Genau so ist es, Opelius.
Vorige Woche wurde von einem Pfarrer eine Demo organisiert, wo Hartz-IV-Empfänger auf die schikanöse Behandlung der ARGE aufmerksam machten; auch die Medien berichteten davon (nur die Lokalpresse). Gestern las ich nun von der Schelte der ARGE gegen den mutigen Pastor - kein Wort davon, sich "den Schuh anzuziehen" und/oder entsprechende Verbesserungsvorschläge.
Was mir weiter auffällt, ist, dass sich kein Politiker vor Ort zu dieser Thematik bisher geäußert hat??!!
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Thema: Hartz 4/ ALG 2
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10.05.2007, 12:03Inaktiver User
AW: Zum Leben zu wenig
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10.05.2007, 12:08Inaktiver User
AW: Zum Leben zu wenig
Vielleicht weil sie es nicht unangemessen empfinden?!
Zitat von Inaktiver User
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10.05.2007, 12:46Inaktiver User
AW: Zum Leben zu wenig
Möglich, ich denke eher, weil es eine kleine Klientel Menschen betrifft, deren Sorgen/Nöte einfach nicht interessieren.
Zitat von Inaktiver User
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10.05.2007, 12:53Inaktiver User
AW: Zum Leben zu wenig
Da bin ich mir nicht sicher, wenn ich an die Debatten um die Einführung von Hartz IV und deren weiteren Verlauf bis heute denke. Ich habe eher den Eindruck, dass bei vielen die Idee vorherrscht, dass man den Druck erhöhen sollte.
Zitat von Inaktiver User
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10.05.2007, 15:42Inaktiver User
AW: Zum Leben zu wenig
Manche Leute scheinen zu glauben, dieser Druck würde die Betroffenen in eine bestimmte gewünschte Richtung bewegen. Und für etliche mag das auch stimmen.
Zitat von Inaktiver User
Es kann aber gut sein, dass viele dadurch zwischen zwei Mühlsteine geraten: zwischen den Druck der Politik einerseits und den Realitäten des Arbeitsmarktes andererseits, der mitnichten für jeden einen adäquaten Arbeitsplatz bereit hält, der sich darum bemüht.Geändert von Inaktiver User (10.05.2007 um 15:50 Uhr)
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10.05.2007, 16:18
AW: Hartz 4/ ALG 2
Tja, leider ist es inzwischen soweit, daß alle für das Schmarotzertum einiger büßen müssen.
Es kennt ja wahrscheinlich fast jeder Beispiele von Leuten, die es sich im sozialen Netz (nicht zuletzt mit Hilfe von Schwarzarbeit) bequem gemacht haben. Daß man DIESEN Leuten ordentlich auf die Zehen steigt, finde ich vollkommen in Ordnung.
Der / die unverschuldet Arbeitslose, der gerne arbeiten würde, aber keine Stelle kriegt, ist der A***. Und kann sich dann noch das Gemotze der arbeitenden Bevölkerung anhören, die - zu Recht! - sauer sind über Ihre hohen Sozialabgaben. Ganz ehrlich, die Aussicht, sagen wir mal, so ab 50 arbeitslos zu werden, da kann einem Angst und Bange werden... nach 2 Jahren in Harz 4, und praktisch keine Aussicht auf einen Job. Weil in vielen Firmen nach wie vor der Jugendwahn grassiert, aus Gründen, die ich wohl nie begreifen werde.
Wie man es schaffen könnte, tatsächlich jedem Einzelfall gerecht zu werden, sprich, Druck für die Faulen, Unterstützung (oder besser: Arbeitsplatz!) für die Arbeitswilligen... offen gestanden, keine Ahnung.
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10.05.2007, 16:19
AW: Hartz 4/ ALG 2
MICH macht das auch agressiv! Agressiv und wütend! Und weißt du, warum? Ich habe gerade solch einen Zeitarbeits-Job, als Hilfsarbeiterin, Kommissionieren für 7,15 brutto! Da kannst du die fest Angestellten mit deiner Leistung tausend Mal in den Sack stecken - nachweislich! - die arbeiten für 10,- Euro, bekommen dazu Urlaubs- und Weihnachtsgeld und mehr Urlaub und, und, und!
Zitat von Nadine2
Davon abgesehen, dass das eine ganz große Sauerei ist - fair ist nämlich einzig und allein gleiche Bezahlung für gleiche Leistung -
wieso zählt DAS denn als vollwertiger Job, wenn das bisschen Geld, das du bei solch einer Vollzeittätigkeit nach Hause bringst, nicht mal zum Leben reichen KANN, bei aller Bescheidenheit!
Solche Billigjobs gehören meiner Meinung nach gar nicht aus der Arbeitslosenstatistik raus, das ist Betrug, denn nicht jeder ist so gestrickt, dass er noch die Belastung eines anstrengenden Nebenjobs auf sich nimmt, weil er anders gar nicht durchkommt. Und hätte ich KEINEN Nebenjob, wäre ich auf ergänzende Unterstützung vom Staat angewiesen. Na, super! Echt aufbauend! Man sollte meinen, das Zeitalter der Sklaverei ist vorbei.
Gitta
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10.05.2007, 16:21Inaktiver User
AW: Hartz 4/ ALG 2
Das kann man nicht, denn wie will man überprüfen, ob es Unfähigkeit, Überforderung oder Verweigerung ist? Man kann sich dem mit weniger Kunden pro Berater nähern, wird aber immer einige nicht erreichen.
Zitat von Alice30
Also wird je nach Stimmung bei den Entscheidungsträgern und Situation der Sozialkassen mehr oder weniger Druck ausgeübt.
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11.05.2007, 15:40
AW: Hartz 4/ ALG 2
Ich arbeite zur Zeit mit einigen Menschen zusammen, die von Hartz IV leben müssen. Sie haben sich alle verpflichtet, für mindestens ein Schuljahr behinderte Kinder in eine zentrale Sonderschule zu fahren. Dafür stehen sie alle zwischen 5 und halb sechs auf Uhr früh auf, sammeln die Kinder an der Haustür ein, verstauen ihre Rollstühle und fahren sie zur Schule. Am Nachmittag holen sie die Kinder wieder ab. So zwischen 100 bis 300 km am Tag sind sie dafür unterwegs. Für jeden gefahrenen Schultag erhalten sie 17 €. Davon können sie aber nur 120 € behalten, um den Restbetrag werden ihre monatlichen Bezüge gekürzt.
Warum machen sie es? Den meisten fällt zu Hause die Decke auf den Kopf. 120 € ermöglichen Dinge zu kaufen, die sie mit Nurbezug von Hartz IV nicht könnten, z.B. eine neue Hose oder ein paar Schuhe. Und sie erhoffen, dass irgendein Arbeitgeber dieses Engagement würdigt.
Ein Kollege war vor kurzem wieder mal bei der "Agentur für Arbeit", er habe in der Zeitung gelesen, dass Facharbeiter inzwischen Mangel seien, ob sie nicht einen Job für ihn hätten. Er bekam einen Termin für Anfang Juli bei seiner Fallmanagerin. Er wurde ermahnt, jeden Monat zwei Bewerbungen zu schreiben. Seine Frage, bei wem er sich denn bewerben solle, wurde nicht beantwortet.
Der 54-jährige Mann war bis vor 4 Jahren Vertriebsleiter in einem Handelskonzern, der von einem anderen Konzern, der gerade sein Hunderjähriges feiert, aufgekauft wurde und ihn freisetzte.
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11.05.2007, 17:07
AW: Hartz 4/ ALG 2
#ophelius
Bei der Agentur für Arbeit werden ja nur ein Drittel der offenen Stellen gemeldet und wenn man sich nur auf die und den Beamtenapparat verlässt ...
Wir suchen selbst Facharbeiter nur über Annoncen oder Mundpropaganda. Warum keine Initiativanrufe bei in Frage kommenden Firmen "Guten Tag, mein Name ist XXX, ich bin gelernter yyy. Darf ich Ihnen meine Bewerbung zusenden"
Oder die Samstagszeitung mit Stellenanzeigen auch aus benachbarten Regionen kaufen, oder die Gelben Seiten durcharbeiten ...
Telefonische Anfragen vermitteln schon einmal eine Eigeninitiative (eben nicht das Amt hat mich geschickt) und sind SEHR selten. Zwei komplette Bewerbungen aufs Blau in der Woche sind zu wenig. Jeden Tag eine Stunde per Telefon anfragen bringt 10x mehr und bei Interesse der Firma hat man schon den Zuständigen am Hörer und kann auch mal was nachfragen.


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