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  1. Inaktiver User

    Schulfahrt nach England

    Meine Tochter soll mit ihrer Schulklasse in der nächsten Woche nach England fahren. Dort herrscht ja seit gestern die höchste Terrorwarnstufe.
    Die Kinder sind zwar irgendwo in der Provinz untergebracht. Aber Sorgen machen wir Eltern uns trotzdem.
    Die Schule haben wir bereits gebeten, den geplanten Londonausflug aus dem Programm zu nehmen. Eine Antwort haben wir noch nicht.

    Wie würdet ihr euch verhalten?
    Fahren lassen oder das Kind zuhause behalten?
    Geändert von Inaktiver User (01.07.2007 um 16:00 Uhr)

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    AW: Schulfahrt nach England

    "Critical threat level" bedeutet, dass davon ausgegangen wird, dass weitere Anschlaege 'unmittelbar bevorstehen'. Die Neubewertung der Terrorbedrohung gestern Abend ist eine Reaktion auf die 3 missglueckten Autobomben-Anschlaege. D.h. allerdings nicht, dass Polizei/Geheimdienst/Katastrophenschutz konkrete Informationen zu bestimmten geplanten Anschlaegen vorliegen.

    Dass es diesen Sommer zu weiteren Anschlaegen kommen wuerde, wusste man eigentlich schon eine ganze Weile (Geheimdienstinformationen). Insofern hat sich durch die Aenderung der Terrorwarnstufe praktisch nicht viel geaendert. Die Polizeipraesenz in Londons Strassen wurde erhoeht und die Sicherheitsvorkehrungen an den Flughaefen verstaerkt.

    Konkret wurden 3 Gefahrenbereiche identifiziert:
    - Flughaefen
    - Menschenansammlungen ('crowded places')
    - Autos (also Autobomben)

    Soweit die Fakten...

    Wenn Deine Tochter wegen der Bilder von den Anschlaegen Angst vor einer Reise nach England hat, wuerde ich sie nicht hierher schicken. Die Klassenfahrt soll fuer sie eine positive Erfahrung sein und das waere sie nicht, wenn die Kinder staendig nur an Terror und Bomben denken.

    Ansonsten wuerde ich Dir raten, die naechsten Tage abzuwarten. Wie gesagt, die Terrorwarnstufe wurde als Reaktion auf die drei Autobomben angehoben. Die Terrorgefahr ist schon seit Monaten hoch und wenn Du Dir bisher keine Sorgen gemacht hast, ist das einzig Neue an der derzeitigen Situation die Moeglichkeit, dass vorgestern eine Terrorkampagne gestartet wurde und nun taeglich Anschlaege stattfinden. Sollte in den naechsten Tagen nichts vorfallen, ist es gut moeglich, dass die Warnstufe wieder abgesenkt wird, denn 'critical' ist nur fuer kurze Zeitraeume sinnvoll.

    Die Provinz wird rel. sicher sein und die Sicherheitsbestimmungen an Flughaefen wurden umgehend angepasst, so dass weitere Autobombenanschlaege dort praktisch unmoeglich gemacht wurden.

    Ich wuerde sie fahren lassen, den Londonausflug ggf. verbieten, wenn sich in den naechsten Tagen die Anschlaege haeufen. Dann wuerde die Stadt ohnehin keinen Spass mehr machen, mit den ganzen Strassensperren, Extra-Kontrollen etc.

    LG
    Aviva
    Geändert von Aviva (01.07.2007 um 12:07 Uhr)

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    AW: Schulfahrt nach England

    ich habe jahreland Schülerfahrten nach England organisiert und betreut. Die Sorge der Eltern war immer sehr groß. Einmal war es BSE, andermal Bombendrohungen der IRA, andermal dass deutsche Schüler von englischen Jugendlichen angegriffen worden sind.

    Bei verschiedenen Besuchen in London gab es immer mal Probleme, die U-Bahn fuhr nicht wegen Bombendrohungen oder es wurde gestreikt - und zu Fuß ist London einfach zu riesig.. Touristenziele waren abgesperrt - und keine Erklärung dafür.

    Das , was aber die Jugendlichen damals wirklich immer erboste, war, dass sie in den Plattenläden und Souvenirshops fürchterlich übers Ohr gehauen wurden.

    Insgesamt aber waren alle Schülerinnen und Schüler von einem Englandaufenthalt immer sehr angetan. All things go the other way round - war immer die beeindruckenste Erfahrung. Die Gasteltern leben fast immer ärmlicher als unsere Kinder es erwarten und das Essen ist wirklich gewöhnungsbedürftig.

    Und dass jeder noch eine Menge Englisch lernen muss.
    Geändert von Opelius (01.07.2007 um 14:55 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Schulfahrt nach England

    Zitat Zitat von Opelius
    Die Gasteltern leben fast immer ärmlicher als unsere Kinder es erwarten und das Essen ist wirklich gewöhnungsbedürftig.

    Und dass jeder noch eine Menge Englisch lernen muss.

    Sorry, aber darum ging es nun wirklich nicht!

    @Aviva
    Danke für deine Einschätzung, die so klingt, als hättest du dir wirklich gründlich Gedanken gemacht.
    Ich sehe die Sache ähnlich - die Sorgen mache übrigens ich mir, meine Tochter ist das wohl lockerer.
    Das Telefon glüht - und die Reaktionen der Eltern reichen von hysterisch bis ist-mir-doch-wurscht.

    Ich muss noch mal drüber schlafen. Aber ich denke, dass meine Tochter wohl mit auf die Englandfahrt geht, dass ich aber darauf hinarbeiten werde, dass die Londonfahrt abgesagt wird. Und wenn nicht für alle, so doch für die paar Kinder, deren Eltern ähnlicher Meinung sind wie ich.
    Ich kann nur so argumentieren: Hätte ich jetzt einen Urlaub an einer englischen Küste in einem ziemlichen Kaff vor, würde ich wohl fahren. Einen Londonausflug würde ich mir derzeit aber verkneifen. Und so wird es wohl auch meine Tochter handhaben.

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    AW: Schulfahrt nach England

    @ GuteLaune

    ich entschuldige mich, wenn ich vielleicht zu oberflächig geantwortet habe. Das was ich schreiben wollte, war, dass London immer ein gefährliches Pflaster gewesen ist. Es gab schon vor Jahrzehnten dort gefährliche Anschläge. Das ist das Risiko, das jeder Besucher und jeder Bewohner dort erlebt.
    Jetzt, wo die höchste Sicherheitsstufe gilt, dürfte es in London so sicher sein, wie in München und in Berlin - nur mit Unannehmlichkeiten wie beschrieben verbunden.

  6. Inaktiver User

    AW: Schulfahrt nach England

    Sorry, GuteLaune,

    aber ich halte auch Deine Reaktion für "Hysterie".

    Als Mutter würde ich mich höchstens darüber beschweren, wenn irgendetwas an dieser Englandfahrt geändert würde.

    Die werden 1000mal eher vom Auto überfahren auf dieser Englandfahrt - wenn das reicht. Auch in London.

    Gruß, Leonie

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    AW: Schulfahrt nach England

    Naja, es geht hier ja wohl weniger um die Sorge, die Kinder koennten von einem Anschlag direkt betroffen sein, als um das ganze Drumherum. Strassen werden gesperrt, evtl. auch die U-Bahn, man muss studenlang irgendwo ausharren, bis man sich dann endlich, endlich zu Fuss auf den Heimweg machen kann. Ich koennte mir Prickelnderes vorstellen als einen so vermiesten Tagesausflug.

    Bisher ist es heute ja ruhig und wenn das die naechsten Tage ueber so bleibt, spricht eigentlich zunaechst einmal nichts gegen einen Londonbesucht - zumindest nicht mehr als das am Donnerstag noch der Fall war.

    Wie bisher heisst die Devise 'alert rather than alarm'.

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    AW: Schulfahrt nach England

    Mein Sohn (13 J.) hat eine Sprachreise nach Südengland geplant. Da er früh genug gebucht hat, ist der Flug (statt Busreise) inbegriffen.

    Unser Problem ist nun, dass er Angst vorm Fliegen hat. Wir schaun jetzt mal, ob vielleicht noch eine Busanreise möglich ist.

    Die Londonausflüge mag er bisher noch wahrnehmen. Wenn er aber auch davor Angst bekommt, dann sollte es für mich kein Problem sein, diese abzusagen und den Reiseveranstalter darauf anzusprechen, ob dieser Alternativausflüge ins Programm aufnehmen kann.

    Ein mulmiges Gefühl hat man da schon, aber das hätte ich genauso beim Reiseziel Berlin, Paris oder Rom.

    Sternchen

    Auch aus Steinen, die Dir in den Weg gelegt werden, kannst Du etwas Schönes bauen. (Johann Wolfgang von Goethe)

  9. Inaktiver User

    AW: Schulfahrt nach England

    Zitat Zitat von Aviva
    Naja, es geht hier ja wohl weniger um die Sorge, die Kinder koennten von einem Anschlag direkt betroffen sein, als um das ganze Drumherum. Strassen werden gesperrt, evtl. auch die U-Bahn, man muss studenlang irgendwo ausharren, bis man sich dann endlich, endlich zu Fuss auf den Heimweg machen kann. Ich koennte mir Prickelnderes vorstellen als einen so vermiesten Tagesausflug.
    Das sehe ich genauso. Die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Anschlages zu werden, ist in einer riesigen Stadt wie London letztlich nicht größer als die, in einem Kuhkaff vom Trecker gerammt zu werden.

    Man muss allerdings in der Tat damit rechnen, dass sich durch Absperrungen und erhöhte Sicherheitsmaßnahmen vieles verzögert, U-Bahn-Strecken gesperrt werden und sich Flüge verspäten. Und das ist speziell in London, wo aufgrund der immensen Entfernungen sowieso schon alles recht lange dauert, sehr lästig.

    Ich würde die Entscheidung London ja oder nein wirklich dem Bauchgefühl überlassen. Wenn man ängstlich ist und die Reise bereits mit einem subjektiv unguten Gefühl antritt, wird sich der Spaß in Grenzen halten. Und dann ist der Sinn einer Fahrt ja nun ausgesprochen hinfällig.

    Gruß, Spellbound

  10. Inaktiver User

    AW: Schulfahrt nach England

    Wenn man bedenkt, daß solche Terroranschläge die Gesellschaft destabilisieren und in Angst versetzten soll, reagieren die Briten exakt richtig darauf... sie lassen sich davon nicht beeindrucken und leben den Alltag normal weiter. Diese Haltung ist großartig !

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