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  1. Inaktiver User

    AW: Lenz, Walser und Hildebrand in der NSDAP

    Das waren deutsch-nationale Vereine, die dann nach 1933 peu a peu zwangsvereinigt wurden mit nationalsozialistischen Verbänden.

    Da gab es also auch keine "Wahl" - egal welchen Alters.

  2. Inaktiver User

    AW: Lenz, Walser und Hildebrand in der NSDAP

    Bliebe für Erwachsene, die wissen, was sie tun, immer noch der Austritt aus der jeweiligen deutschnationalen / nationalsozialistischen Vereinigung.
    Fragt sich ausserdem, ob deutschnational und nationalsozialistisch damals wirklich sooo weit auseinander waren. Die Bezeichnung "Stahlhelm" finde ich sowieso etwas sonderbar.

  3. Inaktiver User

    AW: Lenz, Walser und Hildebrand in der NSDAP

    Der Begriff kommt aus den "alten Herren" vom 1. Weltkrieg.
    Stahlhelme gabs damals ja schon .
    Ob sonderbar oder nicht, es wäre jetzt so nach annähernd hundert Jahren nicht mehr so genau nachvollziehbar.

    Und ja: wir hätten uns damals sicher alle für den kollektiven Austritt entschieden.

  4. Inaktiver User

    AW: Lenz, Walser und Hildebrand in der NSDAP

    Ich habe Verständnis dafür, wenn Kinder und Jugendliche sich vom Freizeitprogramm der Hitlerjugend angezogen fühlten, aber in eine Organisation namens "Stahlhelm" wäre ich sicher gar nicht erst eingetreten. Somit hätte ich auch nicht austreten müssen.

  5. Inaktiver User

    AW: Lenz, Walser und Hildebrand in der NSDAP

    "Stahlhelm" wurde bereits 1918 gegründet.

    Was ich davon halte, sei dahingestellt.
    Geändert von Inaktiver User (02.07.2007 um 15:54 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: Lenz, Walser und Hildebrand in der NSDAP

    Blautanne -

    machst du nicht den Fehler, deine Reaktion aufgrund deines heutigen Wissens, also a posteriori, zu beschreiben?

    Wie meine amerikanischen Freunde sagen, mit "20/20 hindsight" weiß man hinterher immer genau, was man hätte machen können und sollen.

    Der Stahlhelm (der meines Wissens keine Frauen aufnahm - du wärest also nicht in Versuchung gekommen) war eine Vereinigung der Frontkämpfer des Ersten Weltkriegs, die meinten, dass Deutschland "im Felde unbesiegt" geblieben sei und nur durch den "Dolchstoß" der Revolution 1918 besiegt und dann durch das Versailler Diktat gedemütigt worden sei. Er war nicht wirklich demokratisch im Sinne des "Weimarer Systems", vertrat aber durchaus die Interessen und die Meinung vieler Menschen in Deutschland. Immerhin traten selbst die Kommunisten für eine Revision der Bestimmungen von Versailles ein!

    Nach unserem Wissen von heute denke ich, dass kaum jemand von uns in die NSDAP eintreten würde. Aber da unsere Eltern/Großeltern dieses Wissen nicht haben konnten, habe sie sich für die Option entschieden, die ihnen damals als die Richtige erschien.

    Auch in unseren Diskussionen hier stehen wir ja immer vor der (unausgesprochenen) Frage, wie unsere nachkommen unsere Politik, unser Verhalten heute werten mögen.

    Machen wir es heute "richtig"? Oder wird sich herausstellen, dass, was wir heute als die einzig (??) richtige Option batrachten in eine andere form des Unglücks führt?

    Weißt du es? Ich weiß es nicht!

    Und möchtest du dann dein heutiges Verhalten mit den Maßstäben der Zukunft gewertet wissen?

  7. Inaktiver User

    AW: Lenz, Walser und Hildebrand in der NSDAP

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Der Stahlhelm ... war eine Vereinigung der Frontkämpfer des Ersten Weltkriegs, die meinten, dass Deutschland "im Felde unbesiegt" geblieben sei und nur durch den "Dolchstoß" der Revolution 1918 besiegt und dann durch das Versailler Diktat gedemütigt worden sei.
    Laut Wikipedia stehen hinter der Dolchstoss-Legende deutschnationale, völkische und rechtsextreme Gruppen und Parteien, welche die Linksparteien, die ersten Regierungskoalitionen der Weimarer Republik und die Weimarer Verfassung des Landesverrates bezichteten. *klick*
    Somit bestätigt sich meine Vermutung, die Stahlhelm-Mitglieder seien "rechte Früchtchen" gewesen.


    machst du nicht den Fehler, deine Reaktion aufgrund deines heutigen Wissens, also a posteriori, zu beschreiben?
    ...
    Nach unserem Wissen von heute denke ich, dass kaum jemand von uns in die NSDAP eintreten würde. Aber da unsere Eltern/Großeltern dieses Wissen nicht haben konnten, habe sie sich für die Option entschieden, die ihnen damals als die Richtige erschien.
    Deine Argumentation läuft darauf hinaus, dass die Deutschen für den Nationalsozialismus angeblich nichts konnten, dass sie nicht wissen konnten, wohin er führen würde und dass das NS-Regime aus damaliger Sicht sozusagen ganz "normal" erschienen sei.

    Dieser Argumentation kann ich mich nicht anschliessen. Hitler und Goebbels, SA und SS, haben früh gezeigt, dass sie einen autoritären Führerstaat anstrebten und dass sie sowohl Sozialdemokraten und Kommunisten als auch Juden als ihre quasi natürlichen Feinde betrachteten.

    Der von euch in einem anderen Strang als Schriftsteller und Künstler verehrte Kurt Tucholsky und der Verleger der Weltbühne, Karl von Ossietzky, sahen das alles bereits in den Zwanziger Jahren(!) sehr deutlich.
    Schon 1933, nur 3 Monate nach der Machtergreifung Hitlers, wurden die Gewerkschaften verboten. Ein halbes Jahr später fanden die grossen öffentlichen Bücherverbrennungen statt, 1935 wurden die Nürnberger Rassegesetze verabschiedet.

    Mir kann keiner erzählen, dass ein intelligenter erwachsener Mensch erst 1943-1945 oder sogar erst nach dem Krieg erkennen konnte, was für ein Regime der NS-Staat war.

    Ich bin der Meinung, dass man Kinder und Jugendliche mit anderem Mass messen muss als Erwachsene. Deshalb mein deutliches Wort zu Beginn des Strangs. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass ich erwachsene Deutsche, die sich damals der faschistischen Bewegung anschlossen, zu entschuldigen bereit wäre.
    Geändert von Inaktiver User (02.07.2007 um 17:52 Uhr)

  8. gesperrt

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    AW: Lenz, Walser und Hildebrand in der NSDAP

    Es gab kollektive Parteieintritte, teilweise auch gut organisiert ABER jeder einzelne Antrag musste persönlich ausgefüllt und unterschrieben werden und das hat sich zumindest im Jahr 1944 nicht geändert!

    Ich mache den genannten Personen aber keinen Vorwurf. Wer kennt schon die Motivation und die Gedanken in der damaligen Zeit über die WIR nur mit heutiger Moral urteilen.

    Wer weiß wie folgende Generationen über unser Handeln (Ressourcenverbrauch, Klimawandel, Staatsverschuldung, Abtreibungen etc.) urteilen?

  9. User Info Menu

    AW: Lenz, Walser und Hildebrand in der NSDAP

    ja, sehe ich auch so.
    es geht nicht um vorwurf, sondern diese herren haben heftig gelästert über leute, die z.b. in der cdu sind und sich mal nicht so christlich verhalten kann ich mich erinnern...
    Die Leute haben mit der Liebe zuviele Probleme.
    Dauernd suchen sie wen, der ihr Souffle` sein soll.
    Aber wehe, er fällt zusammen.

    Andy Warhol

  10. Inaktiver User

    AW: Lenz, Walser und Hildebrand in der NSDAP

    Zitat Zitat von Nadine2
    Ich mache den genannten Personen aber keinen Vorwurf. Wer kennt schon die Motivation und die Gedanken in der damaligen Zeit über die WIR nur mit heutiger Moral urteilen.

    Wer weiß wie folgende Generationen über unser Handeln (Ressourcenverbrauch, Klimawandel, Staatsverschuldung, Abtreibungen etc.) urteilen?
    Nimmt man die spezifischen Unappetitlichkeiten des Naziregimes, insbesondere den millionenfachen Mord an der jüdischen Minderheit heraus, sehe ich eine ganze Reihe von Ländern, die sich damals von autoritärem Gedankengut angezogen fühlten.

    Der Faschismus war keine rein deutsche Angelegenheit; es gab ihn auch in Spanien, Italien, Griechenland und anderswo. Auch der Judenhass war nicht spezifisch deutsch; ihn gab es in Osteuropa, aber sogar aus Wien, Paris und London gab es damals ausgesprochen feindselige Stimmen, und willige Helfershelfer der Naziverbrecher fanden sich von Holland bis zur Ukraine. Das war eben AUCH eine Zeitgeistströmung, die in Deutschland aufgrund der fehlenden demokratischen Tradition und aufgrund bestimmter Mentalitäten einfach nur auf besonders fruchtbaren Boden fielen.



    Aus meiner Sicht braut sich gerade wieder etwas zusammen, und wieder kann es JEDER sehen, der es nur sehen WILL. Wieder ist es eine Zeitgeistströmung, und wieder sind einige Länder dabei eifriger als andere.
    Die Rede ist nicht von Ressourcenverbrauch und Klimawandel, so bedauerlich sie auch sein mögen.

    Vielmehr glaube ich, dass wir uns auf dem Weg in eine neue Form autoritärer Regime befinden, eine Form ohne Judenvernichtung, aber nicht ohne neue Zynismen. Ich glaube, wir sind auf dem Weg in einen autoritären Präventionsstaat und Überwachungsstaat.

    Gemeint ist nicht einmal nur Deutschland, obwohl es eifrig mitmacht. Gemeint sind USA und alle Länder, die sich eng an die USA anschliessen, inklusive der politisch neutralen Schweiz.

    Ich sehe Schritt für Schritt Einschränkungen bürgerlicher Freiheiten; ich sehe willkürliche Verhaftungen und Verlängerung derjenigen erlaubten Haftzeit, die man jemanden ohne Anklage festhalten kann. Ich sehe sogar öffentliche Diskussionen über Folter: ob, und wenn ja, welche Form von Folter wie wo an wem aus welchem Grund gestattet sein sollte.

    Das alles kann jeder sehen, der es sehen will. Jeder kann sehen, was aus der Anklage in Abu Ghureib geworden ist, wie gross oder klein der Widerstand gegen Guantanamo und andere widerrechtliche Gefängnislager aussieht.
    Jeder kann sehen, wie die modernen Innenstädte sukzessive mehr und mehr von Überwachungskameras gespickt werden, wie über das Internet private Daten ausspioniert werden, wie man sich immer mehr anschickt, die gesamte Bevölkerung mittels biometrischer Daten und DNA-Analysen zu erfassen und wie sich der Einsatz von RFIDs von der Kennzeichnung von Gemüsekisten und T-Shirts auf die Kennzeichnung von Menschen ausdehnt.
    Nicht einmal eines der entlarvendsten Kennzeichen autoritärer Regime, der Einsatz von Militär im Inland, fehlt in der aktuellen Entwicklung bzw. in der aktuellen Diskussion. Darüber hinaus ist es abzusehen, dass man über kurz oder lang Parlaments- und Präsidentschaftswahlen über von innen und aussen leicht manipulierbare IT-Systeme vornehmen lassen wird.

    Wo bleibt der Aufschrei? Es gibt keinen. Irgendwie findet es jeder in Ordnung, denn jeder Hirni findet es richtig, wenn die Möglichkeiten der IT intensiv und extensiv genutzt werden und wenn man so abscheuliche Verbrechen wie Sexualmord an Kindern, Terrorismus und Kinderpornographie mit allen Mitteln bekämpft. Hier fängt es an, aber hier wird es nicht aufhören.

    Wir sind auf dem Weg in eine neue Ära. Aber diesmal wird es keine Gelegenheit geben, es "hinterher" zu bedauern, dass man nichts gewusst haben will. Diesmal wird sich diese Ära über unsere Lebenszeit hinaus festsetzen.
    Geändert von Inaktiver User (03.07.2007 um 11:45 Uhr)

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