Volle Zustimmung!Zitat von Inaktiver User
Ich erinnere mich noch gut daran, wie Israel Abbas von Anfang an zu demontieren suchte. Ihn jetzt zu unterstützen wäre ein bisschen spät.
Aber noch ist nicht sicher, dass Israel das wirklich will. Immerhin wurden von der israelischen Regierungen umgehend die Erwartungen gedämpft, man wolle das Palästinaproblem in konstruktiven Verhandlungen ernsthaft lösen.
Ich halte es daher für möglich, dass Israel sich stattdessen ins Fäustchen lacht. Nichts ist bequemer als eine Gegenseite, die unter sich zerstritten ist.
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25.06.2007, 10:37Inaktiver User
AW: Zentralrat der Juden attackiert die Linke
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25.06.2007, 11:11Inaktiver User
AW: Zentralrat der Juden attackiert die Linke
Wir haben den Palästinensern nicht vorzuschreiben, was sie zu wählen haben.
Opelius' Forderung:
"...Förderung einer neuen Kraft - einer selbstbewussten palästinensischen Zivilgesellschaft jenseits von Waffenkult und todessüchtigem Märtyrertum."
klingt völlig unrealistisch, wenn jeder Ansatz genau dieser Zivilgesellschaft ständig neu zerbombt wird.
Moshe Dayan hat genau die heutige Reaktion der Palästinenser vorhergesagt, weil es eben die Reaktion ist, die er selbst als einziges Mittel gegenüber einer Unterdrückung durch eine gewalttätige Besatzungsmacht angewendet hätte.
Wir brauchen einen Verzicht auf Gewalt, und dieser Verzicht muss von der überlegenen Seite, also Israel, ausgehen - welche Alternativen zur Gewalt schlagen wir denn den verzweifelten Palästinensern vor, denen der Tod bei Selbstmordattentaten gegenüber dem Leben im jetzigen Elend als bessere Option erscheint?
Weiß hier jemand eine Lösung?
Zurück zum Thema unserer Diskussion:
Ich habe weder für Die Linke noch für die DDR viel gutes zu sagen, aber wenn der DDR (und eigentlich ja dem ehemaligen Warschauer Pakt) vorgeworfen wird, dass man die Palästinenser in ihren Widerstand unterstützt hat, dann sollte man das vor dem Hintergrund des Kalten Krieges sehen: Der Feind meines Feindes ist mein Freund - und der Feind war damals eben Israel als engster Verbündeter der USA in der Region. Der Westen hat in anderen Regionen (und übrigens mit den Interventionen von Suez bis Libanon auch im Nahen Osten) genauso reagiert.
Schlagworte wie "Blut an den Händen" lenken nur davon ab, dass auch Israel keine ausreichenden Bemühungen für eine friedliche Lösung des Konflikts angeboten hat.
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25.06.2007, 11:25Inaktiver User
AW: Zentralrat der Juden attackiert die Linke
Auf was soll sich diese Hoffnung einer selbstbewussten palästinensischen Zivilgesellschaft eigentlich gründen? Ich sehe dafür keine Basis.
Zitat von Opelius
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25.06.2007, 11:30
AW: Zentralrat der Juden attackiert die Linke
Genau das ist Problem. Nur der Hass auf Israelis ist die einzige Basis. Soetwas hat noch nie eine unabhängige Zivilgesellschaft hervorgebracht.
Zitat von Inaktiver User
Was sollten die Israelis tun? Einfach räumen und die Palästinensergruppen ihre Fehden auskämpfen lassen? Das haben sie gemacht: Räumung der Sicherheitszone im Libanon, Räumung von Gaza. Hat es ihr eigenes Sicherheitsbedürfnis gestärkt? Hat es der Zivilbevölkerung im Libanon und in Gaza etwas gebracht?
Ich halte Forderungen, die Isrealis sollten mit diesem oder jenem in Vorleistung gehen zwar für populär - und exakt das tut die Linke, aber was fordern wir eigentlich den Palästinensern ab? Sollen wir Geld ohne Ende liefern, sollen aber nichts an Eigeninitiative abfordern?Geändert von Opelius (25.06.2007 um 11:35 Uhr)
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25.06.2007, 12:01
AW: Zentralrat der Juden attackiert die Linke
Mir ist völlig unklar, wieso es als Vorleistung bezeichnet wird, dass die Israelis endlich das widerrechtlich besetzte Westjordanland vollständig zu räumen haben.
Zitat von Opelius
Die israelischen Besatzer dort bestehen zum grossen Teil aus nationalistischen und rassistischen Gruppen, die vom israelischen Staat einen Freibrief für die unrechtmässige Besatzung dort erhalten haben .
Solange derartige Zustände dort herschen, kann es keinen Frieden geben.
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25.06.2007, 13:26Inaktiver User
AW: Zentralrat der Juden attackiert die Linke
Wenn sie das so exakt tut, wie du behauptest, wirst du das ja sicher leicht belegen können.
Zitat von Opelius
Ich bin gespannt.
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25.06.2007, 13:27
AW: Zentralrat der Juden attackiert die Linke
Und es wird auch keinen Frieden geben, wenn die Israelis die Westbank komplett räumen. Sie haben den Libanon geräumt, nachgerückt ist die Hizbollah, sie haben Gaza geräumt und nachgerückt ist die Hamas, die inzwischen die Kontrolle über den Landstrich übernommen hat.
Räumt Israel - ohne Forderung und Verhandlungspartner - die Westbank, so wird binnen kürzester Zeit von dort aus das israelische Kernland komplett im Zielbereich der Raketen liegen.
Die Israelis brauchen einen Partner, der die geräumten Siedlungen in der Westbank übernehmen kann. Es ist niemand in Sicht. Die immer wiederkehrenden Forderungen, Israel soll die Besatzung aufgeben, ist typisch für die Linke. Warum sollte Israel Harakiri begehen?
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25.06.2007, 14:02Inaktiver User
AW: Zentralrat der Juden attackiert die Linke
Zitat von Opelius
Was du für typisch für die Linke hältst, das sei dir überlassen.
Die Forderung nach einem Rückzug Israels aus den besetzten Gebieten ist jedenfalls Gegenstand vieler UN-Resolutionen:
Die UNO-Resolution 194 verlangt die Repatriierung der palästinensischen Flüchtlinge oder ihre Entschädigung. Die Resolutionen 242 und 338 fordern den Rückzug der Israeli aus den 1967 besetzten Gebieten. Ferner ist in der Resolution 181 eine internationale Verwaltung für Jerusalem vorgesehen.
usw. usw....
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25.06.2007, 14:08
AW: Zentralrat der Juden attackiert die Linke
Aber aufgefallen ist Ihnen nicht, dass die Israelis weder im Libanon noch in Gaza irgend etwas zu suchen gehabt haben?
Zitat von Opelius
Das waren völkerrechtswidrige Besetzungen. Und weiterhin ist Ihnen nicht aufgefallen, dass gerade dort, wo nationalistische und rassistische Israelis als Besatzer waren und abgezogen sind, die radikalen islamistischen Kräfte jetzt die Oberhand haben.
Das ist einfach peinlich eindimensional, was Sie hier zum Thema beitragen.
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25.06.2007, 14:35
AW: Zentralrat der Juden attackiert die Linke
Ich argumentiere tatsächlich im Sinne Israels. Das weiss ich.
Mir geht es allerdings auch mächtig auf die Nerven, wenn hier und anderswo, ständig Forderungen an Israel gestellt werden ohne dass wenigstens das Mindeste, das Existenzrecht dieses Landes, garantiert wird.
Seit der Gründung des Staates wird verbal und mit Waffengewalt ständig sein Verschwinden propagiert.
Wenn Länder wie Libanon die Grenzregion gegenüber Israel Milizen überlässt, die in das Stammland Raketen abfeuern, so sehe ich eine militärische Antwort darauf als gerechtfertigt. Jetzt wird die Grenzregion durch UNO-Truppen bewacht. Gerade heute wurden 6 spanische Soldaten von Attentätern ermordet. Wer will hier keinen Frieden?


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