Antworten
Seite 26 von 149 ErsteErste ... 1624252627283676126 ... LetzteLetzte
Ergebnis 251 bis 260 von 1482
  1. User Info Menu

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Sariana Beitrag anzeigen
    Dass manche aus dem Osten, ich erinnere mich an die Männer aus Grimma, die ins Flutgebiet gefahren sind um zu helfen, die Ärmel hochkrempeln hat doch bewiesen, dass man etwas tun kann.
    In dem Dorf im Ländle, in dem ich lange gelebt habe, fuhr der Schulbus. Das war es.
    Hier sind Köche in die Altenheime gegangen und haben gekocht.
    Im Impfzentrum haben Einlasskräfte und Bedienungen gearbeitet, im Normalbetrieb ist das eine Eventlocation.
    Franzi, ich verstehe es auch nicht.
    Ja, an die Initiative aus der Stadt Grimma erinnere ich mich. Zum einen wurde darüber berichtet, ich fand den Bürgermeister sehr sympathisch, zum anderen haben wir einen Trupp aus Grimma getroffen, mein Mann und ich. Wir waren ja über "Land schafft Verbindung" dort.

    Und dieses "Aber wir haben auch..." im Bezug auf Ost West Diskussionen erinnert mich immer an diverse Diskussionen älterer Frauen. Ganz schlimm. Eine meckert über die Schwiegertochter - schon meckert der ganze Tisch. Gern genommen werden auch Schilderungen von Geburten im Vergleich zu heute, die wahlweise immer blutiger werden und dramatischer, oder in die Richtung gehen "und dann bin ich beim Kartoffel suchen kurz beiseite gegangen, dann war Hans Enno da, als dann abends die Sonne unterging, saß er schon in Latzbüx auf dem Fendt und fuhr die Ernte nach Hause", Krankheiten sind auch immer gerne genommen...
    Jedes endet es in einem Wettstreit "Wer ist am schlimmsten dran?"
    Die Damen wirken dabei meist ganz zufrieden, wenn sowas aber quasi ein ganzes Land anfängt ist das ziemlich unbekömmlich fürs Zusammenleben.

  2. User Info Menu

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Wenn ich mich hier bei mir mit AfD-Anhängern unterhalte höre ich etwa genau solche Sachen wie in dem Beitrag vom MDR.
    Ich denke man wählt die AfD weil man unzufrieden ist (etwa mit niedrigen Löhnen), weil man wütend wegen der Aufnahme von Flüchtlingen war und ist und jetzt zuletzt auch wegen Corona.
    In manchen Unternehmen ist es sogar so dass man gar nicht sagen darf dass man ne andere Meinung hat, da läuft man Gefahr von Chefs und/oder Kollegen deshalb gemobbt zu werden.
    Eig hat man in dieser Gegend hier immer stark die CDU gewählt, nach der Agenda 2010 noch stärker, da mochte man die SPD gar nicht mehr, dann kam die Flüchtlingskrise und die AfD....

  3. User Info Menu

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von hillary Beitrag anzeigen
    Das fragst nicht nur du dich.
    Ich habe den Bericht eingestellt, weil er aus dem mdr, hier dem Landesfunkhaus Thüringen kommt. Das war nicht zur Entschuldigung gedacht, aber ne Erklärung. Der junge Mann im Interwiev, der kennt die DDR nicht mehr aus dem eigenen Erleben. Und Jugendklubs gabs auch nicht staatlich eingerichtet auf jedem Dorf. Es gab fast überall einen, aber das haben die Jugendlichen, die heute seine Eltern sein könnten selber eingerichtet. Den Raum stellte meist die Gemeinde oder die LPG.
    Es fuhr auch nicht jede Stunde ein Bus, sie fuhren öfter, so dass man gut zur Arbeit oder zur Schule kam. Da hatte kaum einer ein Auto, die Jugendlichen fast alle ne Simme, aber das Tankstellennetz war auch eher lau.
    Bei uns waren die Gaststätten im Dorf + Nachbardorf auch zu, die Mitarbeiter in Kurzarbeit, manche haben sich nen anderen Job gesucht, aber die Gaststätten sind alle wieder auf. Keiner pleite. Allerdings jetzt auf Personalsuche.
    Ich habe nicht für umsonst zu Beginn des Stranges des ZDF-Beitrag 30 Jahre deutsche Einheit, wirtschaftliche Bilanz eingestellt. Weil nämlich auch viel geschafft wurde. Vorn Arxxx getragen wurde uns allerdings nichts.
    Das möchte ich schon betonen.
    Ha, eben. Gerade die Eigeninitiative, so wurde berichtet, hat doch auch so viel ausgemacht in der DDR. Davon muss doch noch etwas da sein!

    Ich lebe in Baden-Württemberg und sicherlich in einer ganz guten Gegend, trotzdem läuft auch hier vieles nur über bürgerschaftliches Engagement. Aber es passiert viel! Hier sind viele Leute interessiert, etwas zu bewegen. Z.b. haben sich hier in den Quartieren quartierzentren gegründet, die unter anderem an einem Wochentag kochen, so dass jeder, der dort essen möchte, für wenige Euro ein leckeres Mittagessen bekommt. (Eingestellt wegen Corona, kommt aber wieder). Auch so etwas wäre auf einem Dorf möglich, das würde den Zusammenhalt stärken.
    (Für uns sind die Quartierszentren wichtig, weil wir damit unsere Migranten gut integrieren können und sie und ihre Kulturen besse kennenlernen. außerdem geben sie uns eine Menge zurück, indem sie z.b. Rezepte aus ihrer Heimat kochen. So haben alle etwas davon .)

  4. User Info Menu

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Ich denke, ein Stück weit spielen einfach die persönlichen Erfahrungen im Verlauf des Lebens eine große Rolle. Zb kenne ich dieses "Waschmaschine ist kaputt, bring die Wäsche man her" und anderes aus meiner Kindheit im westdeutschen Dorf genauso. In meinem jetzigen Wohnort ist das noch immer so. Ist allerdings auch so-wer das nicht mitmachen will, ist "raus."
    Das führt oft dazu, dass Zugezogene sich nur schlecht einleben können.
    Ostfriesen sind halt stur - das ist so, das war so, das bleibt so. :)
    Also eher ein Mentalitätsding statt Ost /West.
    Ich komme aus eher bescheidenen Verhältnissen, daher gab's nix, womit ich hätte rumprotzen können, ausserdem saß mir eine Koppel gestandener Frauen um die 40 gegenüber, denen ich die Software erklären sollte, da hätte ich mich gar nicht getraut, ne dicke Lippe zu riskieren. Nicht mit gerade 20:)

    Es wäre schon viel gewonnen, wenn man dem Gegenüber einfach neutral und offen gegenüber treten würde, egal ob Ost oder West.
    Genau. Es ist ein Mentalitätsding und es spielt eine Rolle, ob du in der Gemeinschaft angenommen worden bist. Wenn du im Osten mit völlig anderem Lebenshintergrund auf ansässige Leute getroffen bist (sprich Zuzug), war es auch nicht zwangsläufig so, dass der "Neue" dann die tolle Gemeinschaft gespürt hat.
    Ich schüttle jedes Mal mit dem Kopf, wenn von dem angeblichen Zusammenhalt der Menschen im Osten berichtet wird. Da wird mir regelmäßig schlecht, wenn das pauschal so benannt wird.
    Und ich bin auch sehr sicher, dass es solche Gemeinsamkeiten auch im Westen gegeben hat. Kommt halt auf Wohnort, Hintergrund, Gleichgesinnte (zum Beispiel) und Mentalität an. Genau wie im Osten auch. Aber diese östliche Verklärung kann ich überhaupt nicht ab.

  5. User Info Menu

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Klemenzia Beitrag anzeigen
    …Wenn eine Freundin mir erzählt, sie habe heute erfahren, dass ihr gekündigt werde, erzähle ich ja auch nicht im nächsten Atemzug, dass ich heute aber die Diagnose einer chronischen Erkrankung erhalten habe...
    Den Vergleich finde ich unpassend. Niemand hier hat gerade im Moment so etwas persönlich Traumatisches wie einen Arbeitsplatzverlust oder die Diagnose einer chronischen Krankheit erlitten und müsste deshalb geschont werden und besonders viel Mitgefühl erfahren.
    Wir tauschen unsere Meinungen aus, Erlebnisse, aber auch Fakten werden genannt. Ich gebe zu, ich bin gerade ein klein wenig angefressen, weil ich diejenige war, die was zum Thema „in der DDR wurde 2 x wieder aufgebaut und dann mussten die ganzen Reparationsleistungen an die Russen geleistet werden während im Westen der Marschall Plan aufgelegt wurde“ gesagt hat. Das konnte man, finde ich, so nicht stehen lassen, weil das einiges auslässt und so ein schiefes Bild entsteht. Denn, Fakt ist, auch im Westen wurde 2 x wieder aufgebaut, ich hab geschildert, dass Teile meiner Familie aus der Stadt in Westdeutschland kommen, die die am meisten zerstörte Stadt in Europa im 2. WK war und sich davon nie mehr erholt hat. Heute ist es da arm und scheußlich, früher war die Stadt dafür bekannt, reich und schön zu sein. Ist halt so. Der Krieg hat vieles zerstört.
    Und was Reparationsleistungen angeht: die BRD hat viele Jahre, noch bis 1983 Zahlungen als Reparationsleistungen aus dem 1. WK (Versailler Vertrag) geleistet. An diesen Reparationsleistungen war die DDR nicht beteiligt, obwohl sie im 1. WK noch dazu gehörten. Das wissen nur viele ehemalige DDR Bürger nicht, weil das dort nie Thema war.
    Das sind einfach Fakten. Natürlich hatte es die BRD danach auch leichter als die DDR, schon weil sie keinen Sozialismus hatten. Aber ich sehe das nicht als Wettbewerb, wer es am schwersten hatte, sondern einfach als Austausch von Meinungen und Austausch von Fakten. Deine Kritik und besonders den o.g. Vergleich kann ich persönlich nicht nachvollziehen.

    Ich hab mich seit kurz vor der Wende immer sehr für das Leben in der DDR und die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Ost und West interessiert, hab viel gefragt und noch mehr Dokus gesehen, besonders auch seit Pegida, weil ich gerne verstehen wollte, warum man sowas macht.
    Ich finde, die Befindlichkeiten jedes einzelnen können in einer Diskussion ganz interessant sein, aber die Fakten und damit auch der Blick aufs Große Ganze sollte man nicht außer acht lassen. Mal sehen, wie sich die Diskussion hier entwickelt.
    Bin gerade beim Kochen.
    Im Rezept steht: „Gemüse putzen und würfeln.“
    Hab jetzt Gemüse geputzt und eine 4 gewürfelt.
    Und jetzt?

  6. User Info Menu

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Sariana Beitrag anzeigen
    Ich verstehe nicht, was du mit diesem Text meinst.
    zum Thema gute Nachbarschafft in der DDR: Ich vermute, der nachbarschaftliche Zusammenhalt wird im Längsschnitt betrachtet und da sah es vor der Wende eben wesentlich besser aus, als danach. Dieser Verlust wird bedauert. Ein Ostdeutscher kann ja schlecht die Nachbarschaft in Friesland beurteilen. So kommt es zur Aussage, "die Nachbarschaft/der Zusammenhalt war in der DDR besser". Das soll also keine Aussage über schlechte Nachbarschaft sonstwo sein.

    Mit der Wende wurde der Zusammenhalt schlechter, weil viele weggegangen sind, viele arbeitslos wurden, sich schämten oder versackten, viele auf Montage gingen, es auf dem Arbeitsmarkt einen starken Konkurrenzkampf gab und viele das Gefühl hatten, schauen zu müssen, dass sie erst einmal selbst nicht untergehen.

  7. User Info Menu

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von -franzi- Beitrag anzeigen
    Bei dem Bild bleibe ich mal.

    Für mich sind die Leute aus den neuen Bundesländern Fremde. Ich habe sie dazu bekommen und muss mit ihnen zurecht kommen. Vielleicht wie mit Arbeitskollegen, die ich mir auch nicht aussuchen kann.

    Einem Arbeitskollegen würde ich nie etwas Intimes erzählen wie von einer Kündigung, Erkrankung oder meine persönliche Geschichte... Und würde man mir davon erzählen, wäre ich sicherlich erst einmal konsterniert. aber dann würde ich eben auch von meiner Geschichte erzählen. Denn es ist nicht eine Geschichte besser als die andere, und wenn Leute aus den neuen Bundesländern von ihren Schwierigkeiten sprechen, darf ich auch von den Schwierigkeit in den alten Bundesländern reden. Oder wenn von der DDR geschwärmt wird, darf ich von der BRD schwärmen – was ich alles nicht hätte, wenn die andere Seite nicht mit dem Thema begonnen hätte.

    Insofern ist es für mich nur natürlich, etwas zu berichten, mit ich auch gesehen werde, statt andere nur sehen zu müssen.
    Zitat Zitat von BlueVelvet06 Beitrag anzeigen
    Den Vergleich finde ich unpassend. Niemand hier hat gerade im Moment so etwas persönlich Traumatisches wie einen Arbeitsplatzverlust oder die Diagnose einer chronischen Krankheit erlitten und müsste deshalb geschont werden und besonders viel Mitgefühl erfahren.
    Es geht mir gar nicht um Mitgefühl oder Schonung, eher um dieses thematische Unterbrechen.

    Interessanterweise kommt es zu diesem Missverständnis in meiner Wahrnehmung fast nur zum Thema Osten, daher wird das keine andere Kommunikationsgewohnheit sein.

    Wenn ich jemanden etwas frage, dann interessiert mich das schon. gerade, wenn ich merke, dass es für denjenigen bedeutsam war (Ich hab ja schließlich auch gefragt), frage ich auch weiter aber beginne nicht nach dem ersten Satz des anderen mit meinen Erfahrungen. Wenn das bei mir jemand macht formt sich eher die Frage, "Hast du gefragt um etwas zu erfahren oder damit du selbst reden kannst?" Da es mir nicht wichtig ist, irgendetwas über die Wende zu berichten, verlege ich mich dann eben darauf, was dem anderen offenbar auf der Seele brennt.

    Ich kann gut verstehen, dass man eigene Assoziationen hat, wenn jemand etwas erzählt, allerdings muss ich die nicht gleich äußern, weil ich es nicht als müssen empfinde, andere genauer anzuschauen.
    Geändert von Klemenzia (29.09.2021 um 07:29 Uhr) Grund: Ergänzung

  8. User Info Menu

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Ich entnehme euren Anmerkungen z.B auch zum Freundschaftsbeispiel, dass offenbar der Raum, der dem anderen zum Reden gelassen wird im klaren Zusammenhang mit der Intimität/persönlichen Bedeutsamkeit des Gesprächsgegenstandes steht. Das kenne ich auch, weil ich bei Gesprächen übers Wetter auch selbst schnell mal einhake.

    Wenn das so wäre, könnte man vermuten, dass für viele Ostdeutsche die Wende und Nachwendeerlebnisse eventuell intimer und bedeutsamer sind, als einige Westdeutsche das einschätzen und es aufgrunddessen zu einem schnelleren Themenwechsel kommt, als für das Thema aus Sicht desOstdeutschen angemessen. Wie sehr ihr das?

  9. User Info Menu

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von BlueVelvet06 Beitrag anzeigen
    Ich finde, die Befindlichkeiten jedes einzelnen können in einer Diskussion ganz interessant sein, aber die Fakten und damit auch der Blick aufs Große Ganze sollte man nicht außer acht lassen. Mal sehen, wie sich die Diskussion hier entwickelt.
    BlueVelvet: ich möchte, ganz ehrlich, überhaupt nicht jammern und bin i-wie auch müde was diese Thematik betrifft.
    Einen Blick aufs Große Ganze vermittelt vllt diese Webseite: Zentrum digitale Arbeit: Arbeitslosigkeit in den neuen Bundeslandern seit der Wiedervereinigung
    Kaum eine persönliche Erfahrung wirkt sich so negativ auf die physische und psychische Gesundheit aus wie lang anhaltende Arbeitslosigkeit (Kroll, Müters und Lampert 2016). Auch das unmittelbare soziale Umfeld und die Gesellschaft als Ganze spüren die negativen Auswirkungen, die sich aus fehlender Erwerbsarbeit ergeben.

    In einer Gesellschaft, der das Phänomen Arbeitslosigkeit über Jahrzehnte beinahe unbekannt war und in der das Recht auf Arbeit ein von der Verfassung verbrieftes Grundrecht darstellte, wurde die Erfahrung von massenhafter Arbeitslosigkeit und Deindustrialisierung als tiefer Einschnitt empfunden.

    Erst der langanhaltende wirtschaftliche Aufschwung seit Mitte der 2000er-Jahre bewirkte eine nachhaltige Verringerung der Arbeitslosenzahlen und einen Anstieg der Beschäftigung.
    In Ostdeutschland lebt(e) eine Bevölkerung, die von der Zahl her etwa der Einwohnerschaft Nordrhein-Westphalens entspricht, ich denke dass das Dimensionen der Arbeitslosigkeit und der damit verbundenen schlechten Lebensgefühle waren, die man nicht damit vergleichen kann, dass es in Westdeutschland auch punktuell ähnliche Verhältnisse gab.
    Ich denke auch dass die tatsächliche ungewollte Erwerbslosigkeit noch höher lag als sie in den offiziellen Zahlen wiedergegeben werden, denn soweit ich mich erinnere zählten die zahlreichen Leute, die sich in ABM- und Umschulungsmaßnahmen befanden nicht dazu und ebenso natürlich nicht die vielen Menschen, die schon ab 55 damals Rente beziehen konnten.
    Was den Aufschwung um 2005 betrifft so war der, so wie ich es einschätze, nicht mit besserem Arbeitsplatzangebot verbunden, sondern eher damit, dass Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt wurden, weshalb ein beträchtlicher Anteil an Arbeitslosenhilfeempfängern danach keinen Anspruch mehr auf Leistungen hatten, etwa weil sie verheiratet waren und/oder erwerbstätige erwachsene Kinder noch im Haushalt lebten, sodass das Familieneinkommen zu keiner Sozialhilfe berechtigte.
    Was ja im Grunde genommen gerecht sein mag, nur tauchen diese Personen nicht mehr unbedingt in der Arbeitslosenstatistik auf.
    Eine Folge davon war auch die vielfache Flucht in prekäre Arbeitsverhältnisse.
    Den Zeitgeist und unser Gefühl aus diesen Jahren kann man auch in diesem Liedchen heraushören..."Brandenburg" von Rainald Grebe
    Ein Wettbewerb, wer es am schlechtesten hatte, liegt mir auch fern.
    Nur wenn man bspw die aktuellen Wahlergebnisse analysieren möchte und fragt, woher das Wahlverhalten im Osten kommt spielen eben diese Dinge aus der Vergangenheit eine große Rolle.
    Geändert von Candalita (29.09.2021 um 07:34 Uhr)

  10. User Info Menu

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Klemenzia Beitrag anzeigen
    Wenn das so wäre, könnte man vermuten, dass für viele Ostdeutsche die Wende und Nachwendeerlebnisse eventuell intimer und bedeutsamer sind, als einige Westdeutsche das einschätzen und es aufgrunddessen zu einem schnelleren Themenwechsel kommt, als für das Thema aus Sicht desOstdeutschen angemessen. Wie sehr ihr das?
    Hm, Du meinst, dass einem das Thema dann irgendwie unangenehm ist? Denke ich nicht. Es ist doch eher so, dass einem fremde Leute im Internet dann doch nicht so wichtig sind, dass man sich auf alle ihre Befindlichkeiten einlassen möchte und muss.

    Ich verstehe aber immer noch nicht, in welche Richtung Du diesen Strang drehen möchtest.

    Ich würde ja gern noch mal auf Ausgangspunkt zurückkommen, Charlotte hatte sich unter anderem gefragt, warum junge Leute einer DDR hinterhertrauern, die sie nicht oder kaum kennengelernt haben. Hat dazu jemand eine Idee?

Antworten
Seite 26 von 149 ErsteErste ... 1624252627283676126 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •