales Versagen von der Duos Politik & Medien, also der "Elite", in Fragen der Einwanderungssteuerung, Bildungs- und Hochschulpolitik, Familienförderung und politischen Orientierungsfunktion vor: Deutschland ist, im Gegensatz zu den USA, nicht attraktiv für die zuküftige Elite.
Die Migranten ohne Bildung, Schul- und Hochschulabschluß, die statt der eigentlich benötigten Menschen mit diesen Attributen statt dessen in dieses Land kommen, und dort genauso chancenlos sind, wie ihre Kinder und deren Kinder es sein werden, sind nämlich nicht die Ursache der Misere. Sondern sie sind genau so Betroffene des totalen politischen Versagens, wie dieses Land und dessen alte Bewohner es davon sind.
PS:
Im übrigen sollten wir für (fast) jeden Asylanten mit Hochschulabschluß dankbar sein, der sich nach Deutschland verirrt, und zwar besonders dann, wenn die "politische Verfolgung" ein Bluff seines Anwalts ist und der Betreffende über "sichere Drittländer" einreist - denn das besagter Hochschulabschluß ein super Qualitätskriterium für die Einwanderung ist, darauf sind unsere "Volksvertreter" offenbar noch nicht gekommen!
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24.07.2007, 23:54Inaktiver User
AW: Integration ?
Da hast Du einen kenntnisreichen und guten Beitrag geschrieben.
Zitat von Sehnsuchtsvolle
Das es für die zugewanderten Vorteile im Sinne eines privaten sozialen Netzes hat, sich in bestimmten Regionen zusammenzufinden, ist verständlich, sonst würden sie es ja nicht tun.
Aber bitte bedenke auch die Grenzen der Integrationsfähigekeit der aufnehmenden Gesellschaft: In Marxloh ist im Regelfall keine Integration mehr möglich. Eine Schule mit 1000 Schülern niedrigsten Bildungsniveaus, wovon 2 Einheimische sind (http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=64754#3), oder seien es auch ein paar einheimische Schüler mehr, kann keine zugewanderten Schüler mehr integrieren, im Gegenteil.
Wieviel Verständnis Du auch immer für die Situation hast: Du würdest Deine Kinder auch nicht in einem Migrantenviertel zur Schule schicken, oder? Ganz sicher würden es jedenfalls die Abgeordneten nicht tuen, die das verbockt haben!
Marxloh & Co. sind jetzt noch lokale Brennpunkte, in Zukunft wird es aber um Großregionen der Separation gehen, wie mehr oder weniger das ganze Ruhrgebiet. Am Ende hat da niemand was von, weil dann nämich die Gebildeten - und zwar deutschstämmige wie nicht-deutschstämmige - ganz einfach die Beine in die Hand nehmen und das tun, was jetzt die anderen machen: Emmigrieren.Geändert von Inaktiver User (25.07.2007 um 09:24 Uhr)


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