Ich sehe das völlig anders als du:Zitat von Inaktiver User
Ohne Marketing geht es nicht. Ohne Marketing, ohne Schlagzeilen wäre Greenpeace immer noch ein kleines Häufchen spinnerter Idealisten, über die man noch nicht einmal lacht oder sich aufregt - weil man sie nämlich nicht einmal kennt.
Ohne Marketing wäre dieses kleine Grüppchen nie zu einer so grossen, finanzkräftigen und erfolgreichen Organisation geworden.
Es geht in der Politik nicht darum sich selber toll zu fühlen, indem man seine Freizeit opfert und ein paar schöne Kuchen backt, selbstgemalten Plakate aufstellt und Infobroschüren verteilt. Die Greenpeace-Mitglieder wollen etwas bewegen, und das schaffen sie nur, wenn man sie wahrnimmt.
Warum sollten sie sich dazu eigentlich nicht ebenso des Marketings bedienen wie die Grosskonzerne ??
Was ist so schlecht an Marketing? Greenpeace prangert bei den Grosskonzernen nicht an, dass sie Marketing einsetzen, sondern dass sie Dünnsäure verklappen, Genmais anbauen, die Luft verpesten und ähnliches.
Du hast meiner Meinung nach eine völlig falsche Vorstellung von so einer Einsatzplanung. Die Polizisten im Wald, an der Bahnstrecke, im Feld wären nie aufs Wasser gegangen, egal was dort abläuft, und die Marine umgekehrt nicht aufs Getreidefeld, egal wie nahe die G8-Demonstranten an den grossen Sperrzaun gekommen wären. Jeder mit seiner Ausrüstung (Hubschrauber/Schnellboote/Pferde) an seinem Platz. Anders geht das nicht.Was wäre denn passiert, wenn die Polizei wirklich die Kontrolle verloren hätte? Wenn die Autonomen im Hinterland den Zaun durchbrochen hätten, während die Polizei auf dem Wasser beschäftigt war?
Tatsächlich war auch die Situation auf dem Wasser zu jeder Zeit unter Kontrolle. Und so hat sich Merkel, die das wohl besser einschätzen kann als wir, angeblich folgendermassen darüber geäussert: sie hoffe, dass bei der Aktion nicht su viel schädliches CO2 emittiert worden sei.![]()
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Thema: Greenpeace
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08.06.2007, 20:10Inaktiver User
AW: Greenpeace
Geändert von Inaktiver User (08.06.2007 um 22:55 Uhr)
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08.06.2007, 23:03
AW: Greenpeace
Greenpeace erinnert mich weniger an RAF als an die Anfänge der Grünen. Aber auch da kann jeder anderer Auffassung sein.
da ich meinen Blog nicht mehr erwähnen darf, das sei Werbung, ich weiß zwar nicht, wieso das Werbung sein sollte, aber gut. Also, ich habe einen Strickblogcarpe diem
Alles wird gut
Lieber groß gemustert, als keinkarriert
BVB 
Cuba oder Kuba
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14.06.2007, 14:59
AW: Greenpeace
Es gibt viele NRO’s (Nicht-Regierungs-Organisationen), die für umweltpolitisch und/oder sozial Probleme kämpfen. Greenpeace macht dies sehr spektakulär. Andere Organisationen, wie z.B. der WWF (Word Widelife Found), Friend of the Earth oder Social Wacht arbeiten dagegen mehr im Hintergrund, dafür dann aber längerfristig oft effektiver und erfolgreicher.
Greenpeace begeistert die Menschen mit ihren spektakulären Organisationen, aber was kommt danach?
Dass der WWF, im Gegensatz zu Greenpeace, oftmals erfolgreicher umweltpolitisch relevante Entscheidungen auf lokaler Ebene beeinflusst oder gar mitentscheidet liegt u.a. an der unterschiedlichen Koordinations- und Entscheidungsstruktur beider Organisationen.
Das Herz von Greenpeace schlägt in Amsterdam, dem Hauptsitz von „Greenpeace International“. Hier werden die international Aufmerksamkeit weckenden Aktionen geplant und organisiert, Aktionen die bei den Bewunderern von Greenpeace das Adrenalin in die Höhe treiben.
Man könnte auch sagen: „Gutes Marketing, aber was kommt danach?
Natürlich verfügt auch Greenpeace über ein weltweites Netzwerk, aber Entscheidungen werden nach wie vor in Amsterdam getroffen und das ist oftmals weit weg vom Schauplatz des Geschehens und deren lokale Probleme.
Anders als die meisten anderen Umweltorganisationen auf den arbeitet Greenpeace nicht in lokalen Umweltkonflikten mit Unternehmen oder Regierungsbehörden. Sondern organisiert seine Kampagnen vom fernen Amsterdam aus.
Die führt gerade in 3.-Welt-Ländern oft zu Irritationen. Greenpeace wird wegen seiner konfrontativen Aktionen von der einheimische Bevölkerung häufig als zu radikal bezeichnet. Auch die politischen Positionen von Greenpeace, die sich auf internationale Standards (vorgegeben von Amsterdam) beziehen, halten viele Entwicklungsländer für irrelevant.
Auch arbeitet Greenpeace nicht in Ländern, die keine lokalen NRO’s besitzen obwohl dort die Umweltproblem gerade deshalb oft sehr gravierend sind.
Warum? Ist ihnen dort die Aufbauarbeit, zu mühsam, ist der spektakuläre Erfolg nicht garantiert, weil die Bevölkerung im Vorfeld nicht genug sensibilisiert wurde?
Andere internationale Umweltorganisationen haben keine derart zentralisierte Koordinations- und Entscheidungsarbeit wie Greenpeace.
Die weltweiten Netzwerke von WWF oder Friends of the Earth führen zwar auch internationale Kampagnen durch, aber ihre nationalen Ableger sind normalerweise weitgehend autonome Gruppen mit tiefer gehenden lokalen Wurzeln.
Der Unterschied zwischen Greenpeace und WWF zeigt auch ein anderes Problem auf, nämlich die Rolle, die Umwelt-Organisationen aus reichen Ländern in armen Ländern spielen. Die Beziehungen zwischen NROs aus fortgeschrittenen Ländern einerseits und Entwicklungsländern andererseits sind aufgrund unterschiedlicher Ansichten zu Kampagnenprioritäten oder Strategien der Durchführung nicht selten von Differenzen geprägt.
Die radikale Haltung von Greepeace führt dann dazu das Kompromisse mit lokalen Gremien nicht mehr möglich sind und so bleiben gut gemeinte Aktionen in ihren Kinderschuhen stecken.
Oft findet die Einheimische Bevölkerung von Entwicklungsländern Greenpeace wegen ihrer konfrontativen Aktionen zu radikal. Auch die politischen Positionen von Greenpeace, die sich auf internationale Standard beziehen, halten viele Entwicklungsländer für irrelevant.
Im Gegensatz dazu haben der internationale Status des WWF’s sowie sein stetiges aber ruhiges Vorgehen der Organisation so manche Tür zu Politikern geöffnet. So berät der WWF die philippinische Regierung schon seit Jahren bei diversen Meeresschutzprojekten
Der WWF gibt sich große Mühe lokale Interessengruppen für die Mitarbeit und zur Unterstützung zu gewinnen.
Ihr Erfolg gibt ihnen Recht.Geändert von setshu (14.06.2007 um 15:04 Uhr)
Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. (Nietzsche)
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14.06.2007, 15:06
AW: Greenpeace
Ach ja, ich unterstütze Greenpeace übrigens auch.
Ich fand die Aktion in Ordnung.
Ob ich im Pazifik oder in der Nordsee eine Linie durchbreche ist für mich kein Unterschied. Sie hätten doch in der Nordsee auch einen Zaun bauen können.
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14.06.2007, 16:14Inaktiver User
AW: Greenpeace
Hallo Setshu,
jede der von dir genannten Organisationen sowie viele andere, weniger bekannte, setzen sich wie Greenpeace für wünschenswerte Ziele ein. Sie alle haben ihre Qualitäten, Schwächen, Spezialitäten und Schwerpunkte.
Die Ziele und Projekte, die der WWF unterstützt, sind zweifellos unterstützenswert. Aber ich persönlich habe den Eindruck, dass der WWF einen grossen, teuren und unbeweglichen Verwaltungsapparat hat. Andererseits öffnet der UNO-Hintergrund und der seriöse Ruf so manche Türe.
Greenpeace verfügt dagegen über eine wesentlich höhere Schlagkraft als der WWF. Das liegt nicht zuletzt an der oft kritisierten Form der Verwaltung. Andererseits ist Greenpeace weit weniger seriös, da die Mitglieder in Kauf nehmen Gesetze zu übertreten, wenn sie z.B. Walfangschiffe blockieren oder Fabrikschlote erklettern.
Dass nur ganz bestimmte Länder im Blickfeld von Greenpeace sind, stimmt, aber das ist nur vernünftig: In Schwarzafrika oder Lateinamerika sind Greenpeace-Aktionen nicht erfolgversprechend. Dort muss man anders handeln, und das sollen andere Organisationen auf ihre Weise tun.
Ich verstehe alle diese Umweltorganisationen gar nicht als Konkurrenz zueinander, sondern sehe sie als Teil eines breiten "Angebotes", bei dem sich jeder Bürger entscheiden kann, was er unterstützen will, was ihm sympathischer ist, vielversprechender erscheint oder auch einfach emotional näher ist.Geändert von Inaktiver User (14.06.2007 um 16:27 Uhr)
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14.06.2007, 18:32
AW: Greenpeace
Die Aktionen von Greenpeace sind ganz klar mit Ausrichtung auf die 1. Welt, hier sitzen ihre Anhänger. Was stand auf den ausgerollten Plakaten: "Stop Talking - Act Now“
Und, wird diese Aktion irgendein Politiker nachdenklich stimmen?
Was wird am Ende von dieser Aktion übrigbleiben?
Oder sind nicht vielleicht doch eher die erfolgreich, die nicht nur den konstruktiven Dialog mit Politiker und großen Konzernen suchen, sondern auch von diesen mittlerweile als Berater hinzugezogen werden, eben aufgrund ihrer Seriosität, wie es beim WWF der Fall ist.
- Der WWF ist in über 100 Ländern aktiv.
- 300 Schutzgebiete wurden weltweit ausgewiesen.
- 2.000 Projekte wurden allein 2004 unterstützt.
- 12.000 Projekte wurden in 153 Ländern seit 1961 weltweit unterstützt.
- 1.500.000 Quadratkilometer konnten weltweit in Nationalparkts umgewandelt werden.
- 362 Millionen Euro wurden 2005 weltweit in den Umweltschutz investiert.
- 19,5 Millionen Euro hat der WWF Deutschland 2005 in Naturschutzprojekte investiert.
Wo sind die Investitionen von Greenpeace?
Und weil ihre Aktionen nicht erfolgversprechend in ihrem Sinne sind, handeln dort erst garnicht. Sie versuchen nicht einmal dort Fuß zu fassen, um vielleicht langfristig etwas zu verbessern. In Afrika oder Asien finden sie mit ihren spektakulären Aktionen nicht die gewünschte Aufmerksamkeit, wie z.B. vor Heiligendam.
Zitat von Inaktiver User
Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. (Nietzsche)
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14.06.2007, 18:45Inaktiver User
AW: Greenpeace
Du kritisierst Greenpeace, weil die Organisation in diversen Ländern nicht vertreten ist. Genauso könnte ich kritisieren, dass sich der WWF kein Deut um Gentechnik und Atomwaffentests schert.
Was soll diese Aufrechnerei und wem bringt sie etwas


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